Unternehmensfinanzierung: Diese Möglichkeiten haben Sie als Unternehmer

Jedes Unternehmen benötigt Kapital, um seine Geschäftstätigkeit zu finanzieren. Beispielsweise müssen Anlagegüter angeschafft oder Vorräte bezahlt werden. Und dieses Geld kann oft nicht vollständig aus dem betrieblichen Prozess erwirtschaftet werden, sondern kommt teilweise von Dritten, etwa einer Bank. In diesem Artikel erfahren Sie alles über das Thema Unternehmensfinanzierung, was Sie wissen müssen.

Zuletzt aktualisiert am 10.03.2026

Definition: Was bedeutet Finanzierung?

Unter Unternehmensfinanzierung versteht man die Bereitstellung von Kapital, um die Geschäftstätigkeit einer Firma sicherzustellen. Hierbei wird unterschieden, ob das Kapital von den Eigentümern stammt (Eigenkapital) oder von externen Geldgebern geliehen wird (Fremdkapital).

Fremdkapital kommt klassisch z. B. von Banken und Sparkassen oder von anderen Finanzierungspartnern wie Förderbanken. Im Gegensatz zur Liquiditätsplanung ist die Finanzierung bzw. Finanzplanung grundsätzlich langfristig ausgerichtet. Es geht also darum, Kapital für die nächsten drei bis fünf Jahre zu bekommen. Bei der Liquiditätsplanung beträgt die Laufzeit hingegen nur 12 bis 24 Monate.

Info

Beispiele für die Unternehmensfinanzierung

Es gibt viele Finanzierungsmöglichkeiten wie beispielsweise Bankkredite, Beteiligungskapital, Leasing, Factoring oder Fördermittel.

Anlässe für Unternehmensfinanzierung

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, weshalb ein Unternehmen eine Finanzierung benötigt. Zu den gängigsten Finanzierungsarten gehören:

  • Gründungs- bzw. Start-up-Finanzierung: Kapital für die Gründung eines neuen Unternehmens
  • Wachstumsfinanzierung: Geld für die weitere Expansion eines bestehenden Unternehmens (z. B. zum Kauf von Maschinen)
  • Umfinanzierung: Ersetzen eines Kredits durch eine andere Finanzierungsform (z. B. Eigenkapital)
  • Akquisitionsfinanzierung: Kapital zum Kauf oder zur Übernahme eines Unternehmens
  • Sanierungsfinanzierung: Kapital zur Rettung eines angeschlagenen Unternehmens
  • Projektfinanzierung: Versorgung von langlaufenden und teuren Projekten in einem Unternehmen mit Kapital

Auch im privaten Bereich ist eine Finanzierung möglich. Hier spielt beispielsweise die Finanzierung einer Immobilie durch Kredite (Immobilienkredit, Bausparvertrag etc.) eine große Rolle.

Arten und Formen der Unternehmensfinanzierung

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Unternehmensfinanzierung zwischen verschiedenen Arten der Kapitalerhebung. Es kann zwischen der Eigenfinanzierung und Fremdfinanzierung differenziert werden. Die Grafik zeigt Ihnen wesentliche Finanzierungsformen und -möglichkeiten für Unternehmen im Überblick:

Info

Ergänzend kurzfristige Finanzierungsmöglichkeiten nutzen

Als kurzfristig werden meist Zeiträume von bis zu einem Jahr gewertet. Kurzfristige Finanzierungen umfassen somit beispielsweise Kontokorrent- oder Lieferantenkredite, welche Sie für einen Zeitraum von maximal 12 Monaten nutzen können. Langfristige Fremdfinanzierungen, wie Bankdarlehen oder Schuldscheindarlehen, bieten sich hingegen für langfristige Investitionen an, die über mehrere Jahre zurückgezahlt werden.

Innenfinanzierung von Unternehmen

Als Innenfinanzierung werden alle Unternehmensfinanzierungen bezeichnet, die aus der Firma selbst stammen. Doch was gehört alles zur Innenfinanzierung? Diese erfolgt auf verschiedene Arten. Gemeinsam haben jedoch alle Varianten, dass Sie die benötigten Mittel selbst aufbringen. Eine Zufuhr von außen durch externe Geldgeber erfolgt nicht.

Interne Finanzierungsquellen wie Rückstellungen bieten eine Möglichkeit zur internen Fremdfinanzierung, da diese Mittel im Unternehmen selbst erwirtschaftet werden. Beachten sie jedoch, dass ein Vorteil von Fremdkapital die steuerliche Absetzbarkeit der Zinsen ist, die die Steuerlast Ihres Unternehmens mindern kann.

Definition

Was versteht man unter Innenfinanzierung?

Die Innenfinanzierung ist eine Finanzierungsform, bei der das Kapital aus dem Inneren des Unternehmens stammt. Dies können beispielsweise im Unternehmen belassene Gewinne oder Umsatzerlöse sein. Durch diese Methode bleibt das Unternehmen finanziell unabhängig von externen Kapitalgebern. Zu den typischen Ansätzen der Innenfinanzierung gehören die Finanzierung aus Vermögensumschichtung und die Selbstfinanzierung. Die Innenfinanzierung ist besonders attraktiv, da sie keine zusätzlichen Kosten wie Zinsen oder Gebühren verursacht.

Innenfinanzierung aus Kapitalfreisetzung

Bei der Vermögensumschichtung handelt es sich um eine Finanzierungsform, bei der Sie Beträge aus anderen Posten entnehmen und für die Innenfinanzierung verwenden. Die Finanzierung aus Kapitalfreisetzung ermöglicht es Unternehmen, gebundenes Vermögen in liquide Mittel umzuwandeln. Dies kann durch den Verkauf von Vermögensgegenständen, die Reduzierung des Forderungsbestandes oder durch Abschreibungen geschehen. Besonders flexibel ist diese Methode, weil sie ohne externe Geldgeber auskommt. Typische Beispiele sind der Verkauf von nicht benötigten Immobilien oder Maschinen.

Definition

Vermögensumschichtung Definition

Bei der Finanzierung aus Vermögensumschichtung handelt es sich um eine Finanzierungsform, bei der Sie Beträge aus anderen Posten entnehmen und für die Innenfinanzierung verwenden.

Einige Beispiele für Vermögensumschichtungen sind:

  • Verkauf von Wertpapieren oder nicht betriebsnotwendigen Immobilien.
  • Reduzierung von Lagerbeständen, um weniger Kapital zu binden.
  • Leasing von Maschinen oder Fahrzeugen anstelle eines Kaufs.

Vorteile Innenfinanzierung

Durch die Innenfinanzierung bleibt ein Unternehmen vom Kapitalmarkt unabhängig. Sie treffen Unternehmensentscheidungen selbstständig und müssen keine Investoren oder Anteilseigner berücksichtigen. Die Innenfinanzierung kostet bloß Kapital, das bereits vorhanden ist. Es entstehen aber keine Zinsen oder Gebühren. Auch bei den Ressourcen können Sie durch die Innenfinanzierung sparen. Durch den geringen Aufwand, sowohl bürokratisch als auch finanziell, fällt keine zusätzliche Arbeit an.

