E-Commerce in Deutschland
Der Online-Handel ist seit Jahren ein wachsendes Geschäftsfeld, auch hierzulande: Laut einer Prognose der Markt- und Meinungsforschungsinstitution Statista soll der Umsatz im E-Commerce in Deutschland bis 2029 auf 129,34 Milliarden Euro ansteigen, für das Jahr 2025 soll der Umsatz hingegen bei 98,27 Milliarden Euro liegen. Diese Zahlen belegen vorallem eins: Unternehmen sollten – unabhängig von ihrer Branche – spätestens jetzt mit der Umsetzung ihrer E-Commerce-Strategie beginnen, sofern sie dies noch nicht getan haben.
Definition
E-Commerce: einfach erklärt
Viele Fragen sich vielleicht: Was bedeutet eigentlich E-Commerce? Der Begriff E-Commerce beschreibt den Handel im Internet. Konkret umfasst er also alle Handelsarten, die auf dem elektronischen Weg abgewickelt werden. Er wird auch als Electronic Commerce, Elektronischer Handel, Online-Handel oder Internethandel bezeichnet.
Doch was macht man im Electronic Commerce eigentlich? Alle Ein- und Verkaufsvorgänge werden von den Transaktionspartnern online abgewickelt. Als Plattformen werden dafür Online-Shops und Online-Marktplätze genutzt. Dieses Konzept spricht vor allem Unternehmen an, die Waren über das Web an Endkunden verkaufen möchten.
Ziele und Aufgaben des E-Commerce
Die Ziele und Aufgaben des E-Commerce beziehen sich auf den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen über das Internet. Dabei geht es aber nicht nur um den reinen Online-Verkauf, sondern auch um ein umfassendes Zusammenspiel aus Marketing, Kundenservice, Logistik und IT. Das Ziel ist es hierbei, stetig die Verkaufsprozesse zu optimieren, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen.
Die verschiedenen Bereiche des E-Commerce
Im E-Commerce lassen sich grundsätzlich folgende Geschäftsmodelle unterscheiden.
- Business-to-Business: Hierbei setzt du den Fokus deiner Handelsbeziehungen auf andere Unternehmen. Du verkaufst Produkte und Dienstleistungen an andere Firmen.
- Business-to-Consumer: Bei einem B2C-Unternehmen verkaufst du als Unternehmen an Endverbraucher (Privatpersonen) Produkte oder Dienstleistungen teilweise auch über einen Zwischenhändler (z. B. Kleidung und Lebensmittel).
- Direct-to-Consumer (D2C): Der Unterschied zu den anderen Formen ist, dass du hierbei keinen Marktplatz oder einen Drittanbieter, sondern einen eigenen Online-Shop für dein E-Commerce nutzt. Du verkaufst deine Produkte oder Dienstleistungen also über einen eigenen E-Commerce-Shop, ohne das ein Drittanbieter dazwischen sitzt.
- Consumer-to-Consumer (C2C): Plattformen wie Etsy oder eBay-Kleinanzeigen sind typische Beispiele für C2C-Handel. Hier verkaufen Privatpersonen selbst hergestellte Produkte oder gebrauchte Gegenstände über einen externen Marktplatz an die Konsumenten. Der Vertrieb erfolgt also über eine Drittanbieterplattform, nicht über einen eigenen Online-Shop. Diesen Vertriebskanal nutzen überwiegend Privatanbieter, um nicht mehr genutzte Dinge zu veräußern.
