Versicherungen für Selbstständige: Welche brauche ich?

Sein eigener Chef zu sein, hat viele Vorteile. Doch wer selbstständig ist, muss sich unabhängig vom beruflichen Umfeld gegen betriebliche und private Risiken absichern. Ebenso ist derjenige für seine Altersvorsorge verantwortlich. Rechtsschutzversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung oder Haftpflichtversicherung – als Selbstständiger wartet also ein dichter Versicherungsdschungel auf dich! In diesem Artikel helfen wir dir, dich in diesem Versicherungsdschungel zurechtzufinden. Wir zeigen dir, welche Versicherungen du als Selbstständiger oder Freiberufler wirklich benötigst und welche sogar verpflichtend sind.

Zuletzt aktualisiert am 06.02.2026
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Info

Das Wichtigste in Kürze zum Thema Versicherungen für Selbstständige

  • Risikoschutz: Die unterschiedlichen Versicherungen schützen dich beispielsweise im Krankheitsfall oder bei Schadensersatzfällen.
  • Zwei Versicherungsgruppen: Die betrieblichen Versicherungen schützen dein Unternehmen, während die persönlichen Versicherungen dich als Person schützen.
  • Pflichtversichert oder freiwillig versichert: In Deutschland musst du zumindest eine Kranken- und Pflegeversicherung abschließen. Je nach Berufsgruppe können noch weitere Pflichtversicherungen hinzukommen.
  • Versicherungsbeiträge variieren stark: Die Versicherungsbeiträge richten sich nach individuellen Faktoren, wie Umsatz, Mitarbeiteranzahl und Selbstbeteiligung. Deshalb variieren sie teils stark.
  • Steuerlich absetzen: Als Selbstständiger kannst du die unterschiedlichen Versicherungen steuerlich absetzen. Das Finanzamt unterscheidet dabei zwischen Betriebs- und Sonderausgaben.

Warum benötigen Selbstständige unterschiedliche Versicherungen?

Die unterschiedlichen Versicherungen schützen Selbstständige vor unternehmerischen und persönlichen Risiken. Schließlich ist die Selbstständigkeit nicht nur mit vielen Chancen, sondern auch mit Risiken verbunden. So erhältst du im Krankheitsfall keine Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber (ohne Krankengeldversicherung für Selbstständige) oder läufst Gefahr einer Schadensersatzklage durch einen Kunden.

Beispiel: Angenommen, du wirst krank, oder kannst wegen eines Arbeitsunfalls nicht mehr arbeiten. Im Falle der Selbstständigkeit bedeutet das: Du erhältst ohne Versicherungsschutz keinen Lohn! Oder dein Produkt oder deine Dienstleistung schädigt ungewollt einen deiner Kunden. Dann steht für den Personen- oder Sachschaden sogar eine Schadensersatzklage im Raum. 

Definition

Was sind Versicherungen?

Die Versicherungen sollen dich als Selbstständigen vor unterschiedlichen Risiken schützen. Dazu fließen die gesamten Versicherungsbeiträge aller Personen in einen gemeinsamen Topf. Im Schadensfall erhältst du einen Ausgleich aus diesem besagten Topf. Die meisten Versicherungen schützen vor finanziellen Verlusten.

Versicherungen für Selbstständige: Ein erster Überblick

Die gute Nachricht: Du kannst dich mittlerweile für fast alles versichern – entsprechend deines Versicherungsbedarfs. Selbstverständlich möchtest du als Selbstständiger natürlich nur notwendige Versicherungen abschließen, wie eine günstige Krankengeldversicherung bei deiner Krankenkasse. 

Damit du dir einen besseren Überblick verschaffen kannst, blicken wir zuerst auf die klassischen Versicherungen. Also auf die Versicherungen, die dir im Angestelltenverhältnis dein Arbeitgeber monatlich direkt vom Bruttogehalt abziehen würde:

  • Krankenversicherung
  • Rentenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Arbeitslosenversicherung

Entscheide also vorab, welche Versicherungen am wichtigsten für dich sind. Nach und nach kannst du dann anhand deiner Risikoanalyse weitere Versicherungen für Selbstständige dazunehmen.

