Nachhaltigkeit

Digitale Kompetenzen: Machen Sie Ihr Unternehmen zukunftsfit

Digitale Kompetenzen sind für Unternehmen heute absolut unverzichtbar. Angesichts einer rasant fortschreitenden Digitalisierung und einer sich immer weiter beschleunigenden Veränderungsgeschwindigkeit müssen auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihre Mitarbeitenden digital fit machen – um als Unternehmen selbst fit zu bleiben. Wir haben für Sie zusammengetragen, was digitale Kompetenzen sind, warum sie so immens wichtig sind und wie Sie die digitalen Skills Ihrer Mitarbeitenden entwickeln und fördern können.

Zuletzt aktualisiert am 04.04.2025
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Digitale Kompetenzen: Wir haben Nachholbedarf

Was ist eigentlich digitale Kompetenz und was bedeutet der Begriff für die heutige Arbeitswelt? Unternehmen, die wettbewerbsfähig bleiben wollen, brauchen für die entstehenden Herausforderungen mehr als nur digitale Technik: Sie brauchen Menschen, die mit dieser Technik umgehen können. Digitale Kompetenzen sind dabei der Schlüssel für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung und daher auch von großer Bedeutung, das gilt übrigens für Firmen aller Größen.

Laut EU-Definition sind digitale Kompetenzen die „Fähigkeit, digitale Tools zu verwenden, um Informationen zu finden, zu analysieren, zu kommunizieren, Inhalte zu erstellen und Probleme zu lösen – sicher, kritisch und verantwortungsvoll“. Das klingt für viele Menschen erst einmal selbstverständlich, denn schließlich ist die Digitalisierung längst in unser aller Umfeld und Alltag angekommen.

Laut dem aktuellen D21-Digital-IndexE – dem alljährlich erhobenen Lagebild zur Digitalen Gesellschaft in Deutschland – verfügen aber gerade einmal 49 % der Bürgerinnen und Bürger über digitale Basiskompetenzen. Die Studie mahnt eine „Kompetenzoffensive“ an, damit Gesellschaft und Unternehmen die Chancen des digitalen Wandels für sich nutzen können.

Wer künftig zum Beispiel neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln, Technologien verstehen, Daten sinnvoll nutzen, effizient kommunizieren und Künstliche Intelligenz professionell einsetzen will, der benötigt Zugang zu digitaler Kompetenz. Auch wenn es um wirtschaftliche Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und Risikominimierung geht, sind digitale bzw. Future Skills erforderlich. Die notwendigen Fähigkeiten reichen von vermeintlichen Kleinigkeiten wie dem klugen Umgang mit Passwörtern über die professionelle Nutzung digitaler Tools bis hin zu einer Sensibilität für Cyberkriminalität und Desinformation. 

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Digitale Grundkompetenzen

Zu den grundlegenden digitalen Kompetenzen bzw. Kompetenzen 4.0 zählen:

  • der Umgang mit digitalen Geräten, wie etwa Computer, Tablet und Smartphone
  • ein Verständnis von Software-Anwendungen, zum Beispiel Textverarbeitung,
    Tabellenkalkulation oder Cloud-Tools
  • der sichere Umgang mit dem Internet
  • die Kommunikation und Zusammenarbeit über digitale Kanäle
  • der Schutz persönlicher und sensibler Daten sowie IT-Sicherheit
  • der kritische und bewusste Umgang mit Informationen aus digitalen Quellen

Auf diesen Fähigkeiten bauen alle anderen weiterführenden digitalen Skills auf, zum Beispiel in den Bereichen künstliche Intelligenz, Datenanalyse, automatisierte Prozesse oder digitale Geschäftsmodelle.

Konkrete Vorteile für KMU

Digitale Kompetenzen befähigen KMU, relevante Trends zu erkennen, neue Technologien effektiv zu nutzen und innovative Lösungen für ihr Unternehmen zu entwickeln.
Digitale Kompetenzen sind der Schlüssel für Veränderung. Sie sind erforderlich, um die Digitalisierung zu nutzen und Prozesse zu verbessern, Ressourcen zu sparen, Kunden zu erreichen, Risiken zu minimieren und generell flexibler auf Veränderungen zu reagieren. Gerade kleinen und mittleren Unternehmen bietet die Digitalisierung etliche Chancen, nachhaltiger zu wirtschaften:

