Einkauf und Beschaffung im Unternehmen: Das solltest du wissen

Laien vermuten, dass hinter dem Begriff Einkauf einfach nur ein Klick auf einen Button steckt. Sie denken, Unternehmen führen eine Liste und der Wareneinkauf ist erledigt. Doch hinter den Beschaffungsprozessen im Einkauf steckt eine ganze Reihe an Strategien. Auf dieser Seite erklären wir dir, wie der Einkaufsprozess funktioniert und was es zu beachten gilt.

Zuletzt aktualisiert am 25.02.2026
© Tom Werner

Definition: Was ist unter dem Begriff "Einkauf" zu verstehen?

Per Definition diverser Wirtschaftslexika versteht man unter diesem Begriff den Erwerb von Gütern und Dienstleistungen. Die Beschaffung ist notwendig, um eine permanente Versorgung mit den für die Produktion oder Ausübung einer Tätigkeit notwendigen Gütern sicherzustellen. Der Einkauf im Unternehmen ist essenziell. Denn ohne Waren können sie ihre Herstellungsprozesse nicht durchführen oder Dienstleistungen anbieten. Ohne eine funktionierende Bedarfsdeckung ist eine Firma oder ein Betrieb handlungsunfähig.

Was ist Einkauf 4.0?

Im Rahmen der Digitalisierung hat sich selbstverständlich auch der Beschaffungsprozess verändert. Eine manuelle Abwicklung der Bestellungen ist nicht mehr zielführend, da es Einkäufer weder Preisvorteile noch Zeitersparnis verschafft. Stattdessen greifen immer mehr Unternehmen zu intelligenten Softwareprogrammen, die ihnen den Einkaufsprozess maßgeblich erleichtern. Mehr zum Thema „Einkauf 4.0“ hier.

Der Ablauf im Einkaufsprozess einfach erklärt

Wenn man den Einkaufsprozess pauschal auf ein Minimum herunterbricht, bestehen Beschaffung und Einkauf aus genau drei Faktoren:

  • Anfrage:
    Zunächst erfolgt die Anfrage des Unternehmens an einen Lieferanten. Hierfür kannst du bei Bedarf auf ein Lieferantenportal zurückgreifen. Selbstverständlich haben die meisten Firmen mit der Zeit feste Verträge mit Speditionen, Verkäufern und Lieferanten. Im Rahmen der Anfrage teilst du mit, welche Güter du benötigst und erfragst gleichzeitig konkrete Preis-, Qualitäts- und Mengenangaben. Wichtig ist, dass du deine Anfrage beim Einkauf so präzise wie möglich formulierst, damit der potenzielle Lieferant dir im Gegenzug ebenso präzise Rückmeldungen geben kann.
  • Angebot:
    Als Antwort erhält der Bedarfsträger ein Angebot vom Verkäufer. Dessen Inhalte sind bindend. Wenn du konkrete Zahlen erhältst und das Angebot annimmst, dürfen sich die Konditionen im Nachhinein nicht mehr ändern. Selbstverständlich kannst du Verhandlungen im Einkauf durchführen, um beispielsweise den Preis zu drücken. Sobald du dir jedoch einig geworden bist und das Angebot annimmst, müssen sowohl du dich als auch der Lieferant daran halten. Achte im Rahmen des Einkaufs unbedingt darauf, dass die aufgelisteten Daten mit deinen durchgeschickten Angaben übereinstimmen und du nicht übervorteilt wirst.
  • Bestellung:
    Ist die Preisverhandlung abgeschlossen, erfolgt die Bestellung der Beschaffungsobjekte zu den verhandelten Konditionen. Ein entsprechender Vertrag wird geschlossen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie beispielsweise: Rahmenvertrag, Bedarfsdeckungsvertrag oder Abrufvertrag etc.