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Schließe zum Start zunächst die wichtigsten Versicherungen ab

Machst du dich gerade erst selbstständig, bleibt der große Gewinn häufig aus. Deshalb solltest du zu Beginn nur die wichtigsten Versicherungen für Selbstständige abschließen. Für Selbstständige wären eine günstige gesetzliche Krankenkasse, die Pflegeversicherung und eine Haftpflichtversicherung sinnvoll.

Welche Arten von Versicherungen für Freiberufler und Selbstständige gibt es?

Die Versicherungen für Selbstständige und Freiberufler lassen sich in die Gruppen betriebliche und persönliche Versicherungen unterteilen.

Die beiden Gruppen in der Übersicht:

  1. Betriebliche Risikoversicherungen bzw. Gewerbeversicherungen: Sie decken alle Risiken ab, die mit deinem Unternehmen verbunden sind. Dazu zählen unter anderem Schadensersatzforderungen oder Sachversicherungen, beispielsweise wenn du deinen PC verlierst, sowie eine Cyberversicherung und eine Rechtsschutzversicherung.
  2. Persönliche Risikoversicherungen: Diese Versicherungen decken all das ab, was dir persönlich passieren kann und sich daraufhin auf dein Einkommen auswirkt. Mit ihnen schützt du dich vor Berufsunfähigkeit und zahlst in die Altersvorsorge ein.

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Welche Art von Versicherung brauchen Selbstständige?

Im Optimalfall decken deine Versicherungen sowohl den betrieblichen als auch den persönlichen Bereich ab. Oftmals bieten Versicherungsgesellschaften Kombi-Versicherungen an, die verschiedene Aspekte wie Krankentagegeld und Berufsunfähigkeit kombinieren. Mit diesen Tarifen zahlst du häufig günstigere Versicherungsbeiträge als bei Einzelverträgen. Hier hilft dir ein Versicherungsberater weiter. 

1. Betriebliche Versicherungen für Selbstständige

Betriebshaftpflichtversicherung

Diese Versicherung für Selbstständige schützt beispielsweise vor Schäden an deinen Kunden, für die dein Unternehmen verantwortlich ist. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn du als Kfz-Werkstatt ein Fahrzeug reparierst und dein Kunde wegen eines Reparaturfehlers einen Unfall baut. In diesem Fall übernimmt sie den Verdienstausfall und Behandlungskosten  des Geschädigten.  

Für folgende Selbstständige ist die Betriebshaftpflichtversicherung sinnvoll:

  • Handwerker und Dienstleister, die bei Kunden vor Ort arbeiten
  • Gewerbetreibende und Händler, bei denen es zu Produktschäden kommen kann
  • Selbstständige und Freiberufler, die sich gegen Beratungsfehler schützen möchten
  • Produkthersteller, bei denen hergestellte Produkte einen Schaden verursachen können
Wie teuer ist eine Betriebshaftpflichtversicherung für Selbstständige?

Die Kosten einer Betriebshaftpflichtversicherung für Selbstständige variieren stark. Sie setzt sich aus den folgenden Faktoren zusammen:

  • Deckungssumme
  • Unternehmensumsatz
  • Risiko
  • Branche
  • Spezifische Risiken (branchenabhängig)

Die Betriebshaftpflichtversicherung fällt je nach Versicherungsgesellschaft und deiner Tätigkeit etwas unterschiedlich aus: Versicherer unterbreiten Selbstständigen daher individuelle Angebote. Die Kosten lassen sich in diesem Bereich dadurch nicht pauschal beziffern.

Einsteigertarife starten – je nach Versicherungsunternehmen – häufig schon bei 6 bis 10 Euro. Nach oben gibt es keine Grenzen! 

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Wofür die Betriebshaftpflichtversicherung? Ein Beispiel

Dein Kunde Max Müller verletzt sich in deinem Büro durch ein schlecht verlegtes Kabel. Du trägst dafür die Schuld und müsstest folglich jegliche Schadensersatzzahlungen tätigen. Die Betriebshaftpflichtversicherung entlastet dich in diesem Fall finanziell. 