Nachteile Innenfinanzierung

Die Innenfinanzierung muss gesteuert und geplant werden. Das geht aber nur eingeschränkt durch das eigene Unternehmen, weil z. B. Gewinne niedriger ausfallen können als gedacht. Die gesellschaftsrechtlichen und handelsrechtlichen Regelungen und Begrenzungen schränken den Handlungsspielraum bei der Innenfinanzierung auf gewisse Weise ein. Sie müssen diese aber definitiv beachten, um rechtliche Probleme zu vermeiden.

Innenfinanzierung berechnen

Um die Innenfinanzierung zu berechnen, müssen Sie die internen Kapitalquellen des Unternehmens analysieren. Zu den Berechnungsgrundlagen zählen:

  • Einbehaltene Gewinne aus der offenen Selbstfinanzierung.
  • Rückstellungen für zukünftige Verbindlichkeiten.

Freigesetztes Kapital durch Vermögensumschichtung oder Abschreibungen.

Definition

Eigenkapitalfinanzierung Definition

Im Unterschied zur Fremdfinanzierung wird bei der Finanzierung mit Eigenkapital das Kapital direkt aus dem Vermögen der Eigentümer bereitgestellt. Diese Mittel stehen ohne Rückzahlungsverpflichtungen zur Verfügung und werden häufig auch als Eigenmittel bezeichnet.

Vorteile und Nachteile der Eigenkapitalfinanzierung

Vorteile der Eigenkapitalfinanzierung
Die Eigenkapitalfinanzierung bietet Ihrem Unternehmen eine größere Unabhängigkeit, da keine Verpflichtungen gegenüber Gläubigern bestehen. Zudem verbessern Eigenmittel Ihre Bonität und reduzieren das finanzielle Risiko. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass keine regelmäßigen Zinszahlungen erforderlich sind.

Nachteile Eigenkapitalfinanzierung
Werden externe Eigenkapitalgeber eingebunden, kann dies das Mitspracherecht und die Entscheidungsfreiheit der bestehenden Eigentümer einschränken. Dies kann insbesondere bei wachsendem Eigenkapitalbedarf zu Konflikten führen.

Gesetzliche Grundlagen der Eigenkapitalfinanzierung

Je nach Rechtsform eines Unternehmens gibt es gesetzliche Vorgaben für die Höhe des Eigenkapitals. So ist bei einer Aktiengesellschaft gemäß § 7 des Aktiengesetzes (AktG) ein Mindest-Eigenkapital von 50.000 Euro erforderlich, während eine GmbH  gemäß § 5 Abs. 1 GmbHG mindestens 25.000 Euro Eigenkapital aufweisen muss. Diese Vorgaben stellen sicher, dass das Unternehmen über ausreichend finanzielle Ressourcen verfügt, und tragen zur Stabilität des Unternehmens bei.

Eigenkapitalfinanzierung: Beispiele und Aufbau

Ein häufiges Beispiel für die Eigenkapitalfinanzierung ist die Thesaurierung von Gewinnen, bei der ein Unternehmen auf Gewinnausschüttungen verzichtet und diese stattdessen reinvestiert. Dies wird als Innenfinanzierung bezeichnet. Bei der Außenfinanzierung hingegen wird das Kapital durch Einlagen von neuen Gesellschaftern erhöht, was auch als Beteiligungsfinanzierung bezeichnet wird.

Selbstfinanzierung

Das Finanzierungsinstrument der Selbstfinanzierung wird in zwei Kategorien unterteilt:

  • Offene Selbstfinanzierung: Hierfür verwenden Unternehmen in der Regel Bilanzgewinne, welche nicht ausgeschüttet wurden. Diese stehen daher als Eigenkapital zur Verfügung und werden zur Finanzierung verschiedener Projekte verwendet.
  • Stille Selbstfinanzierung: Von dieser sprechen wir, wenn stille Rücklagen gebildet werden. Dies erfolgt beispielsweise bei einer Nichtaktivierung von Wirtschaftsgütern oder unterlassenen Zuschreibungen.

Beide Methoden tragen dazu bei, die finanzielle Stabilität eines Unternehmens langfristig zu sichern.

Offene Selbstfinanzierung

Bei der offenen Selbstfinanzierung wird der einbehaltene Gewinn des vorherigen Geschäftsjahres für die Innenfinanzierung verwendet. Dabei spricht man auch von der Gewinnthesaurierung. Das bedeutet, dass dem Unternehmen ein bestimmter Teil des erwirtschafteten Gewinns als zusätzliches Eigenkapital zur Verfügung steht.

Dabei gibt es Unterschiede zwischen Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften zu beachten:

Die offene Selbstfinanzierung bei Kapitalgesellschaften muss den einbehaltenen Gewinn regelmäßig zur Stärkung des Eigenkapitals verwenden. In der Bilanz taucht das als Gewinnrücklage auf und ist ein Teil des Eigenkapitals. Geben Sie mit der Lexware Office Bilanz Vorlage alle Angaben Ihrer Bilanz in der richtigen Anordnung an.

Personengesellschaften müssen keine Gewinnrücklage in der Bilanz bilden. Die einbehaltenen Gewinne werden stattdessen direkt in das Eigenkapitalkonto verbucht. Bei der offenen Selbstfinanzierung besteht der Nachteil, dass Investitionen durch das höhere Eigenkapital vielleicht nicht mehr genau kalkuliert werden. Darüber hinaus wird die Gewinnausschüttung verringert.

Stille Selbstfinanzierung

Eine stille Selbstfinanzierung wird durch stille Rücklagen möglich gemacht. Dafür müssen Sie das Vermögen unterbewerten oder die Verbindlichkeiten überbewerten.

Für die Unterbewertung des Vermögens haben Sie auch die Alternative, die immateriellen Vermögensgegenstände nicht zu aktivieren. Diese Nicht-Aktivierung findet zum Beispiel statt, wenn Sie ein Patent entwickeln. Dabei entstehen keine Produktionskosten. Die Patententwicklung wird nicht in der Bilanz ausgewiesen und die stille Selbstfinanzierung ist möglich.

Die Überbewertung von Verbindlichkeiten ergibt sich durch zu hohe Bildung von Rückstellungen.

Stille Reserven dürfen Sie nicht in der Bilanz ausweisen.

Rückstellungsfinanzierung

Durch Rückstellungen binden Sie finanzielle Mittel im Unternehmen. Diese können Sie im Betrieb zwischen Bildung und Auflösung der Rückstellung für Finanzierungszwecke nutzen. Wirksam ist diese Form der Unternehmensfinanzierung nur bei langfristigen, Rückstellungen, etwa für Pensionen, weniger bei kurzfristigen Rückstellungen, die schon nach wenigen Monaten aufgelöst werden, etwa Steuerrückstellungen.

Innenfinanzierung aus Rückstellungen

Rückstellungen entstehen dann, wenn Sie mit zusätzlichen Kosten aufgrund von finanziellen Verpflichtungen rechnen. Also beispielsweise, wenn Sie noch Steuern zahlen müssen und dafür Geld zurücklegen. Rückstellungen werden hier als planmäßiger Aufwand dotiert. Die Rückstellungen verbleiben so lange im Unternehmen, bis sie diese in Anspruch nehmen. In der Bilanz sind Rückstellungen Verbindlichkeiten. Sie dürfen aber nur dann gebildet werden, wenn tatsächlich ein konkreter Grund dafür besteht.

