Markt- und Wettbewerbsanalyse: So positionierst du dich erfolgreich im Markt

Wer Markt, Kunden und Wettbewerb genau kennt, kann etliche Herausforderungen meistern und sein Unternehmen erfolgreich im Markt positionieren. Denn wenn die Stärken und Schwächen deiner Konkurrenz bekannt sind, erleichtert das deine Planung. Außerdem wollen auch deine Finanzierungspartner gelegentlich einen Überblick über deine Positionierung innerhalb des Marktes bekommen. Der Aufwand einer Markt- und Wettbewerbsanalyse ist nicht zu unterschätzen – er vermittelt dir dafür aber ein gutes Bild über deine Rahmenbedingungen. Außerdem sind spätere Aktualisierungen meist mit einem überschaubaren Aufwand zu realisieren. In diesem Artikel erhältst du einen umfassenden Überblick über dieses Thema. Wir erklären dir, was eine Marktanalyse und Wettbewerbsanalyse ist, welche Methoden es gibt und wie du diese durchführst. Zusätzlich erfährst du anhand einiger Beispiele, wie eine Marktanalyse und Wettbewerbsanalyse in der Praxis aussieht.

Zuletzt aktualisiert am 10.02.2026
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Definitionen und Ziele

Bist du mit den Umsatz- und Verkaufszahlen deines Unternehmens am Zielmarkt zufrieden? Falls nicht, solltest du eine Marktanalyse und Wettbewerbsanalyse erstellen und prüfen, ob du das Marktpotenzial voll ausschöpfst.

  • Sprichst du alle potenziellen Kundengruppen an?
  • Gibt es vielversprechende Vertriebswege, die du noch nicht nutzt?
  • Und wie geht die Konkurrenz mit dem Thema um?
  • Gibt es Bereiche, die bei Mitbewerbern besser laufen und in denen du selbst Optimierungsbedarf siehst? 

Wenn du diese Fragen nicht eindeutig beantworten kannst, solltest du dich mit dem Thema Markt- und Wettbewerbsanalyse befassen – Schritt für Schritt. Welche Informationsquellen du nutzen kannst und wie du diese richtig auswertest, liest du auf dieser Seite.

Die Grundlage für eine ausführliche Markt- und Wettbewerbsanalyse bildet die Zielgruppendefinition. Denn nur anhand derer kannst du überhaupt eine Basis schaffen, um herauszufinden, wer deine direkte Konkurrenz ist und wie der Markt für diesen Kundenstamm eigentlich aussieht. Eine adäquate Planung benötigt hierbei ein fundiertes Konzept. Tatsächlich scheitert ein Großteil aller Gründer nur daran, dass sie sich vor Markteintritt nicht ausreichend mit ihrer Branche und dem Markt beschäftigt haben. Dieser Umstand macht deutlich, wie wichtig eine Markt- und Wettbewerbsanalyse gerade für Start-ups und Gründer ist.

Tipp

Definiere deinen Markt präzise

Wenn du zu 98 % in Deutschland und nur gelegentlich in die Schweiz oder Österreich verkaufst, dann hast du kein international tätiges Unternehmen und der Weltmarkt wäre kein passender Vergleichsmaßstab. In diesem Beispiel konzentrierst du dich in der Marktanalyse vollkommen auf den deutschen Markt. 

Gibt es Unterschiede zwischen der Markt-, Wettbewerbs- und Konkurrenzanalyse?

Auch wenn Marktanalyse und Wettbewerbsanalyse sowie Konkurrenzanalyse oftmals synonym zueinander verwendet werden, stecken doch unterschiedliche Bedeutungen dahinter, welche wir im Folgenden nun näher erläutern.

Definition: Was ist eine Marktanalyse?

Beschäftigen wir uns zuerst mit der Frage: Was ist eigentlich eine Marktanalyse? Also, im Rahmen der Marktanalyse beobachtest du die aktuelle Struktur des Marktes. Dazu zählen unter anderem die einzelnen Segmente, Anteile und Potenziale. Wenn du eine Marktanalyse durchführst, erhältst du relevante Informationen zu folgenden Faktoren, die für die Entwicklung deines Unternehmens essenziell sind:

  • Marktvolumen
  • Marktwachstum
  • Kaufkraft
  • Marketinginstrumente
  • Anfälligkeit des Marktes

Indem du nicht nur einen Blick auf die Stellung deiner Konkurrenz bezüglich des Marktes wirfst, sondern ebenfalls die eigene Position genauer betrachtest, kannst du eine erste Prognose hinsichtlich der Produkte und Dienstleistungen geben, die du selbst auf dem Markt positionieren möchtest. Aus diesem Grund ist eine Marktanalyse ein wichtiger Bestandteil deines Businessplans, der dir dabei hilft, dich selbst besser einzuordnen.

Marktanalyse Methoden einfach erklärt

Wie kann ich eine Marktanalyse erstellen? Für die Durchführung von Marktanalysen stehen dir zahlreiche Methoden zur Verfügung. Im Grunde sind alle Arten der Recherche und Daten- bzw. Informationsbeschaffung Teile der Marktanalyse. Alle Informationen, die dir bei der statistischen Auswertung deiner Kundschaft, dem Wettbewerb auf dem Markt, der Branche und deren Rahmenbedingungen dienlich sind, erhältst du im besten Fall als Ergebnis und kannst diese anschließend weiterverwerten.

Vorhandene Statistiken und Marktstudien als Quelle verwenden

Es gibt bereits einige Quellen für die Daten und Informationen, die du benötigst. Du musst nur wissen, wo du danach suchen. Einige externe Informationsquellen haben vermutlich zumindest einen Teil der von dir gewünschten Daten zur Verfügung. Schau dich hier einmal um:

  • Statistische Landesämter, das Statistische Bundesamt (Destatis) und das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat)
  • Wirtschaftsverbände und Branchenverbände wie der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Verband deutscher Anlagen- und Maschinenbauer (VDMA), der Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche (Bitkom) und vergleichbare Institutionen für deine Branche
  • Staatliche Institutionen wie die Bundesbank oder das Kraftfahrtbundesamt (KBA)
  • Die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder nationale und internationale Handelskammern
  • Wirtschaftswissenschaftliche Institute wie das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo), das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) oder das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA)
  • Forschungsinstitute und Forschungsdienstleister wie Statista, Nielsen, Kantar oder auch Hochschulen und Unternehmensberatungen
  • Ministerien der Länder, des Bundes oder die EU-Kommission
  • Internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen (UNO) oder die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)

Natürlich musst du nicht alle diese Quellen durchsuchen, wenn du deine Marktanalyse erstellst. Es kommt auch darauf an, wie groß der Markt ist, auf dem du dich befindest, und wie weit du expandieren willst. Viele Quellen sind nur interessant, wenn du planst, auch im Ausland Geschäfte zu machen. Je regionaler du mit deinem Geschäft bleibst, desto weniger Quellen musst du im Rahmen deiner Marktrecherche heranziehen.