Tipp

Entwickle im Vorfeld eine Einkaufsstrategie

Bevor du neue Güter einkaufst, musst du wissen, ob diese wirklich benötigt werden. Unterscheide daher dringend zwischen Waren, die du beispielsweise zur Produktion benötigst und Gütern, die du zusätzlich für den Verkauf bestellst. Plane den Einkauf nach deinem Bedarf. Beachte hierbei wichtige Elemente wie Verbrauchsplanung oder Warenwirtschaft. So vermeidest du den Einkauf von Ladenhütern, die Geld kosten, aber keine Gewinne erwirtschaften.

Digitalisierung des Einkaufs und Einkauf 4.0

Das digitale Zeitalter birgt einige Überraschungen, aber ebenso wichtige Errungenschaften. Viele Unternehmensbereiche können effizienter gestaltet werden, sogar neue Unternehmensfunktionen entstehen. So auch der sogenannte Einkauf 4.0. Digitale Lösungen wie zum Beispiel Warenwirtschaftssysteme sorgen dafür, dass die Einkaufsorganisation deutlich leichter von der Hand geht.

  • Transparenz: Alle Daten liegen zentral an einem Ort. Du kannst sehen, wann du das letzte Mal ein Produkt in welcher Menge und zu welchem Preis bestellt hast. Ein Vergleich der Kosten bei verschiedenen Lieferanten der letzten Jahre ist ebenfalls möglich.
  • Aufwand: Dieser verringert sich deutlich. Du musst alte Bestellbelege nicht mehr mühsam händisch aus diversen Aktenordnern heraussuchen. Stattdessen ist alles nur wenige Klicks entfernt.
  • Kosten: Natürlich ist die Implementierung mit Aufwand verbunden. Langfristig kannst du deine Ausgaben aber einsparen. Fehlkäufe und Ladenhüter werden ersichtlich, Preise sind schnell verglichen.
  • Konditionen: Wie hoch sind die Preise der Konkurrenz? Geht es vielleicht sogar noch etwas billiger als bei deinem Lieferanten? Oder denkt dieser, seine Preise sind absolut fair, die Konkurrenz kommt dir aber mehr entgegen? Vergleiche die Angebote digital und entscheide dich im Einkauf für den Lieferanten, der deinen Wünschen am ehesten entspricht.

Viele kleine und mittlere Unternehmen sehen nur die Kosten der Digitalisierung. Dabei bringt sie viele Chancen mit sich, die vorher unmöglich waren. Ein Beispiel dafür ist die digitale Vernetzung mit anderen Unternehmen auf der ganzen Welt. Das erhöht gerade im Einkauf den Radius an potenziellen Lieferanten und ermöglicht höhere Einkaufserfolge.

Ziele des Einkaufs

In erster Linie dient der Einkauf selbstverständlich dazu, eine anforderungsgerechte Versorgung eines Unternehmens zu gewährleisten. Im Idealfall geschieht dies zu minimalen Kosten, um die Gewinnspanne so hoch wie möglich zu halten. Im Detail sind die Ziele des Einkaufs von den Zielen der Firma abhängig. Um das Risiko des Einkaufs zu reduzieren, benötigst du eine Leitstrategie, die sich durch den gesamten Prozess zieht. Mehr dazu erfährst du unter dem Punkt: Die wichtigsten Einkaufsstrategien im Überblick.

Teilbereiche und Aufgaben im Einkauf

Was macht ein Einkäufer eigentlich? Seine Tätigkeiten innerhalb des Einkaufs sind vielfältig. Hier die wichtigsten Aufgaben im Überblick:

  • Bedarfsbestimmung
  • Lieferantenermittlung
  • Preisverhandlungen
  • Vergleich der Konditionen
  • Bestellmengen festlegen
  • Logistik
  • Auftragserteilung
  • Annahme der Lieferungen
  • Warenprüfung
  • Bezahlung

Alle Aufgaben des Einkäufers werden zunächst in zwei Teilbereiche unterteilt:

Strategischer Einkauf

Mittels einer Einkaufsstrategie bzw. einer Einkaufsorganisation optimierst du die Einkaufsprozesse eines Unternehmens. Zuständig ist der strategische Einkauf beispielsweise für die Lieferantenauswahl, die Preisermittlung und die Warenorganisation. Im Fokus steht hierbei der kosteneffiziente Einkauf.