Rückstellungen gelten als negatives Wirtschaftsgut. Sie mindern dementsprechend das betriebliche Vermögen und reduzieren den steuerpflichtigen Gewinn.

Beispiele für Rückstellungen sind Rücklagen für Instandhaltungen, Steuernachzahlungen oder Prozesskosten.

Abschreibungsfinanzierung

Fließen Abschreibungswerte über den Umsatzprozess dem Unternehmen wieder zu, entsteht ein Finanzierungseffekt und Sie können die Mittel zur Kapitalbedarfsdeckung nutzen.

Achtung

Achtung bei Finanzierungen aus Rückstellungen und Abschreibungen

Nutzen Sie diese Möglichkeiten zur Unternehmensfinanzierung nur ergänzend und stützen Sie sich stattdessen möglichst auf andere Formen. Eigenmittel, Kredite oder auch Factoring und Leasing sind besser geeignet, weil sich diese Positionen besser planen und steuern lassen.

Außenfinanzierung von Unternehmen

Im Unterschied zur Innenfinanzierung erfolgt die Außenfinanzierung von Unternehmen nicht aus eigenen Mitteln, sondern mit Fremdkapital externer Geldgeber. Unterteilt wird sie unter anderem in Fremdfinanzierung, Beteiligungs- und Eigenfinanzierung.

Definition

Was ist Außenfinanzierung?

Die Außenfinanzierung ist eine Form der Unternehmensfinanzierung, die von externen Anbietern kommt. Bei der Außenfinanzierung wird unterschieden zwischen der Eigenfinanzierung, der Fremdfinanzierung, der Beteiligungsfinanzierung und der Mezzanine-Finanzierung, die je nach Unternehmenssituation eigene Vorteile und Nachteile mit sich bringen. Die finanziellen Mittel werden aber bei allen Varianten von unabhängigen Gläubigern in das Unternehmen gebracht.

Beispiele für eine Außenfinanzierung sind Ausgaben von Aktien wie bei einer Beteiligungsfinanzierung oder auch Lieferantenkredite.

Eigenfinanzierung

Die Eigenfinanzierung ist nicht mit der Innenfinanzierung zu verwechseln. Die externe Eigenfinanzierung bezeichnet die Erhöhung der Eigenkapitalquote durch das Hinzugewinnen von Finanzmitteln durch bereits bestehende oder neue Eigner. Der Kapitalgeber erwirbt Anteile an Ihrem Unternehmen, indem er Ihnen bei der Finanzierung diverser Projekte Ihrer Firma hilft. Dabei ist zwischen der Finanzierung mit Eigenkapital- und der Beteiligungsfinanzierung zu unterscheiden. Dabei erhält der Geldgeber jedoch nicht nur Anteil am Gewinn, sondern ebenfalls an potenziellen Verlusten.

Möglichkeiten der Finanzierung sind unter anderem:

  • Stille Teilhaber
  • Neue Partner
  • Börsengang
  • Kapitalerhöhung
  • Ausgabe der Aktien
  • Minderheitsbeteiligung
  • etc.

Abhängig sind die Möglichkeiten von der Wahl der Rechtsform.

Definition Fremdfinanzierung: Was ist Fremdfinanzierung?

Fremdfinanzierung bezeichnet die Finanzierung durch externe Geldgeber, die dem Unternehmen Kapital zu einem festgelegten Zinssatz verleihen. Der Kapitalgeber erhält dabei keine Anteile am Unternehmen und hat in der Regel nur das Anrecht auf Rückzahlung des geliehenen Betrags und die Zinsen.

Vorteil der Fremdfinanzierung ist einerseits, dass durch diese Form der Außenfinanzierung Investitionen auch dann möglich sind, wenn das Eigenkapital des Unternehmens nicht ausreicht. Andererseits können die regelmäßigen Zins- und Tilgungszahlungen die finanzielle Flexibilität des Unternehmens verringern und zum Nachteil werden. Im Gegensatz zur Eigenfinanzierung unterliegt die Fremdfinanzierung nämlich der unabhängigen Verzinsung.

Der Kapitalgeber ist nicht am Gewinn beteiligt. Der Kapitalnehmer kann allerdings die nach der Abzugsfähigkeit vom Ertrag erhaltenen Zinsen als Betriebsausgaben geltend machen. Hinzu kommt die Tatsache, dass Sie den Geldgebern Ihre vereinbarten Zinsen auch dann auszahlen müssen, wenn Sie ein verlustreiches Jahr haben.

Formen der Unternehmensfinanzierung sind beispielsweise:

  • Darlehen
  • Bankkredite
  • Schuldverschreibungen
  • etc.

Fremdfinanzierung berechnen

Zur Berechnung der Fremdfinanzierung müssen Sie den Kapitalbedarf sowie die Zins- und Tilgungskosten ermitteln. Ein Beispiel für eine Fremdfinanzierung ist der Kauf einer Produktionsmaschine im Wert von 900.000 Euro. Wenn Sie nur 150.000 Euro Eigenmittel haben, müssten Sie 750.000 Euro fremdfinanzieren. Diese Summe wäre dann mit den entsprechenden Zinsen zurückzuzahlen, die über die Dauer der Finanzierung anfallen.

Tipp

Welche Fehler sollte man bei der Unternehmensfinanzierung vermeiden?

Unterschätzen Sie den Finanzierungsbedarf für Ihr Unternehmen nicht, vergessen Sie nicht, die Mischung aus Eigen- und Fremdkapital zu planen, und lassen Sie die langfristige Liquidität und Rückzahlungsmöglichkeiten außer Acht. Eine professionelle Unternehmensberatung kann Ihnen helfen, die passende Lösung für Ihr Unternehmen zu finden und teure Fehler zu vermeiden.

Was ist eine Beteiligungsfinanzierung?

Als Beteiligungsfinanzierung bezeichnet man alle Formen der Bereitstellung von Eigenkapital von außen durch Kapitaleinlagen von vorhandenen oder eintretenden Gesellschaftern. Sie ist bei einer Unternehmensgründung immer erforderlich und darüber hinaus bei Erhöhungen des von den Gesellschaftern bereitgestellten Eigenkapitals. Dabei bringt die Aufnahme neuer Gesellschafter gewisse Vor- aber auch Nachteile mit sich. Die Rechtsform des Unternehmens und inwieweit es emissionsfähig ist oder nicht, hat großen Einfluss auf die Bereitstellung von Eigenkapital durch eine Beteiligungsfinanzierung. Im Zusammenhang mit der Beteiligungsfinanzierung spricht man bei nicht emissionsfähigen Unternehmen auch von der sogenannten Einlagenfinanzierung.

Vor- und Nachteile der Beteiligungsfinanzierung

Die Beteiligungsfinanzierung bietet eine Möglichkeit, Wachstum und Innovation zu finanzieren, ohne die Liquidität des Unternehmens zu belasten. Sie ist besonders attraktiv für Unternehmen, die Eigenkapital stärken oder Finanzmittel für große Projekte benötigen. Allerdings ist sie mit einem gewissen Kontrollverlust verbunden und an die hohen Erwartungen der Investoren geknüpft, weshalb Sie sorgfältiger abwägen sollten.

