Als Freiberufler besser ein Geschäftskonto oder ein Privatkonto nutzen?

Als Freiberufler oder Selbstständiger bist du nicht zwingend dazu verpflichtet, ein Bankkonto in Form eines Geschäftskontos einzurichten. Allerdings kann es durchaus vorteilhaft sein, ein eigenes Geschäftskonto für alle deine geschäftlichen Tätigkeiten zu führen. Wir zeigen dir hier, welche Möglichkeiten du hast, ob du ein normales Girokonto als Geschäftskonto nutzen kannst und welche Kriterien bei der Auswahl des richtigen Kontos zählen.

Zuletzt aktualisiert am 09.03.2026

Ein Geschäftskonto – was ist das eigentlich?

Mit einem Geschäftskonto wickelst du deinen geschäftlichen Zahlungsverkehr ab und trennst private und geschäftliche Ausgaben klar voneinander. Ein Geschäftskonto funktioniert dabei grundsätzlich wie ein privates Girokonto.

Ein Geschäftskonto für Freiberufler und Selbstständige ist also ein zweites Konto, über das alle Zahlungsein- und -ausgänge deiner Selbstständigkeit laufen. Das Finanzamt erwartet, dass du alle Vorgänge und Kontobewegungen klar nachvollziehen kannst.

Privatkonto vs. Geschäftskonto

Die meisten Banken unterscheiden zwischen Privat- und Geschäftskonto. In der Regel haben Arbeitnehmer automatisch nur ein Privatkonto. Darauf erhalten sie ihr Gehalt und bezahlen damit alle anfallenden Rechnungen.
Geschäftskonten für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer haben im Gegensatz zum Privatkonto weitere Merkmale:

  • Das Geschäftskonto läuft in der Regel auf den Namen des Unternehmens.
  • Du kannst mehrere Kontobevollmächtigte einrichten.
  • Nicht alle Banken bieten Geschäftskonten an.

Darüber hinaus unterliegt ein Geschäftskonto nicht dem gleichen Verbraucherschutz wie ein Privatkonto. So muss die Bank bei Privatkonten etwa strengere Transparenzpflichten einhalten. Mit einem Geschäftskonto nutzt du Funktionen wie Lastschriftverfahren, Kundengutschriften oder Kartenzahlungen. Du musst die Kontoauszüge zehn Jahre aufbewahren, da sie zur Buchführung gehören. Bei Privatkonten entfällt diese Pflicht.

Auch wenn du als Freiberufler kein Geschäftskonto brauchst, unterscheiden sich beide Kontoarten in wichtigen Punkten. Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede auf einen Blick:

KriteriumPrivatkontoGeschäftskonto
Gesetzliche Pflicht Nein Nur für Kapitalgesellschaften
Kontoführungsgebühren Oft kostenlos Meist kostenpflichtig (steuerlich absetzbar)
Verbraucherschutz Voller Schutz Eingeschränkter Schutz
Buchungskosten Meist inklusive Oft pro Buchung bepreist
Lastschrifteinzug bei Kunden Nicht vorgesehen SEPA-Firmenlastschrift möglich
Kontobevollmächtigte In der Regel nur einer Mehrere möglich
Aufbewahrungspflicht Kontoauszüge Keine 10 Jahre (als Teil der Buchführung)
Buchhaltungssoftware-Anbindung Möglich, aber nicht optimiert Oft nativ integriert
Steuerliche Absetzbarkeit Nur 16 € Pauschale/Jahr Alle Kosten voll absetzbar
Außenwirkung Privat Professionell

Info

Einlagensicherung

Die gesetzliche Einlagensicherung in Deutschland schützt Bankguthaben von Privat- und Firmenkunden bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Person und Bank.

Diese Kosten fallen bei einem Geschäftskonto an

Je nach Bank oder Dienstleister zahlen Selbstständige und Freiberufler unterschiedliche Gebühren für ihr Geschäftskonto. Dazu gehören beispielsweise:

  • Monatliche Grundgebühren
  • Kosten für Abhebungen oder Einzahlungen von Bargeld
  • Zinsen für den Dispokredit
  • Kosten für Transaktionen  
  • Kosten für Beratungsleistungen 

Vergleiche die Angebote verschiedener Anbieter, um das passende Geschäftskonto zu finden. Dabei solltest du nicht nur die bloßen Kosten im Blick haben. Überlege genau, welche weiteren Leistungen du benötigst.