E-Commerce-Recht: Das musst du beachten
Der Online-Handel unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben:
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
- Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB)
- Urheberrechtsgesetz
- Verpackungsgesetz
- Lieferschwellen
- Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb
- Datenschutz-Grundverordnung
Hinzu kommen wichtige Kennzeichnungspflichten für E-Commerce-Shops. Neben Impressum auf der Website, Angaben zum Preis und Produktkennzeichnung müssen folgende Pflichtangaben erfolgen:
Datenschutzerklärung
Jede Website muss eine Datenschutzerklärung aufweisen. Die Datenschutzerklärung einer E-Commerce-Seite geht noch darüber hinaus. Sie muss insbesondere auf die Erhebung und den Umgang von personenbezogenen Daten im Rahmen der Bestell-, Kauf- und Liefervorgänge eingehen, verständlich und leicht zugänglich sein. Als Online-Händler musst du insbesondere die Speicherung und die Verwendung personenbezogener Daten in der Datenschutzerklärung sehr spezifisch aufschlüsseln, beispielsweise für das Anlegen von Nutzerkonten oder die Nutzung persönlicher Daten für das Versenden von Newslettern. Auch über das Cookie-Setzen, das Nutzen von Analyse-Tools oder die Einbindung von Social-Plugins musst du gemäß der DSGVO in den Datenschutzhinweisen informieren.
AGB
Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) bilden für Unternehmen im E-Commerce den rechtlichen Rahmen für die Abwicklung deiner Online-Geschäfte. Dabei handelt es sich um vorformulierte Bedingungen, die für sämtliche Geschäfte in einem Online-Shop oder auf einem Marktplatz gelten. Der große Vorteil für dich als Anbieter besteht darin, dass du in den AGB viele Punkte nach deinen Vorstellungen festschreiben kannst, zum Beispiel zu Zahlung und Lieferung.
Widerrufsrecht
Bei Fernabsatzverträgen haben Verbraucher ein Widerrufsrecht bei Unternehmern. Die Widerrufsfrist beträgt in Europa 14 Tage. Online-Händler sind daher verpflichtet, Verbraucher über die Möglichkeiten des Widerrufs zu informieren. Dies geschieht in Form einer Widerrufserklärung, die du gut sichtbar in deinem Online-Shop platzieren musst. IHK und Handelsverbände bieten Mustertexte für Widerrufserklärungen speziell für den Bereich E-Commerce zum Download an.
Möglichkeiten des E-Commerce für Unternehmer
Es gibt mehrere E-Commerce-Lösungen, durch die dein Unternehmen vom Online-Handel profitieren kann.
Online-Shop
Ein klassischer Online-Shop ist für den E-Commerce eines Unternehmens oft die erste Wahl. Denn sie gewähren den Unternehmen meistens die komplette Kontrolle und lassen sich flexibel anpassen. Sie eignen sich vor allem sehr gut für die Nutzung auf Desktop-Computern. Heutzutage sind die Anwendungen schlank und teilweise auch ohne tiefgehende technische Kenntnisse umsetzbar.
Als Anwender hast du zunächst die Wahl zwischen umfangreichen, klassischen Shopsystemen (wie Magento Commerce, ePages u.a.) um deinen Online-Shop zu erstellen, oder einfachen Lösungen, die sich nach dem Baukastenprinzip erstellen lassen (wie Jimdo Shop, Wix.com u.a.). Für Einsteiger im E-Commerce sind vor allem die Baukastensysteme interessant. Dort ist es möglich, aus vorgefertigten Funktionspaketen zu wählen.
Wer mehr Flexibilität benötigt, kann im E-Commerce auf Open-Source-Lösungen setzen (wie Drupal Commerce, OsCommerce u.a.). Der Vorteil hier: Open-Source-Shop-Systeme sind kostenfrei und gut erweiterbar. Darüber hinaus gibt es E-Commerce-Plugins sowohl für B2B als auch für B2C (wie Woocommerce WordPress, Joomla u.a.) mit denen sich eine Website um einen Online-Shop erweitern lässt.
Shopsysteme und Baukästen
Für kleine Unternehmen und Selbstständige sind Shop-Baukästen bestens geeignet. Auch für kleine Mittelständler sind sie oft das Mittel der Wahl. Ihr großer Vorteil: Ohne Programmierkenntnisse können sie den Online-Shop aus vorgegebenen Modulen zusammenstellen. Design Zahlungs-, Versandoptionen und Lagerbestände lassen sich mit wenigen Klicks festlegen. Installationen im eigenen Unternehmen sind nicht nötig. Gegen eine monatliche Gebühr wird der Shop vom Shop-Anbieter gehostet.
