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Das Wichtigste in Kürze zum Thema Versicherungen für Selbstständige
- Risikoschutz: Die unterschiedlichen Versicherungen schützen Sie beispielsweise im Krankheitsfall oder bei Schadensersatzfällen.
- Zwei Versicherungsgruppen: Die betrieblichen Versicherungen schützen Ihr Unternehmen, während die persönlichen Versicherungen Sie als Person schützen.
- Pflichtversichert oder freiwillig versichert: In Deutschland müssen Sie zumindest eine Kranken- und Pflegeversicherung abschließen. Je nach Berufsgruppe können noch weitere Pflichtversicherungen hinzukommen.
- Versicherungsbeiträge variieren stark: Die Versicherungsbeiträge richten sich nach individuellen Faktoren, wie Umsatz, Mitarbeiteranzahl und Selbstbeteiligung. Deshalb variieren sie teils stark.
- Steuerlich absetzen: Als Selbstständiger können Sie die unterschiedlichen Versicherungen steuerlich absetzen. Das Finanzamt unterscheidet dabei zwischen Betriebs- und Sonderausgaben.
Warum benötigen Selbstständige unterschiedliche Versicherungen?
Die unterschiedlichen Versicherungen schützen Selbstständige vor unternehmerischen und persönlichen Risiken. Schließlich ist die Selbstständigkeit nicht nur mit vielen Chancen, sondern auch mit Risiken verbunden. So erhalten Sie im Krankheitsfall keine Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber (ohne Krankengeldversicherung für Selbstständige) oder laufen Gefahr einer Schadensersatzklage durch einen Kunden.
Beispiel: Angenommen, Sie werden krank, oder können wegen eines Arbeitsunfalls nicht mehr arbeiten. Im Falle der Selbstständigkeit bedeutet das: Sie erhalten ohne Versicherungsschutz keinen Lohn! Oder Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung schädigt ungewollt einen Ihrer Kunden. Dann steht für den Personen- oder Sachschaden sogar eine Schadensersatzklage im Raum.
Definition
Was sind Versicherungen?
Die Versicherungen sollen Sie als Selbstständigen vor unterschiedlichen Risiken schützen. Dazu fließen die gesamten Versicherungsbeiträge aller Personen in einen gemeinsamen Topf. Im Schadensfall erhalten Sie einen Ausgleich aus diesem besagten Topf. Die meisten Versicherungen schützen vor finanziellen Verlusten.
Versicherungen für Selbstständige: Ein erster Überblick
Die gute Nachricht: Sie können sich mittlerweile für fast alles versichern – entsprechend Ihres Versicherungsbedarfs. Selbstverständlich möchten Sie als Selbstständiger natürlich nur notwendige Versicherungen abschließen, wie eine günstige Krankengeldversicherung bei Ihrer Krankenkasse.
Damit Sie sich einen besseren Überblick verschaffen können, blicken wir zuerst auf die klassischen Versicherungen. Also auf die Versicherungen, die Ihnen im Angestelltenverhältnis Ihr Arbeitgeber monatlich direkt vom Bruttogehalt abziehen würde:
- Krankenversicherung
- Rentenversicherung
- Pflegeversicherung
- Arbeitslosenversicherung
Entscheiden Sie also vorab, welche Versicherungen am wichtigsten für Sie sind. Nach und nach können Sie dann anhand Ihrer Risikoanalyse weitere Versicherungen für Selbstständige dazunehmen.
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Schließen Sie zum Start zunächst die wichtigsten Versicherungen ab
Machen Sie sich gerade erst selbstständig, bleibt der große Gewinn häufig aus. Deshalb sollten Sie zu Beginn nur die wichtigsten Versicherungen für Selbstständige abschließen. Für Selbstständige wären eine günstige gesetzliche Krankenkasse, die Pflegeversicherung und eine Haftpflichtversicherung sinnvoll.
Welche Arten von Versicherungen für Freiberufler und Selbstständige gibt es?