Für wen ist das Geschäftskonto Pflicht?

Gesetzlich sind in Deutschland nur Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG, KGaA, eG, eV) dazu verpflichtet, ein Geschäftskonto zu führen. Denn diese Unternehmensformen sind juristische Personen, die eigenständig rechts- und geschäftsfähig sind. Gründer, die als Einzelunternehmer starten, sollten ebenfalls frühzeitig über ein Geschäftskonto nachdenken. Auch ohne gesetzliche Pflicht empfiehlt sich ein Geschäftskonto besonders für Personengesellschaften Wenn mehrere Gesellschafter, etwa in einer GbR, gemeinsam ein Privatkonto nutzen, verlieren sie schnell den Überblick, geraten in interne Konflikte oder bekommen Probleme mit der Bank. Viele Banken schließen in ihren AGB die geschäftliche Nutzung von Privatkonten durch Personengesellschaften aus. In solchen Fällen bleibt dir nur die Möglichkeit, ein Geschäftskonto zu eröffnen.

Achtung

Keine Geschäftskonto-Pflicht für Freiberufler

Als Selbstständiger, Freiberufler oder Kleinunternehmer musst du kein Geschäftskonto führen. Das Finanzamt beanstandet es nicht, wenn du dein Privatkonto geschäftlich nutzt. Wenn du also überlegst, ein Privatkonto in ein Geschäftskonto umzuwandeln, solltest du prüfen, ob deine Bank dies erlaubt. Wenn du dein Privatkonto als Geschäftskonto nutzt, solltest du außerdem alle Buchungen lückenlos dokumentieren.

Was sind die Vorteile eines Geschäftskontos für Freiberufler?

Der Hauptvorteil eines Geschäftskontos liegt darin, dass es die Buchhaltung deutlich erleichtert. Du hast einen besseren Überblick über deinen Zahlungsverkehr und deine Finanzen. Außerdem kannst du deine Buchungen eindeutig zuordnen. Kurzum sorgt ein Geschäftskonto für eine klare und saubere Trennung zwischen privaten und geschäftlichen Zahlungen. Denn wer ein Geschäftskonto und ein Privatkonto zusammen nutzt, riskiert Unklarheiten bei der Buchführung. Das kann bei der Steuer oder im Rahmen einer Betriebsprüfung schnell zum Nachteil werden.

Die Vorteile im Überblick:

  • Private und berufliche Umsätze trennen: Wenn du private und berufliche Umsätze trennst, behältst du einen besseren Überblick über deine Finanzen.
  • Geschäftskonto mit Buchhaltungssoftware verknüpfen: So behältst du Betriebseinnahmen und -ausgaben immer im Blick. Die Software bucht alle Ausgaben direkt und legt die notwendigen Dokumente für das Finanzamt automatisch ab.
  • Professionalität zeigen: Mit einem Geschäftskonto signalisierst du deinen Kunden und Geschäftspartnern, dass du ein etabliertes und seriöses Unternehmen betreibst.
  • Steuererklärung einfach erstellen: Ein Geschäftskonto erfasst alle geschäftlichen Transaktionen an einem Ort. So erstellst du deine Steuererklärung schneller, weil du private und geschäftliche Zahlungen nicht erst sortieren musst.
  • Besserer Überblick: Du hast Geschäftseinnahmen und -ausgaben jederzeit im Blick und kannst auf dieser Grundlage präzisere Entscheidungen treffen
  • Rechtliche Sicherheit: Wenn du dein privates und geschäftliches Konto trennst, vermeidest du Zuordnungsfehler und rechtliche Probleme. Bei einer Betriebsprüfung erkennt das Finanzamt Angaben möglicherweise nicht an, wenn alle Buchungen über ein privates Konto laufen.
  • Kosten und Aufwand bei einem Kontowechsel: Wer sich erst später für ein Geschäftskonto entscheidet, muss mit zusätzlichem Aufwand und Kosten rechnen (z. B. für die Änderung der SEPA-Lastschriftmandate).
  • Weitere Funktionen: Manche Funktionen kannst du nur mit einem Geschäftskonto nutzen.