Welche E-Commerce-Plattformen gibt es?
Wenn du im Electronic Commerce durchstarten willst, benötigst du für deinen Online-Shop eine passende Plattform. Wie bereits erwähnt, kannst du hier zwischen Baukastensystemen, SAAS (Software-as-a-Service-Lösungen) oder einer speziell auf deine Bedürfnisse ausgerichtete Software wählen. Zu den gängigsten und beliebtesten Modellen zählen folgende:
| Shopify | Intuitives E-Commerce-System |
|---|---|
| Vorhandene Themes | |
| App-Store | |
| Cloudbasiert | |
| Automatische Updates & Backups | |
| Wix | Baukastensystem |
| Ideal für nebenberufliche Online-Shops | |
| Recht unflexibel | |
| Keine Programmierkenntnisse erforderlich | |
| WooCommerce | Beliebtes Plugin für WordPress |
| Geringe Kosten | |
| Relativ hoher Aufwand beim Design | |
| Mehr Funktionalität durch weitere Plugin | |
| Shopware | OpenSource + Bezahlversion |
| Ideal für große Unternehmen und große Produktauswahl | |
| Hohe Funktionalität | |
| Große Auswahl bei Designs | |
| Technisches Verständnis notwendig |
Bezahlsysteme
Die Wahl der passenden Bezahlsysteme hat wesentlichen Einfluss auf deinen E-Commerce-Erfolg. Zu den in Deutschland beliebtesten Lösungen zählen die Bezahlung auf Rechnung, PayPal, die Kreditkarte und dasSEPA-Lastschriftverfahren. Bei den Shop-Baukästen sind in der Regel die wichtigsten Bezahlsysteme bereits integriert. Möchtest du einen Online-Shop individuell programmieren lassen, musst du zusätzlich auch die geeigneten Zahllösungen implementieren. Unterschiedlichen Studien zufolge bieten Online-Shops durchschnittlich zwischen 5 und 7 Bezahlverfahren an.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Abwicklung der Zahlungsprozesse. Erste Voraussetzung ist, dass die wichtigsten Zahlungsmethoden zur Verfügung stehen. Weiterhin müssen sich Zahlungen über mobile Geräte bequem abwickeln lassen. Wer über mobile Geräte shoppt, hat selten zusätzlich benötigte Informationen, zum Beispiel seine TAN-Liste, zur Hand. Käufer zahlen in der Regel immer mit der gleichen präferierten Methode, sei es per Lastschrift, Kreditkarte oder PayPal. Die angebotenen Zahlverfahren können damit sogar als zusätzliches Marketinginstrument dienen.
Tipp: Mit einer Stammkundenfunktion, die den Kunden, seine Daten sowie sein präferiertes Zahlverfahren erkennt, reduzierst du das Risiko von Kaufabbrüchen.
Wie kann sich der Shophändler vor Betrügern schützen?
Um sich vor Betrügern zu schützen, sollte ein Shophändler vor allem bei der Kundenverifikation, der Zahlungsabwicklung und typischen Betrugsmustern wachsam sein. Bereits bei der Bestellung kann durch eine Adressprüfung (z. B. Abgleich von Liefer- und Rechnungsadresse) sowie die Überprüfung von E-Mail-Adressen und Telefonnummern auffälliges Verhalten erkannt werden. Eine Bonitätsprüfung bei risikobehafteten Zahlungsarten wie Kauf auf Rechnung kann zusätzlich helfen, Zahlungsausfälle zu vermeiden.
Besonders wichtig ist die Absicherung der angebotenen Zahlungsmethoden. Händler sollten ausschließlich mit etablierten, sicheren Zahlungsdienstleistern arbeiten und moderne Sicherheitsverfahren wie 3D-Secure für Kreditkartenzahlungen einsetzen. Bei auffälligen oder hochpreisigen Bestellungen empfiehlt es sich, nur per Vorkasse oder über sichere Zahlungsmethoden wie PayPal oder Klarna zu verkaufen. Zusätzlich können Zahlungslimits für Neukunden oder bestimmte Länder das Risiko weiter senken.