Die Versicherungen für Selbstständige und Freiberufler lassen sich in die Gruppen betriebliche und persönliche Versicherungen unterteilen.
Die beiden Gruppen in der Übersicht:
- Betriebliche Risikoversicherungen bzw. Gewerbeversicherungen: Sie decken alle Risiken ab, die mit Ihrem Unternehmen verbunden sind. Dazu zählen unter anderem Schadensersatzforderungen oder Sachversicherungen, beispielsweise wenn Sie Ihren PC verlieren, sowie eine Cyberversicherung und eine Rechtsschutzversicherung.
- Persönliche Risikoversicherungen: Diese Versicherungen decken all das ab, was Ihnen persönlich passieren kann und sich daraufhin auf Ihr Einkommen auswirkt. Mit ihnen schützen Sie sich vor Berufsunfähigkeit und zahlen in die Altersvorsorge ein.
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Welche Art von Versicherung brauchen Selbstständige?
Im Optimalfall decken Ihre Versicherungen sowohl den betrieblichen als auch den persönlichen Bereich ab. Oftmals bieten Versicherungsgesellschaften Kombi-Versicherungen an, die verschiedene Aspekte wie Krankentagegeld und Berufsunfähigkeit kombinieren. Mit diesen Tarifen zahlen Sie häufig günstigere Versicherungsbeiträge als bei Einzelverträgen. Hier hilft Ihnen ein Versicherungsberater weiter.
1. Betriebliche Versicherungen für Selbstständige
Betriebshaftpflichtversicherung
Diese Versicherung für Selbstständige schützt beispielsweise vor Schäden an Ihren Kunden, für die Ihr Unternehmen verantwortlich ist. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn Sie als Kfz-Werkstatt ein Fahrzeug reparieren und Ihr Kunde wegen eines Reparaturfehlers einen Unfall baut. In diesem Fall übernimmt sie den Verdienstausfall und Behandlungskosten des Geschädigten.
Für folgende Selbstständige ist die Betriebshaftpflichtversicherung sinnvoll:
- Handwerker und Dienstleister, die bei Kunden vor Ort arbeiten
- Gewerbetreibende und Händler, bei denen es zu Produktschäden kommen kann
- Selbstständige und Freiberufler, die sich gegen Beratungsfehler schützen möchten
- Produkthersteller, bei denen hergestellte Produkte einen Schaden verursachen können
Wie teuer ist eine Betriebshaftpflichtversicherung für Selbstständige?
Die Kosten einer Betriebshaftpflichtversicherung für Selbstständige variieren stark. Sie setzt sich aus den folgenden Faktoren zusammen:
- Deckungssumme
- Unternehmensumsatz
- Risiko
- Branche
- Spezifische Risiken (branchenabhängig)
Die Betriebshaftpflichtversicherung fällt je nach Versicherungsgesellschaft und Ihrer Tätigkeit etwas unterschiedlich aus: Versicherer unterbreiten Selbstständigen daher individuelle Angebote. Die Kosten lassen sich in diesem Bereich dadurch nicht pauschal beziffern.
Einsteigertarife starten – je nach Versicherungsunternehmen – häufig schon bei 6 bis 10 Euro. Nach oben gibt es keine Grenzen!
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Wofür die Betriebshaftpflichtversicherung? Ein Beispiel
Ihr Kunde Max Müller verletzt sich in Ihrem Büro durch ein schlecht verlegtes Kabel. Sie tragen dafür die Schuld und müssten folglich jegliche Schadensersatzzahlungen tätigen. Die Betriebshaftpflichtversicherung entlastet Sie in diesem Fall finanziell.
Rechtsschutzversicherung
Es gibt in der Regel zwei Varianten dieser Versicherung für Selbstständige:
- Für Selbstständige, die sich als Firmeninhaber einzeln absichern möchten
- Für Selbstständige mit Mitarbeitenden
Die Rechtsschutzversicherung schützt Sie vor Kosten, die im Falle eines Rechtsstreits entstehen können. Sie deckt dabei folgende Punkte ab.