Info

Wie ein fehlendes Geschäftskonto die Steuererklärung erschwert

Lisa arbeitet als freiberufliche Grafikdesignerin und wickelt anfangs alles über ihr Privatkonto ab. Als sie ihre Steuererklärung vorbereitet, muss sie über 200 Buchungen manuell durchgehen und private von geschäftlichen Ausgaben trennen. Mit einem Geschäftskonto hätte sie sich diesen Aufwand gespart. Dort hätte sie alle Betriebseinnahmen und -ausgaben automatisch an einem Ort gehabt und direkt in ihre Buchhaltungssoftware übernehmen können.

Info

Kontoführungsgebühren sind Betriebsausgaben

Die gesamten Kontoführungsgebühren für ein Geschäftskonto kannst du als Freiberufler oder Selbstständiger als Betriebsausgaben verbuchen und damit bei der Steuer geltend machen.

Tipp

Das Lexware Geschäftskonto vereint alle Vorteile für Freiberufler

Mit dem Lexware Geschäftskonto wird deine Buchhaltung zum Kinderspiel. Per Browser oder App, und damit ganz ohne Papierkram, kannst du deinen Zahlungsverkehr zeitsparend und komfortabel managen. Das Beste daran: Du arbeitest nur noch auf einer Plattform und musst nichts mehr mit anderen Anwendungen synchronisieren.

Eröffne dein Lexware Geschäftskonto in nur wenigen Minuten und genieße die nahtlose Verknüpfung mit deiner Buchhaltungssoftware für Freiberufler. So profitierst du von zahlreichen Vorteilen:

  • Klarer Überblick über private und geschäftliche Finanzen
  • Girokonto mit deutscher IBAN
  • Eine App, ein Login: Konto, Karte und Buchhaltung an einem Ort vereint
  • Keine Verzögerungen mehr: Banking und Buchhaltung in Echtzeit synchronisiert
  • Inkl. VISA Debitkarte
  • Kostenlose Echtzeitüberweisungen
  • Kontaktlos bezahlen und Bargeld abheben
  • Unbegrenzte Daueraufträge
  • Unbegrenzte SEPA- & Terminüberweisungen
  • Automatische Belegzuordnung
  • Push-Benachrichtigungen beim Zahlungseingang
  • Smart Split zur Rücklagenbildung 

Was sind die Nachteile eines Geschäftskontos?

Ein Nachteil von Geschäftskonten sind die Kontoführungsgebühren. Private Girokonten sind teilweise kostenlos. Bei Geschäftskonten zahlst du dagegen meist monatliche Gebühren, und selbst einzelne Buchungen kosten oft extra. Mittlerweile bieten allerdings einige Anbieter, vor allem Online-Banken, gebührenfreie Geschäftskonten für Freiberufler und Selbstständige an.
Nicht alle Geschäftskonten haben einen Dispokredit. Informiere dich zunächst bei deiner Bank, bevor du dich gegen ein Geschäftskonto entscheidest. Manchmal kannst du als Selbstständiger auch ein zweites Privatkonto oder ein kostenfreies Unterkonto eröffnen und für deinen geschäftlichen Zahlungsverkehr nutzen.

Info

Was bei Problemen mit dem Geschäftskonto tun?

Passt dein aktuelles Konto nicht mehr zu deinem Geschäftsmodell, etwa wegen hoher Gebühren, fehlender Funktionen oder mangelndem Support? Dann lohnt es sich, das bestehende Geschäftskonto zu kündigen und das Geschäftskonto zu wechseln. Ein Wechsel ist in der Regel unkompliziert und du kannst ein Konto wählen, das besser zu deinen Anforderungen passt.

Wo kannst du ein Geschäftskonto eröffnen?

Als Freiberufler oder Selbstständiger hast du drei Möglichkeiten, ein Geschäftskonto zu eröffnen:

  1. Du gehst klassisch in die Filiale einer Bank.
  2. Du eröffnest ein Konto bei einer Online-Bank.
  3. Du entscheidest dich für eine FinTech-Bank.

