Netzwerk aufbauen

Ein berufliches Netzwerk bietet unzählige Vorteile, die sich durch weitreichende Kontakte ergeben. Über Kontakte erhältst du Informationen, Ratschläge und du kannst Erfahrungen austauschen, die dich in deiner beruflichen Karriere voranbringen. Ein Netzwerk aufzubauen, benötigt aber Zeit und Geduld.

Zuletzt aktualisiert am 03.09.2025

Das berufliche Netzwerk beginnt im Kleinen

Es gibt unterschiedliche Arten von Netzwerken. Berufliche soziale Netzwerke wie Xing oder LinkedIn machen es relativ einfach, ein Netzwerk im Internet aufzubauen.

Wichtiger ist es allerdings, so ein Netzwerk in der realen Welt aufzubauen und mit Menschen abseits der Digitalität in Kontakt zu treten. Aller Anfang ist schwer, aber der Beginn eines Netzwerks ist eigentlich recht simpel: Sprich mit Menschen. Ein Netzwerk besteht nicht aus einer ausgewählten Gruppe an Leuten, sondern aus allen Menschen, mit denen du Kontakt hältst. Ein gut ausgebautes, berufliches Netzwerk beinhaltet Mitarbeiter, Lieferanten, Assistenten, die Führungskraft  einer Abteilung oder eines Unternehmens und Kunden gleichermaßen.

Dabei ist wichtig, dass diese Kontakte dir einen Mehrwert bringen. Das größte Netzwerk bringt ihnen nichts, wenn sich darin nicht die richtigen Personen befinden. Qualität ist also wie so oft wichtiger als Quantität

Die ersten Kontakte

Die ersten Kontakte, mit denen du dein Netzwerk aufbaust, sind also durchaus von Bedeutung, denn sie legen den Grundstein für das weitere Wachstum. Das bedeutet nicht, dass die wichtigsten Kontakte zu Beginn Vorgesetzte, Geschäftsführer und allgemein Personen mit großer Verantwortung und in hohen Positionen sind.

Am Anfang konzentrierst du dich am besten auf Personen, die ähnliche Ziele verfolgen wie du selbst. Du kannst dich dann gegenseitig unterstützen und gemeinsam etwas erreichen. Ein weiterer Vorteil bei Personen mit ähnlichen Zielen ist deren Vernetzung. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du dadurch weitere Kontakte kennenlernst, die dir auf die ein oder andere Weise behilflich sein könnten.

Erst im zweiten Schritt knüpfst du verstärkt Kontakte in höheren Positionen. Diese können dir als Mentor und Vorbild dienen, schließlich sind sie dort, wo du vermutlich mal hinmöchtest. Dabei kannst du sowohl von positiven als auch negativen Erfahrungen lernen. 

Messen nutzen und ins Gespräch kommen

Messen bieten eine einzigartige Gelegenheit, dein berufliches Netzwerk gezielt aufzubauen bzw. es zu erweitern. Mit den richtigen Gesprächseinstiegen knüpfst du nicht nur oberflächliche Kontakte, sondern baust echte berufliche Beziehungen auf. Wenn du deinen Messebesuch planst, denke dabei auch an Folgendes:

  1. Nutze deinen Messestand als Gesprächsbrücke

    Ein interessanter Messestand mit interaktiven Elementen macht es dir leicht, mit anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen. Wenn du siehst, wie jemand ein Produkt testet oder sich für eine Demonstration interessiert, hast du bereits einen natürlichen Anknüpfungspunkt. So musst du nur noch fragen, ob jemand dein Produkt direkt testen möchte, und schon hast du ein Gespräch aufgebaut.

  2. Biete deine Expertise an und frage nach

    Wenn du siehst, wie jemand ein Produkt oder eine Lösung begutachtet, die zu deinem Fachbereich gehört, kannst du deine Erfahrungen dazu teilen und ebenfalls nachfragen, was die jeweils andere Person für Erfahrungen gemacht hat. So startest du auf einer Messe eine Unterhaltung auf Augenhöhe, denn du positionierst dich als Experte, zeigst aber gleichzeitig Interesse an den Erfahrungen deines Gegenübers.

  3. Stelle Fragen zur Bekanntheit deines Produkts bzw. deiner Lösung

    Indem du nachfragst, was deine Gesprächspartner bereits über dein Angebot wissen, hast du schon einen guten Gesprächseinstieg gefunden. So kannst du zum einen die Vorteile deines Produkts herausheben, aber auch direkt die Meinung und den Wissensstand der anderen Person herausfinden.

  4. Fokussiere dich auf gemeinsame Herausforderungen – und Lösungen

    Eine weitere Möglichkeit, den richtigen Gesprächseinstieg zu finden, sind Fragen, bei denen es zunächst nicht um dein Angebot geht, sondern um Probleme und Lösungen, mit denen der andere Mensch sich gerade auseinandersetzt. Frage beispielsweise nach, ob die betreffende Person eine Problemlösung sucht und damit eine Einsatzmöglichkeit für dein Produkt hat.

  5. Beginne mit authentischem Interesse

    Zu Anfang kannst du aber auch dein Produkt zunächst vollkommen außen vor lassen und auf Small Talk setzen. Frage, was deine Besucher auf die Messe führt und ob sie bisher für sie erfolgreich war. Das bietet sich allerdings nur an, wenn du selbst neugierig bist und auch in dieser Situation aufmerksam zuhören kannst. Authentisches Interesse ist die Basis für nachhaltige Netzwerkkontakte. 