Vorteile einer Beteiligungsfinanzierung

  • Verbesserung der Eigenkapitalquote: Die Einbringung von Beteiligungskapital stärkt das Eigenkapital und verbessert die finanzielle Stabilität sowie Kreditwürdigkeit Ihres Unternehmens.
  • Kein Rückzahlungsdruck: Im Gegensatz zu Fremdkapital müssen Sie die bereitgestellten Mittel nicht zurückzahlen, was die Liquidität des Unternehmens schont.
  • Unterstützung durch Know-how und Netzwerke: Investoren bringen oft wertvolles Fachwissen, Erfahrung und Kontakte mit, die Ihr Unternehmenswachstum fördern können.
  • Risikoteilung: Da Investoren Mitunternehmer werden, teilen sie das Risiko von Verlusten mit dem Unternehmen.
  • Attraktiv für junge Unternehmen: Besonders Startup-Unternehmen profitieren von dieser Finanzierung, da sie häufig nicht über ausreichende Sicherheiten für Kredite verfügen.

Info

Für Startup-Unternehmen: Finanzierung frühzeitig planen

Bei Startup-Unternehmen ist die Finanzierung oft besonders herausfordernd, da sie häufig noch über keine etablierten Gewinne oder Sicherheiten verfügen. Um hier optimal aufgestellt zu sein, sollten Sie frühzeitig passende Finanzierungsquellen prüfen – zum Beispiel Eigenkapital, Investoren oder Fördermittel. Denn gerade für junge Gründer kann die richtige Finanzierung über den weiteren Erfolg des Unternehmens entscheiden.

Nachteile einer Beteiligungsfinanzierung

  • Verlust von Entscheidungsfreiheit: Durch die Abgabe von Unternehmensanteilen haben Investoren oft Mitspracherechte und Einfluss auf strategische Entscheidungen.
  • Gewinnbeteiligung: Investoren erwarten eine Rendite auf ihr Kapital, was oft in Form einer Gewinnbeteiligung erfolgt und bei Auszahlung die Liquidität schmälert.
  • Aufwendige Verhandlungen: Es ist oft zeit- und kostenintensiv, Investoren zu gewinnen, da rechtliche und finanzielle Bedingungen geklärt werden müssen.
  • Verwässerung der Anteile: Die Aufnahme neuer Investoren kann bestehende Anteile verwässern und den Einfluss der ursprünglichen Eigentümer verringern.
  • Hohe Erwartungen und eingeschränkte Flexibilität: Investoren stellen häufig hohe Erwartungen an die Unternehmensperformance und setzen das Management unter Druck, schnell bessere Ergebnisse zu liefern.

Besonderheiten der Beteiligungsfinanzierung nicht emissionsfähiger Unternehmen

Es gibt keinen organisierten Markt für die Beschaffung von Eigenkapital für nicht emissionsfähige Unternehmen. Daher müssen Sie auf Märkte ausweichen, die örtlich nicht gebunden und kaum institutionalisiert sind, auf denen individuelle, nicht standardisierte Vereinbarungen getroffen werden. Die Einlagenfinanzierung ist vor allem für Unternehmen von Bedeutung, die keine Möglichkeit haben, Beteiligungskapital über die Ausgabe von Aktien zu beschaffen. Das gilt vor allem für Rechtsformen wie die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) und die Kommanditgesellschaft (KG). Daraus resultieren vor allem die folgenden Probleme für nicht emissionsfähige Unternehmen:

  • Sie gewinnen kaum Kapitalanleger, die an leicht handelbaren Anlagen interessiert sind, weil sich Anteile nicht börsennotierter Unternehmen meist nicht jederzeit wieder veräußern lassen.
  • Sie benötigen oft sehr hohe Kapitalbeträge, da die Anteile nicht emissionsfähiger Unternehmen meist nicht in kleine Teilbeträge aufgespalten werden – anders als bei emissionsfähigen Unternehmen.
  • Bei nicht emissionsfähigen Unternehmen identifizieren sich die Gesellschafter meistens sehr stark mit „ihrem Unternehmen“ und fürchten, eigene Mitspracherechte und Mitentscheidungsbefugnisse an neue Gesellschafter zu verlieren.
  • Sie treffen auf Gesellschaftsverträge, die kaum gesetzlich geregelt sind, was für einen potenziellen Anleger problematisch sein kann.
  • Es ist deutlich schwerer, einen Preis für Anteile eines nicht emissionsfähigen Unternehmens festzulegen als für Anteile eines emissionsfähigen. Die Preisfindung geschieht individuell.

Einlagenfinanzierung: Vor- und Nachteile

<b>Vorteile</b>
VorteileNachteile
Kapitalbeschaffung innerhalb der Gesellschafter Gesteigertes Risiko für Einleger
Keine Zinsbelastung Wegfall des Leverage-Effekts
Mittelverwendung flexibel Hohe Renditenerwartung
Stärkung des Eigenkapitals Finanzkraft der Gesellschafter möglicherweise begrenzt

Beteiligungsfinanzierung bei Einzelunternehmen

Im Fall einer Einzelunternehmung kann der Einzelunternehmer lediglich Teile seines Privatvermögens in sein Unternehmen einbringen, was die Möglichkeiten zur Beteiligungsfinanzierung sehr stark einschränkt. Die Obergrenze des beschaffbaren Eigenkapitals ist hierbei identisch mit der Höhe des Privatvermögens. Um durch die Aufnahme weiterer Gesellschafter Eigenkapital beschaffen zu können, wäre eine Rechtsformänderung notwendig. Die einzige Möglichkeit ist deshalb die Aufnahme eines stillen Gesellschafters.

Beteiligungsfinanzierung bei Personengesellschaften

Im Fall einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR, BGB-Gesellschaft) oder einer Offenen Handelsgesellschaft (OHG) können Altgesellschafter weiteres Eigenkapital in das Unternehmen einbringen. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, neue Gesellschafter aufzunehmen, wodurch sich allerdings die Machtverhältnisse im Unternehmen verändern, da die Altgesellschafter an Einfluss verlieren. In der Praxis bestehen die BGB-Gesellschaft und die OHG meistens nur aus zwei bis vier Personen, da ein gesetzlicher Zwang zu einer gemeinschaftlichen Geschäftsführung und gesamtschuldnerischen Haftung besteht. Das setzt ein harmonisches Verhältnis unter den Gesellschaftern voraus, welches bei einer größeren Anzahl an Anteilseignern oft nicht mehr gegeben ist. Dadurch wird der Vorteil einer breiteren Eigenkapitalbasis überkompensiert.

Beteiligungsfinanzierung bei einer KG (Kommanditgesellschaft)

Aus denselben Gründen, die eine OHG in der Anzahl ihrer Gesellschaftereinschränken, muss auch bei der Kommanditgesellschaft (KG) die Anzahl der persönlich haftenden Gesellschafter (Komplementäre) überschaubar bleiben. Allerdings ergeben sich aus der Möglichkeit, Kommanditisten aufzunehmen, bei einer KG im Vergleich zur OHG leichtere Wege der Eigenkapitalbeschaffung. Dies liegt insbesondere daran, dass die Haftung der Kommanditisten prinzipiell auf die Höhe ihrer Einlage beschränkt ist und sie auch – abgesehen von einigen Kontrollrechten – von der Geschäftsführung ausgeschlossen sind. Die Komplementäre verlieren somit bei der Aufnahme von Kommanditisten keine Geschäftsführungsbefugnisse

Dennoch treten normalerweise nicht unbeschränkt viele Kommanditisten in ein Unternehmen ein, da die Anteile eines Kommanditisten an einem Unternehmen nur schwer veräußert werden können.