Darüber hinaus kannst du dich auch an Dienstleister und Marktforscher wenden, die sich auf bestimmte Branchen oder Märkte spezialisieren. Deren Studien kosten zwar meistens ein wenig, sind das Geld aber wert, um an Informationen über die Marktbeobachtung zu gelangen.

Vielleicht findest du auch intern bereits einige Informationen. Du kannst hier danach suchen:

  • Absatzstatistiken
  • Umsätze
  • Außendienstberichte
  • Messeberichte
  • Kundenkarteien
  • Bearbeitete Beschwerden
  • Webseitenzugriffe und Besucherstatistiken

In diesen zahlreichen Quellen sollten sich zumindest gewisse Informationen finden lassen. Es kann aber auch praktisch vorgegangen werden.

Befragungen durchführen

Um Daten für die Marktanalyse durch eine Befragung deiner Zielgruppe zu erheben, musst du zuerst einen Fragebogen erstellen. In den meisten Fällen beinhalten diese Antwortmöglichkeiten, die nur angekreuzt werden müssen.

Fragebögen werden meistens über das Internet verbreitet und als Online-Befragung durchgeführt. Ein Fragebogen ist immer individuell für ein spezielles Thema konzipiert und die Fragen beziehen sich auf ein bestimmtes Ziel. Außerdem sollte der Fragebogen auf die Zielgruppe innerhalb deiner Kundenbranche ausgerichtet sein, die befragt werden soll.

Fragebögen werden meistens über das Internet verbreitet und als Online-Befragung durchgeführt. Ein Fragebogen ist immer individuell für ein spezielles Thema konzipiert und die Fragen beziehen sich auf ein bestimmtes Ziel. Außerdem sollte der Fragebogen auf die Zielgruppe innerhalb deiner Kundenbranche ausgerichtet sein, die befragt werden soll.

  • Der Grundaufbau beginnt für gewöhnlich mit ein paar Einleitungsfragen oder auch Eisbrecherfragen, die langsam an das Thema heranführen.  
  • Danach kommen Sachfragen und Kontrollfragen.  
  • Abschließend kommen noch Fragen zum Unternehmen und eventuell auch zur befragten Person (demografische Merkmale) und der Beziehung zum Unternehmen.

Die Antwortmöglichkeiten folgen einem klaren Rahmen:

  • Ja/Nein
  • Likert-Skala (stimme voll zu … stimme gar nicht zu)
  • Einschätzungen
  • Auswahl aus vorgegebenen Antworten

Wechsle die Fragetechniken ein wenig ab, damit es nicht zu langweilig wird, den Fragebogen auszufüllen.  

Eine Fallstudie erstellen

Eine Fallstudie veranschaulicht ein komplexes Thema und erläutert es an einem konkreten Beispiel. Der Fall wird durch möglichst viele Informationen beschrieben und dargestellt. In der Fallstudie werden dann mehrere Interviews mit unterschiedlichen Personen geführt, um möglichst viele unterschiedliche Sichtweisen zu erlangen. Die Befragung beschränkt sich dabei nicht zwingend allein auf die Zielgruppe, sondern kann auch darüber hinausgehen. Ergänzt wird die Fallstudie durch Dokumente, Berichte und weitere Medien mit Informationsgehalt. Alle Daten und Informationen werden innerhalb der Fallstudie ausgewertet und für die Marktanalyse verwendet.

Definition: Was ist eine Wettbewerbsanalyse

Ebenso wie die Marktanalyse beschäftigt sich die Wettbewerbsanalyse mit dem aktuellen Zustand des Marktes, also der Marktsituation. Die Beobachtungen fußen jedoch in erster Linie auf den Informationen bezüglich der Wettbewerberlandschaft. Denn nur wenn du deren Marketingstrategien, Marktposition etc. analysierst, kannst du potenzielle Bedrohungen erkennen und Optimierungspotenziale für dich selbst ableiten. Sowohl die Markt- als auch die Wettbewerbsanalyse dürfen in deinem Businessplan nicht fehlen. Achte bei der Wettbewerbsanalyse darauf, dass deine Maßnahmen im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben stehen und nicht als unlauterer Wettbewerb gewertet werden können.

Ein strukturiertes Vorgehen ist für eine effiziente Wettbewerbsanalyse unerlässlich, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Für den Wettbewerbsvergleich dient eine Vorlage als Leitfaden und stellt sicher, dass alle relevanten Aspekte berücksichtigt werden. Im Folgenden findest du aufbauend auf der Konkurrenzanalyse eine kostenlose Wettbewerbsanalyse als Vorlage in Excel. Diese hilft dir, den Wettbewerb systematisch und umfassend zu analysieren.

Definition: Was ist eine Konkurrenzanalyse

Geht es in der Marktanalyse und der Wettbewerbsanalyse um den Markt und die Strategien der direkten Konkurrenz, betrachtest du bei der Konkurrenzforschung sowohl direkte als auch indirekte Mitbewerber sowie deren Angebote auf dem Markt. Dabei ist es irrelevant, ob es sich um Produkte oder Dienstleistungen handelt. Relevant sind in erster Linie die Produktmerkmale oder auch die Serviceleistungen.

Mit welchen Punkten stechen Konkurrenzunternehmen heraus? Welche Faktoren sind eine eindeutige Schwäche? Anhand der ermittelten Informationen erhältst du ein wichtiges Portfolio dessen, welche Punkte bei dir selbst Optimierungsbedarf aufweisen oder in welchen Bereichen du bereits gut aufgestellt bist.

Grafik zur Veranschaulichung, wie eine Konkurrenzanalyse in 5 Schritten funktioniert

Methoden der Konkurrenzanalyse

Bei den Methoden der Konkurrenzanalyse handelt es sich um einzelne Schritte, die das eigene Unternehmen immer stärker von den Mitbewerbern abheben. Dafür muss eine genaue Unterscheidung zwischen dem Wettbewerb und dem eigenen Unternehmen hergestellt werden. Die Schritte dafür sind diese:

Ermittlung des direkten Wettbewerbs

Der Markt ist groß. Auf ihm zahlreiche Unternehmen. Bei der Konkurrenzanalyse werden viele Unternehmen einbezogen. Deshalb ist dort noch einmal eine Unterscheidung notwendig. Der direkte Wettbewerb umfasst die Unternehmen, die das gleiche Produkt oder die gleiche Dienstleistung wie dein Unternehmen anbieten. Und zwar in der unmittelbaren Umgebung. Dabei wird von einem Umkreis von 5 Kilometern ausgegangen, der die unmittelbare Umgebung darstellt.