- Anwaltskosten
- Gerichtskosten
- Kosten für Gerichtsvollzieher, Zeugen und Sachverständige
- Kautionen
Für folgende Selbstständige ist die Rechtsschutzversicherung sinnvoll:
- Arbeitgeber, die Mitarbeiter beschäftigen (arbeitsrechtliche Streitigkeiten)
- Selbstständige mit vielen Vertragspartnern (Lieferanten, Dienstleistern etc.)
- Existenzgründer, insbesondere in der Startphase
- Gewerbemieter, falls es zu Problemen mit dem Vermieter kommt
Wie teuer ist die Rechtsschutzversicherung für Selbstständige?
Die Preise einer Rechtsschutzversicherung für Selbstständige variieren je nach Branche, Umsatz und Mitarbeiteranzahl. Genau genommen setzt sie sich aus den folgenden Punkten zusammen:
- Deckungssumme
- Selbstbeteiligung
- Leistungsumfang (Tarifwahl)
- Mitarbeiteranzahl
- Branche
Die Grundtarife starten häufig schon bei 20 bis 40 Euro pro Monat. Je nach Deckungssumme & Co. können die Versicherungsbeiträge auf über 60 Euro im Monat ansteigen.
Berufshaftpflichtversicherung
Eine Berufshaftpflichtversicherung ist für Selbstständige nützlich, wenn Dritten durch Ihre Tätigkeit ein Vermögensschaden entstehen kann (z. B. durch falsche Beratung, Verletzung des Urheberrechts etc.).
Sie ist auch dann hilfreich, wenn Sie z. B. aufgrund von Krankheit bestimmte Fristen gegenüber Ihren Auftraggebern nicht einhalten können. Eine Berufshaftpflichtversicherung kann Sie also im schlimmsten Fall vor einerInsolvenzbewahren.
Für folgende Selbstständige ist die Berufshaftpflichtversicherung sinnvoll:
- IT-Fachkräfte, bei denen es zu Datenverlust oder Programmierfehlern kommen kann
- Journalisten, Grafiker oder Content-Creator, beispielsweise wegen eines Plagiatsvorwurfs
- Unternehmensberater und Coaches, durch deren Beratung es zu Vermögensschäden kommen kann
- Rechtsanwälte, Steuerberater oder Notare, deren Beratung zu Wirtschaftsschäden führen kann
Wie teuer ist die Berufshaftpflichtversicherung für Selbstständige?
Die Kosten einer Berufshaftpflichtversicherung für Selbstständige variieren und setzen sich aus den folgenden Punkten zusammen:
- Deckungssumme
- Jahresumsatz
- Berufsrisiko
- Selbstbeteiligung
- Gewählter Tarif + Zusatzleistungen
In der Praxis können Sie mit Kosten in Höhe von etwa 20 Euro pro Monat rechnen.
Cyberversicherung
Die Cyberversicherung schützt Sie gegen einen Schaden, der im Internet entstehen kann, beispielsweise gegen Hackerangriffe. Darüber hinaus greift der Schutz, wenn Sie oder andere versehentlich Daten zerstören.
Eine Cyberversicherung kann Sie auch bei DSGVO-Verstößen finanziell absichern und für Beratungskosten, Reputationsschäden sowie eine Abwehrdeckung aufkommen.
Für folgende Selbstständige ist die Cyberversicherung sinnvoll:
- Diese Versicherung ist für alle Selbstständigen und Freiberufler sinnvoll, die mit IT-Systemen arbeiten
Wie teuer ist die Cyberversicherung für Selbstständige?
Die Kosten für die Cyberversicherung setzen sich aus den folgenden Punkten zusammen:
- Mitarbeiteranzahl
- Umsatz
- Leistungsumfang
- Deckungssumme
- Selbstbeteiligung
Ein Kleinunternehmer mit einem geringen Umsatz zahlt häufig weniger als 10 Euro im Monat. Bei größeren Unternehmen steigt der Monatsbeitrag teilweise auf mehrere hundert Euro an.