Für die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) gelten im Prinzip die gleichen Möglichkeiten und Grenzen der Beteiligungsfinanzierung wie für die Kommanditisten einer KG. Jedoch besteht bei der GmbH ein verbesserter Anlegerschutz. Da die GmbH über ein nominell fixiertes Grundkapital verfügt, kann ein Gesellschafter seine Beteiligung nicht kündigen. Ein Gesellschafter, der aus der Gesellschaft austreten will, muss seine Anteile vielmehr verkaufen und dafür zunächst einen Käufer finden. Für GmbH-Anteile existiert allerdings kein organisierter Markt.

Beteiligungsfinanzierung einer AG und KGaA (emissionsfähiger Unternehmen)

Zu den emissionsfähigen Unternehmen gehören die Aktiengesellschaft (AG) und die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA).

Für die Komplementäre der KGaA gelten die gleichen Bedingungen wie bei der KG. Die Kommanditaktionäre haben gegenüber den Kommanditisten der KG den Vorteil, dass sie ihre Anteile, wenn diese zum Börsenhandel zugelassen sind, leichter veräußern können. Es besteht allerdings der Nachteil, dass Kommanditaktionäre weniger Einfluss auf die Geschäftsführung nehmen können als die Aktionäre einer Aktiengesellschaft.

Die Aktiengesellschaft weist die größte Eignung für die Beschaffung großer Eigenkapitalbeträge auf. Eine Aktiengesellschaft besitzt ein nominell fixiertes Grundkapital, das in der Bilanz als „gezeichnetes Kapital“ ausgewiesen wird. Das Grundkapital muss mindestens 50.000 Euro betragen und wird in einzelne Anteile, d. h. in Aktien, aufgeteilt. Eine Aktie verbrieft die Teilhaberschaft an der Aktiengesellschaft. Zur Ausgabe von Anteilen an einer Aktiengesellschaft stehen verschiedene Aktienarten zur Verfügung (vgl. Tabelle).

<b>Kriterien</b>
KriterienArt der ÜbertragbarkeitUmfang der verbrieften RechteArt der Aufteilung des Kapitals
Aktiengattung Inhaberkriterien, Namensaktien, Vinkulierte Namensaktien Stammaktien, Vorzugsaktien Nennwertaktien, Stückaktien, Quotenaktien

Nach der Übertragbarkeit lassen sich Inhaberaktien, Namensaktien und vinkulierte Namensaktien differenzieren. Während Inhaberaktien durch Einigung und Übergabe der Papiere übertragen werden, ist die Übertragung von Namensaktien nicht formlos möglich. Die Übertragung von Namensaktien erfolgt durch Indossament und Übergabe, wobei zusätzlich der Name, das Geburtsdatum und die Anschrift eines jeden Aktionärs im sogenannten Aktienregister festgehalten werden. Die Übertragung von vinkulierten Namensaktien setzt die Zustimmung der Gesellschaft voraus. Dadurch soll verhindert werden, dass sich Anteilseigner an der Gesellschaft beteiligen, die aus der Sicht der Gesellschaft nicht wünschenswert sind. Insofern stellen vinkulierte Namensaktien ein Mittel zum Schutz gegen feindliche Übernahmen dar.

Merkmale von Stammaktien

Weiterhin können Aktien nach dem Umfang der mit ihnen verbundenen Rechte in Stammaktien und Vorzugsaktien unterschieden werden. Stammaktien verbriefen alle Rechte, die lt. Aktiengesetz mit einer Aktie verbunden sind. Dazu zählen:

  • das Recht zur Teilnahme an der Hauptversammlung
  • das Stimmrecht in der Hauptversammlung
  • das Recht auf Beteiligung am Gewinn der Gesellschaft
  • das Auskunftsrecht
  • das Bezugsrecht auf junge Aktien im Fall der Kapitalerhöhung sowie
  • das Teilhaberecht am Liquidationserlös bei Auflösung der Gesellschaft

Merkmale von Vorzugsaktien

Im Gegensatz zu den Stammaktien weisen Vorzugsaktien besondere Vorrechte für den Inhaber auf. Auf der anderen Seite sind Vorzugsaktien jedoch häufig mit verschiedenen Nachteilen, z. B. dem Verlust des Stimmrechts, verbunden. Folgende Vorzugsarten sind zu unterscheiden:

  • Vorzugsaktien mit Überdividende (höhere Dividende im Vergleich zu den Stammaktien)
  • Vorzugsaktien (Vorabdividende mit festgelegtem Mindestbetrag)
  • Limitierte Vorzugsaktien (fixierte Höchstdividende)
  • Kumulative Vorzugsaktien (Dividendennachzahlungsanspruch)
  • Mehrstimmrechtsaktien (Ausgabe in Deutschland nach § 12 Abs. 2 AktG prinzipiell unzulässig)
  • Stimmrechtslose Vorzugsaktien (zulässig bei gleichzeitigem Bestehen eines Dividendennachzahlungsanspruchs)

Aktienarten

Nach der Zerlegung des Grundkapitals sind Nennwert-, Stück- und Quotenaktien zu differenzieren. Bei Nennwertaktien ist das gezeichnete Kapital in Aktien mit einem bestimmten Nominalbetrag eingeteilt. Der Nennwert muss in Deutschland mindestens 1 Euro betragen. Bei Stückaktien kann ein rechnerischer Nennwert ermittelt werden, indem das gezeichnete Kapital durch die Anzahl der emittierten Aktien geteilt wird. Die Stückaktie unterscheidet sich von der Nennwertaktie lediglich dadurch, dass bei der Stückaktie kein Nennwert aufgedruckt ist. Quotenaktien verbriefen demgegenüber einen prozentualen Anteil am Eigenkapital der Gesellschaft. Diese Form der Aktie ist zwar in den USA verbreitet, in Deutschland jedoch verboten.

Arten der Kapitalerhöhung

Nach der Gründung einer Aktiengesellschaft vollzieht sich die Beteiligungsfinanzierung über eine Kapitalerhöhung. Diese bringt neben einer Reihe von Vorteilen aber auch Nachteile mit sich. Ein Beispiel für eine solche Beteiligungsfinanzierung wäre ein Szenario, in dem ein Unternehmen, anstatt einen Kredit aufzunehmen, einen Teil der Unternehmensanteile veräußert, um die Kapitalerhöhung zu generieren. 