Operativer Einkauf

Hierzu zählen beispielsweise alle Funktionen rund um die Bestellung ebenso wie Reklamationen und Retouren. Hierbei spielt die langfristige Planung eine große Rolle sowie sowohl die kurzfristige als auch die langfristige Ressourcenbeschaffung.

Weitere Teilbereiche bzw. Formen des Einkaufsmanagements

  1. Direkter Einkauf:
    Hinter dem Begriff versteckt sich nichts anderes als die direkte Ressourcenbeschaffung für ein Unternehmen. In erster Linie geht es um Ressourcen, welche zur Herstellung eines Produktes oder zur Bereitstellung einer Dienstleistung notwendig sind.
     
  2. Indirekter Einkauf:
    Die indirekte Beschaffung ist hingegen für den Einkauf zusätzlicher Materialien zuständig, die nicht direkt für die Produktion oder Dienstleistungen notwendig sind. Dazu zählen beispielsweise Büromaterialien oder Softwareprogramme.
     
  3. Technischer Einkauf:
    Unternehmen benötigen Technik. Für die Beschaffungslogistik ist der technische Einkäufer zuständig. Zu diesem Bereich zählen beispielsweise Maschinen oder Anlagen. Jedoch geht es mittlerweile nicht mehr nur darum, den Bedarf einer Firma zu decken. Im Rahmen des technischen Einkaufs musst du unter anderem eine Bedarfs- oder auch Markt- & Wettbewerbsanalyse durchführen. Deine Aufgabe ist es, ein Unternehmen mit moderner Technik auszustatten, damit sie konkurrenzfähig bleibt.
     
  4. Projekteinkauf:
    Dieser findet meist im Rahmen des strategischen Einkaufs statt und ist projektbezogen. Benötigt ein Unternehmen für einen bestimmten Auftrag andere Ressourcen als normalerweise, muss der Projekteinkäufer beispielsweise im Großhandel den Einkauf nach neuen Kriterien durchführen.
     
  5. Zentraler Einkauf:
    Es gibt keine einzelnen Management-Bereiche, sondern einen zentralen Einkauf. Hierbei handelt es sich oftmals um eine Abteilung oder den Hauptsitz eines Konzerns, der für das gesamte Unternehmen die Einkaufsstrategie und den Beschaffungsprozess im Einzelhandel übernimmt.

Die wichtigsten Einkaufsstrategien im Überblick

Die Einkaufsstrategie einer Firma will gut durchdacht sein. Denn sie berücksichtigt sowohl die Bedürfnisse deiner Kunden als auch den Bedarf deines Unternehmens. Als Informationsquelle dienen verschiedene Unternehmensbereiche, die wertvollen Input für die Konzeption der Einkaufsstrategie liefern. Zum Beispiel:

Rahmenverträge

 

Das Abschließen eines Rahmenvertrags ist oft sehr sinnvoll. Denn es bindet einen Lieferanten an dein Unternehmen und du musst nicht bei einer neuen Bestellung die Rahmenbedingungen erneut verhandeln. Besonders häufig wird diese Einkaufsstrategie im Lieferantenbeziehungsmanagement genutzt, wenn du eine langfristige Bindung im Einkauf anstrebst.

Abrufkontrakt

 

Um die Planungssicherheit eines Unternehmens zu erhöhen, schließen viele Firmen einen sogenannten Abrufkontrakt ab. Dieser legt genau fest, welche Menge ein Lieferant liefern muss. Er besagt allerdings auch, welche Stückzahl du kaufen musst. Diese Einkaufsstrategie ist besonders bedarfsorientiert. Denn sie deckt genau die Menge ab, die du benötigst.