Rechtsschutzversicherung

Es gibt in der Regel zwei Varianten dieser Versicherung für Selbstständige:

  1. Für Selbstständige, die sich als Firmeninhaber einzeln absichern möchten
  2. Für Selbstständige mit Mitarbeitenden  

Die Rechtsschutzversicherung schützt dich vor Kosten, die im Falle eines Rechtsstreits entstehen können. Sie deckt dabei folgende Punkte ab. 

  • Anwaltskosten
  • Gerichtskosten
  • Kosten für Gerichtsvollzieher, Zeugen und Sachverständige
  • Kautionen 

Für folgende Selbstständige ist die Rechtsschutzversicherung sinnvoll:

  • Arbeitgeber, die Mitarbeiter beschäftigen (arbeitsrechtliche Streitigkeiten)
  • Selbstständige mit vielen Vertragspartnern (Lieferanten, Dienstleistern etc.)
  • Existenzgründer, insbesondere in der Startphase
  • Gewerbemieter, falls es zu Problemen mit dem Vermieter kommt
Wie teuer ist die Rechtsschutzversicherung für Selbstständige?

Die Preise einer Rechtsschutzversicherung für Selbstständige variieren je nach Branche, Umsatz und Mitarbeiteranzahl. Genau genommen setzt sie sich aus den folgenden Punkten zusammen:

  • Deckungssumme
  • Selbstbeteiligung
  • Leistungsumfang (Tarifwahl)
  • Mitarbeiteranzahl
  • Branche

Die Grundtarife starten häufig schon bei 20 bis 40 Euro pro Monat. Je nach Deckungssumme & Co. können die Versicherungsbeiträge auf über 60 Euro im Monat ansteigen. 

Berufshaftpflichtversicherung

Eine Berufshaftpflichtversicherung ist für Selbstständige nützlich, wenn Dritten durch deine Tätigkeit ein Vermögensschaden entstehen kann (z. B. durch falsche Beratung, Verletzung des Urheberrechts etc.).

Sie ist auch dann hilfreich, wenn du z. B. aufgrund von Krankheit bestimmte Fristen gegenüber deinen Auftraggebern nicht einhalten kannst. Eine Berufshaftpflichtversicherung kann dich also im schlimmsten Fall vor einerInsolvenzbewahren.

Für folgende Selbstständige ist die Berufshaftpflichtversicherung sinnvoll:

  • IT-Fachkräfte, bei denen es zu Datenverlust oder Programmierfehlern kommen kann
  • Journalisten, Grafiker oder Content-Creator, beispielsweise wegen eines Plagiatsvorwurfs
  • Unternehmensberater und Coaches, durch deren Beratung es zu Vermögensschäden kommen kann
  • Rechtsanwälte, Steuerberater oder Notare, deren Beratung zu Wirtschaftsschäden führen kann
Wie teuer ist die Berufshaftpflichtversicherung für Selbstständige?

Die Kosten einer Berufshaftpflichtversicherung für Selbstständige variieren und setzen sich aus den folgenden Punkten zusammen:

  • Deckungssumme
  • Jahresumsatz
  • Berufsrisiko
  • Selbstbeteiligung
  • Gewählter Tarif + Zusatzleistungen

In der Praxis kannst du mit Kosten in Höhe von etwa 20 Euro pro Monat rechnen.

Cyberversicherung

Die Cyberversicherung schützt dich gegen einen Schaden, der im Internet entstehen kann, beispielsweise gegen Hackerangriffe. Darüber hinaus greift der Schutz, wenn du oder andere versehentlich Daten zerstörst. 

Eine Cyberversicherung kann dich auch bei DSGVO-Verstößen finanziell absichern und für Beratungskosten, Reputationsschäden sowie eine Abwehrdeckung aufkommen.