Bei der Kapitalerhöhung gegen Einlagen (auch als ordentliche Kapitalerhöhung bezeichnet) werden neue, sogenannte „junge“ Aktien gegen Barzahlung oder Sacheinlagen ausgegeben. Die Altaktionäre besitzen bei der ordentlichen Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien, das dem Schutz ihrer Interessen dient. Ohne ein solches Bezugsrecht würde ein Altaktionär bei einer Kapitalerhöhung benachteiligt:

  • Da der Ausgabekurs der jungen Aktien in der Regel unterhalb des aktuellen Börsenkurses liegt, sinkt der Kurs der alten Aktien, was zu einem Vermögensverlust der Altaktionäre führt, wenn diese kein Bezugsrecht besitzen
  • Die offenen und stillen Reserven der Gesellschaft werden nach der Kapitalerhöhung auf eine größere Anzahl von Aktien verteilt, d. h., der Anteil eines Aktionärs an den Reserven würde ohne das Bezugsrecht abnehmen
  • Nur durch das Bezugsrecht kann der Altaktionär seinen Stimmrechtsanteil auf der Hauptversammlung konstant halten

Sicherung von Bezugsrechten

Das Bezugsrecht soll insbesondere den Vermögensverlust eines Altaktionärs verhindern. Daher besitzt das Bezugsrecht einen wirtschaftlichen Wert. Die Höhe dieses Wertes hängt von folgenden Einflussfaktoren ab:

  • vom Bezugsverhältnis (Verhältnis der Altaktien (a) zu den jungen Aktien (j))
  • vom Ausgabekurs der jungen Aktien (Kj)
  • vom Börsenkurs der alten Aktien (Ka)

Durch eine Verknüpfung dieser Größen ergibt sich folgende Formel für den rechnerischen Wert eines Bezugsrechts:

(Ka – Kj) / (a / j) +1

Der Wert eines Bezugsrechts entspricht der Differenz zwischen dem alten Börsenkurs und dem neuen Börsenkurs nach der Kapitalerhöhung. Die Bezugsrechte werden bis zur Realisierung der Kapitalerhöhung an der Börse gehandelt und dort auch notiert, sodass der Wert des Bezugsrechts schwankt.

Bedingte Kapitalerhöhung

Die bedingte Kapitalerhöhung ist auf die Fälle der Kapitalerhöhung beschränkt, in denen die Gesellschaft zum Zeitpunkt der Entscheidung über die Kapitalerhöhung noch keine Gewissheit über die genaue Anzahl der benötigten jungen Aktien besitzt. In solchen Fällen kann die Hauptversammlung eine bedingte Kapitalerhöhung beschließen, die nur in dem Maße durchgeführt wird, wie von Umtausch- bzw. Bezugsrechten Gebrauch gemacht wird. Im Aktiengesetz ist eine bedingte Kapitalerhöhung jedoch drei Fällen vorbehalten:

  • Gewährung von Umtauschrechten in bzw. Bezugsrechten auf Aktien bei der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen oder Optionsanleihen
  • Gewährung von Umtausch- oder Bezugsrechten zur Vorbereitung von Unternehmenszusammenschlüssen
  • Gewährung von Bezugsrechten an eigene Mitarbeiter oder Mitglieder der Geschäftsführung.

In den genannten Fällen werden die jungen Aktien an neue Aktionäre ausgegeben. Daher ist im Rahmen einer bedingten Kapitalerhöhung der Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre erforderlich. Der Bezugsrechtsausschluss wird häufig damit begründet, dass die Altaktionäre indirekt von der Kapitalerhöhung profitieren. So werden zum einen Wandelanleihen in der Regel zu einem geringeren Zins als anderes Fremdkapital begeben. Daneben haben Fusionen oftmals einen positiven Einfluss auf die Entwicklung des Aktienkurses.

Ermächtigung zur Kapitalerhöhung

Im Rahmen des genehmigten Kapitals wird der Vorstand einer Aktiengesellschaft von der Hauptversammlung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft ohne erneute Zustimmung der Hauptversammlung bis zu einem bestimmten Betrag zu erhöhen. Die Erhöhung des Grundkapitals kann in einem Zeitraum von bis zu fünf Jahren vorgenommen werden, jedoch darf das genehmigte Kapital höchstens 50 % des bisherigen Grundkapitals betragen. Die Kapitalerhöhung kann auch in mehreren Stufen vorgenommen werden, solange die Summe der Teilerhöhungen den genehmigten Gesamtbetrag nicht übersteigt.

Durch die genehmigte Finanzierung hat der Vorstand einer Aktiengesellschaft verschiedene Möglichkeiten: 

  • Wahl einer günstigen Gelegenheit für die Ausgabe der jungen Aktien
  • Investitionen realisieren, die einer strategischen Geheimhaltung bedürfen, wie z. B. die Übernahme eines anderen Unternehmens einen kurzfristig auftretenden Kapitalbedarf zu befriedigen

Bankkredit: Das müssen Sie bei der Unternehmensfinanzierung beachten

Für kleine Unternehmen ist es häufig schwierig, einen Kredit bei der Bank zu bekommen. Das zeigen u. a. diverse Umfragen der staatlichen KfW Bankengruppe. Deshalb ist es heute sowohl für Selbstständige als auch für kleine GmbHs wichtiger denn je, bei der Beantragung von Kreditenprofessionell vorzugehen. Angefangen bei der Vorbereitung eines Kreditgesprächs, bis hin zu den Unterlagen, die man dem Banker an die Hand gibt.

Die Zeiten, in denen die Vorlage einer guten Bilanz bei der Hausbank ausreichte, um die gewünschte Finanzierung als Selbstständiger zu erhalten, sind längst vorbei. Viele Unternehmer haben bereits die Erfahrung gemacht, dass ihre Kreditgesuche abgelehnt wurden. Mal ist das Rating nicht ausreichend, mal sind es die Unterlagen, die im Hinblick auf Transparenz und Vollständigkeit zu wünschen übriglassen. Fragen sie deshalb vor einem Kreditgespräch bei Ihrer Bank oder Sparkasse, welche Unterlagen Sie vorlegen sollen.

Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln

Im Zuge einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln erfolgt eine Umfinanzierung, bei der offene Rücklagen in gezeichnetes Kapital umgewandelt werden. Es erfolgt demnach lediglich eine Umbuchung innerhalb der Eigenkapitalpositionen der Bilanz, sodass sich die Bilanzsumme nicht verändert. Die aus der Schaffung des neuen Grundkapitals entstehenden jungen Aktien, die auch als Berichtigungsaktien bezeichnet werden, werden an die Altaktionäre entsprechend deren Beteiligungsquote an der Gesellschaft verteilt. Für diese jungen Aktien haben die Altaktionäre keinen Bezugspreis zu zahlen, weshalb die Berichtigungsaktien auch als „Gratisaktien“ bezeichnet werden. Diese Bezeichnung ist jedoch letztlich unzutreffend, da es sich bei den Berichtigungsaktien nicht um ein Geschenk der Gesellschaft an die Aktionäre handelt. 

Die Vermögensposition eines Altaktionärsverändert sich durch die Ausgabe der neuen Aktien nicht, da der Altaktionär nach der Ausgabe von Berichtigungsaktien zwar über eine größere Anzahl an Aktien verfügt, jedoch bezieht sich der Gesamtkurswert des Unternehmens auf eine größere Anzahl von Aktien, was zur Folge hat, dass der Börsenkurs sinkt.

Für eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln gibt es verschiedene Motive. Sie stellt zunächst ein Instrument zur Absenkung des Aktienkurses dar, wenn z. B. zu hohe Kurse die Handelbarkeit der Aktie einschränken. Zudem wird durch eine stille Kapitalerhöhung das garantierte Haftungskapital erhöht. Darüber hinaus kann eine stille Dividendenerhöhung durchgeführt werden, wenn der Dividendenbetrag pro Aktie trotz der höheren Aktienanzahl konstant bleibt.