Standardisierter Einkauf gemäß Warengruppierungen

 

Die Warengruppenstrategie ist sinnvoll, wenn du nach bestimmten Warengruppen bestellst – beispielsweise bei deinen Standardmaterialien. Diese Form des Einkaufs ermöglicht es dir, deine Lieferantenketten zu verschlanken.

Part Sourcing, auch Unit Sourcing genannt

 

Bei dieser Einkaufsstrategie beschaffst du lediglich einzelne Rohstoffe oder Einzelteile, die du im Rahmen deiner Produktion weiterverarbeitest.

Preferential Sourcing

 

Auch als Vorzugslieferantenstrategie bezeichnet, befasst sich diese Einkaufsstrategie mit dem Prinzip, so wenig Lieferanten wie möglich zu nutzen. Gerade dann, wenn du Lieferanten für A-Materialien benötigst, ist diese Strategie höchst effizient. Denn du hast einen Geschäftspartner, auf dessen Qualität und Preise du dich verlassen kannst.

Multiple Sourcing

 

Wenn du auf diese Einkaufsstrategie setzen willst, musst du dir bewusst sein, dass du eine größere Anzahl an Zulieferern benötigst. Gleichzeitig verhinderst du aber auch einen Totalausfall, falls ein Partner seinen Teil des Vertrags nicht einhalten kann. Im Notfall besitzt du demnach weitere Zulieferer, die den Ausfall auffangen können.

Tipps und Tricks für Einkäufer: Preisverhandlungen erfolgreich durchführen

Im Einkauf liegt der Gewinn. Diese alte Kaufmannsweisheit gilt in vielen Branchen immer noch. Aber nur, wenn du gute Verhandlungsstrategien besitzt! Vorallem kleinere Betriebe nehmen Preiserhöhungen von Lieferanten oft als unveränderbar hin. Doch es lohnt sich immer, mit wichtigen Lieferanten über Preise und Konditionen zu verhandeln. Im folgenden Abschnitt zeigen wir dir, wie du durch eine konsequente Preisverhandlung mit guten Argumenten deine Kosten im Einkauf reduzieren oder zumindest stabil halten kannst.

Schritt 1: Beschaffungsteile und -volumina für den Einkauf ermitteln

Grundvoraussetzung für deinen Verhandlungserfolg ist, dass du dich vor allen Dingen um die Preisverhandlung der Einkaufsteile kümmerst, die für dich von besonderem Wert sind. Wenn du nicht genau weißt, welche Güter das sind oder nur einen Teil deiner aktuellen Einkaufsliste genau kennst, solltest du zunächst eine einfache ABC-Analyse durchführen. Diese hilft dir eine Rangfolge deiner Beschaffungsgüter zu erhalten. Wahrscheinlich wirst du feststellen, dass nur wenige Materialien (etwa 5 bis 10 % aller Teile) bereits rund 70 bis 80 % des gesamten jährlichen Einkaufswerts ausmachen. Es lohnt sich also für dich, vor allem bei diesen Teilen intensiv über Preise und Konditionen zu verhandeln – mindestens mit dem aktuellen Lieferanten und wo immer möglich auch mit weiteren Anbietern.

Schritt 2: Volumenbündelung bei einzelnen Lieferanten prüfen

Prüfe jetzt, ob du gleich mehrere Beschaffungsgüter bei einem einzelnen Anbieter beziehst. Verhandle dann nicht über jedes Material einzeln, sondern über das gesamte Einkaufsvolumen. Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass gerade Kleinbetriebe diesen Punkt nicht immer beachten. Wenn überhaupt, werden nur Verhandlungen für den Einkaufsgegenstand geführt, der gerade benötigt wird oder bei dem Verträge auslaufen. Du wirst mehr erreichen, wenn du bei Einkaufspreisverhandlungen das gesamte Einkaufsvolumen in die Waagschale wirfst.

Tipp

Wähle deine Lieferanten gezielt aus!

Je nach Einkaufsstrategie solltest du die Lieferantenauswahl anpassen. Eine Volumenbündelung ist nicht überall möglich. Willst du eine solche aber durchführen, fallen alle Zulieferer weg, die dir diese Möglichkeit verwehren.