Welches Konto für dich am besten geeignet ist, hängt zum größten Teil von deinen Anforderungen und deiner Tätigkeit ab. Wenn du z. B. häufig mit Bargeld arbeitest, wählst du am besten eine Bank mit Filiale in deiner Nähe. Dort kannst du Bargeld direkt einzahlen. Auch deine Tätigkeit selbst kann beeinflussen, welches Geschäftskonto am besten zu dir passt.

Info

Geschäftskonto einrichten

Du kannst dein Geschäftskonto ganz einfach online eröffnen und einrichten. Erstelle dafür bei deiner bevorzugten Bank ein Konto und lege fest, welche weiteren Personen darauf zugreifen können. Danach musst du deine Identität bestätigen  – entweder in der jeweiligen Geschäftsstelle oder per Videolegitimation. 

Tipp

Prüfe die AGB deiner Bank

Bevor du dein Privatkonto geschäftlich nutzt, solltest du einen Blick in die AGB deiner Bank werfen. Denn manche Banken verbieten in ihren AGB, dass Kunden geschäftliche Zahlungen über ihr privates Konto abwickeln. Ist das der Fall, wende dich an deinen Bankberater, denn dann darfst du dein Privatkonto nicht als Geschäftskonto nutzen.

Bedingungen für die Eröffnung eines Geschäftskontos für Freiberufler

Was braucht man für ein Geschäftskonto? Bevor du ein Geschäftskonto eröffnest, solltest du die Bedingungen dafür bei deiner Wunschbank prüfen. Hier gibt es ganz unterschiedliche Kriterien. Um ein Firmenkonto zu eröffnen, brauchst du in der Regel:

  • Identitätsausweis z. B. Personalausweis
  • Bonitätsauskunft der Schufa
  • Gewerbeanmeldung (gilt nur für Gewerbetreibende und nicht für Freiberufler)
  • Ggf. bestehende Kontenbewegungen anhand von Kontoauszügen
  • Steuernummer / Steuer-ID

Welche Leistungen sollte dein Geschäftskonto abdecken?

Die Angebote für Geschäftskonten für Freiberufler und Selbstständige können sehr unterschiedlich ausfallen – du hast gewissermaßen die Qual der Wahl. Damit du das beste Geschäftskonto für deine Bedürfnisse findest, haben wir dir eine Checkliste zusammengestellt: 

  • Faire Preise und Konditionen: Viele Banken bieten diese Modelle gestaffelt an – je nachdem, wie viel Umsatz du erwartest. Lass dich dazu persönlich beraten.
  • Kostenfreie Buchungsposten: Viele Banken vergeben eine Anzahl von kostenfreien, beleglosen Überweisungen pro Monat.
  • Optionale Unterkonten: Einige Anbieter ermöglichen dir, Unterkonten einzurichten. Das erleichtert die Organisation deiner Finanzen deutlich.
  • Transparente Übersicht über Einnahmen und Ausgaben, besonders dann, wenn du Ausgaben für Marketing, Investitionen etc. trennen möchtest.
  • Bezahlkarten neben der klassischen EC-Karte (Debitkarte), beispielsweise Kreditkarten oder Business-Debitkarten.
  • Angemessener Dispokredit
  • Online-Banking für schnellen und flexiblen Zugriff auf deine Konten.
  • Ein- und Auszahlung von Bargeld

Moderne Geschäftskonten, insbesondere von FinTech-Anbietern, bieten darüber hinaus zusätzliche digitale Funktionen. Dazu zählen physische und virtuelle VISA-Business-Debitkarten, die Integration mit Google Pay oder Apple Pay, automatische Synchronisierung mit Buchhaltungssoftware sowie die Möglichkeit, Belege direkt mit Buchungen zu verknüpfen. Dazu zählen:

  • physische und virtuelle VISA-Business-Debitkarten
  • Google Pay oder Apple Pay
  • automatische Synchronisierung mit Buchhaltungssoftware
  • die Möglichkeit, Belege direkt mit Buchungen zu verknüpfen.

Darf ich ein Privatkonto geschäftlich nutzen?