Beschreibung des Investitionsprojekts

 

Die Beschreibung sollte alle wichtigen Daten zum Projekt enthalten. Dazu zählen Angaben zu den wirtschaftlichen Vorteilen, die Investitionsberechnung und der Realisierungszeitraum, die erforderliche Kreditsumme und die Rückzahlungsmodalitäten.

Jahresabschlüsse mit Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

 

Informationen über die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage sind die Quelle zur Ermittlung von betriebs- und finanzwirtschaftlichen Kennzahlen (z. B. Umsatz- und Eigenkapitalrendite, Cash-Flow, etc.). Diese interessieren Ihre Bank, bevor Sie einer Finanzierung zustimmen. Sie sollten die Angaben zu Ihrer Bilanz oder Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) mit einem Bestätigungsvermerk des Steuerberaters vorlegen. Meist werden die Abschlüsse der letzten drei Jahre verlangt.

Aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)

 

Eine BWA zeigt die Zusammensetzung und die Entwicklung der Erträge und der einzelnen Aufwendungen. Die Zahlen informieren über den Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres. Die Summen-Saldenliste lässt besondere Kontovorgänge erkennen. Zusätzlich wichtig sind Informationen über Abschreibungen, Bestandsveränderungen und saisonale Schwankungen bei einzelnen Konten (Sonderverkäufe, Urlaubs- und Weihnachtsgeld etc.).

Umsatz- und Ergebnisplan mit Erläuterungen

 

Unternehmen werden bei einer Finanzierung neben den Vergangenheitswerten vor allem nach der zukünftigen Entwicklung beurteilt. Dafür ist die Absatzplanung für die einzelne Produkte und Leistungen mit Mengen- und Wertangaben erforderlich. Hinzu kommt die Planung der erforderlichen Aufwendungen für Lohn, Material etc.

Liquiditätsplan mit Erläuterungen

 

Der Liquiditätsplan enthält die Gegenüberstellung der monatlich zu er-wartenden Einnahmen und Ausgaben mit Zahlungs- bzw. Fälligkeits-terminen für das laufende und kommende Geschäftsjahr. Die Differenz ergibt den monatlichen Überschuss (Überdeckung) oder einen Fehlbetrag (Unterdeckung), für den die Finanzierung geklärt werden muss. Die Planungsrechnungen sollten ebenfalls einen Zeitraum von ca. 3 Jahren umfassen.

Liste der Verbindlichkeiten und Forderungen (Kreditoren- und Debitorenliste)

 

Die offenen Posten bei den Verbindlichkeiten und Forderungen spielen bei der Beurteilung der Zahlungsfähigkeit eine zentrale Rolle. Bei den Debitoren ist die Zahlungsfähigkeit (Bonität) der Schuldner zu bewerten.

Kreditübersicht

 

Listen Sie bei der Kreditübersicht alle laufenden Kreditverträge mit Angaben zur Höhe, Tilgung, Restlaufzeit und den Sicherheiten auf.

Sicherheiten

 

Zu den Sicherheiten gehören zum Beispiel Immobilien, Beteiligungen, Wertpapiere, Lebensversicherungen mit Rückkaufswert und Bürgschaften.

Voll- oder Teilfinanzierung

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, vor allem im privaten Bereich, eine Vollfinanzierung zu nutzen – d.h. eine Unternehmensfinanzierung ohne Eigenkapital. Aufgrund fehlender eigener Mittel ist diese alternative Unternehmensfinanzierung aber mit hohen Risiken verbunden. Es fallen außerdem höhere Kosten an, da ein Kapitalgeber um die Risiken weiß und sie sich vergüten lässt. Es gibt außerdem weitere Voraussetzungen. Denn Banken lassen sich auf Vollfinanzierungen meist nur ein, wenn der Kunde über eine gute bis sehr gute Bonität verfügt, ein hohes sicheres Einkommen sowie ausreichende Sicherheiten vorweisen kann. Daher sollten Sie von einer Unternehmensfinanzierung ohne Eigenkapital möglichst absehen. Das Finanzierungsinstrument der Vollfinanzierung wird meist beim Immobilienerwerb genutzt.

Tipp

Fordern Sie zunächst nur eine Konditionenanfrage an!

Unternehmen die mehrere Kreditangebote für eine Finanzierung vergleichen wollen, sollten bei der Bank kein Kreditangebot, sondern eine Konditionenanfrage verlangen. Hintergrund: Kreditanfragen melden die Institute an Schufa etc., was bei mehreren Anfragen dazu führen kann, dass die Bonität sinkt. Die Auskunfteien unterstellen, dass jemand, der mehrere Anfragen wegen einer Unternehmensfinanzierung stellt, dringend Geld benötigt, weil er sich ggf. in einer Notsituation befindet.

Voll- oder Zwischenfinanzierung

Zwischenfinanzierungen gehören zu den kurzfristigen Formen der Unternehmensfinanzierung. Sie wird in der Regel genutzt, um eine Finanzierungslücke zu überbrücken, die entstehen kann, wenn ein langfristiger Kredit zwar zugesagt, aber die Auszahlung noch nicht erfolgt ist. Zwischenfinanzierungen finden sich z.B. beim Immobilienkauf.

Sonderformen: Leasing, Factoring, Mezzanine-Kapital

Im Wesentlichen unterscheidet man drei Sonderformen der Finanzierung, die Sie für Ihr Unternehmen nutzen können.

1. Mezzanine-Finanzierung

Eine spezielle Art der Unternehmensfinanzierung ist das Mezzanine-Darlehen, eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital. Zum Mezzanine-Kapital können je nach Vertragsgestaltung z.B. die typische und atypische stille Beteiligung, Wandelanleihen oder Nachrangdarlehen gehören.

2. Factoring

Factoring zählt ebenso zu den bekannten Finanzierungsmöglichkeiten. Dabei werden Forderungen an ein spezialisiertes Unternehmen, den Factor, verkauft. Dieser zahlt nach 2-3 Tagen bis zu 90 % des Forderungsbetrags aus. Der Differenzbetrag wird gezahlt, wenn der Kunde seine Forderungen vollständig an den Factor beglichen hat. Ansonsten verwendet der Factor den offenen Betrag dazu, die Kosten für z.B. ein Mahn- oder Inkassoverfahren zu decken. Kosten fallen für das verkaufende Unternehmen je nach Vertrag und Leistungsumfang in Höhe von etwa 0,5-3% der Forderungssumme an. Hinzu kommen Zinsen für den Zeitraum von der Zahlung durch den Factor bis zum Forderungsausgleich für den Kunden.

