Gewerbeversicherung

Bist du Freelancer, Gründer eines Start-Ups, Betreiber eines Kleinst- oder Kleinunternehmens, Chef eines kleinen oder mittleren Unternehmens oder arbeitest selbständig? Dann ist der Abschluss einer Gewerbeversicherung für dich unentbehrlich. Die Gewerbeversicherung dient dazu, Unternehmen vor finanziellen Schäden zu schützen, die entweder durch den Betrieb an Dritten verursacht werden oder im Unternehmen selbst auftreten. Auch in Bezug auf Rechtsstreitigkeiten kann eine solche Versicherung für dein Gewerbe sinnvoll sein.

Zuletzt aktualisiert am 29.01.2026

Zusammenfassung

Gewerbeversicherung im Überblick

  • Eine Gewerbeversicherung schützt Unternehmen vor finanziellen Schäden, die durch den Betrieb an Dritten oder innerhalb des Unternehmens entstehen.
  • Die Gewerbeversicherung richtet sich an Freelancer, Start-up-Gründer, Betreiber von Kleinst- und Kleinunternehmen sowie Selbstständige.
  • Grundsätzlich ist sie unerlässlich für den Schutz gegen rechtliche und finanzielle Risiken im Unternehmensbetrieb, da sie potenzielle hohe Kosten durch Schadensfälle optimal abdeckt, z. B. einen Wasserrohrbruch oder Unfälle von Kunden.
  • Die monatlichen Beiträge variieren je nach Branche, Art und Umfang des Versicherungsschutzes.
  • Wichtig: Die Wahl der Versicherung sollte individuell auf die Risiken und Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten sein.

Definition

Was versteht man unter einer Gewerbeversicherung?

Die Gewerbeversicherung ist eine Betriebsversicherung, die, anders als zum Beispiel die private Krankenversicherung, zu den persönlichen Versicherungen für die oben bezeichnete Personengruppe zählt. Im Fall eines Schadens soll diese Absicherung das Unternehmen vor negativen finanziellen Auswirkungen bewahren. Der Schutz bei dieser Versicherung umfasst Schäden, die durch den Betrieb an Dritten verursacht werden, und erstreckt sich auf Pannen und Defekte, die in der Firma selbst vorkommen.

Warum ist es wichtig, dass du eine Gewerbeversicherung abschließt?

Um dir die Wichtigkeit eines solchen Abschlusses zu veranschaulichen, seien hier zwei Beispiele genannt:

  • In deiner Firma geschieht ein Wasserrohrbruch, wodurch das Großraumbüro unter Wasser gesetzt wird. Ein bedeutender Teil des Inventars wird dadurch unbrauchbar.
  • Einer deiner Kunden rutscht auf einer frisch gewischten Treppenstufe aus und verletzt sich. Das betreffende Warnschild wurde nicht sichtbar aufgestellt.

In beiden Fällen entstehen für dein Unternehmen große Kosten. Genau in solchen Fällen greift diese Versicherung. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Handwerker, Freiberufler oder Unternehmer handelt: Alle Personen, die selbständig sind, tragen immer ein gewisses Risiko. Doch welche Art der Gewerbeversicherung benötigt dein Unternehmen genau? Generell werden zwei Arten bei dieser Versicherung unterschieden:

  • Die Gewerbehaftpflichtversicherung, die deine Firma vor Ansprüchen Dritter schützt
  • Solche Versicherungen, die einen Schaden, den du selbst erlitten hast, begleichen

Welche Gewerbeversicherung nun für dich empfehlenswert und passend ist, musst du individuell für dich ermitteln lassen. Bei der Entscheidung kann ein Rechtsanwalt helfen, der ermittelt, welche Risiken unbedingt abgesichert werden sollten. Die geeignete Wahl ist insbesondere von den potenziellen Risiken abhängig, die sich aus deinen individuellen Faktoren, wie beispielsweise die Art und Größe deines Unternehmens und deinen speziellen unternehmerischen Tätigkeiten, ergeben.