Gerade zu Beginn der Selbstständigkeit oder nebenberuflichen Tätigkeit fragen sich viele, ob nicht auch ein bestehendes Privatkonto genügt. Manche Banken gestatten dies grundsätzlich. Andere schließen in ihren AGB ausdrücklich aus, dass du es geschäftlich nutzt. Du bist Freiberufler und daher gesetzlich nicht zu einem Geschäftskonto verpflichtet? Trotzdem kann deine Bank darauf bestehen, dass geschäftliche Transaktionen ausschließlich über ein separates Konto laufen. Vor allem wenn der geschäftliche Anteil zu hoch wird, kann die Bank Maßnahmen ergreifen:

  • die Bank kann dich ermahnen
  • sie kann dich zur Eröffnung eines Geschäftskontos auffordern
  • sie kann dein Konto automatisch auf ein Geschäftskonto umstellen, häufig mit rückwirkender Gebührenberechnung
  • sie kann sogar im Extremfall dein Konto kündigen.

Nutzt du ein Privatkonto geschäftlich, kann es zudem schnell unübersichtlich werden, etwa bei der Buchhaltung, Steuererklärung oder bei Rückfragen vom Finanzamt. Kommen dann noch Privateinlagen ohne betrieblichen Anlass hinzu, wird eine saubere Trennung zusätzlich schwieriger. Ein separates Geschäftskonto bietet hier klare Strukturen, Rechtssicherheit und professionalisiert den Außenauftritt.

Info

Wie ein Geschäftskonto die Betriebsprüfung erleichtert

Marco eröffnet direkt zu Beginn seiner freiberuflichen IT-Beratung ein Geschäftskonto und verknüpft es mit seiner Buchhaltungssoftware. Jede Zahlung wird automatisch erfasst und dem richtigen Posten zugeordnet. Als nach zwei Jahren seine erste Betriebsprüfung ansteht, kann er dem Finanzamt alle Belege und Kontobewegungen auf Knopfdruck vorlegen – sauber getrennt von seinen privaten Finanzen.

Zusammenfassung

Geschäftskonto für Selbstständige: Das Wichtigste zusammengefasst

  • Geschäftskonten sind das Gegenstück zu herkömmlichen Privatkonten.
  • Als Freiberufler oder Selbstständiger brauchst du nicht zwingend ein Geschäftskonto.  Das ist nur für bestimmte Unternehmensformen gesetzlich verpflichtend.
  • Je nach Anbieter variieren Kosten und Leistungen für Geschäftskonten. Vergleichen lohnt sich.
  • Geschäftskonten erleichtern dir als Freiberufler die Buchhaltung.
  • Ein Geschäftskonto kannst du bei Direkt-, Online- oder FinTech-Banken eröffnen.
  • Mit unserer Checkliste findest du im Handumdrehen dein ideales Geschäftskonto. 

FAQ-Bereich

Wie zahle ich mir als Freiberufler ein Gehalt vom Geschäftskonto aus?

 

Als Freiberufler oder Einzelunternehmer kannst du dir kein klassisches Gehalt auszahlen. Stattdessen überweist du regelmäßig einen festen Betrag von deinem Geschäftskonto auf dein Privatkonto – das nennt sich Privatentnahme. Diesen Betrag buchst du als solche in deiner Buchhaltung. Wichtig: Privatentnahmen sind keine Betriebsausgabe und mindern nicht deinen Gewinn. Plane den Betrag so, dass genug Geld auf dem Geschäftskonto bleibt – insbesondere für Steuervorauszahlungen, Krankenversicherung und laufende Betriebskosten.
Tipp: Lege einen festen monatlichen Betrag als „Gehalt" fest und überweise diesen immer zum gleichen Zeitpunkt. So behältst du den Überblick und vermeidest unkontrollierte Entnahmen.

Welche Geschäftskonto-Kosten kann ich steuerlich absetzen?

 

Wenn du ein separates Geschäftskonto führst, kannst du sämtliche Kontokosten als Betriebsausgaben in deiner Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) geltend machen.