Für folgende Selbstständige ist die Cyberversicherung sinnvoll:

  • Diese Versicherung ist für alle Selbstständigen und Freiberufler sinnvoll, die mit IT-Systemen arbeiten
Wie teuer ist die Cyberversicherung für Selbstständige?

Die Kosten für die Cyberversicherung setzen sich aus den folgenden Punkten zusammen:

  • Mitarbeiteranzahl
  • Umsatz
  • Leistungsumfang
  • Deckungssumme
  • Selbstbeteiligung

Ein Kleinunternehmer mit einem geringen Umsatz zahlt häufig weniger als 10 Euro im Monat. Bei größeren Unternehmen steigt der Monatsbeitrag teilweise auf mehrere hundert Euro an. 

Achtung

Ob eine Cyberversicherung bei Bußgeldern nach DSGVO-Verstößen schützt, ist strittig

Manche Versicherungspolicen schützen dich auch vor Bußgeldern, wenn du gegen die DSGVO verstößt. Ob diese Leistung – also explizit für das Bußgeld – zulässig ist, bleibt seit Jahren ungeklärt. 

Weitere Versicherungen im Überblick

Neben diesen vier Versicherungstypen gibt es für Selbstständige und Freiberufler natürlich noch zahlreiche weitere Versicherungen. Dazu gehören unter anderem auch eine Onlineshop-Versicherung, wenn du E-Commerce betreibst, oder eine Bauleistungsversicherung.  

Auch eine Ausfallversicherung für Selbstständige könnte infrage kommen. Diese versichert alle Schäden, die nach einem Arbeitsausfall im Unternehmen entstehen. Sie deckt also Folgekosten, die aus einem Schaden anfallen oder den gewohnten Betriebsablauf durch ein bestimmtes Ereignis stören.

Tipp

Liste die spezifischen Risiken deiner Branche auf!

Gewerbeversicherungen sind in vielen Fällen branchenabhängig. Daher ist es wichtig, dass du als Selbstständiger genau weißt, welche Risiken du in der gewählten Branche erwartest. Erstelle dazu am besten eine Risikoanalyse, die alle betrieblichen Risiken nach ihrer Schwere auflistet. Das Ergebnis: eine Liste mit unterschiedlich großen „Baustellen“, die du absichern solltest.

2. Private Versicherungen für deine persönliche Absicherung

Neben den betrieblichen Versicherungen gibt es auch noch solche, die dich als selbstständige Person absichern. Dazu gehören die Krankenversicherung, Rentenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung und die Unfallversicherung.

Krankenversicherung

Jeder Selbstständige muss sich privat oder gesetzlich krankenversichern. Das ist in Deutschland Pflicht. Du hast nach deiner Gewerbeanmeldung  drei Monate Zeit, dich bei einer gesetzlichen Krankenkasse zu versichern. Die Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse garantiert eine Versicherung für Selbstständige, die bei Krankheit Kosten von Medikamenten oder der Behandlung anteilig übernimmt.

Die Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse garantiert eine Versicherung für Selbstständige und Freiberufler, die bei Krankheit Kosten von Medikamenten oder der Behandlung anteilig übernimmt. Sie übernimmt bei Arbeitsunfähigkeit jedoch nicht automatisch eine Lohnfortzahlung. Hierzu ist der Abschluss einer Krankengeldversicherung für Selbstständige nötig.

Achtung! Obwohl die Krankenversicherung für Selbstständige verpflichtend ist, leben in Deutschland circa 72.000 ohne Versicherungsschutz, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Dadurch fehlt es den Personen nicht nur an einem Versicherungsschutz, sondern es kommt auch teilweise zu hohen Nachzahlungen.

Achtung

Was passiert nach drei Monaten ohne Krankenversicherung?

Nach Ablauf der dreimonatigen Meldepflicht kannst du nicht mehr in die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung eintreten. Danach ist es nur noch möglich, sich eine private Krankenversicherung (PKV) auszusuchen. Diese deckt in der Regel ein breiteres Spektrum an Leistungen ab und lässt sich individuell anpassen. 