Ein geschulter Blick für typische Betrugsindikatoren ist ebenfalls entscheidend: Warnzeichen sind beispielsweise ungewöhnlich hohe Warenkörbe, stark voneinander abweichende Liefer- und Rechnungsadressen, der Einsatz von Wegwerf-E-Mails oder sehr viele Bestellungen in kurzer Zeit.
Die Grundlage für den Schutz vor Betrug ist eine sichere IT-Infrastruktur. Der Einsatz einer SSL-Verschlüsselung ist dabei unverzichtbar. Zusätzlich sollten Firewalls und aktuelle Anti-Malware-Programme eingesetzt werden, um Angriffe auf Server und Shop-Systeme abzuwehren.
Mobile Shopping
Beim E-Commerce steht heute das Smartphone an erster Stelle. Vier von zehn Deutschen (38 Prozent) kaufen am liebsten über ihr Mobiltelefon ein, bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 60 Prozent.
Für Unternehmer im E-Commerce bedeutet dies, dass der Online-Shop für mobile Endgeräte geeignet sein muss. Um dies zu erreichen, setzt man heute auf responsives Webdesign. Eine zweite gängige Option ist das Aufsetzen einer Shopping-App.
Mobile Verfügbarkeit für Online-Shops
- Per App: Klarer Vorteil ist die hohe Nutzerfreundlichkeit dieser Variante. Gerade im E-Commerce ein relevantes Argument. Ein Nachteil ist jedoch, dass die App erst auf das Smartphone oder Tablet heruntergeladen werden muss, bevor ein Einkauf getätigt werden kann.
Responsive Website: Websites mit „Responsive Design“ bieten einen Zugang unabhängig von Geräten an. Layout, Bilder und Navigation werden dynamisch an den jeweiligen Bildschirm angepasst, so dass die Nutzererfahrung überall angenehm bleibt.
Besondere Bedeutung: Apps fürs Mobile Shopping
Rund drei Viertel der Deutschen kaufen laut einer Umfrage von heutzutage mit dem Smartphone online ein. Die Hälfte dieser Nutzer bevorzugt dafür Shopping-Apps. Nur jeder Fünfte kauft noch über eine mobil-optimierte Seite. Mobile Apps sollten daher integraler Bestandteil einer E-Commerce-Strategie sein. Zwar müssen sie extra programmiert werden, jedoch überwiegen die Vorteile:
- Sie binden Nutzer stärker an die Shop-Marke
- das Nutzungserlebnis für die Kunden ist besser
- die Ladezeiten sind schnell,
- die Navigation ist einfach
- Kunden können Statusmeldungen zu ihrem Kauf direkt auf dem Smartphone erhalten, beispielsweise Versandhinweise
Je einfacher die App, desto höher die Kaufabschlussrate
Bei den mobilen Lösungen gilt noch mehr als für die Online-Shops: Je einfacher und benutzerfreundlicher sie gestaltet sind, desto eher schließen die Kunden den Kauf auch ab. Mobile Käufer haben in der Regel nicht viel Zeit und Geduld, sich umständlich durch die Shopping-Apps zu klicken, sie wollen ihre Käufe so schnell wie möglich abschließen. Wo „on the go“ geshoppt wird, kommt es auf eine besonders gute Usability an. Dazu gehört im E-Commerce etwa eine an die Geräte angepasste Darstellung der Seite.
Info
Wie messe ich eigentlich den Erfolg im E-Commerce?
Den Erfolg deines E-Commerce-Business misst du an den wichtigen Kennzahlen (KPIs). Zu den wichtigsten KPIs gehören:
- Conversionrate: Sie zeigt, wie viele Besucher tatsächlich kaufen.