Wie weit die direkte Konkurrenz reicht, ist aber auch von der Branche abhängig. Das Handwerksunternehmen im kleinen Dorf hat grundsätzlich einen kleineren direkten Umkreis, in dem Marktteilnehmer relevant sind, als der internationale Großkonzern. Der direkte Wettbewerb reicht also auch mal bis zu einem Umkreis von 100 Kilometern. Ein sinnvoller Ansatz ist es hier, den Umkreis immer ein wenig zu erweitern und so weitere direkte Konkurrenten auszumachen. Wenn du das Gefühl hast, dass ab einem gewissen Umkreis die Konkurrenz eigentlich nicht mehr direkt in deinem Arbeits-Umkreis aktiv ist, kannst du dort einen Schnitt machen.

Bei direkten Wettbewerbern sollte man immer von jenen ausgehen, die in der eigenen Region einen Unternehmensstandort haben. Das lässt sich gut über lokale Zeitungen oder Branchenbücher herausfinden. Auch über das Internet findet man viele Informationen in diese Richtung.

Ermittlung des indirekten Wettbewerbs

Für die meisten Unternehmen ist die Ermittlung des direkten Wettbewerbs heutzutage nicht mehr ausreichend. Ja, das Handwerksunternehmen im kleinen Dorf konkurriert nicht direkt mit dem 100 Kilometer entfernten Handwerksunternehmen. Viele Unternehmen haben aber eine Konkurrenz, die weiter reicht. Zum Beispiel konkurrieren Handelsunternehmen im Internet mit allen anderen Handelsunternehmen. Wer einen eigenen Shop im Internet hat, hat auch Konkurrenz im Internet.

Man kann zwar nicht alle Internet-Konkurrenten als direkten Wettbewerb betrachten, aber man sollte trotzdem möglichst viele davon innerhalb der Konkurrenzanalyse im Auge behalten. Innovationen, Geschäftsideen und neue Produkte können einen Unterschied machen und man will nicht das letzte Unternehmen sein, das auf einen Zug mit aufspringt. Trends sind eine wichtige Komponente für moderne, erfolgreiche Unternehmen.

Priorisierung der Wettbewerber

Wenn alle Konkurrenzunternehmen aufgelistet, unterteilt und mit den nötigen Informationen und Daten bestückt sind, muss noch eine weitere Unterteilung stattfinden: Die wichtigsten Wettbewerber werden bestimmt. Der Ansatz kann hier unterschiedlich sein. 

  • Ein Weg ist der räumliche Ansatz, der auch schon beim direkten Wettbewerb angewendet wird. Also es wird ein bestimmter Umkreis herangezogen, der verhältnismäßig klein bleibt. Während bei der Ermittlung der direkten Konkurrenz der Umkreis noch stark erweitert werden kann, sollte hier nicht zu weit ausgeholt werden. Die direkte Konkurrenz befindet sich je nach Branche nicht allzu weit weg. Betreibst du beispielsweise einen Friseursalon, gibt es davon zwar zahlreiche, aber der Friseursalon 100 Kilometer entfernt ist keine direkte Konkurrenz mehr, da kaum jemand extra 100 Kilometer zurücklegen wird, um sich die Haare schneiden zu lassen.
  • Ein weiterer Ansatz für die Priorisierung der Wettbewerber ist ein Blick auf deren Marktanteil, oder wie gut sie sich auf dem Markt behaupten. Dafür ist eine Gegenüberstellung  der entsprechenden Informationen der Konkurrenzanalyse in einer Tabelle oder Matrix sinnvoll. Die wichtigsten Daten für diesen Vergleich sind die Preise, der Service, die Qualität, die Marktposition, das Marketing und der Vertrieb.
    Jedes Unternehmen hat Stärken und Schwächen in diesen Bereichen. Durch die Gegenüberstellung lässt sich gut herausfinden, wo diese liegen.

Die Stärken-Schwächen-Analyse

Der Nutzen für den Kunden ist immer der Ausgangspunkt der Konkurrenzanalyse. Das bedeutet, die Stärken und Schwächen des Wettbewerbs werden anhand der Kundenwünsche ermittelt.
Beispiele dafür sind diese:

  • Ist der Standort gut gewählt, damit Kunden diesen gut finden können?
  • Sind die Vertriebswege die richtigen für die Kunden und die Zielgruppe?
  • Sind die Preise zu hoch oder zu niedrig für die Kunden?
  • Springen die Kunden auf das Marketing der Konkurrenz an?
  • Sind die Kunden mit dem Service der Konkurrenz zufrieden?

Auf diese Fragen gibt es grundsätzlich zwei Antworten: Ja und Nein.

→ Ist die Antwort auf eine der Fragen „Nein“, dann ist es deine Aufgabe, für dein Unternehmen diesen Fehler nicht zu begehen. Es handelt sich dabei um eine Schwäche der Konkurrenz.

→ Ist die Antwort auf eine dieser Fragen „Ja“, dann ist es deine Aufgabe, zu überlegen, wie dein Unternehmen diesen Aspekt noch besser machen kann. Dadurch nutzt du eine Stärke der Konkurrenz zu deinem eigenen Vorteil, indem du diese Stärke verbesserst oder erweiterst.

Im Rahmen der Konkurrenzanalyse ist es deshalb auch wichtig, das eigene Unternehmen einzubeziehen. Beantworte die in diesem Artikel gestellten Fragen für das eigene Unternehmen, um die eigenen Stärken und Schwächen festzustellen. Nur wer sich dieser selbst bewusst ist, kann sich auch verbessern.

Ziele und Vorteile der Markt- und Wettbewerbsanalyse

In erster Linie erstellst du eine Markt- und Wettbewerbsanalyse, um deine unternehmerische Strategie zu entwickeln. Marktforschung ist ein Punkt der Unternehmensführung, der einen immer höheren Stellenwert einnimmt. Beispielsweise hilft dir eine Marktanalyse dabei, im Marketing die richtigen Instrumente zu nutzen, um deinen Absatz zu erhöhen.