Tipp

Mit Vorbereitung und Körpersprache überzeugen

Wer auf Messen Networking betreiben möchte, sollte nicht nur spontane Gespräche führen können, sondern auch vorbereitet sein. Überlege dir vorab einige offene Fragen, mit denen du Interesse zeigst und gezielt ins Gespräch einsteigen kannst. Am besten notierst du dir diese Fragen schriftlich, damit du diese auch nach einem langen Tag noch präsent hast.  

Achte zudem auf deine Körpersprache: Ein charmantes Lächeln, dem Anlass entsprechende bequeme Kleidung und direkter Blickkontakt wirken einladend und professionell. Und falls ein Gespräch mal ins Leere läuft: Bleib gelassen – auf der Messe zählt nicht jedes Gespräch, sondern die Summe aller Kontakte. 

Methoden, um ein Netzwerk aufzubauen

Es gibt einige Methoden und Herangehensweisen, um ein Netzwerk aufzubauen. Einige davon verlangen von dir, den direkten Kontakt zu suchen, andere erfordern eher ein bestimmtes Mindset oder sind eher Teil einer Vorausplanung

Eigentlich immer der erste Schritt für größere und langwierige Projekte ist das Setzen eines bewussten Ziels. Beim Aufbau eines Netzwerks ist das übergeordnete Ziel klar: Kontakte knüpfen.

Aber welches Ziel verfolgst du darüber hinaus mit deinem Netzwerk? Wofür soll dein Netzwerk hinterher gut sein? 
Es gibt darauf unterschiedliche Antworten:

  • schlichte Vernetzung mit Menschen, die ein ähnliches Ziel verfolgen oder mit Gleichgesinnten
  • die Suche nach aktiver Unterstützung bei deinen Projekten oder der Existenzgründung
  • der Austausch mit anderen über Ideen und Möglichkeiten auf dem Markt
  • das Gründen einer Community, die dir folgt und dein Produkt weiterträgt

Es muss natürlich nicht gleich eine Reihe von Gründen geben, ein Netzwerk aufzubauen, aber über mindestens einen solltest du dir im Klaren sein, bevor du mit dem Aufbau beginnst. 

Hilfe anbieten

Ja, dein Netzwerk soll dir einen Nutzen bringen; aber wer nur auf den eigenen Vorteil aus ist, bringt es meist nicht weit. Konzentriere dich deshalb darauf, anderen zu helfen und dich selbst als nützlich zu erweisen.

Ein Gefallen wird oft zurückgezahlt. Hilfe wird oft erwidert. Angebotene Ideen kommen irgendwann vielleicht zurück. Uneigennützigkeit geht weite Wege und deine Kontakte werden sich daran erinnern, wer ihnen geholfen hat. 

Netzwerk-Events

Mittlerweile gibt es zahlreiche Events, die exakt darauf ausgelegt sind, Kontakte zu knüpfen. Hier treffen sich Menschen aus allen Branchen und Bereichen. Gerade am Anfang ist es auf einem Netzwerk-Event recht einfach, erste Kontakte zu knüpfen.

Auf einem Netzwerk-Event verfolgen alle dasselbe Ziel. Das bedeutet, dass du gar keine andere Wahl hast, als Kontakte zu knüpfen. Solltest du dich nicht die ganze Zeit unter dem Tisch verstecken, kommst du automatisch mit anderen Besuchern des Events ins Gespräch.

Neben klassischen Präsenzveranstaltungen gibt es mittlerweile auch viele digitale Formate – von Webinaren über Online-Konferenzen bis hin zu virtuellen Barcamps. Auch hier lässt sich ein Netzwerk aufbauen, selbst wenn kein offizieller Austausch vorgesehen ist. Ein Blick auf Event-Hashtags auf LinkedIn genügt oft, um andere Teilnehmende zu finden und gezielt Kontakt aufzunehmen, auch wenn das Event nicht auf Networking ausgelegt ist.
Gerade in der Selbstständigkeit spielen Events eine wichtige Rolle. Selbstständige nutzen diese Events, neben dem Austausch, auch für deine Sichtbarkeit, Positionierung und manchmal sogar für die Akquise. Dabei ist es egal, ob du als Gast, Vortragender oder Gastgeber auftrittst – jede Rolle kann neue Türen öffnen.

Tipp

Eigene Events organisieren

Wenn du keine passenden Events findest, kannst du auch selbst zum Veranstalter werden, um dein Netzwerk aus- bzw. aufzubauen. Mit einem Live-Audio-Event, einem Online-Workshop oder einem Fachgespräch im Kollegenkreis ist der Einstieg niedrigschwellig. Eigene Veranstaltungen schaffen Sichtbarkeit, zeigen Expertise und öffnen Türen für neue Kontakte. Achte besonders darauf, dass du Themen wählst, die für andere relevant sind – der Rest ergibt sich dann oft von selbst. 

Bleib in Kontakt

Ein Punkt, der gerne vergessen wird, ist die Pflege von Kontakten. Gespräche enden oft mit einem Satz wie „Darüber müssen wir unbedingt noch einmal reden …“, aber das findet dann nie statt.

Hast du Kontaktdaten wie E-Mail oder Telefonnummer, dann nutze diese auch. Frage, ob man das Gespräch von neulich wieder aufnehmen will oder wo man den Kontakt in naher Zukunft vielleicht wieder antreffen kann.

Kontakte zu knüpfen, legt das Fundament. In Kontakt zu bleiben, festigt dein Netzwerk.