Schritt 3: Einkaufspreisverhandlungen vorbereiten und erfolgreich führen

Um erfolgreich verhandeln zu können, solltest du dich für jeden Einkauf sorgfältig vorbereiten und eine Verhandlungsstrategie ausarbeiten. Diese Punkte sind dabei wichtig:

  • Vorbereitung auf den Verhandlungspartner: Kennst du deinen Verhandlungspartner aus früheren Verhandlungen? Weißt du, wie er/sie reagiert? Auf welche Besonderheiten musst du achten, kannst du Druck ausüben oder musst du argumentieren?
  • Wenn nicht: Hast du die Möglichkeit, mehr über den Anbieter in Erfahrung zu bringen, z. B. zur Auftragslage, zur Preispolitik? Können deine Mitarbeiter aus dem Einkauf oder Geschäftspartner Informationen liefern, die du in den Verhandlungen verwenden kannst?
  • Konkretes Verhandlungsziel: Formuliere für dich konkrete Ziele, die du persönlich in der Preisverhandlung erreichen möchtest, z. B. Einsparungen bei einem bestimmten Beschaffungsgut von 5 % oder 5.000 Euro pro Jahr oder Abschluss eines langlaufenden Vertrags.
  • Produktmerkmale und Alternativen: Ein weiterer wichtiger Aspekt bei Preisverhandlungen im Einkauf ist, dass du dich sehr gut mit dem Einkaufsprodukt und möglichen Alternativen auskennen solltest. Der Anbieter wird in der Regel versuchen, sein Produkt als das Beste herauszustellen. Wenn du jetzt mögliche Alternativen oder Konkurrenzprodukte nennst, wird er wahrscheinlich versuchen, einen unmittelbaren Vergleich zu erschweren. Beispielsweise kann er anführen, dass du ein Material nicht durch ein anderes ersetzen kannst, weil es nicht die gleichen Leistungsmerkmale erfüllt. Darauf solltest du dich vorbereiten und prüfen, ob das tatsächlich der Fall ist.
  • Preise, Konditionen und sonstige Bedingungen: So wichtig der Preis für ein Material, eine Dienstleistung oder eine Komponente auch ist, solltest du es unbedingt vermeiden, dich auf eine reine Preisdiskussion einzulassen. Denn häufig ist nicht der Anbieter mit dem niedrigsten Preis der absolut günstigste, sondern der Lieferant, der dir das „beste Gesamtpaket“ bietet.

    Mach dir klar, welche weiteren qualitativen Faktoren dir wichtig sind. Würde z. B. eine verbesserte Liefertermintreue oder eine Just-in-time-Lieferung mit entsprechend angepassten Zahlungsterminen dazu beitragen, dass du weiter mit einem teuren Lieferanten zusammenarbeitest?
    Um den besten Lieferanten für deinen Einkauf zu finden, solltest du dir zumindest bei wichtigen Gütern bzw. Stoffen mit einem für dich hohen Volumen die Mühe machen, möglichst viele Lieferanten ausführlich miteinander zu vergleichen.

Tipp

Bestimme die Preise

Lass dich nicht auf das erste Angebot ein, das man dir unterbreitet. Denn es muss nicht unbedingt das Beste sein. Idealerweise führst du im Vorfeld eine Preiskalkulation durch. So verhinderst du, dass man dich übervorteilt und du bist auf die Preisverhandlung vorbereitet. Mit unserem Tool zur Handelskalkulation ist das schnell erledigt.