Info

Was deckt die Gewerbeversicherung ab?

Kurz gesagt: Die Gewerbeversicherung dient dazu, dein Unternehmen vor finanziellen Risiken zu sichern, die im Geschäftsalltag entstehen können. Das bedeutet, sie deckt typischerweise Schäden ab, die du oder deine Mitarbeiter Dritten zufügen, sowie Schäden am eigenen Betrieb, beispielsweise durch Feuer, Einbruch oder andere Einflüsse.

Je nach Art des Gewerbes können auch Absicherungen für Betriebsunterbrechung, Werkzeuge oder berufliche Fehler dazugehören. Ziel der Gewerbeversicherung ist es dabei stets, dich vor hohen Kosten zu schützen und die wirtschaftliche Existenz deines Unternehmens optimal abzusichern.

Die Betriebshaftpflichtversicherung: Die (beinahe) wichtigste Gewerbeversicherung für dein Unternehmen

Sie deckt Personen-, Sach- und Vermögensfolgeschäden, (die in Fachkreisen auch „unechte Vermögensschäden“ genannt werden) ab, die Mitarbeiter deines eigenen Betriebes verursachen. Im Gegensatz zu den unechten Vermögensschäden gibt es auch echte Vermögensschäden. Sie sind nicht Folge der Personen- und/oder Sachschäden. Diese übernimmt jedoch die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung.

Die Berufshaftpflichtversicherung als Kombination aus beiden Arten

Sie deckt sowohl Personen-, Sach-, unechte und echte Vermögensschäden ab. In diesem Zusammenhang gibt es eine spezielle Form der Berufshaftpflichtversicherung in Form der IT-Haftpflichtversicherung. Eine Versicherung, die speziell für die IT-Branche entwickelt wurde. Sie entspricht dem Deckungsumfang der Berufshaftpflicht.

Weitere berufsgruppenspezifische Versicherungen:

  • Die sogenannte „Veranstalterhaftpflichtversicherung“. Sie deckt die Schäden ab, die während einer Veranstaltung stattfinden und die der Organisator des Events verschuldet hat.
  • Weiterhin gibt es die Frachtführerversicherung. Sie wird auch „Frachtführerhaftpflicht“ oder „Frachtführerhaftpflichtversicherung“ genannt. Hierbei handelt es sich um eine Transportversicherung, passend für Unternehmer, die fremde Ware transportieren. Sie deckt Schäden an fremden Waren ab, die während eines Transportes eintreten.
  • Da Geschäftsführer, Vorstände und Manager zunehmend für persönliche Fehler haften, haben die Versicherungsgesellschaften die D&O (Directors and Officers) Versicherung ins Leben gerufen. Als Kombination aus Managerrechtsschutz und Managerhaftpflicht sichert sie diesen Personenkreis gegen die finanziellen Folgen eines beruflichen Fehlers ab.

Der Abschluss einer Gewerbeversicherung ist für jede Berufsgruppe im Rahmen der Selbständigkeit wichtig

§ 823 BGB regelt, dass grundsätzlich jeder, der dem anderen vorsätzlich oder fahrlässig einen Schaden zufügt, dem anderen zumSchadensersatzverpflichtet ist. Natürlich gilt dieses Gesetz auch für die Freelancer, die Gründer eines Startups, den Betreiber eines Kleinst- und Kleinunternehmens ebenso wie für den Chef eines kleinen oder mittleren Unternehmens oder die selbständig arbeitende Person. Der genannte Paragraf unterstreicht einmal mehr die Notwendigkeit zum Abschluss einer Gewerbehaftpflichtversicherung.

Schütze dich bei erlittenen Schadensfällen!