Achtung
Ob eine Cyberversicherung bei Bußgeldern nach DSGVO-Verstößen schützt, ist strittig
Manche Versicherungspolicen schützen Sie auch vor Bußgeldern, wenn Sie gegen die DSGVO verstoßen. Ob diese Leistung – also explizit für das Bußgeld – zulässig ist, bleibt seit Jahren ungeklärt.
Weitere Versicherungen im Überblick
Neben diesen vier Versicherungstypen gibt es für Selbstständige und Freiberufler natürlich noch zahlreiche weitere Versicherungen. Dazu gehören unter anderem auch eine Onlineshop-Versicherung, wenn Sie E-Commerce betreiben, oder eine Bauleistungsversicherung.
Auch eine Ausfallversicherung für Selbstständige könnte infrage kommen. Diese versichert alle Schäden, die nach einem Arbeitsausfall im Unternehmen entstehen. Sie deckt also Folgekosten, die aus einem Schaden anfallen oder den gewohnten Betriebsablauf durch ein bestimmtes Ereignis stören.
Tipp
Listen Sie die spezifischen Risiken Ihrer Branche auf!
Gewerbeversicherungen sind in vielen Fällen branchenabhängig. Daher ist es wichtig, dass Sie als Selbstständiger genau wissen, welche Risiken Sie in der gewählten Branche erwarten. Erstellen Sie dazu am besten eine Risikoanalyse, die alle betrieblichen Risiken nach ihrer Schwere auflistet. Das Ergebnis: eine Liste mit unterschiedlich großen „Baustellen“, die Sie absichern sollten.
2. Private Versicherungen für Ihre persönliche Absicherung
Neben den betrieblichen Versicherungen gibt es auch noch solche, die Sie als selbstständige Person absichern. Dazu gehören die Krankenversicherung, Rentenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung und die Unfallversicherung.
Krankenversicherung
Jeder Selbstständige muss sich privat oder gesetzlich krankenversichern. Das ist in Deutschland Pflicht. Sie haben nach Ihrer Gewerbeanmeldung drei Monate Zeit, sich bei einer gesetzlichen Krankenkasse zu versichern. Die Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse garantiert eine Versicherung für Selbstständige, die bei Krankheit Kosten von Medikamenten oder der Behandlung anteilig übernimmt.
Die Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse garantiert eine Versicherung für Selbstständige und Freiberufler, die bei Krankheit Kosten von Medikamenten oder der Behandlung anteilig übernimmt. Sie übernimmt bei Arbeitsunfähigkeit jedoch nicht automatisch eine Lohnfortzahlung. Hierzu ist der Abschluss einer Krankengeldversicherung für Selbstständige nötig.
Achtung! Obwohl die Krankenversicherung für Selbstständige verpflichtend ist, leben in Deutschland circa 72.000 ohne Versicherungsschutz, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Dadurch fehlt es den Personen nicht nur an einem Versicherungsschutz, sondern es kommt auch teilweise zu hohen Nachzahlungen.
Achtung
Was passiert nach drei Monaten ohne Krankenversicherung?
Nach Ablauf der dreimonatigen Meldepflicht können Sie nicht mehr in die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung eintreten. Danach ist es nur noch möglich, sich eine private Krankenversicherung (PKV) auszusuchen. Diese deckt in der Regel ein breiteres Spektrum an Leistungen ab und lässt sich individuell anpassen.
Ihre monatliche Beitragshöhe richtet sich nach Ihrem Alter und Ihrem Gesundheitszustand (und ggf. gewählten Zusatzleistungen). Generell ist die private Krankenversicherung jedoch um einiges teurer. Überlegen Sie daher gut, ob Sie frühzeitig in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln oder eine private Krankenversicherung abschließen.
Wie teuer ist eine Krankenversicherung für Selbstständige?
Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung ist gehaltsabhängig und beträgt 14,6 % Ihres Arbeitseinkommens. Hinzu kommt noch ein kassenindividueller Zusatzbeitrag von durchschnittlich 2,9 %. Die genaue Beitragshöhe hängt davon ab, ob Sie einen Tarif mit oder ohne Krankengeldanspruch wählen.
Als gesetzlich Krankenversicherter zahlen Sie automatisch auch in die soziale Pflegeversicherung ein. Für die Pflegeversicherung kommen noch einmal weitere 4-5 % Ihres Einkommens hinzu. Privatversicherte müssen eine zusätzliche Pflegeversicherung abschließen.
Kurz und knapp: So viel zahlen Selbstständige für die Krankenversicherung:
- 14,6 % des Arbeitseinkommens zzgl. einen Zusatzbeitrag von durchschnittlich 2,9 %
- Der Mindestbeitrag inkl. Pflegeversicherung liegt bei ca. 261 Euro pro Monat
- Der Höchstbeitrag ist auf 1.261 Euro inkl. Pflegeversicherung gedeckelt
Gesetzliche Rentenversicherung
Üben Sie einen der folgenden Berufe aus, müssen Sie in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen:
- Journalist
- Autor
- Künstler
- Handwerker
- Coach
- Pädagoge
Arbeiten Sie in einem anderen Bereich, können Sie freiwillig einzahlen. Als Selbstständiger können Sie beispielsweise in die sogenannte Basisrente (Rürup-Rente) einzahlen. Diese ist eine steuerlich geförderte private Altersvorsorge, die eine Versorgungslücke zur klassischen Rente im Alter schließen soll.
Wie teuer ist die gesetzliche Rentenversicherung für Selbstständige?
Der Mindestbeitrag liegt aktuell bei 112,16 Euro pro Monat. Der maximale Betrag berechnet sich anhand der Beitragsbemessungsgrenze und beläuft sich auf 1.571,70 Euro. Die Bundesregierung legt diese Grenze jedoch jährlich neu fest. Zudem können Sie selbst entscheiden, ob Sie monatlich oder jährlich zahlen möchten.
Ob sich das oder ein anderes Modell zur Altersvorsorge für Sie lohnt, hängt von Ihrer individuellen Situation ab.
Berufsunfähigkeitsversicherung
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Sie als Selbstständiger ebenfalls interessant. Sie sichert Folgendes ab: Sollten Sie beispielsweise Folgeschäden von einem Unfall haben und dadurch nicht mehr arbeiten können, können Sie dennoch Ihren Lebensstandard halten. Trotz dieser Gefahr verfügt – laut dem Hiscox-Risikobarometer – weniger als jeder dritte Selbstständige über eine solche Versicherung.
Achtung
Vorsicht bei der Wahl der Berufsunfähigkeitsversicherung
Je nach Berufsunfähigkeitsversicherung kann es sein, dass Sie als Selbstständiger oder Freiberufler Ihre Versicherungssumme im Zweifel nur ausbezahlt bekommen, wenn Sie gar keine Tätigkeit mehr ausüben können. Daher sollten Sie sich genau informieren und beraten lassen, um den passenden Versicherungsvertrag für sich zu erhalten.
Wie teuer ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige?
Die Kosten einer Versicherung für Selbstständige im Falle der Berufsunfähigkeit lassen sich nicht pauschalisieren. Sie hängen nämlich von den folgenden Faktoren ab:
- Eintrittsalter
- Gesundheitszustand
- Laufzeit
- Berufsrisiko
In der Praxis können Sie häufig mit einem Monatsbeitrag von 1 bis 3 Prozent Ihres Bruttoeinkommens rechnen.
Unfallversicherung
Als Selbstständiger ist es beispielsweise im Handwerk sinnvoll, eine Unfallversicherung abzuschließen. In diesem Fall sind nicht nur die Baustellenarbeiten beispielsweise bei Sturm abschließen. In diesem Fall sind nicht nur die Baustellenarbeiten beispielsweise bei Sturm und Unwetter eine Gefahrenquelle, sondern auch häufige Fahrten mit dem Firmenwagen.
