Der richtige Umgang mit KI-Tools
Es ist ein sehr verlockender Gedanke, im Marketing einfach nur ein paar Befehle erlernen zu müssen, und schon übernimmt die KI deine Marketing-Aufgaben, schreibt deine Artikel und optimiert deine Inhalte. Kein Wunder also, dass gerade viele die „künstliche Intelligenz“ und die vielen neuen Apps und Tools mit Begeisterung als Lösung für alle möglichen Anforderungen im Business nutzen.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Zeitersparnis
- Effizienz
- Abgleichen von großen Datenbeständen in Sekunden
- Analysieren und Vergleichen von Inhalten
- Recherchieren von Keywords
Was so praktisch ist, kann aber ebenso schnell sehr gefährlich werden. Schließlich greifen die populären Tools auf eine Vielzahl von Quellen zu, deren Qualität und Rechtefreigaben nicht immer klar sind. Es ist also wichtig, dass du verstehst, wann sie versagt oder sogar schädlich sein kann.
Damit du kompetente Entscheidungen rund um den Einsatz von KI treffen kannst, solltest du also zunächst einmal mehr darüber erfahren, wie sie funktioniert. Außerdem – und das vergessen viele der Leute – nutzt du wahrscheinlich KI schon längst in vielen Bereichen und hast sie nur nicht so genannt.
Ob du dein Smartphone mit einem Fingerabdruck entsperrst, dich mit einem Chatbot unterhältst oder deine Belege innerhalb von Minuten buchst – KI ist überall bereits erfolgreich etabliert.
Verlass dich nur auf Fakten, die du selbst recherchiert hast
Wenn du selbst KI im Marketing einsetzt, um deine eigenen Anwendungen und Inhalte zu erstellen, solltest du dich niemals blind darauf verlassen, dass die schicken Ergebnisse richtig sind. Zahlreiche Experten haben seit dem Start des Hypes belegt, dass die KI-Tools oft einfach plausibel klingende Ergebnisse zusammenstellen, die aber nicht unbedingt richtig sind. Gelegentlich sind die Datenbestände veraltet oder die Rechte liegen bei einer Firma. Das kann teuer werden, wenn du ungefiltert weiterverwendest, was du mit KI erstellt hast.
Außerdem, und das ist so interessant wie spannend, erfindet die KI auch manchmal einfach Antworten, die in dem Zusammenhang logisch erscheinen. Damit möchtest du dann aber vermutlich nicht in deinem Marketing erwischt werden.
Aktuell gibt es die unterschiedlichsten KI-Tools, mit denen du Audio, Texte oder Videos erstellen und Bilder mit verschiedenen Motiven generieren kannst. Einige dieser Apps werden von großen Konzernen auf den Markt gebracht und durchlaufen eine bereits langjährige Entwicklung. Andere sind frische Ideen von Start-ups oder – und das ist nicht immer so einfach herauszufinden – von Trittbrettfahrern, die Gewinn auf Knopfdruck versprechen und damit wiederum ihr eigenes schnelles Geld machen wollen.
Achtung
Vorsicht bei KI von Trittbrettfahrern
Solche Anbieter verlagern das Risiko ganz auf dich. Wenn du nämlich falsche Informationen veröffentlichst oder grafische Inhalte verwendest, die eigentlich anderen gehören, werden nicht die Tool-Betreiber zur Rechenschaft gezogen, sondern du.
Generische, verwechselbare und langweilige Inhalte
Ein ebenso großes Risiko der Nutzung von KI im Marketing liegt allerdings darin, dass du zwar bequem alle möglichen Fragen beantworten und Texte schreiben lassen kannst. Es wird aber immer das gewisse Etwas fehlen, das deine Persönlichkeit durchscheinen lässt und dazu beiträgt, dass Menschen gerne mit dir arbeiten wollen.
Kannst du trotzdem KI nutzen, zum Beispiel für SEO? Klar. Jedes einzelne Stück Content sollte aber von dir überarbeitet und in deinem eigenen Stil herausgegeben werden, dann ist die Zeitersparnis gleich viel kleiner. Dieser Text wurde übrigens nicht mithilfe einer KI erstellt, sondern von einer Person, die den großen Wert einer persönlichen Note für sich erkannt hat.
Wofür sich die KI-Tools allerdings wirklich gut eignen: Um sich Vorschläge für Strukturen, wichtigste Punkte und Zusammenfassungen machen zu lassen. Immer noch gilt, dass du dein eigenes Hirn ebenfalls nutzen solltest, aber schon immer war es einfacher, etwas Vorhandenes gründlich zu überarbeiten, als es von null auf selbst zu schreiben – wenn die Struktur halbwegs stimmig ist, versteht sich.
Solltest du dich dazu entscheiden, trotz all dieser Bedenken KI-generierten Content zu verwenden, schreibe einen entsprechenden Hinweis dazu. Deine Leser haben Transparenz verdient.
Vorsicht Falle: Lieber kreative Freelancer statt KI einsetzen?
Wenn du der KI generell oder im Marketing misstraust und lieber einen Auftrag an Kreativdienstleister vergibst, musst du leider damit rechnen, dass der eine oder andere trotzdem zeitsparend und effizient mit künstlicher Intelligenz arbeitet und du unwissentlich die genannten Risiken eingehst. Die Tools sind einfach zu verlockend und die Gefahren nicht allen bewusst.
Prüfe also stets, woher die Grafiken und Fotos stammen und nutze Copyscape oder PlagScan für eine Prüfung, ob fremde Inhalte für die Erstellung deiner Texte verwendet wurden.
Was heute noch geht, ist morgen vielleicht schon verboten
In der aktuellen Goldgräberstimmung und Aufbruchphase der für alle zugänglichen KI-Tools gerät nur zu leicht in Vergessenheit, dass ihr Einsatz auch untersagt werden kann oder abgestraft – dann wäre es schlecht, wenn du dich im Marketing zu sehr auf KI verlassen hast.
Zu den ersten Einrichtungen, die KI-Inhalte verboten haben, gehören Schulen und Universitäten. Natürlich wollen Hochschulen und Bildungseinrichtungen, dass die Studierenden die Informationen auch wirklich erlernen, die ihnen beigebracht werden – und sich nicht auf eine Maschine verlassen, die Aufsätze und Abschlussarbeiten zu einem bestimmten Thema verfassen kann.
Neben den bereits genannten Tools, die Duplikate finden, können auch die großen Suchmaschinen des Internets mit einer wachsenden Erkennungsrate jene Texte finden, die von KI generiert wurden. Wenn zum Beispiel ein Suchgigant wie Google das kann und morgen beschließt, dass solche Inhalte nicht mehr gefunden werden sollten, wären sie aus den Suchergebnissen schneller weg, als du die nächste App ausprobieren kannst.
Nun hat Google aber eine eigene KI-Technologie namens Gemini entwickelt und würde ein bisschen heuchlerisch dastehen, wenn die Inhalte anderer Anwendungen aus dem Index gekickt werden. Es bleibt also spannend, denn jede App und jede neue Entwicklung können wieder die Spielregeln ändern.
Tipp
Unsere Tipps für den Umgang mit KI im Marketing
- Nutze KI für Recherche, nicht, um deinen Job zu machen.
- PrüfeKI-generierte Inhalte auf Fakten und fremde Rechte.
- Bleib auf Veränderungen in diesem schnelllebigen Markt vorbereitet.
- Lass dich inspirieren und schreib dann etwas Eigenes.
- Wenn du aber KI nutzt, dann lerne auch die besten Befehle.