Ziel einer umfangreichen Markt- und Wettbewerbsanalyse ist es mit unterschiedlichen Methoden, so viele Informationen über deine Konkurrenz herauszufinden, wie dir möglich ist. Anhand derer kannst du weitere Entscheidungen in deinem Unternehmen treffen. Ebenso verhält es sich mit Markteintrittsbarrieren, die dir bei der Firmengründung Probleme bereiten könnten. Je mehr du sowohl über den Markt als auch über den vorhandenen Wettbewerb weißt, umso besser kannst du dich vorbereiten. Je genauer du das Vorgehen deiner Konkurrenz dank einer Analyse vorhersiehst, umso schneller sind deine Reaktionen – übrigens ebenfalls die Zielgruppe betreffend. Wenn du im Vorfeld weißt, was deine Zielgruppe will und wer im Rahmen des Wettbewerbs die Anforderungen ebenfalls erfüllen möchte, umso effizienter kannst du auf Kundenfang gehen und gleichzeitig deiner Konkurrenz einen Schritt voraus sein.

Eine Wettbewerbs- und Marktanalyse durchführen – deine Vorteile im Überblick:

  • Bestimmung der Marktgröße
  • Bestimmung aktueller Trends
  • Bestimmung der Wachstumsraten
  • Prognosen der Marktentwicklung
  • Analyse der Markteigenschaften
  • Ermittlung der Marktanteile der Mitbewerber
  • Höhe der Verhandlungsmacht der Zielgruppe und Lieferanten
  • Höhe der Markteintrittsbarrieren

Vorbereitung und Durchführung der Markt- und Wettbewerbsanalyse

Erstellst du eine Marktanalyse und Wettbewerbsanalyse, musst du einer korrekten Vorgehensweise folgen. Zunächst definierst du dabei deine Märkte. Diese kannst du nach verschiedenen Kriterien in Kategorien einteilen:

  • regional (Ort, Umland oder Deutschland und das deutschsprachige Ausland)
  • nach Kundentypen (Privat- oder Gewerbekunde)
  • aus Sicht des Kundennutzens (Beispiel: Webseite als Marketinginstrument zur Unternehmensdarstellung, Webseite als zusätzlicher Vertriebskanal, Webseite als Kommunikationsinstrument…)

Wenn du eine Marktanalyse durchführst, kannst du den Markt mit folgenden Fragen weiter eingrenzen:

  • Wer kauft das Produkt?
  • Wo und wie kauft der Kunde das Produkt?
  • Warum kauft der Kunde das Produkt?

Anschließend stellst du dein Produktportfolio zusammen. Beantworte dazu folgende Fragen zum Markt:

  • Wie groß ist der Markt momentan, wie groß ist der Markt in der Zukunft?
  • Welche Marktanteile strebst du an?
  • Wie hoch ist der Innovations- bzw. Nischengrad deines Produktes?
  • Kann dein Produkt Bedürfnisse befriedigen, die bisher von der Konkurrenz zum Beispiel noch nicht beachtet wurden?
  • Wie hebt sich dein Produkt/deine Dienstleistung vom Markt ab?
  • Was ist das Alleinstellungsmerkmal deines Produktes/deiner Dienstleistung auf dem Markt?
  • Wieso wird genau dein Produkt/deine Dienstleistung Käufer finden?

Wenn du eine Markt- und Wettbewerbsanalyse erstellst, darfst du sowohl den direkten als auch den indirekten Wettbewerb nicht ignorieren. Stelle daher ebenfalls folgende Fragen:

  • Welche Wettbewerbsprodukte gibt es?
  • Wo liegen die Unterschiede zu meinen Angeboten?
  • Welche Substitutionsmöglichkeiten für meine Produkte/Wettbewerbsprodukte gibt es?

Achtung

Markt- und Wettbewerbsanalyse: Sieh dir deine Wettbewerber genau an

Welche Strategien (Qualitätsführerschaft, Preisführerschaft…) verfolgen diese? Haben sie Standortvor- oder -nachteile? Welche Preise verlangen die Wettbewerber? Was haben die Wettbewerber in der Pipeline?

  • Nenne deine Konkurrenz beim Namen – wie heißen diese Unternehmen?
  • Wer ist zum Beispiel Marktführer?
  • Wer aus der Branche gehört noch nicht zur Konkurrenz? Kann sich das ändern?
  • Welche Produkte/Dienstleistungen und welche Servicedienste bietet deine Konkurrenz an?
  • Welche Kooperationen existieren in der Branche oder branchenübergreifend?

Die oben genannten Punkte sind eine Markt- und Wettbewerbsanalyse komprimiert auf die wichtigsten Fragen. Eine Marktanalyse für dein Unternehmen bedarf aber eigentlich eines deutlich fundierteren Vorgehens. Auch für die Wettbewerbsanalyse benötigst du verschiedene Methoden, um ausreichend Informationen für deinen Businessplan zu erhalten. In der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung haben wir jeden einzelnen Punkt detailliert für dich zusammengestellt.

Info

Wieso ist die Wettbewerbsanalyse ein Prozess?

Eine Wettbewerbsanalyse ist keine einmalige Aufgabe. Wenn du mit deiner Geschäftsidee langfristig Erfolg haben willst, musst du ein Update deiner Konkurrenzanalysen regelmäßig, zum Beispiel einmal jährlich, durchführen. Nur dann bekommst du neue Trends oder Veränderungstendenzen des Marktes mit und kannst proaktiv auf diese Entwicklung reagieren. Dein Fokus sollte zusätzlich auf deinem eigenen Unternehmen liegen. Denn wenn du eine Wettbewerbsanalyse nutzt, um Schwächen oder Fehler zu identifizieren, kannst du anschließend ein gezieltes Veränderungsmanagement walten lassen

Schritt 1: Überblick verschaffen – An wen verkaufst du welche Produkte?

Erstelle im Rahmen deiner Wettbewerbs- und Marktanalyse eine Matrix (s. u.), in der du auf der einen Seite deine aktuellen Produkte und auf der anderen Seite die aktuellen Kunden auflistest, an die du die Artikel verkaufst.

<b>Produkte / Leistungen</b>
Produkte / LeistungenAktuelle Kunden / KundengruppenErläuterung(en)
PC Privatkunden
Notebooks Privatkunden
Software Privatkunden Weitere Analysen nach Programmen notwendig
Computerspiele Privatkunden v.a. jüngere Kunden
Tablets Privatkunden v.a. jüngere Kunden

Wie du siehst, handelt es sich in unserem Beispiel um ein Unternehmen aus dem B2C-Bereich. Die Auflistung ist für die Marktanalyse eine relevante Methode, um sich zunächst einen Überblick zu verschaffen, welche Produkte du anbietest. Die Spalte „Erläuterungen“ hilft dir dabei, potenziellen Optimierungsbedarf oder Spezifikationen der Zielgruppe zu verzeichnen.