- Durchschnittlicher Bestellwert: Er gibt an, wie viel die Besucher durchschnittlich pro Bestellung ausgeben.
- Kundenlebenszeitwert: Er zeigt den gesamten Wert, den ein Kunde seit der Geschäftsbeziehung erbracht hat.
- Abbruchrate: Sie zeigt an, wie viele Kunden den Bestellprozess wieder abgebrochen haben.
Das sind die vier wichtigsten Kennzahlen im E-Commerce. Neben den gerannten KPIs gibt es noch weitere, wie beispielsweise die Retourenquote.
Die Bedeutung von Landingpages
Mit Landingpages Interessenten abholen
Landingpages sind speziell gestaltete Webseites, die für eine bestimmte Zielgruppe, eine Kampagne oder ein Produkt erstellt werden. Insbesondere bei erklärungsbedürftigen Produkten oder der Vorstellung neuer Angebote kann es sinnvoll sein, Interessenten auf solchen Seiten abzuholen, dort umfassend zu informieren und ohne weitere Ablenkung zum Kaufabschluss zu führen.
Sie helfen Unternehmen auf diese Weise, Leads zu generieren und neue Kunden zu gewinnen. Darunter fallen die unterschiedlichsten Transaktionen, wie:
- Artikel in Warenkorb legen
- Content herunterladen
- an Gewinnspiel oder Umfrage teilnehmen
- Kontaktformular ausfüllen
- Informationen anfordern
- zum Newsletter anmelden
- für Community registrieren
Tipp
Tipps für eine optimale Landingpage im E-Commerce
- Call-to-Action: Nutze einen auffälligen Button oder eine klare Ansage, die den Surfer zur Aktion lockt.
- Fokussierung: Konzentriere die Landingpage auf ein wesentliches Angebot.
- Themenvielfalt: Baue für jede Werbebotschaft eine separate Landeseite.
- Navigationsstruktur: Minimiere die Navigation, da diese vom Ziel ablenkt.
- Klick-Alternativen: Beseitige alle störenden und irrelevanten Seitenelemente.
- Einfachheit: Kürze das Formular und frage nur relevante Informationen ab.
- Look & Feel: Lehne das Aussehen an die ursprüngliche Trafficquelle an.
- Sicherheit: Vermeide verwirrende Aussagen oder fehlende Informationen. Lege außerdem Wert auf Datensicherheit.
- Schnelligkeit: Sorge für eine schnelle Aktion (weniger als 1 Minute).
Verweildauer von Besuchern erhöhen
Eine hohe Verweildauer auf einer Seite ist in der Regel ein Zeichen dafür, dass Nutzer interessiert sind, sich wohlfühlen und sich mit dem Angebot auseinandersetzen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Kaufs und wirkt sich auch positiv auf das Ranking des Angebots in Suchmaschinen aus. Vermeiden sollte man hingegen, dass Nutzer die Seite sofort wieder verlassen, da eine hohe Absprungrate für Suchmaschinen ein negativer Ranking-Faktor ist.
Tipp
Mit diesen E-Commerce-Maßnahmen erhöhst du die Verweildauer im eigenen Online-Shop
- Relevanten Content auf Landingpages passend zu Suchbegriffen schaffen
- Wohlfühlfaktor durch attraktives Webdesign und schöne Bilder steigern
- Vertrauensbildende Maßnahmen für Shop-Besucher und Kunden einsetzen
- Einfache Navigationsmittel und übersichtliche Website-Struktur
- Seriosität durch den Einsatz von Shop- und Produktbewertungen
- Notwendige Interaktions- oder Kaufmöglichkeiten für Besucher
- Häufige Fehlerquellen vermeiden
Achtung
Häufige Ursachen, die zu einer hohen Absprungrate führen:
- Irreführende oder falsche Überschriften, Seitentitel und Seiteninhalte
- Langsame Ladezeiten aufgrund von technisch veralteten Webservern
- Unterschiedliche Erwartungen zwischen Trafficquelle und Zielseite
- Content der Landingpage ist wenig informativ oder unverständlich
- Viele Gelegenheiten zum Verlassen des Shops durch Outbound-Links
- Fehlende Aktionsmöglichkeiten für Interessenten und Shop-Besucher
Besucherverhalten analysieren
Zur Analyse der einzelnen Besuche auf Shop-Seiten und Landingpages empfiehlt sich der Einsatz vonWebanalysetools, wie Google Analytics, Matomo oder andere. Mit Webanalyse-Tools lassen sich die Herkunft und das Verhalten der Shopbesucher, Absprungraten, Kaufabbrüche im Checkout, die Performance von Produkten, die genutzten Geräte sowie Klick- und Scrollverhalten genau analysieren.