Deine monatliche Beitragshöhe richtet sich nach deinem Alter und deinem Gesundheitszustand (und ggf. gewählten Zusatzleistungen). Generell ist die private Krankenversicherung jedoch um einiges teurer. Überlege daher gut, ob du frühzeitig in die gesetzliche Krankenversicherung wechselst oder eine private Krankenversicherung abschließt.

Wie teuer ist eine Krankenversicherung für Selbstständige?

Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung ist gehaltsabhängig und beträgt 14,6 % deines Arbeitseinkommens. Hinzu kommt noch ein kassenindividueller Zusatzbeitrag von durchschnittlich 2,9 %. Die genaue Beitragshöhe hängt davon ab, ob du einen Tarif mit oder ohne Krankengeldanspruch wählst. 

Als gesetzlich Krankenversicherter zahlst du automatisch auch in die soziale Pflegeversicherung ein. Für die Pflegeversicherung kommen noch einmal weitere 4-5 % deines Einkommens hinzu. Privatversicherte müssen eine zusätzliche Pflegeversicherung abschließen.

Kurz und knapp: So viel zahlen Selbstständige für die Krankenversicherung:

  • 14,6 % des Arbeitseinkommens zzgl. einen Zusatzbeitrag von durchschnittlich 2,9 %
  • Der Mindestbeitrag inkl. Pflegeversicherung liegt bei ca. 261 Euro pro Monat
  • Der Höchstbeitrag ist auf 1.261 Euro inkl. Pflegeversicherung gedeckelt

Gesetzliche Rentenversicherung

Übst du einen der folgenden Berufe aus, musst du in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen:

  • Journalist
  • Autor
  • Künstler
  • Handwerker
  • Coach
  • Pädagoge

Arbeitest du in einem anderen Bereich, kannst du freiwillig einzahlen. Als Selbstständiger kannst du beispielsweise in die sogenannte Basisrente (Rürup-Rente) einzahlen. Diese ist eine steuerlich geförderte private Altersvorsorge, die eine Versorgungslücke zur klassischen Rente im Alter schließen soll.

Wie teuer ist die gesetzliche Rentenversicherung für Selbstständige?

Der Mindestbeitrag liegt aktuell bei 112,16 Euro pro Monat. Der maximale Betrag berechnet sich anhand der Beitragsbemessungsgrenze und beläuft sich auf 1.571,70 Euro. Die Bundesregierung legt diese Grenze jedoch jährlich neu fest. Zudem kannst du selbst entscheiden, ob du monatlich oder jährlich zahlen möchtest.

Ob sich das oder ein anderes Modell zur Altersvorsorge für dich lohnt, hängt von deiner individuellen Situation ab.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist für dich als Selbstständiger ebenfalls interessant. Sie sichert Folgendes ab: Solltest du beispielsweise Folgeschäden von einem Unfall haben und dadurch nicht mehr arbeiten können, kannst du dennoch deinen Lebensstandard halten. Trotz dieser Gefahr verfügt – laut dem Hiscox-Risikobarometer – weniger als jeder dritte Selbstständige über eine solche Versicherung.

Achtung

Vorsicht bei der Wahl der Berufsunfähigkeitsversicherung

Je nach Berufsunfähigkeitsversicherung kann es sein, dass du als Selbstständiger oder Freiberufler deine Versicherungssumme im Zweifel nur ausbezahlt bekommst, wenn du gar keine Tätigkeit mehr ausüben kannst. Daher solltest du dich genau informieren und beraten lassen, um den passenden Versicherungsvertrag für dich zu erhalten. 

Wie teuer ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige?

Die Kosten einer Versicherung für Selbstständige im Falle der Berufsunfähigkeit lassen sich nicht pauschalisieren. Sie hängen nämlich von den folgenden Faktoren ab:

  • Eintrittsalter
  • Gesundheitszustand
  • Laufzeit
  • Berufsrisiko

In der Praxis kannst du häufig mit einem Monatsbeitrag von 1 bis 3 Prozent deines Bruttoeinkommens rechnen.