Tipp

Fasse Produkte und Kunden in Gruppen zusammen

Hast du viele Einzelartikel und/oder Kunden, fasse diese zu Gruppen zusammen und führe die Analyse je Gruppe durch. Halte bereits im ersten Schritt fest, welche weiteren Kundengruppen für deine Artikel grundsätzlich in Betracht kommen.

Schritt 2: Neue potenzielle Kundengruppen identifizieren

Wenn du dir einen Überblick über die Lage verschafft hast, solltest du dich fragen, ob und welche möglichen neuen Kunden du siehst. Dazu kannst du eine ähnliche Aufstellung verwenden, wie die in der vorherigen Übersicht. Notiere zunächst alle möglichen Kunden/Kundengruppen, die dir einfallen, ohne zu entscheiden, ob die Nennungen realistisch sind oder nicht. Falls du Mitarbeiter hast, bezieh diese ein. Außerdem solltest du dir das Angebot von Wettbewerbern ansehen und prüfen, ob diese evtl. andere Kundengruppen ansprechen als du

<b>Produkte / Leistungen</b>
Produkte / LeistungenAktuelle Kunden / KundengruppenErläuterung(en)
PC Freiberufler, Selbstständige, Unternehmen, Vereine, Verbände, Kommunen usw.
Notebooks Freiberufler, Selbstständige, Unternehmen, Vereine, Verbände, Kommunen usw.
Software Freiberufler, Selbstständige, Unternehmen, Vereine, Verbände, Kommunen usw.
Computerspiele Freiberufler, Selbstständige
Tablets Freiberufler, Selbstständige, Unternehmen

Tipp

Es gibt zunächst kein richtig oder falsch

Wie du siehst, enthält diese Darstellung alle Kundengruppen, die für ein bestimmtes Produkt in Frage kämen. Die Tabelle ähnelt hierbei einem klassischen Brainstorming. Es gibt zunächst keine falschen oder unrealistischen Antworten. Oft können zunächst wenig sinnvoll erscheinende Ergebnisse dazu führen, dass du nach der Markt- und Wettbewerbsanalyse plötzlich doch Marketing-Instrumente ableiten kannst, auf die du sonst nicht gekommen wärst.

Schritt 3: Marktpotenzial abschätzen – An wen kannst du deine Produkte noch verkaufen?

Du wirst feststellen, dass du häufig eine Vielzahl potenzieller neuer Kunden entdeckst. Allerdings weißt du nicht, ob sich diese tatsächlich für dein Angebot interessieren. Bevor du in Werbung investierst oder gar kundenspezifische Anpassungen an deinen Produkten vornimmst, solltest du dies im Rahmen der Markt- und Wettbewerbsanalyse prüfen. Eine effektive Methode der Marktpotenzialanalyse ist zum Beispiel, die Befragung potenzieller Kunden.

Versuche, aus jeder Gruppe etwa 10-20 potenzielle Neukunden zu befragen. Stelle dabei Fragen wie diese:

  • Hast du Interesse an unseren Produkten?
  • Würdest du diesen konkreten Artikel nutzen?
  • Entspricht er deinen Wünschen ganz oder teilweise und wo siehst du ggf. Änderungsbedarf?
  • Wie sind deine Preisvorstellungen?
  • Wie oft würdest du den Artikel kaufen?

Auch negative Antworten sind relevant. Lass dich davon nicht abschrecken. Diese ermöglichen dir die Nachfrage, warum der Kunde das Produkt nicht kaufen würde. Schon die Befragung nur weniger potenzieller Neukunden je Gruppe zeigt häufig, ob eine grundsätzliche Kaufbereitschaft vorhanden ist. Äußert sich die Mehrzahl der Befragten positiv, kannst du davon ausgehen, dass du deine Produkte diesen Kunden verkaufen kannst. Wenn sich etwa die Hälfte kritisch äußert, solltest du zur Sicherheit eine zweite oder sogar dritte Gruppe befragen. Äußern sich deutlich mehr als die Hälfte der Befragten negativ, kommt die neue Kundengruppe aller Voraussicht nach nicht in Betracht.

Tipp

Erhöhe die Mitmachrate

Damit die Chance auf eine Antwort im Rahmen deiner Markt- und Wettbewerbsanalyse hoch ist, solltest du den Befragten eine Aufmerksamkeit zukommen lassen, z. B. einen Nachlass beim Erstkauf oder ein kleines Geschenk als „Dankeschön“. Willst du Geschäftskunden befragen, sind Messen oder Netzwerktreffen die ideale Plattform, weil du hier einen großen Teil deiner neuen Zielgruppe an einem Ort triffst.

Schritt 4: So erschließt du das neue Marktpotenzial

In einer Markt- und Wettbewerbsanalyse basiert das Vorgehen und der Inhalt auf der Definition deiner (neuen) Kundengruppe. Hat sich eine solche herauskristallisiert, an die du deine Produkte verkaufen willst, solltest du Folgendes umsetzen:

  1. Detaillierte Kundenanforderungen klären: Versuche, mit noch mehr neuen Kunden ins Gespräch zu kommen, um zu erfahren, was diese sich genau wünschen und welche Anforderungen sie an deine Produkte haben.
  2. Werden deine Produkte den Ansprüchen gerecht: Prüfe, ob du diese Wünsche mit dem aktuellen Produktangebot erfüllen kannst oder ob Änderungen, z. B. bei den Leistungsmerkmalen, oder sogar vollständig neue Artikel erforderlich sind.
  3. Kommunikationsmittel definieren: Überlege dir, wie du die Kunden in deiner Wettbewerbsanalyse mithilfe von Marketing-Instrumenten konkret ansprechen kannst, etwa mit welchen Medien und welchen Inhalten (wie soll eine Kampagne gestaltet werden). Hilfreich sind hierbei die ermittelten Kennzahlen im Rahmen deiner Wettbewerbs- und Marktanalyse.
  4. Potenzial abschätzen: Versuche, das Umsatzpotenzial grob zu überschlagen.