Weitere Möglichkeiten des E-Commerce
Marktplätze wie Amazon und eBay
Aufgrund der großen Produktauswahl und der einfachen Kaufabwicklung sind Online-Marktplätze bei Konsumenten sehr beliebt. Der Aufbau des E-Commerce über solche Plattformen ist im Vergleich zum eigenen Online-Shop alles andere als schwierig. Denn als Anbieter kannst du beispielsweise von der enormen Reichweite dieser Plattformen profitieren, indem du dort als Händler aktiv wirst. In diesem Fall profitierst du auch von der Marke und dem Vertrauen, das Nutzer den großen Markplätzen entgegenbringen.
Versand- und Lagerverwaltung können mitunter an den Plattformbetreiber ausgelagert werden. Ein eigener Online-Shop ist beim E-Commerce über einen Marktplatz nicht nötig. Viele Plattformbetreiber ermöglichen es ihren Händlern, auf der Plattform einen Shop zu erstellen und dort die eigenen Produkte zu präsentieren. Ebay und Amazon halten mit über 66 Prozent den größten Marktanteil im E-Commerce.
Solltest du dich für einen der Marktplätze entscheiden, kannst du die Einkommenssteuer über das sogenannte One-Stop-Shop-Verfahren abführen. Es ermöglicht dir eine direkte Anbindung an alle Empfangsländer, da im E-Commerce die Kunden auch oft aus dem Ausland kommen können.
Info
Nachteile von Marktplätzen
Nachteile sind, dass der Wettbewerb auf einem Marktplatz im E-Commerce im wahrsten Sinne des Wortes nur einen Klick entfernt ist und für die Verkäufe Gebühren an den Plattformbetreiber gezahlt werden müssen. Aber insbesondere die große Reichweite und die Möglichkeit, neue „Laufkundschaft“ zu generieren, wiegen die Nachteile in der Regel auf. Im Mittelpunkt vieler Marktplatz-Strategien stehen eBay sowie der Marktführer Amazon.
Tipp
Tipp: Marktplatz zur Internationalisierung nutzen
Marktplätze eignen sich sehr gut, um E-Commerce-Aktivitäten mit vergleichsweise wenig Aufwand zu internationalisieren. Da der Marktplatz bereits im Ausland bekannt ist (dein Online-Shop wahrscheinlich nicht), profitierst du bei diesem Kanal für dein E-Commerce auch vom Marketing des Marktplatzbetreibers und dem bestehenden Vertrauen der dortigen Kunden.
Unterstützung des stationären Einzelhandels
Für bestimmte Unternehmen im B2C-Commerce ist die Verzahnung von Off- und Online-Verkäufen sinnvoll. In solchen Fällen werden Produkte online bestellt und vor Ort abgeholt – von Elektronik über Kleidung bis hin zu Baumarktartikeln. Der Vorteil dieses sogenannten „Click & Collect“: Kunden sparen Versandkosten und bestimmen selbst, wann sie die Ware in Empfang nehmen. Darüberhinaus ist eine „Filialverfügbarkeitsprüfung“ im Onlineshop eine gute Möglichkeit, um das stationäre Geschäft zu unterstützen.