Unfallversicherung

Als Selbstständiger ist es beispielsweise im Handwerk sinnvoll, eine Unfallversicherung abzuschließen. In diesem Fall sind nicht nur die Baustellenarbeiten beispielsweise bei Sturm abschließen. In diesem Fall sind nicht nur die Baustellenarbeiten beispielsweise bei Sturm und Unwetter eine Gefahrenquelle, sondern auch häufige Fahrten mit dem Firmenwagen.

Die Unfallversicherung läuft über die jeweilige Berufsgenossenschaft (BG). Sie sichert dich als Selbstständigen finanziell ab, solltest du einen Unfall haben (z. B. kommt sie für den Verdienstausfall auf). Aber auch hier hast du die Möglichkeit, dich privat zu versichern. 

Wie teuer ist die Unfallversicherung für Selbstständige?

Die Kosten einer Unfallversicherung setzen sich aus Berufsgruppe, Deckungssumme, Zusatzleistungen und Progression zusammen. Einfache Tarife liegen häufig bei acht bis 20 Euro im Monat. Für umfangreichere Leistungen zahlst du monatlich zwischen 40 und 80 Euro.

Pflichtversicherungen variieren je nach Branche

In Deutschland ist in der Regel nur die Kranken- und Pflegeversicherung für Selbstständige verpflichtend! Es gibt jedoch noch gewisse branchenspezifische Ausnahmen. Neben der Kfz-Haftpflichtversicherung für alle Autohalter gelten Sonderregelungen für folgende Branchen:  

  • Künstler musst du eine Rentenversicherung abschließen. Du kannst jedoch über die Künstlersozialkasse (KSK) deine Beiträge halbieren.‍
  • Für bestimmte Berufsgruppen ist eine  Berufshaftpflichtversicherung entweder gesetzlich verpflichtend oder von der Berufskammer vorgesehen. Dazu zählen unter anderem Anwälte, Steuerberater, Notare, Wirtschaftsprüfer und Finanzanlagenberater und weitere. Auch bei planenden Berufen wie Ingenieuren und Architekten schützt die Berufshaftpflichtversicherung vor potenziellen Fehlern.
  • Übst du einen heilenden Berufe aus, musst du eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Zu den heilenden Berufen zählen Ärzte, Apotheker, Pfleger sowie Entbindungs- und Krankenpfleger. Bei Apothekern ist eine Produkthaftpflichtversicherung und bei Versand eine Transportversicherung verpflichtend. 
  • Arbeitest du als Lehrer oder Trainer, musst du in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, sofern du mehr als 538 Euro im Monat verdienst.
  • Verpflichtende Versicherung für selbstständige Handwerker ist die Rentenversicherung, bei selbstständigen Hausgewerbe betreibenden fällt zusätzlich eine Unfallversicherung an.
  • Selbstständige mit nur einem Auftraggeber müssen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, da sie eine arbeitnehmerähnliche Selbstständigkeit innehaben. Bei Scheinselbstständigkeit greifen jedoch andere Regelungen. 

Achtung

Diese Versicherungen sind in Deutschland verpflichtend

In Deutschland gilt hinsichtlich der Krankenversicherung und Pflegeversicherung eine Versicherungspflicht. Dabei steht es dir in der Regel frei, ob du eine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) oder eine private Krankenversicherung (PKV) abschließt.

In manchen Branchen musst du als Selbstständiger oder Freiberufler jedoch auch eine Rentenversicherung und/oder Unfallversicherung abschließen.

Die Rentenversicherungspflicht gilt für:

  • Handwerker mit Eintrag in die Handwerksrolle
  • Künstler
  • Autoren und Journalisten
  • Seelotsen
  • Lehrer
  • Erzieher
  • Pflegekräfte
  • Therapeuten (Logopäden, Masseure, Physiotherapeuten)

Die Unfallversicherungspflicht gilt für:

  • Handwerker mit Eintrag in die Handwerksrolle
  • Taxiunternehmer
  • Fahrlehrer
  • Binnenschiffer
  • Hebammen
  • Ärzte
  • Physiotherapeuten
  • Heilpraktiker
  • Logopäden

Arbeitest du in keinem der genannten Berufe, kannst du eine freiwillige Renten- oder Unfallversicherung abschließen.