  • Auf Einwände und Druckmittel vorbereiten: In der Praxis kommt es immer wieder vor, dass du es mit Verkäufern zu tun hast, die versuchen, dich mit allen möglichen Tricks und Einwänden zu beeinflussen. Diese können dir meist keine überprüfbaren Sachverhalte nennen. Oft versucht dein Gegenüber, dich zu provozieren, damit du eventuell doch einen für dich weniger günstigen Vertrag unterschreibst. Daher gilt auch bei schwierigen und für dich wichtigen Preisverhandlungen im Einkauf: Ruhig bleiben bzw. sich nicht provozieren lassen! Versuche, mit kritischem Hinterfragen Licht ins Dunkel zu bringen. Im Extremfall solltest du eine Verhandlungsrunde unterbrechen, um Dinge überprüfen zu können. Dann kannst du später mit dem erweiterten Know-how in die nächste Runde starten.
  • Grenzen und Ausstiegsszenarien: Überlege im Vorfeld, ob es einen Grenzpreis gibt, den du nicht mehr bereit bist zu zahlen. Welche kurzfristigen Alternativen bieten sich hier an? Hast du bereits einen anderen Lieferanten angesprochen? Wie ist dein Plan bei Misserfolg, falls Minimalbedingungen nicht erreicht werden, wenn Verhandlungen unterbrochen oder beendet werden? Auch über mögliche Ausstiegsszenarien solltest du dir Gedanken machen und festlegen, ab wann du ggf. aus einer Verhandlung aussteigst und dich nach Alternativen umsehen möchtest. Kläre für dich: Bist du notfalls bereit, tatsächlich einen Lieferantenwechsel vorzunehmen? Auf welche Vorteile verzichtest du? Weißt du, was du im Gegenzug erhältst? Könnte es Probleme mit Qualität oder Zuverlässigkeit geben?

Tipp

Passe Verhandlungsstrategien für den Einkauf immer wieder an!

Die Vorbereitung auf die Preisverhandlung solltest du stets aufs Neue durchführen. Denn jeder Lieferant ist anders und hat eine andere Verhandlungsstrategie.

Schritt 4: Einkaufspreisverhandlungen nachbereiten

Auch wenn du deine Preisverhandlungen noch so gut vorbereitest, kann es immer wieder vorkommen, dass du deine Ziele nicht oder nur in Teilen erreichst. Damit du künftig noch erfolgreicher agieren kannst, solltest du möglichst jede Verhandlung nachbereiten und kontinuierlich Argumente und erfolgreich umgesetzte Maßnahmen festhalten.

Einkauf: Ein Beispiel zur Preisverhandlung im Einkauf aus der Praxis

Ausgangsdaten:

  • Umsatz: 1,6 Mio. Euro
  • Einkaufsvolumen aktuell: 500.000 Euro
  • Sonstige Kosten: 900.00 Euro
  • Betriebsergebnis: 200.000 Euro
  • Umsatzrendite: 12,50 %

Fallbeispiel 1: Dir gelingt es, die Beschaffungskosten zu reduzieren

Kannst du die Einkaufskosten um nur 3 % bzw. 15.000 Euro senken, steigt das Betriebsergebnis auf 215.000 Euro und die Umsatzrendite erhöht sich um immerhin 13,44 %. Das ergibt eine Zunahme des Gewinns um stattliche 7,5 %. Unterstellt wird, dass sich die anderen Einflussfaktoren im Betrachtungszeitraum nicht ändern.

Fallbeispiel 2: dir gelingt es, den Anstieg der Beschaffungskosten zu begrenzen

Steigen die Beschaffungskosten, etwa weil wichtige Rohstoffe knapp werden, um 5 %, würde das Einkaufsvolumen auf 525.000 Euro steigen. Das Betriebsergebnis ginge auf 175.000 Euro bzw. um 12,5 % zurück. Gelingt es, den Preisanstieg durch intensive Verhandlungen auf 3 % zu begrenzen, würde der Rückgang des Betriebsergebnisses „nur“ noch 15.000 Euro bzw. 7,5 % betragen.