Die Unfallversicherung läuft über die jeweilige Berufsgenossenschaft (BG). Sie sichert Sie als Selbstständigen finanziell ab, sollten Sie einen Unfall haben (z. B. kommt sie für den Verdienstausfall auf). Aber auch hier haben Sie die Möglichkeit, sich privat zu versichern.
Wie teuer ist die Unfallversicherung für Selbstständige?
Die Kosten einer Unfallversicherung setzen sich aus Berufsgruppe, Deckungssumme, Zusatzleistungen und Progression zusammen. Einfache Tarife liegen häufig bei acht bis 20 Euro im Monat. Für umfangreichere Leistungen zahlen Sie monatlich zwischen 40 und 80 Euro.
Pflichtversicherungen variieren je nach Branche
In Deutschland ist in der Regel nur die Kranken- und Pflegeversicherung für Selbstständige verpflichtend! Es gibt jedoch noch gewisse branchenspezifische Ausnahmen. Neben der Kfz-Haftpflichtversicherung für alle Autohalter gelten Sonderregelungen für folgende Branchen:
- Künstler müssen Sie eine Rentenversicherung abschließen. Sie können jedoch über die Künstlersozialkasse (KSK) Ihre Beiträge halbieren.
- Für bestimmte Berufsgruppen ist eine Berufshaftpflichtversicherung entweder gesetzlich verpflichtend oder von der Berufskammer vorgesehen. Dazu zählen unter anderem Anwälte, Steuerberater, Notare, Wirtschaftsprüfer und Finanzanlagenberater und weitere. Auch bei planenden Berufen wie Ingenieuren und Architekten schützt die Berufshaftpflichtversicherung vor potenziellen Fehlern.
- Üben Sie einen heilenden Berufe aus, müssen Sie eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Zu den heilenden Berufen zählen Ärzte, Apotheker, Pfleger sowie Entbindungs- und Krankenpfleger. Bei Apothekern ist eine Produkthaftpflichtversicherung und bei Versand eine Transportversicherung verpflichtend.
- Arbeiten Sie als Lehrer oder Trainer, müssen Sie in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, sofern Sie mehr als 538 Euro im Monat verdienen.
- Verpflichtende Versicherung für selbstständige Handwerker ist die Rentenversicherung, bei selbstständigen Hausgewerbe betreibenden fällt zusätzlich eine Unfallversicherung an.
- Selbstständige mit nur einem Auftraggeber müssen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, da sie eine arbeitnehmerähnliche Selbstständigkeit innehaben. Bei Scheinselbstständigkeit greifen jedoch andere Regelungen.
Achtung
Diese Versicherungen sind in Deutschland verpflichtend
In Deutschland gilt hinsichtlich der Krankenversicherung und Pflegeversicherung eine Versicherungspflicht. Dabei steht es Ihnen in der Regel frei, ob Sie eine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) oder eine private Krankenversicherung (PKV) abschließen.
In manchen Branchen müssen Sie als Selbstständiger oder Freiberufler jedoch auch eine Rentenversicherung und/oder Unfallversicherung abschließen.
Die Rentenversicherungspflicht gilt für:
- Handwerker mit Eintrag in die Handwerksrolle
- Künstler
- Autoren und Journalisten
- Seelotsen
- Lehrer
- Erzieher
- Pflegekräfte
- Therapeuten (Logopäden, Masseure, Physiotherapeuten)
Die Unfallversicherungspflicht gilt für:
- Handwerker mit Eintrag in die Handwerksrolle
- Taxiunternehmer
- Fahrlehrer
- Binnenschiffer
- Hebammen
- Ärzte
- Physiotherapeuten
- Heilpraktiker
- Logopäden
Arbeiten Sie in keinem der genannten Berufe, können Sie eine freiwillige Renten- oder Unfallversicherung abschließen.