Versicherungen für Selbstständige im Überblick

<b>Versicherung</b>
VersicherungPflichtVorteile
Betriebshaftpflicht-versicherung Nein Sichert gegen körperliche Schäden an Dritten ab
Rechtsschutz-versicherung Nein Du trägst bei einem Rechtsstreit nicht die vollen Kosten
Berufshaftpflicht-versicherung Für heilende, beratende und planende Berufe Sichert gegen finanzielle Schäden an Dritten ab
Krankenversicherung Ja Du trägst nicht die vollen Kosten bei ärztlichen Behandlungen
Gesetzliche Rentenversicherung Nur für Journalisten, Autoren, Künstler, Handwerker, Coaches, Pädagogen) Du profitierst von einer Altersvorsorge ab dem hohen Alter
Berufsunfähigkeits-versicherung Nein Wenn du deiner Tätigkeit nicht mehr nachgehen kannst, hält sich dein Lebensstandard
Unfallversicherung Bei Hausgewerbe-treibenden Nach schweren Unfällen profitierst du von finanzieller Absicherung

Wann brauche ich als Selbstständiger keine Pflichtversicherung?

Manchmal befreit dich die Versicherung von deinen Pflichtbeiträgen. Eine Krankenversicherung benötigst du als Selbstständiger zwar immer, aber weitere Versicherungen abschließen, wenn du:

  • weniger als 538 Euro an Einnahmen hast
  • einer Übungsleiterpauschale erhältst
  • in der Bildung tätig bist und Angestellte hast, die versicherungspflichtig sind‍
  • ein selbstständiger Handwerker bist und dich nach 18 Jahren von der Rentenversicherung befreist
  • bereits in Rente bist
  • momentan nur einen Auftraggeber hast und dein Beginn als Existenzgründer nicht mehr als drei Jahre zurückliegt 

Im Zweifelsfall solltest du mit der zuständigen Rentenversicherung oder deiner Kammer sprechen. Deinen genauen Status bei der Rentenversicherung oder deiner Kammer abzufragen. So vermeidest du, dass du große Beträge auf einmal oder zusätzliche Bußgelder nachzahlen musst. 

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Muss bei Versicherungen zwischen Freiberuflern, Freelancern und Selbstständigen unterschieden werden?

In Deutschland verwenden viele Personen die Begriffe Selbstständiger, Freiberufler und Freelancer häufig synonym zueinander. Das ist nicht korrekt. Jeder dieser Begriffe steht für eine andere Berufsgruppe.

Versicherungen unterscheiden jedoch grundsätzlich nicht zwischen den verschiedenen Berufsgruppen.

Was du jedoch beachten solltest: Es gibt durchaus Unterschiede darin! Einige Versicherungen musst und andere solltest du abschließen. Wieder andere gelten hingegen als eher zweitrangig.

Welche Versicherungsbeiträge lassen sich von der Steuer absetzen?

Als Selbstständiger hast du die Möglichkeit, einen Teil deiner Versicherungsbeiträge steuerlich geltend zu machen. Das Finanzamt unterscheidet dabei zwischen Betriebsausgaben und Sonderausgaben.

Versicherungen, die zu den Betriebsausgaben zählen:

  • Rechtsschutzversicherung
  • Anteilige Hausratversicherung
  • Kfz-Versicherung
  • Berufshaftpflichtversicherung
  • Gebäudeversicherung

Versicherungen, die zu den Sonderausgaben zählen:

  • Kranken- und Pflegeversicherung
  • Risikolebensversicherung
  • Unfallversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Altersvorsorge

Besonders interessant ist das für betriebliche Versicherungen. Decken diese ein rein betriebliches Risiko ab, kannst du die Kosten komplett steuerlich geltend machen. Sie fallen unter den Posten Betriebsausgaben und du kannst diese als solche in der Steuererklärung angeben.

