Was ist Lieferkettenmanagement?
Beim Lieferkettenmanagement – auch: Supply-Chain-Management – geht es um die Planung, Steuerung und Überwachung aller Prozesse entlang der Lieferkette. Ziel ist es, Waren oder Dienstleistungen effizient, kostengünstig und nachhaltig bereitzustellen.
Die Lieferkette besteht aus allen Etappen, die eine Ware oder eine Dienstleistung global durchläuft – von der Gewinnung des Rohstoffs über die Herstellung bis hin zur Auslieferung an den Endkunden.
Wichtige Aufgaben im Bereich des Lieferkettenmanagements sind:
- die Beschaffung von Rohstoffen und Materialien
- die Koordination von Produktion und Logistik
- die Überwachung von Lagerhaltung und Lieferantenbeziehungen
- die Sicherstellung von Qualität und Nachhaltigkeit.
Was besagt das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG)?
Das LkSG gilt seit dem Jahr 2023 für Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitenden und seit 2024 für Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden. Es verpflichtet diese Unternehmen, menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken in ihrer Lieferkette zu identifizieren, zu bewerten und zu minimieren. Derzeit ist das Gesetz ausgesetzt – ab 2028 soll es durch die europäische Lieferkettenrichtlinie CSDDD abgelöst werden.
Warum auch KMU vom LkSG betroffen sind
Auch wenn Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) gar nicht direkt dem LkSG unterliegen, sind sie indirekt meist doch davon betroffen, denn: Sie sind ja oft selbst Lieferanten und damit Bestandteil einer Lieferkette. Große Unternehmen fordern wegen des LkSG zuverlässige Informationen über Nachhaltigkeit und Sorgfaltspflichten von ihren Lieferanten. Das gilt besonders für direkte Lieferanten großer Unternehmen – und zwingt damit auch kleinere Unternehmen zur Einhaltung der entsprechenden Standards. Wenn sich KMU langfristig als verlässliche Partner positionieren wollen, müssen sie also ihre Prozesse nachhaltig gestalten
Was ist nachhaltiges Lieferkettenmanagement?
Das nachhaltige Lieferkettenmanagement verbindet wirtschaftliche Effizienz mit ökologischer und sozialer Verantwortung. Es berücksichtigt Nachhaltigkeitskriterien, wie etwa:
- den Umweltschutz, indem das Unternehmen zum Beispiel entlang seiner Lieferkette für eine nachhaltige Ressourcennutzung sorgt
- die Arbeitsbedingungen, etwa durch die Sicherstellung fairer Löhne und Arbeitnehmerrechte entlang der gesamten Lieferkette des Unternehmens
- die Soziale Verantwortung, indem das Unternehmen zum Beispiel dafür garantiert, dass in seiner Lieferkette keine Kinder- und Zwangsarbeit stattfindet.
Warum ist nachhaltiges Lieferkettenmanagement sinnvoll?
Ein professionelles nachhaltiges Lieferkettenmanagement ist aus mehreren Gründen sinnvoll, weil es:
- Risiken minimiert: Schwachstellen in der Lieferkette bergen erhebliche rechtliche, finanzielle und Reputationsrisiken.
- Effizienz steigert: Optimierte Prozesse und ein effektiver Ressourceneinsatz sparen Zeit und Geld.
- Nachhaltigkeit fördert: Unternehmen reduzieren ihren ökologischen Fußabdruck und tragen soziale Verantwortung.
- Transparenz schafft: Klare Einblicke in die Lieferkette stärken das Vertrauen von Partnern, Finanzinstituten und Kunden.
Tipp
Wie du deine Lieferkette nachhaltiger gestalten kannst
Du kannst deine Lieferanten systematisch auf Nachhaltigkeit überprüfen, indem du selbst klare Kriterien festlegst, standardisierte Tools nutzt und eng mit deinen Partnern zusammenarbeitest. Ein proaktiver Ansatz in der Bewertung von Lieferanten stärkt nicht nur deine eigene Nachhaltigkeitsstrategie, sondern sorgt auch für Transparenz und Vertrauen entlang deiner gesamten Lieferkette.