Absetzbar sind unter anderem:

  • Monatliche Kontoführungsgebühren
  • Gebühren für Überweisungen, Lastschriften und Buchungen
  • Kosten für EC-Karten, Debitkarten und Kreditkarten
  • Gebühren für Kontoauszüge und Auslandsüberweisungen
  • Zinsen für betrieblich genutzte Kredite und Dispokredite

Du trägst diese Ausgaben in der Anlage EÜR unter „Übrige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben" (Zeile 66) ein. Als Nachweis reichen deine Kontoauszüge. Nutzt du hingegen nur ein Privatkonto, kannst du lediglich eine Pauschale von 16 Euro pro Jahr als Werbungskosten ansetzen

Brauche ich als nebenberuflich Selbstständiger ein Geschäftskonto?

 

Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Geschäftskonto auch bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit nicht. Solange deine Buchungen überschaubar bleiben, tolerieren viele Banken, dass du dein Privatkonto geschäftlich nutzt. Sobald jedoch die Anzahl der geschäftlichen Transaktionen steigt oder regelmäßig höhere Beträge eingehen, kann deine Bank eine Umstellung verlangen. Ein eigenes Geschäftskonto lohnt sich vor allem dann, wenn du regelmäßig Rechnungen stellst, Umsatzsteuer abführst oder deine Buchhaltung mit einer Software verknüpfen möchtest. Gerade wenn du planst, die nebenberufliche Tätigkeit langfristig auszubauen, sparst du dir mit einem frühzeitig eingerichteten Geschäftskonto später den aufwendigen Kontowechsel.

Von welchem Konto zahle ich Steuern – Geschäfts- oder Privatkonto?

 

Das hängt von der Steuerart ab:

SteuerartZahlung vonGrund
Umsatzsteuer / Vorauszahlung Geschäftskonto Betriebliche Steuer
Gewerbesteuer Geschäftskonto Betriebliche Steuer
Einkommensteuer / Vorauszahlung Privatkonto Private Steuer (betrifft Gesamteinkommen)
Steuerberater (betrieblicher Anteil) Geschäftskonto Betriebsausgabe
Steuerberater (privater Anteil) Privatkonto Keine Betriebsausgabe

Wenn du die Einkommensteuer dennoch vom Geschäftskonto überweist, musst du den Betrag als Privatentnahme verbuchen. Eine saubere Trennung erleichtert dir die Buchhaltung und vermeidet Rückfragen vom Finanzamt.

Wirkt sich die Eröffnung eines Geschäftskontos auf die Schufa aus?

 

Das kommt auf die Bank und die Art der Abfrage an. Die reine Eröffnung eines Geschäftskontos ohne Kreditrahmen wirkt sich in der Regel nicht negativ auf deinen Schufa-Score aus. Bei der Kontoeröffnung führen Banken meist eine sogenannte Konditionsanfrage durch – diese ist schufaneutral. Erst wenn du einen Dispokredit, eine Kreditkarte oder einen Kreditrahmen beantragst, handelt es sich um eine Kreditanfrage, die deinen Score kurzfristig beeinflussen kann. Einige Online-Banken und FinTech-Anbieter verzichten vollständig auf eine Schufa-Prüfung – bieten dann allerdings meist keinen Kreditrahmen an.

Wie viele Konten brauche ich als Freiberufler?

 

Mindestens zwei: ein Privatkonto und ein Geschäftskonto. In der Praxis empfiehlt es sich, zusätzlich Unterkonten für verschiedene Zwecke einzurichten:

KontoZweck
Geschäftskonto (Hauptkonto) Einnahmen, Betriebsausgaben, Zahlungsverkehr
Unterkonto Steuerrücklagen Fester Anteil jedes Zahlungseingangs für Einkommensteuer und Umsatzsteuer
Unterkonto Rücklagen Rücklagen für größere Anschaffungen oder Engpässe
Privatkonto Privatentnahmen, persönliche Ausgaben

Tipp: Überweise bei jedem Zahlungseingang sofort einen festen Prozentsatz (z. B. 30–40 %) auf dein Steuerrücklagen-Konto. So vermeidest du Liquiditätsengpässe, wenn das Finanzamt Vorauszahlungen oder Nachzahlungen fordert. Für die meisten Freiberufler reichen ein Geschäftskonto mit ein bis zwei Unterkonten plus das Privatkonto völlig aus.