Livestream-Shopping
Eine weitere Möglichkeit im E-Commerce ist das Livestream-Shopping. Dabei wird der Online-Shop mit einem Livestream verknüpft. Verbraucher können in Echtzeit mit dem Verkäufer interagieren und die in der Liveübertragung präsentierten Produkte direkt in den Warenkorb legen. Dieser Trend ist bisher vor allem in Asien verbreitet.
Marketing im E-Commerce
Egal, ob du einen Online-Shop betreibst oder auf einem Marktplatz handelst: Ohne geeignete Marketing-Maßnahmen kommt dein E-Commerce-Shop nicht in Fahrt. Im E-Commerce solltest du auf folgende Werbemaßnahmen setzen:
Optimiere den Shop für Suchmaschinen (Search Engine Optimization, SEO)
Nur wenn deine Angebote bei entsprechenden Suchanfragen auf Google & Co. gefunden werden, hast du die Chance, über die Suchanfragen Kaufinteressenten in deinen Shop zu leiten. Aus diesem Grund solltest du nicht auf SEO verzichten.
Nutze Suchmaschinenwerbung (Search Engine Advertising, SEA)
Manche Suchbegriffe sind so sehr umkämpft, dass dein Online-Shop keine Chance hat, auf der ersten Seite der Suchergebnisse zu erscheinen. In diesem Fall kannst du Anzeigen in Suchmaschinen schalten, die bei passenden Suchanfragen eingeblendet werden. deine Werbung erscheint dann zum jeweiligen Suchbegriff oberhalb der normalen Suchergebnisse. Hier erfährst du mehr zum Thema SEA.
Optimiere dein Angebot für KI-Chats (Generative Engine Optimization GEO)
Produktsuchen starten zunehmen in den KI-Chats von ChatGPT, Perplexity, Google Gemini & Co. Damit dein Shop beziehungsweise dein Produktangebot bei Nutzeranfragen von der KI empfohlen wird, solltest du auf strukturierte und aktuelle Informationen achten, in vertrauenswürdigen Quellen präsent sein und bei erklärungswürdigen Produkten die von KI bevorzugten Frage-Antwort-Content-Formate nutzen. Für Händler empfiehlt es sich, mit KI-Plattformen zu kooperieren beziehungsweise sich für die Merchant-Programme der KI-Anbieter anzumelden.
Bewirb deinen Shop in den Sozialen Medien
Einige soziale Netzwerke bieten die Möglichkeit, Werbeanzeigen zu schalten, die mit ihrem Online-Shop verknüpft sind. Aus der Anzeige heraus gelangen die Nutzer in ihren Shop und können direkt das beworbene Produkt kaufen. Social-Media-Marketingist ein wichtiges Marketing-Element im E-Commerce und in nahezu jeder Multichannel-Strategie zu finden.
Wirb mit Inhalten
Content-Marketingist Pflicht für Shop-Betreiber. Egal, ob du neue Produkt-Features vorstellst, mit Interessenten in eine fachliche Diskussion trittst oder einfach auf deine Angebote aufmerksam machst: Sorge mit hochwertigen Inhalten dafür, dass sich potenzielle Käufer mit den Themen und Produkten auseinandersetzen, die von deinem Shop abgedeckt werden. Das festigt die Kundenbindung, stärkt dein Image und erleichtert Kaufentscheidungen.
Nutze Newsletter, um deine Angebote zu bewerben
E-Mails sind ein optimales Instrument, um Kunden auf neue Produkte, Sonderaktionen oder Themenwochen aufmerksam zu machen. Auch für Up- und Cross-Selling-Aktionen eignet sich die E-Mail.
Tipp
Warenwirtschaftssystem mit Online-Shop-Anbindung nutzen
Bei der Wahl des Warenwirtschaftssystems solltest du daher darauf achten, dass es nicht nur Einkauf, Verkauf, Lagerverwaltung und Finanzbuchhaltung abdecken kann, sondern sich über Schnittstellen auch optimal an einen Online-Shop anbinden lässt. Durch eine solche nahtlose Shop-Anbindung bist du in der Lage, alle E-Commerce-Vorgänge in einem einzigen System abzubilden. Lexware bietet dir mit Lexware warenwirtschaft die Möglichkeit dazu!