Die Haftpflichtversicherung deckt die Schadensersatzansprüche Dritter richtig ab. Jedoch ist es für einen Betrieb genauso wichtig, auch selbst erlittene Schäden mithilfe einer Gewerbeversicherung abzudecken. Sollte beispielsweise in deiner Firma ein Brand ausbrechen, kann dies schnell zur Existenzgefährdung führen. Daher gibt es eine Vielzahl von Versicherungsmöglichkeiten, die unterschiedlichste Szenarien beinhalten und diese entsprechend absichern.

Einige weitere Versicherungsmöglichkeiten innerhalb der Gewerbeversicherung:

  • Die Inhaltsversicherung. Sie schützt das eigene Inventar sowie gelagerte Ware und deckt alle Schäden ab, die durch Leitungswasser, Einbruchdiebstahl, Feuer sowie Hagel oder Sturm verursacht werden.
  • Die gewerbliche Rechtsschutzversicherung. Da es im geschäftlichen Bereich des Öfteren zu Streitigkeiten kommen kann, ist ein passender, kompetenter Rechtsbeistand in Form eines Anwalts häufig unabdingbar.
  • Die Elektronikversicherung. Diese deckt Schäden an Laptops, Bildschirmen und allen elektronischen Geräten ab. Anders als bei der schon genannten Inhaltsversicherung werden durch diese Versicherung nicht nur Schäden aufgrund bestimmter Gefahren durch die Gewerbeversicherung abgedeckt. Die Elektronikversicherung zum Beispiel zählt mit ihrer Leistung zur sogenannten „Allgefahrenabsicherung“. Das heißt, dass, abgesehen von wenigen Ausschlüssen, durch diese Art der Gewerbeversicherung ein Versicherungsschutz für alle erdenklichen Kategorien von Schäden besteht. So deckt sie auch Schäden ab, die durch ungeschicktes Verhalten in den Berufen ausgelöst werden. Das typische Beispiel: Einer deiner Arbeitnehmer kippt aus Versehen Kaffee über die Laptop-Tastatur. Diese kann nun nicht mehr genutzt werden.
  • Die Maschinenbruchversicherung. Sie ist besonders für die Unternehmen zu empfehlen, die einen großen Fuhrpark oder große Maschinen haben, da die Maschinen durch diese Gewerbeversicherung versichert sind. Auch hier handelt es sich um eine Allgefahrenabsicherung, da beispielsweise auch diejenigen Schäden abgedeckt sind, die durch eine falsche Maschinenbedienung entstehen.
  • Die Cyberversicherung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Digitalisierung schreitet mehr und mehr voran, so dass gehäuft Fälle von Cyber-Kriminalität auftreten. Damit du dich gegen diese schützt, ist die Leistung einer umfassenden IT-Infrastruktur empfehlenswert. Für Folgeschäden aus erfolgten Hacker-Angriffen haftet diese Art der Versicherung für dein Gewerbe.

Speziell nach den jeweiligen unternehmerischen Bedürfnissen gibt es die maßgeschneiderte Gewerbeversicherungen für folgende Berufsgruppen:

  • Die Gastronomie
  • Die Gewerbeversicherung für den Handel
  • Für Freiberufler
  • Handwerker
  • Landwirtschaftliche Betrieb
  • Gewerbeversicherung für Kleingewerbe

Wenn du beabsichtigst, ein Kleingewerbe zu gründen, muss die passende Gewerbeversicherung für dich ebenfalls ein wichtiges Thema sein. Je nach Versicherungsgesellschaft sind meist folgende Schäden abgedeckt:

  • Sachschäden
  • Personenschäden
  • Vermögensfolgeschäden Dritter (beispielsweise Gewinn- und Verdienstausfall)
  • Umweltschäden
  • Wenn du dies möchtest, können auch etwaige Schäden, die durch deine Produkte entstehen könnten, abgedeckt werden

Die Kosten für eine solche Gewerbeversicherung sind häufig gering und werden von einigen Gesellschaften bereits für unter 10 Euro im Monat angeboten.

Mit welchen Kosten musst du bei einer Gewerbeversicherung für dein Unternehmen rechnen?