Analysiere die Nachhaltigkeitsstandards deiner Lieferanten zum Beispiel mit Blick auf Kriterien wie CO₂-Emissionen, Arbeitsbedingungen und Ressourceneffizienz und bevorzuge Lieferanten, die umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen anbieten und für faire Arbeitsbedingungen einstehen.
Die fünf Säulen des nachhaltigen Supply-Chain-Managements
Doch was bedeutet Nachhaltigkeit in der Lieferkette konkret? Einen Anhaltspunkt der Aspekte bieten die fünf Säulen des nachhaltigen Supply-Chain-Managements, an denen sich Unternehmen orientieren können:
- Beschaffung: Auswahl umweltfreundlicher und sozial verantwortlicher Lieferanten.
- Produktion: Einsatz ressourcenschonender und energieeffizienter Verfahren.
- Logistik: Optimierung von Lieferketten, um Emissionen zu reduzieren.
- Risikomanagement: Identifikation und Minimierung von Gefahren in der Lieferkette.
- Transparenz: Offenlegung der gesamten Lieferkette, um Vertrauen zu schaffen.
Tipp
So kannst du Risiken in deiner Lieferkette identifizieren und managen
Um sicherzustellen, dass deine Lieferkette wirklich nachhaltig ist und den Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes entspricht, solltest du etwaige Risiken frühzeitig erkennen und managen:
- Risikoanalyse durchführen: Untersuche, welche Materialien, Produkte oder Regionen ein erhöhtes Risiko für Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen bergen.
- Maßnahmen definieren: Entwickle Strategien, um Risiken zu minimieren – dafür empfehlen sich zum Beispiel strenge Verträge oder Audits.
- Überwachung: Kontrolliere deine Lieferanten regelmäßig und passe Maßnahmen an neue Entwicklungen an.
Wie können KMU Transparenz in ihrer Lieferkette sicherstellen?
Transparenz ist der Schlüssel zu einem verantwortungsvollen Management der Lieferkette. Folgende Maßnahmen helfen dabei, die eigene Supply Chain nachhaltig und nachvollziehbar zu machen:
- Nachverfolgbarkeit: Nutze digitale Tools, um den Weg deiner Produkte lückenlos zu dokumentieren.
- Kommunikation: Informiere deine Kunden über die Herkunft deiner Produkte und die Maßnahmen, die du ergreifst.
- Berichtswesen: Erstelle Berichte, in denen du deine Fortschritte und Herausforderungen offen darlegst.
Tools und Technologien für ein nachhaltigeres Lieferkettenmanagement
Die Digitalisierung bietet etliche Möglichkeiten, um Lieferketten nachhaltig und transparent zu machen.
In der Lebensmittelindustrie wird beispielsweise die Blockchain-Technologie genutzt, um die Herkunft von Zutaten lückenlos zu dokumentieren und Verbrauchern Einblicke in nachhaltige Produktionsprozesse zu geben. Lieferantenmanagement-Plattformen erleichtern die Auswahl und Überwachung von Lieferanten. In der Logistik kommen Lösungen rund um das Internet of Things zum Einsatz: Sensoren überwachen den Energieverbrauch oder die Effizienz von Maschinen in Echtzeit. Track-and-Trace-Systeme optimieren Transportwege, um Emissionen zu senken.
Eine Vielzahl an speziellen Software-Lösungen unterstützt dabei, Nachhaltigkeits-KPIs entlang der Lieferkette zu lassen oder Risiken in der Lieferkette identifizieren. Die Auswahl an Tools und Technologien für ein nachhaltigeres Lieferkettenmanagement ist groß und die Anforderungen sind unterschiedlich.
Das nachhaltiges Lieferkettenmanagement als Chance
Bei dem nachhaltigen Lieferkettenmanagement geht es für Unternehmen nicht nur darum, gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, sondern vor allem bietet es die Chance, sich langfristig als verantwortungsvoller Partner zu positionieren. Es bietet sich an, um Risiken zu minimieren, Vertrauen zu schaffen und die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Mit klaren Prozessen und den richtigen Tools können Unternehmen ihre Supply Chain nachhaltig und transparent gestalten.