Persönliche Versicherungen kannst du je nach Vertrag entweder voll oder anteilig anrechnen lassen.  Die meisten Versicherungen für Selbstständige, die in die persönliche Kategorie fallen, kannst du nur anteilig geltend machen. Sie fallen dann unter Betriebskosten sowie Sonderausgaben.  

Info

Welche Versicherungen können Selbstständige als Betriebskosten angeben?

Deine  Unfallversicherung, die Berufshaftplicht und die Arbeitsrechtsschutzversicherung  kannst du als Selbstständiger unbegrenzt als Betriebskosten in der Steuererklärung angeben. Lass dir von deiner Versicherung eine genaue Auflistung geben, welche Beträge dabei fällig werden. So kannst du diesen Posten vor dem Finanzamt belegen.  

Fazit: Die Versicherungen schützen Selbstständige vor unterschiedlichen Risiken

Selbstständig sein heißt Freiheit. Diese Freiheit ist für dich jedoch auch mit Risiken verbunden. Damit du dich gegen diese Risiken absichern kannst, musst du als Selbstständiger unterschiedliche Versicherungen abschließen. Zu den Pflichtversicherungen gehören definitiv die Kranken- und Pflegeversicherung. In einigen Berufen führt jedoch auch kein Weg an einer Berufshaftpflicht- und/oder Unfallversicherung vorbei. Diese Versicherungen kannst du optional noch mit weiteren Versicherungen für Selbstständige ergänzen, wie Rechtsschutzversicherung, Hausratversicherung oder Rentenversicherung. Welche Versicherungen für dich sinnvoll sein können, hängt jedoch vom Einzelfall ab.

Tipp: Starte zunächst mit den Basisversicherungen, um dich im Krankheits- oder Streitfall abzusichern. Schrittweise kannst du deinen Versicherungsschutz dann ergänzen. Erstelle hierzu eine persönliche Risiko-Checkliste – und mach aus Pflicht ein Plus für deine Selbstständigkeit!

FAQ – die häufigsten Fragen zum Thema Versicherungen für Selbstständige

Welche Versicherungen sind für Selbstständige in Deutschland verpflichtend?

 

In Deutschland musst du als Selbstständiger mindestens die Kranken- und Pflegeversicherung abschließen. Je nach Branche können noch weitere Versicherungen, wie die Rentenversicherung, Unfallversicherung oder die Berufshaftpflichtversicherung, hinzukommen.

Welche freiwilligen Versicherungen sollte ich als Selbstständiger abschließen?

 

Als Selbstständiger solltest du unbedingt über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken. Sie schützt dich vor einem kompletten Berufsausfall. Alternativ kannst du – je nach Branche – auch eine Berufshaftpflichtversicherung und eine Altersvorsorge abschließen.

Damit du im Krankheitsfall keinen Lohnausfall verzeichnest, lohnt es sich zusätzlich, eine Krankentagegeldversicherung abzuschließen. Dies kannst du direkt bei deiner Krankenversicherung beantragen. 

Wie hoch sind die Kosten für Versicherungen für Selbstständige?

 

Die Kosten für die Versicherungen variieren stark und hängen – je nach Versicherung – vom Umsatz, Gesundheitszustand und der Mitarbeiteranzahl ab. Bei der Krankenversicherung zahlst du beispielsweise 14,6 % auf dein Arbeitseinkommen zzgl. eines Zusatzbeitrags von durchschnittlich 2,9 %.

Wie vergleiche ich als Selbstständiger unterschiedliche Versicherungsangebote?

 

Du kannst die unterschiedlichen Versicherungsbeiträge auf Vergleichsportalen, wie Check24 vergleichen. 

Zahlen Selbstständige in die Sozialversicherung ein?

 

Genauso, wie Angestellte zahlen auch Selbstständige in die Sozialversicherung ein. Der Unterschied liegt jedoch in der Teil- oder Vollpflicht. Während Arbeitnehmer nur einen Teil selbst zahlen (Arbeitgeber beteiligt sich), zahlen Selbstständige die kompletten Beiträge.