  • Effizientere Abläufe durch digitale Tools und Automatisierung
  • Wettbewerbsvorteile, weil sie schneller und flexibler reagieren
  • Attraktivität als Arbeitgeber, besonders mit Blick auf jüngere Fachkräfte
  • Zukunftsfähigkeit, weil technologische Entwicklungen besser verstanden und integriert werden
  • Nachhaltigkeit, weil digitale Prozesse unter anderem Ressourcen und damit Kosten sparen
     

Wie Sie digitale Kompetenzen im Unternehmen fördern

Digitale Weiterbildung muss nicht kompliziert oder teuer sein. Wichtig ist, überhaupt erst einmal zu starten. Hier einige praxisnahe Möglichkeiten, wie Sie Ihre Mitarbeitenden fit für die digitale Zukunft machen:

  1. Status Quo analysieren: Wer kann was im Team? Wo bestehen Lücken?
  2. Digitale Ziele definieren: Was wollen Sie erreichen? Welche Tools sollen eingesetzt werden?
  3. Schulungsangebote nutzen: IHK, Handwerkskammern oder Branchenverbände bieten passgenaue Weiterbildungen.
  4. Learning by Doing ermöglichen: Digitale Tools in den Arbeitsalltag integrieren – etwa Projektmanagement-Software oder cloudbasierte Kommunikation.
    Digitale Lernformate fördern: Online-Kurse, Webinare oder Microlearning anbieten.
  5. Erfolge sichtbar machen: Kleine Fortschritte dokumentieren und anerkennen.

Tipp

Hier finden Sie Weiterbildungen

Die IHK München bietet auf ihrer Website eine kompakte Übersicht zu den wichtigsten digitalen Kompetenzen – speziell für den Mittelstand: IHK München – Digitale Kompetenzen. Renommierte Anbieter wie die Haufe Akademie bieten spezielle Plattformen, mit denen Unternehmen die digitalen Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden entwickeln können.

Wie sich digitale Kompetenzen messen lassen

Die Grundlagen digitaler Kompetenzen lassen sich nicht nur erlernen – sie lassen sich auch messen. Für Unternehmen ist das besonders wichtig, wenn sie Weiterbildungsbedarfe erkennen und gezielt fördern möchten.

Digitale Kompetenzmodelle und Tests bieten eine gute Orientierung. Der bekannteste Rahmen ist der europäische DigComp (Digital Competence Framework for Citizens), der die wichtigsten Kompetenzbereiche definiert und in Kompetenzstufen von 1 bis 8 einteilt.

So können Sie digitale Kompetenzen im Unternehmen beurteilen

  • Selbsteinschätzungs-Tools: Mitarbeitende bewerten ihre Fähigkeiten mithilfe standardisierter Fragebögen, zum Beispiel mithilfe des DigComp Self-Assessment Tools.
  • Online-Tests: Verschiedene Anbieter bieten praxisnahe Tests, die digitale Fähigkeiten anhand von Aufgaben messen.
  • Kompetenzprofile: Für bestimmte Berufe oder Aufgaben können digitale Kompetenzprofile genutzt werden, um zu prüfen, ob Mitarbeitende alle nötigen Skills mitbringen.
  • Lernfortschrittskontrollen: In E-Learning-Plattformen lassen sich Fortschritte automatisch dokumentieren und auswerten.

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Nicht jedes Unternehmen ist gleich

Es gibt kein einheitliches Punktesystem, das alle digitalen Schlüsselkompetenzen bewertet. Entscheidend ist immer der konkrete Anwendungsbezug im Unternehmensalltag. Deshalb lohnt sich der Blick auf individuelle Anforderungen in Ihrem Betrieb: Welche Tools werden genutzt? Welche Aufgaben erfordern digitales Know-how? Wo gibt es Engpässe?

Digitalisierung braucht Menschen – und Kompetenzen

Gerade für die Entwicklung und Digitalisierung in KMU lohnt es sich, kontinuierlich in die digitale Weiterentwicklung der Mitarbeitenden zu investieren. Technik allein reicht nicht aus. Ohne die richtigen Kompetenzen kann kein noch so gutes Tool wirken. Es geht um lebenslanges Lernen.

Mit der rasanten Entwicklung in Bereichen wie künstliche Intelligenz, virtuelle Welten, Robotik, Quantentechnologie und 6G entsteht gerade eine neue Nachfrage nach fortgeschrittenen digitalen Kompetenzen. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, diese Kompetenzen zu fördern und zu entwickeln. Denn Fakt ist: Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Wer in der Arbeitswelt heute in digitale Kompetenzen investiert, macht sich zukunftsfit und sichert die Wettbewerbsfähigkeit von morgen.