Wie finde ich die richtige Nische für meinen Online-Shop?
Die richtige Nische kann den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg im E-Commerce machen. Aber wie findest du eigentlich die richtige Nische? Für die passende Antwort solltest du zuerst die folgenden Fragen beantworten:
- Was bringt dir besonders viel Spaß, wofür interessierst du dich? (Hobby, Beruf etc.)
- In welchen Bereichen bringst du ein besonderes Fachwissen mit?
- Welche Probleme haben die Menschen in diesen Bereichen?
To-Do: Erstelle eine Liste mit 5 bis 10 Themenbereichen, in denen du deine Leidenschaft und dein Fachwissen kombinieren kannst. Schau dann, mit welchen Problemen Freunde, Bekannte oder auch Fremde in diesen Bereichen zu kämpfen haben.
Als Nächstes befolgst du diese Schritte:
- Schau auf Plattformen wie AnswerThePublic oder dem Google Keyword Planer, wie hoch das Suchvolumen dieser Themenbereiche ist.
- Gib die Themenbereiche bei Google ein und prüfe die Konkurrenzwebseiten.
- Finde die Schmerzpunkte deiner Zielgruppe. Welche Probleme lösen die aktuellen Angebote noch nicht?
- Erstelle einen Kundenavatar (Name, Alter, Beruf etc.)
Die einzelnen Schritte können je nach Businessidee und Nische abweichen. Sie geben eine grobe Richtlinie, wie du eine gute Nische für dein E-Commerce-Business finden kannst.
Was sind typische Herausforderungen für E-Commerce-Unternehmen?
Wenn du dein E-Business aufbauen willst, ist dies oftmals nicht so leicht. Tatsächlich spielen verschiedene Faktoren bereits im Vorfeld eine große Rolle. Damit der Online-Handel funktioniert, zeigen wir dir Schritt für Schritt, welche Grundlagen du in deine Geschäftsprozesse integrieren musst:
- Wähle die Shoplösung aus:
Wie bereits erwähnt, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie du deine Dienstleistungen und Produkte an deine Kunden bringen kannst. Relevant bei der Entscheidung sind aber immer die Kosten. Gerade junge E-Commerce-Firmen haben kein hohes Budget für ihre Shopsysteme. In diesem Fall lohnt sich zunächst ein Baukasten. Sobald du höhere Umsätze generierst und dein Business wächst, kannst du auf eine individuelle On-Premise-Lösung setzen. - Digitalisiere und optimiere deine Prozesse:
Ein Warenwirtschaftssystem kann dir viel Arbeit abnehmen und langfristig die Kundenzufriedenheit stärken. Denn durch die Automatisierung vieler Geschäftsprozesse sorgst du für einen reibungslosen Ablauf. - Verbessere dein Wissen über Buchhaltung:
Egal, ob du für dein E-Commerce-Business mit einem Steuerberater zusammenarbeitest oder die Buchhaltung selbst erledigst – es ist immer besser, wenn du weißt, was ein externer Anbieter für dich tut. Setze dich daher unbedingt mit der unliebsamen Aufgabe der Buchführung auseinander. Wenn du dann die Aufgabe immer noch abgeben möchtest, kannst du einen Steuerberater mit der Fachrichtung E-Commerce beauftragen. Er ist bestens mit den Rechten und Pflichten eines Online-Shops vertraut. - Lass dich nicht von der Konkurrenz einschüchtern
Sowohl Internet als auch E-Commerce können sehr nachtragend sein. Gerade die Digitalisierung hat den Nachteil, dass sich sowohl die Konkurrenz als auch unzufriedene Kunden anonym ihrem Ärger Luft machen können. Lass dich davon aber nicht einschüchtern. Auch wenn die Branche hart umkämpft ist, muss dies nicht zwangsläufig bedeuten, dass du keine Chance hast.