Tipp

Nutze diese Formel, um das Umsatzpotenzial einzuschätzen

Formel:

Du kannst innerhalb der Marktanalyse und Wettbewerbsanalyse das Umsatzpotenzial zum Beispiel mit der folgenden Formel einschätzen:

  • Anzahl möglicher Kunden x Anteil positiver Antworten aus Umfrage x Durchschnittsumsatz deiner bisherigen Kunden = Umsatzpotenzial durch neue Kunden

Überschlage auch die Wirkung auf das Betriebsergebnis, indem du statt des Umsatzes den durchschnittlichen Kunden-Deckungsbeitrag (DB) in die Formel einsetzt (DB = Kundenumsatz – variable Kundenkosten, z. B. Material, Wareneinsatz). Ziehe von der verbleibenden Summe die erwarteten Zusatzkosten ab, z. B. für Werbung, neues Personal oder Produktanpassungen. Du erhältst einen Orientierungswert für den Betrag, um den dein Betriebsergebnis steigt, wenn alle Annahmen eintreten.

Bevor du neue Kundengruppen erschließt, solltest du dich über Stärke und Intensität des Wettbewerbs informieren. Wenn extremer Wettbewerb herrscht, kannst du das errechnete Potenzial unter Umständen nicht erreichen oder es besteht das Risiko, dass du es erst langfristig erschließen kannst.

Informationsquellen zu deinem Markt

Eine Markt- und Wettbewerbsanalyse kannst du nicht einfach aus dem Ärmel schütteln. Sie bedarf stattdessen ausreichend Informationsquellen, aus denen du verschiedene Daten ziehen kannst, um einen umfassenden Einblick zu erhalten:

  • Unternehmensprofile
  • Handelsregisterauszüge
  • Patentinformationen
  • Zahlenmaterial des Statistischen Bundesamtes und der statistischen Landesämter
  • Finanzzahlen aus der Buchhaltung
  • Finanzzahlen aus dem Controlling
  • Finanzzahlen aus den Geschäftsberichten
  • allgemeine Börsendaten (Kurse, Indexwerte, usw.)

Oft unterschätzt werden zudem folgende Informationsquellen für eine Markt- und Wettbewerbsanalyse:

Kundenbefragungen von Marktforschungsunternehmen

 

liefern dir Marktdaten, die in ihrer Gesamtheit für eine fundierte Markt- und Wettbewerbsanalyse unverzichtbar sind.

Branchenverbände

 

können wichtige Inhalte liefern. Denn diese führen häufig Betriebsvergleiche und Mitgliederbefragungen durch. Aus dem Mitgliederverzeichnis kannst du deine Wettbewerber identifizieren, aus den Vergleichsdaten dann ermitteln, in welchen Bereichen du Abweichungen hast.

Brancheninformationsanbieter

 

wie FERI, dnbgermany und andere haben sich auf die Analyse von Branchen spezialisiert. Du kannst dort Reports erwerben, musst dafür allerdings mit höheren Kosten (bis zu 1.000 Euro je Report) rechnen.

Kreditinstitute

 

Alle Bankenverbände führen mit den ihnen vorliegenden Daten Branchenanalysen durch. Die Ergebnisse sind häufig für einen überschaubaren Preis (unter 50 Euro) zu erwerben.

Auskunfteien/Kreditversicherer

 

Auch diese Unternehmen verfügen über einen umfangreichen Datenbestand, den sie teilweise kostenfrei, teilweise gegen geringe Beträge vermarkten.

Steuerberater/DATEV

 

Die DATEV als größter Verarbeiter von Buchungsinformationen stellt den angeschlossenen Steuerberatern Branchenwerte zu Vergleichszwecken zur Verfügung.

Messen

 

Auf Messen präsentieren auch deine Wettbewerber neue Produkte. Informiere dich dort über das Portfolio, gegen das du im Markt bestehen musst. Die sogenannten „Flurgespräche“ sind ebenfalls nicht zu unterschätzende Möglichkeiten, weitere Informationen zu bekommen

Methoden und Tools für die Wettbewerbsanalyse

Je genauer du deine Kriterien für die Wettbewerbsanalyse zur Datenerhebung festlegst, desto zielgerichteter fallen die späteren Resultate aus. Das ist die beste Voraussetzung für Entscheidungen, die du für dein Unternehmen triffst. Die richtigen Daten zu finden, ist nicht schwierig. Es gibt zahlreiche Quellen und Tools, die dich dabei unterstützen. 

Marktanalyse Tools für Konkurrenz im Internet

Es gibt viele Web-Tools, die bei einer Markt- und Wettbewerbsanalyse helfen.

  • Marktanalyse-Tools von Google: Über Think with Google findest du zahlreiche Tools, welche dir beispielsweise helfen deine Zielgruppe und das Nutzererlebnis zu analysieren. Über Google Trends kannst du schnell und einfach die aktuellen Trends am Markt erkennen.
  • Wettbewerbsanalyse-Tools: Diese helfen dir, mehrere Bereiche zu untersuchen.
  • SEO und Keywordanalyse-Tools: Mit ihnen kannst du herausfinden, nach welchen Begriffen potenzielle Kunden bei deiner Konkurrenz suchen. Welche Keywords sind wichtig?
  • Linkanalyse-Tools: Um von potenziellen Kunden gefunden zu werden, ist es wichtig, die Links und Backlinks zu analysieren und zu optimieren.

SWOT-Analyse – perfekte Grundlage für das Benchmarking

Bei einer SWOT-Analyse handelt es sich um ein Tool aus der Betriebswirtschaft, das dir hilft, relevante Einblicke bei deinen Konkurrenten zu gewinnen. Im Rahmen deiner Wettbewerbsanalyse wendest du die SWOT-Analyse an, um Stärken und Schwächen deiner Konkurrenz zu ermitteln. Sie ist ein schlagkräftiges Instrument, das auf je zwei innere und äußere Faktoren baut:

  • Strengths - Stärken
  • Weaknesses - Schwächen
  • Opportunities - Chancen
  • Threats - Risiken 

Mit ihr gelingt es, Chancen und Risiken innerhalb bestimmter Marktsegmente zu definieren und konkrete Strategien aus dem Vergleich heraus zu entwickeln. Das ist die beste Voraussetzung für eine stabile Positionierung deiner Geschäftsidee sowie einer Erstellung der Wettbewerbs- und Konkurrenzanalyse! Also die perfekte Grundlage für das Benchmarking.