Versicherungen für Selbstständige im Überblick
| Versicherung | Pflicht | Vorteile |
|---|---|---|
| Betriebshaftpflicht-versicherung | Nein | Sichert gegen körperliche Schäden an Dritten ab |
| Rechtsschutz-versicherung | Nein | Sie tragen bei einem Rechtsstreit nicht die vollen Kosten |
| Berufshaftpflicht-versicherung | Für heilende, beratende und planende Berufe | Sichert gegen finanzielle Schäden an Dritten ab |
| Krankenversicherung | Ja | Sie tragen nicht die vollen Kosten bei ärztlichen Behandlungen |
| Gesetzliche Rentenversicherung | Nur für Journalisten, Autoren, Künstler, Handwerker, Coaches, Pädagogen) | Sie profitieren von einer Altersvorsorge ab dem hohen Alter |
| Berufsunfähigkeits-versicherung | Nein | Wenn Sie Ihrer Tätigkeit nicht mehr nachgehen können, hält sich Ihr Lebensstandard |
| Unfallversicherung | Bei Hausgewerbe-treibenden | Nach schweren Unfällen profitieren Sie von finanzieller Absicherung |
Wann brauche ich als Selbstständiger keine Pflichtversicherung?
Manchmal befreit Sie die Versicherung von Ihren Pflichtbeiträgen. Eine Krankenversicherung benötigen Sie als Selbstständiger zwar immer, aber weitere Versicherungen abschließen, wenn Sie:
- weniger als 538 Euro an Einnahmen haben
- einer Übungsleiterpauschale erhalten
- in der Bildung tätig sind und Angestellte haben, die versicherungspflichtig sind
- ein selbstständiger Handwerker sind und sich nach 18 Jahren von der Rentenversicherung befreien
- bereits in Rente sind
- momentan nur einen Auftraggeber haben und Ihr Beginn als Existenzgründer nicht mehr als drei Jahre zurückliegt
Im Zweifelsfall sollten Sie mit der zuständigen Rentenversicherung oder Ihrer Kammer sprechen. Ihren genauen Status bei der Rentenversicherung oder Ihrer Kammer abzufragen. So vermeiden Sie, dass Sie große Beträge auf einmal oder zusätzliche Bußgelder nachzahlen müssen.
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Muss bei Versicherungen zwischen Freiberuflern, Freelancern und Selbstständigen unterschieden werden?
In Deutschland verwenden viele Personen die Begriffe Selbstständiger, Freiberufler und Freelancer häufig synonym zueinander. Das ist nicht korrekt. Jeder dieser Begriffe steht für eine andere Berufsgruppe.
Versicherungen unterscheiden jedoch grundsätzlich nicht zwischen den verschiedenen Berufsgruppen.
Was Sie jedoch beachten sollten: Es gibt durchaus Unterschiede darin! Einige Versicherungen müssen und andere sollten Sie abschließen. Wieder andere gelten hingegen als eher zweitrangig.
Welche Versicherungsbeiträge lassen sich von der Steuer absetzen?
Als Selbstständiger haben Sie die Möglichkeit, einen Teil Ihrer Versicherungsbeiträge steuerlich geltend zu machen. Das Finanzamt unterscheidet dabei zwischen Betriebsausgaben und Sonderausgaben.
Versicherungen, die zu den Betriebsausgaben zählen:
- Rechtsschutzversicherung
- Anteilige Hausratversicherung
- Kfz-Versicherung
- Berufshaftpflichtversicherung
- Gebäudeversicherung
Versicherungen, die zu den Sonderausgaben zählen:
- Kranken- und Pflegeversicherung
- Risikolebensversicherung
- Unfallversicherung
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Altersvorsorge
Besonders interessant ist das für betriebliche Versicherungen. Decken diese ein rein betriebliches Risiko ab, können Sie die Kosten komplett steuerlich geltend machen. Sie fallen unter den Posten Betriebsausgaben und Sie können diese als solche in der Steuererklärung angegeben.