Anhand der aufgeführten Arten der Gewerbeversicherung kannst du entnehmen, dass sich die Kosten wesentlich nach dem Umfang sowie der Ausgestaltung des Versicherungsschutzes in den verschiedenen Berufen richten. Natürlich ist die von dir gewählte Betriebsart hierbei maßgeblich. Da für jede Versicherungsart im Rahmen einer solchen Versicherung eigene Kalkulationsverfahren zum Tragen kommen, können die monatlichen Kosten für deinen Betrieb 100 Euro, aber auch 1.000 Euro betragen.

Tipp

Nutze bei Versicherungen auch die Expertise Dritter

Das Thema Versicherungen ist komplex und es besteht immer das Risiko, dass man sich falsch versichert, bestimmte Risiken nicht richtig einbezogen sind oder man überversichert ist. In der Praxis hat es sich daher bewährt, die Expertise Dritter zu nutzen. Das kann z. B. ein Versicherungsmakler oder ein Versicherungsberater sein. 

  • Versicherungsmakler haben Policen mehrerer Anbieter im Portfolio und Beratung und Auswahl der Policen sind in der Regel kostenfrei. Makler erhalten von der Versicherung, deren Police sie verkauft haben, eine Provision.
  • Versicherungsberater vermitteln i. d. R. keine Versicherungen, sondern beraten gegen Entgelt und verlangen ein Honorar. Sie haben daher nur geringen Anreiz, selber Versicherungen zu verkaufen bzw. Anbieter zu empfehlen. 

Seriöse Anbieter finden sich bei Versicherungsmaklern z. B. beim Berufsverband BDVM e.V. Gleiches gilt für Versicherungsberater (BVVB - Bundesverband der Versicherungsberater e.V.).

Vergleiche die Angebote der Gewerbeversicherungen

Ein Vergleich der Gewerbeversicherungen ist wichtig, um den richtigen Schutz für dein Unternehmen zu finden und gleichzeitig die Kosten möglichst niedrig zu halten. Da jedes Gewerbe unterschiedliche Risiken hat und Versicherer verschiedene Leistungen anbieten, solltest du systematisch vorgehen.

  • Bedarf klären: Bevor du die Tarife der Versicherungen für dein Gewerbe vergleichst, solltest du wissen, welche Risiken genau abgesichert werden müssen.
  • Deckungsumfang prüfen: Achte weniger auf die Werbeversprechen, sondern auch die tatsächlichen Leistungen.
  • Kosten vergleichen: Die Kosten der Gewerbeversicherungen unterscheiden sich teilweise sehr stark. Achte dabei auf jährliche Gesamtkosten und monatliche Rabatte der Versicherungen für dein Gewerbe.
  • Bewertungen: Es lohnt sich, einen Blick auf Erfahrungen anderer Unternehmer und die Servicequalität zu werfen.

Fazit

Juristische Auseinandersetzungen in Form von Rechtsstreitigkeiten, Haftungsansprüche Dritter und Schäden an der Geschäftsausstattung stellen für dich als Unternehmer Risiken dar, mit denen du früher oder später konfrontiert werden kannst. Daher ist es sehr empfehlenswert, wenn du dich um die entsprechende und für deinen Betrieb richtige maßgeschneiderte Lösung der Gewerbeversicherung kümmerst. Da es DAS Pauschalpaket jedoch nicht gibt, raten wir dir dringend, dich über die potenziellen Risiken deiner eigenen Firma im Vorfeld so gut wie möglich zu informieren, um den für deine Belange notwendigen Schutz innerhalb der Gewerbeversicherung zu erhalten. Zudem solltest du dich absichern und prüfen, ob sich das Einschalten Dritter lohnt. Beim Prüfen von Vertragsbedingungen der Leistungen, Vergleiche von Kosten und sonstigen Hilfestellungen kann das Zuziehen eines Rechtsanwalts vorteilhaft sein.