Branchenstrukturanalyse nach Porter

Die Five Forces Analyse oder zu Deutsch das 5-Kräfte-Modell wurde von dem amerikanischen Ökonomen und Wissenschaftler Michael E. Porter entwickelt. Es ist auch unter dem Namen Branchenstrukturanalyse bekannt und ist ebenfalls ein mächtiges Tool, um die Attraktivität von Branchen und Märkten abzubilden

Es wird häufig gemeinsam mit der SWOT-Analyse angewandt, um das externe Wettbewerbsumfeld einer bestimmten Branche zu beschreiben. Wenn du zum ersten Mal eine systematische Wettbewerbsanalyse à la Porter durchführst, gilt es, die sogenannte „Fünf- Kräfte-Matrix“ zu betrachten, die auf ein Unternehmen einwirkt. Gemeint ist: 

  • Die Rivalität unter den bestehenden Wettbewerbern in der zu analysierenden Branche – Intensität hängt von Anzahl der Mitbewerber und dem Faktor Wachstum ab
  • Die Bedrohung durch den Markteintritt potenzieller Konkurrenten – als Folge erhöht sich der Preisdruck. Markteintrittsbarrieren können das verhindern.
  • Die Bedrohung durch Substitute, die vorhandene Produkte oder Dienstleistungen überflüssig machen
  • Die Verhandlungsmacht von Lieferanten – kann durch Rückwärtsintegration (Eigenproduktion von Produkten) gebrochen werden
  • Die Verhandlungsmacht von Kunden – je geringer z. B. deren Einfluss, desto attraktiver ist die Branche 

Porters Analyse mündet also stets in einer Bewertung der Marktsituation einer Branche. In diesem Kontext solltest du dem Preis- und Leistungswettbewerb Aufmerksamkeit schenken. Aus den Ergebnissen jener Branchenstrukturanalyse kannst du ableiten, ob deine Wunschbranche für dich interessant ist und ob es lohnend für dich ist, hier zu investieren. 

Die Wettbewerbsanalyse nach Heinen

Edmund Heinens Variante der Wettbewerbsanalyse orientiert sich an Porters Analysemodell. Heinen beschränkt sich aber auf drei Grundfragen, die sich aus Porters fünf Wettbewerbskräften ergeben. Die Grundfragen unterteilen sich dann noch in jeweils zwei Aspekte, die das Model der Wettbewerbsanalyse nach Heinen verfeinern.

Die Grundfragen sind:

  • Was ist der Ort des Wettbewerbs?
  • Was sind die Regeln des Wettbewerbs?
  • Was ist der Schwerpunkt des Wettbewerbs?

Der Ort des Wettbewerbs beschreibt den Bereich des Marktes, in dem das Unternehmen sich etablieren will. Dabei wird die Fragestellung noch in folgende Punkte unterteilt:

  • Kernmarkt – das Geschäftsfeld umfasst den gesamten Markt in diesem Bereich
  • Nische – ein Teilmarkt des Kernmarktes soll ebenfalls erschlossen werden

Die Regeln des Wettbewerbs legt das Unternehmen selbst fest und gibt damit vor, mit welchen Methoden und Aktionen man sich auf dem Markt etablieren will. Die Unterteilung beinhaltet diese Faktoren:

  • Anpassung – das Festlegen und Akzeptieren von Produktdefinitionen, Vertriebswege und Preispolitik
  • Veränderung – eine Neudefinition der Regeln

Beim Schwerpunkt des Wettbewerbs geht es darum, worauf der Fokus liegt. Unterteilt wird das in diese Punkte:

  • Kostenorientierung – man will Marktführer und Kostenführer sein und nutzt dafür zum Beispiel die Erfahrungskurve
  • Differenzierung – die Sach- und Dienstleistungen werden auf die besonderen Bedingungen der Nachfrage abgestimmt

Die Wettbewerbsanalyse nach Heinen ist ein wenig kleinteiliger als die anderen Modelle. Dadurch, dass sie auf Porters Analysemodell basiert, lassen sich die beiden Analyseformen gut miteinander verbinden.

Die Wettbewerbsanalyse nach Grant

Robert M. Grant legt bei der Wettbewerbsanalyse großen Wert auf die Ressourcen. Dafür liegen der Wettbewerbsanalyse vier Bereiche zugrunde, die darstellen, auf was bei der Konkurrenz geachtet werden muss.

Die vier Bereiche der Wettbewerbsanalyse nach Grant:

  1. Die aktuelle Strategie der Wettbewerber – die Annahme, dass ein Unternehmen seine Strategie nur ändert, sofern dafür ein guter Grund vorliegt, ist vernünftig. Deshalb kannst du die Strategien der Konkurrenzfirmen genauer analysieren und so feststellen, ob sich vielleicht in naher Zukunft eine neue Strategie entwickeln könnte.
  2. Die Ziele der Konkurrenten – vor allem die langfristigen Ziele sind wichtig, um die langfristigen Strategien zu erkennen.
  3. Die Vorstellungen und Meinungen über die Branche – das bietet Einblicke in die Gedankenwelt der Konkurrenz und lässt dich zumindest ein wenig vorausahnen, welche Entscheidungen getroffen werden könnten.
  4. Die Fähigkeiten der Konkurrenten – hier steht die Kombination aus Ressourcen menschlicher und materieller Art im Fokus, die nur funktionieren, wenn Sie gut miteinander harmonieren.

Die Wettbewerbsanalyse nach Grant legt vor allem Wert darauf, sozusagen die Vorhersage auf Basis der Ressourcen und Einblicke in die Gedanken der Konkurrenz zu bekommen. Dadurch kann vorausschauend auf die Entwicklungen reagiert werden.

Ergebnis der Markt- und Wettbewerbsanalyse

Wenn du die Daten erhoben hast, ordne diese nach Produkten/Teilmärkten/Konkurrenten, um ein möglichst präzises Bild deiner eigenen Marktposition zu erhalten. Bleib dabei in jedem Fall objektiv!

Du kannst nun auch folgende Fragen beantworten:

  • Welche Entwicklungen oder Trends können den Markt beeinflussen?
  • Welche Konsequenzen zieht das jeweils nach sich?

Schau dabei auch nach rechts und links – z. B. welche verwandten Branchen deinen Markt beeinflussen können.

Du weißt nun, wo du mit deinem Unternehmen/deinen Produkten auf dem Markt stehst. Neben der Dokumentation des Umfelds kann dir die Markt- und Wettbewerbsanalyse nun auch zur Verbesserung der eigenen Unternehmensstrategie dienen.

Diese Maßnahmen kannst du ergreifen:

  • Passe ggf. deine Produktpalette an.
  • Passe ggf. deine Preise an.
  • Entwickle Produktideen, die Vorteile der Wettbewerber kompensieren.
  • Wenn der Wettbewerb auf Teilmärkten zu stark ist, dann trennen sie sich von diesem Produkt.
  • Prüfe, ob du deine Kunden auf anderen Vertriebswegen besser erreichen kannst.