Einkaufscontrolling

Als Teilbereich des Unternehmenscontrollings beschäftigt sich das Einkaufscontrolling hauptsächlich mit der Planung, Steuerung und Kontrolle der Beschaffung. Im Rahmen des Controllings überprüfst du, ob deine Einkaufsstrategie erfolgreich verläuft und findest gleichzeitig heraus, an welchen Stellen Optimierungsbedarf besteht. Wichtig ist hierbei eine regelmäßige Überprüfung der Daten – vor allem der Kennzahlen.
Im Einkaufscontrolling gibt es verschiedene Faktoren, die eine relevante Rolle spielen, wie zum Beispiel:

  • Definition deiner Einkaufsziele
  • Definition von Kennzahlen für den Einkauf
  • Entwicklung von Soll-Vorgaben
  • Messung von Kennzahlen
  • Erstellung des Reportings

Einen wichtigen Teil stellen jedoch die Kennzahlen des Einkaufs dar. Im nachfolgenden Abschnitt erklären wir dir, was sich dahinter verbirgt.

Wichtige Einkaufskennzahlen

Experten spezifizieren bis zu 160 verschiedene Kennzahlen. Nicht alle sind jedoch für jedes Unternehmen von Relevanz. Außerdem heißt es nicht umsonst: Zu viele Köche verderben den Brei. Wenn du zu viele Kennzahlen definierst, kann es dir schnell passieren, dass du dich sprichwörtlich verzettelst und den Blick auf das große Ganze verlierst. Allgemeinhin geht man jedoch von folgenden KPIs (Key Performance Indicator) aus, die prinzipiell erfolgsversprechend im Einkauf sind:

  • Einkaufskosten:
    Dieser Faktor ist für jedes Unternehmen essenziell. Denn die Einkaufskosten dürfen selbstverständlich nicht höher sein als der Verkaufspreis eines Produktes. Es gilt also: So hoch wie nötig, so niedrig wie möglich.
  • Kosten/Bestellvorgang:
    Ist es effizient, viele verschiedene Einzelkäufe zu tätigen? Ist es nicht kostensparender, Großbestellungen zu tätigen bzw. so viele Ressourcen wie möglich über einen Zulieferer zu kaufen? Setze dich mit den Einkaufskonzepten auseinander.
  • Aufwand:
    Langfristige Verträge sind weniger aufwendig als eine Vielzahl an Einzelbestellungen.
  • Weiterbildungskosten:
    Es kann sinnvoll sein, wenn du als Unternehmer in deine Einkäufer investierst, indem du regelmäßig nach Weiterbildungen Ausschau hältst, die deine Mitarbeiter effizienter arbeiten lassen.
  • Termintreue der Lieferungen:
    Wie zuverlässig sind deine Lieferanten? Werden Bestellungen zum festgelegten Zeitraum in voller Höhe geliefert? Wenn nicht, wird es Zeit, sich nach einem anderen Zulieferer umzusehen. Ähnlich wie bei der Materialwirtschaft ist es auch im Einkauf wichtig, dass du dich auf die Zuverlässigkeit innerhalb einer Partnerschaft verlassen kannst.
  • Rechnungssumme:
    Welche Ausgaben kommen letztendlich auf dich zu? Schlägt der Lieferant noch etwas auf den normalen Preis, kommt er dir mit Preisvorteilen entgegen? Wichtig ist, was zum Schluss auf der Rechnung steht.
  • Abweichung Ist-/Plan-Kosten:
    Oft unterscheiden sich die Ist-Kosten vom ursprünglich geplanten Budget. Wichtig ist jedoch die Differenz.

Tipp

Den Überblick behalten mit professioneller Software

Mit einem Warenwirtschaftssystem wie Lexware warenwirtschaft machst du aus komplexen Prozessen des Einkaufs ganz einfache Vorgänge. Beispielsweise hast du die Lagerbestände immer perfekt im Blick. Wenn Mindestmengen erreicht sind, bestellt die Software die nötige Menge für dich nach. Bei Höchstmengen wirst du informiert und kannst rechtzeitig reagieren. Außerdem hast du die Möglichkeit, deine Lieferanten übersichtlich zu verwalten und alle wichtigen Informationen zu hinterlegen, wie zum Beispiel Rabatte, Rahmenverträge oder Zahlungsbedingungen.