Persönliche Versicherungen können Sie je nach Vertrag entweder voll oder anteilig anrechnen lassen. Die meisten Versicherungen für Selbstständige, die in die persönliche Kategorie fallen, können Sie nur anteilig geltend machen. Sie fallen dann unter Betriebskosten sowie Sonderausgaben.
Info
Welche Versicherungen können Selbstständige als Betriebskosten angeben?
Ihre Unfallversicherung, die Berufshaftplicht und die Arbeitsrechtsschutzversicherung können Sie als Selbstständiger unbegrenzt als Betriebskosten in der Steuererklärung angeben. Lassen Sie sich von Ihrer Versicherung eine genaue Auflistung geben, welche Beträge dabei fällig werden. So können Sie diesen Posten vor dem Finanzamt belegen.
Fazit: Die Versicherungen schützen Selbstständige vor unterschiedlichen Risiken
Selbstständig sein heißt Freiheit. Diese Freiheit ist für Sie jedoch auch mit Risiken verbunden. Damit Sie sich gegen diese Risiken absichern können, müssen Sie als Selbstständiger unterschiedliche Versicherungen abschließen. Zu den Pflichtversicherungen gehören definitiv die Kranken- und Pflegeversicherung. In einigen Berufen führt jedoch auch kein Weg an einer Berufshaftpflicht- und/oder Unfallversicherung vorbei. Diese Versicherungen können Sie optional noch mit weiteren Versicherungen für Selbstständige ergänzen, wie Rechtsschutzversicherung, Hausratversicherung oder Rentenversicherung. Welche Versicherungen für Sie sinnvoll sein können, hängt jedoch vom Einzelfall ab.
Tipp: Starten Sie zunächst mit den Basisversicherungen, um sich im Krankheits- oder Streitfall abzusichern. Schrittweise können Sie Ihren Versicherungsschutz dann ergänzen. Erstellen Sie hierzu eine persönliche Risiko-Checkliste – und machen Sie aus Pflicht ein Plus für Ihre Selbstständigkeit!
FAQ – die häufigsten Fragen zum Thema Versicherungen für Selbstständige
Welche Versicherungen sind für Selbstständige in Deutschland verpflichtend?
In Deutschland müssen Sie als Selbstständiger mindestens die Kranken- und Pflegeversicherung abschließen. Je nach Branche können noch weitere Versicherungen, wie die Rentenversicherung, Unfallversicherung oder die Berufshaftpflichtversicherung, hinzukommen.
Welche freiwilligen Versicherungen sollte ich als Selbstständiger abschließen?
Als Selbstständiger sollten Sie unbedingt über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken. Sie schützt Sie vor einem kompletten Berufsausfall. Alternativ können Sie – je nach Branche – auch eine Berufshaftpflichtversicherung und eine Altersvorsorge abschließen.
Damit Sie im Krankheitsfall keinen Lohnausfall verzeichnen, lohnt es sich zusätzlich, eine Krankentagegeldversicherung abzuschließen. Dies können Sie direkt bei Ihrer Krankenversicherung beantragen.
Wie hoch sind die Kosten für Versicherungen für Selbstständige?
Die Kosten für die Versicherungen variieren stark und hängen – je nach Versicherung – vom Umsatz, Gesundheitszustand und der Mitarbeiteranzahl ab. Bei der Krankenversicherung zahlen Sie beispielsweise 14,6 % auf Ihr Arbeitseinkommen zzgl. eines Zusatzbeitrags von durchschnittlich 2,9 %.
Wie vergleiche ich als Selbstständiger unterschiedliche Versicherungsangebote?
Sie können die unterschiedlichen Versicherungsbeiträge auf Vergleichsportalen, wie Check24 vergleichen.
Zahlen Selbstständige in die Sozialversicherung ein?
Genauso, wie Angestellte zahlen auch Selbstständige in die Sozialversicherung ein. Der Unterschied liegt jedoch in der Teil- oder Vollpflicht. Während Arbeitnehmer nur einen Teil selbst zahlen (Arbeitgeber beteiligt sich), zahlen Selbstständige die kompletten Beiträge.