Schaffe dir ein Netzwerk in deinem Markt. Sprich regelmäßig mit Lieferanten, Kunden oder Verbandsvertretern, um deine Positionierung zu überprüfen.

Praxisbeispiele

In der Theorie klingt eine Markt- und Wettbewerbsanalyse zunächst sehr komplex. Unsere Praxis-Beispiele zeigen, dass sich der Aufwand einer Markt- und Wettbewerbsanalyse lohnt. Basierend auf den oben dargestellten Tabellen, handelt es sich um zwei Szenarien aus der Computerbranche.

Beispiel 1: Das Großhandelsunternehmen im Kampf gegen Discounter

Ein Großhandelsunternehmen für Computer und PC-Komponenten bekommt von seinem Steuerberater den Hinweis, dass der Ertrag trotz steigender Umsätze seit Jahren zurückgehe. Daraufhin untersucht man zunächst die Kostenstrukturen im Unternehmen, findet dabei aber keine wesentlichen Punkte, die unverhältnismäßig hohe Kosten nach sich ziehen. Bei der anschließenden quantitativen Markt- und Wettbewerbsanalyse kristallisiert sich heraus, dass wesentliche Teile des Marktes inzwischen in der Hand von Discountern und Onlinehändlern sind. Ein Trend, den man regelrecht verschlafen hat. Gleichzeitig stellt sich heraus, dass auch der Komponentenmarkt herstellerseitig anders beliefert wird, wodurch sich zahlreiche neue Konkurrenten am Markt etabliert haben.

Tipp

Verschaffe dir einen Überblick!

Du willst deinen Gewinn steigern? Aber du hast noch keine konkreten Zahlen? Kein Problem. Lexware hat genau das Richtige für dich. Mit dem Werkzeug: Break-Even-Analyse erhältst du im Handumdrehen alle Daten, die du für die weitere Planung benötigst.

Nach umfangreicher Durchsicht aller Marktteile findet man mit Speicherkomponenten (USB-Sticks, SD-Karten) und Spezialitäten (E-Book-Reader, qualitativ hochwertige No-Name-Produkte als preisgünstige Alternativen zu namhaften Marken) einen Weg, sich in verschiedenen Nischen zu etablieren, die dem Unternehmen profitable Ertragschancen bieten und gleichzeitig für große Marktmacher nicht interessant sind.

Da es gelingt, den guten Namen aus dem bisherigen Geschäft durch strenge Qualitätsanforderungen auf die neuen Produktlinien zu übertragen, kann die Ertragsstärke erheblich gesteigert werden.

Beispiel 2: Ein kleines Unternehmen vergrößert die Zielgruppe mit einer strategischen Markt- und Wettbewerbsanalyse

Axel Müller ist Inhaber eines kleinen Computerladens. Zusammen mit einem Mitarbeiter bietet er ein Sortiment für Privatkunden an. Zum Portfolio gehören unter anderem PCs, Notebooks, Tablets, Software, Spiele, Zubehör. Müller möchte mehr verdienen und überlegt, welche Zielgruppe er mit dem vorhandenen oder einem leicht veränderten Portfolio zusätzlich ansprechen kann.

Ihm fällt auf, dass er keine Angebote für Geschäftskunden hat und diese in Werbung und Unternehmensauftritt nicht anspricht. Er will sich in einem ersten Schritt an Selbstständige sowie kleine Gewerbetreibende und Firmen wenden. Er nutzt eine Suchmaschine, um sich einen Überblick über die Wettbewerbslandschaft zu verschaffen. Nur drei Firmen in seiner Stadt sprechen Gewerbekunden an.

Allerdings will sich Müller besser informieren, bevor er eine Entscheidung trifft. Er ist Mitglied in zwei Netzwerken, in denen sich Kleinunternehmer und Selbstständige austauschen. Im Rahmen einer qualitativen Markt- und Wettbewerbsanalyse nimmt er mit 20 bekannten Unternehmern Kontakt auf und fragt, obgrundsätzliches Interesse an einem IT-Angebot bestehe und wie es aussehen müsse. Müller erhält mehrheitlich positive Rückmeldungen und erfährt, dass es gerade in kleinen Betrieben an IT-Unterstützung mangelt. Defizite gibt es v.a. bei der Erstellung von Gesamtkonzepten, der Notfallunterstützung, der Bereitstellung von Sicherheitslösungen und der gezielten Information über sinnvolle Neuheiten, die zu den individuellen Anforderungen der Adressaten passen.

Zusammen mit seinem Mitarbeiter prüft Müller, ob er in der Lage ist, die Wünsche der möglichen Neukunden zu befriedigen. Schnell stellen beide fest, dass es fachlich kaum Probleme geben würde. Allerdings ist es erforderlich, einen Mitarbeiter einzustellen, um das Volumen zu schaffen. Müller überschlägt das Potenzial, das sich ergeben könnte: Er geht davon aus, dass er im ersten Jahr die befragten Unternehmer aus dem Netzwerk als Kunden erhalten kann, und berechnet, was die Angebote, die sich die Kunden wünschen, kosten würden. Er kommt auf ein Umsatzpotenzial von 60.000 Euro. Davon kann er Mitarbeiter, Material und andere Kosten bezahlen. Müller wagt den Schritt, bietet die Leistungen der neuen Zielgruppe an und stellt einen neuen Mitarbeiter ein. Bereits nach wenigen Monaten stellt er fest, dass er mehr Umsatz und Gewinn erreicht, als er erwartet hatte.

Zusammen mit seinem Mitarbeiter prüft Müller, ob er in der Lage ist, die Wünsche der möglichen Neukunden zu befriedigen. Schnell stellen beide fest, dass es fachlich kaum Probleme geben würde. Allerdings ist es erforderlich, einen Mitarbeiter einzustellen, um das Volumen zu schaffen. Müller überschlägt das Potenzial, das sich ergeben könnte: Er geht davon aus, dass er im ersten Jahr die befragten Unternehmer aus dem Netzwerk als Kunden erhalten kann und berechnet, was die Angebote, die sich die Kunden wünschen, kosten würden. Er kommt auf ein Umsatzpotenzial von 60.000 Euro. Davon kann er Mitarbeiter, Material und andere Kosten bezahlen. Müller wagt den Schritt, bietet die Leistungen der neuen Zielgruppe an und stellt einen neuen Mitarbeiter ein. Bereits nach wenigen Monaten stellt er fest, dass er mehr Umsatz und Gewinn erreicht, als er erwartet hatte.