Vorteile der Finanzierung
 
  • Mit Factoring gewinnt ein Unternehmen sehr schnell an Liquidität.
  • Factoring erspart Zeit und Arbeit. Kleine Unternehmen brauchen dann keine kostenintensive Debitorenbuchhaltung. Für Unternehmen, die weitgehend bar oder mit sehr kurzen Zahlungszielen verkaufen, eignet sich Factoring dagegen kaum.
  • Einige Bilanzkennzahlen können sich verbessern. Beispielsweise verringert sich die Bilanzsumme, weil weniger Forderungen bilanziert werden müssen. Werden die freien Mittel zur Tilgung von Krediten genutzt, verbessert sich die Eigenkapitalquote. Auch der operative Cashflow wird verbessert.
Nachteile der Finanzierung
 
  • Es entstehen hohe Kosten durch den Abschlag zum vollen Rechnungsbetrag an den Factor.
  • Unter Umständen wird die Zusammenarbeit mit wichtigen Kunden beeinträchtigt, da Factoring-Unternehmen Standardverfahren beim Eintreiben von Forderungen anwenden.

3. Leasing

Firmenleasing kann eine alternative Unternehmensfinanzierung zum Bankkredit und zur Eigenkapitalbeschaffung sein. Heutzutage können Sie nahezu alle Wirtschaftsgüter leasen. Ein Vorteil von Leasing gegenüber Krediten ist, dass Leasing-Gesellschaften in der Regel weniger hohe Anforderungen an die Bonität eines Unternehmens stellen. Hintergrund für die scheinbar einfachere Prüfung ist, dass ein Leasing-Geber bei Problemen wie Zahlungsverzug oder -ausfall eher als eine Bank in der Lage ist, sich schadlos zu halten. Das liegt daran, dass ersterer das Wirtschaftsgut besser und vor allem auch relativ kurzfristig verwerten kann.

Bei dieser Art der Unternehmensfinanzierung müssen Sie bedenken, dass es zwei grundlegende Varianten gibt, zwischen denen Sie wählen können. Das Leasing mit Restwert und das Leasing ohne Restwert, bei dem die Raten ausschließlich nach der voraussichtlichen Nutzung berechnet werden (oft auch als Kilometer-Leasing bezeichnet).

Vorteile der Finanzierung
 
  • Bei einem Kauf verschlechtert sich die Liquidität des Unternehmens durch die Ausgaben. Erfolgt die Investition dagegen durch Leasing, bleiben Liquiditätsstatus und Kreditrahmen der Banken unverändert. Leasing stellt damit oftmals eine interessante objektbezogene Finanzierungsalternative dar.
  • Durch Leasing schonen Sie die Kreditlinie der Bank.
Nachteile der Finanzierung
 
  • Leasing geht oft einher mit langfristigen Vertragsbindungen, sodass Sie sich über einen längeren Zeitraum an einen bestimmten Vertragspartner binden müssen.
  • Das geleaste Objekt gehört nicht zu Ihrem Anlagevermögen. Bei eventuellen Streitigkeiten mit dem Leasingunternehmen ziehen Sie somit schnell den Kürzeren, wenn der Leasinggeber mit dem Entzug des für Sie betriebsnotwendigen Leasingobjekts droht.

Kundenanzahlung und Lieferantenkredit

Bei der Finanzierungsart der Kundenanzahlung tritt der Abnehmer als Kreditgeber auf. Bereits im Voraus bzw. vor Lieferung der Ware, zahlt er einen Teil- oder sogar den Gesamtbetrag. Kundenanzahlungen sind vor allem in der Auftragsfertigung üblich, wie sie im Handwerk vorkommt. Die Anzahlungen stellen für das produzierende Unternehmen eine Finanzierungshilfe dar. Mit diesem Geld kann es die für die Produktion benötigten Waren und Dienstleistungen bezahlen.

Vorteile der Finanzierung
 
  • Das Risiko der Nichtabnahme der bestellten Ware ist gleich null.
  • Der Auftraggeber stellt dem Unternehmen das Geld meist zinslos zur Verfügung.
Nachteile der Finanzierung
 
  • Eine Kundenanzahlung führt unter Umständen zu einer größeren Unzufriedenheit der Kunden und kann daher nicht immer durchgesetzt werden.

Lieferantenkredit

Ein Lieferantenkredit ist eine Unternehmensfinanzierung, in welcher der Verkäufer bzw. Lieferant dem Käufer einer Ware im Zusammenhang mit dem Warenabsatz gewährt. Man spricht dabei auch von Buch- oder Wechselkredit. Daneben existieren auch sogenannte Einrichtungs- und Ausstattungskredite, die der Lieferant seinem Abnehmer gewährt. In der Praxis findet man solche Einrichtungs- und Ausstattungskredite beispielsweise in der Gastronomie. Da für Lieferantenkredite meist keine zusätzlichen Sicherheiten benötigt werden, sind sie für alle Betriebe passend.

Vorteile der Finanzierung
 
  • Lieferantenkredite helfen, den Zeitraum zwischen der Beschaffung der Ware, bis der Umsatz aus dem Wiederverkauf hereinkommt, zu überbrücken.
  • Der Lieferantenkredit ist eine schnelle Finanzierung, da meist auf Kreditwürdigkeitsprüfungen verzichtet wird.
Nachteile der Finanzierung
 
  • Der Lieferantenkredit ist meist sehr teuer.

Finanzplanung

Gehen Sie bei der Finanzplanung schrittweise vor, um keine überhasteten Entscheidungen zu treffen und ihr Kapital optimal festzulegen.

Finanzplan erstellen

Ist die Kapitalbedarfsplanung durchgeführt, müssen Sie für die Planjahre eine Finanzplanung bzw. einen Finanzplan erstellen. In ihm stellen Sie dar, aus welchen Quellen bzw. mit welchen Finanzierungsformen das benötigte Kapital kommen soll. Die Abbildung zeigt ein Beispiel dafür, wie Sie einen einfachen Finanzierungsplan erstellen.

Die Jahressummen des Finanzierungsplans sollten die Werte des Kapitalplans um 5 - 10 % übersteigen, da Sie so noch über Reserven verfügen, wenn z.B. die Investitionen oder Entwicklungsleistungen mehr kosten als gedacht.

<b>Finanzierungsfaktor</b>
Finanzierungsfaktor20xx20xx+120xx+220xx+320xx+4Gesamt
Eigenkapital
Fremdkapital (Bank)
Fördergelder
Mezzanine-Kapital
Factoring
Leasing
Andere, z.B: Rückstellungen
Gesamt

Kapitalbedarfsplanung und langfristige Fremdfinanzierung

Damit Sie die Höhe Ihres Finanzierungsbedarfs kennen, benötigen Sie im Vorfeld eine Kapitalbedarfsplanung. Diese zeigt möglichst über mehrere Jahre auf, für welche Anlässe Sie wie viel Kapital benötigen. Die Abbildung zeigt ein Beispiel für einen einfachen Kapitalbedarfsplan.

<b>Kapitalbedarf für...</b>
Kapitalbedarf für...20xx20xx+120xx+220xx+320xx+4Gesamt
Gründung
Maschinen
Fuhrpark
Büroausstattung
Warenbeschaffung
Tilgung
Entnahmen
Gesamt

Liquiditätsplanung

Bei der Liquiditätsplanung handelt es sich um einen rollierenden Plan für Ihre Unternehmensfinanzierung. Sie listen alle liquiden Mittel auf, die am Ende einer Periode vorhanden sind. Diese fungieren für die neue Periode als Basis. Sie stellen quasi alle Auszahlungen und Einnahmen, die Sie erwarten, gegenüber. Man spricht hier auch von einer kurzfristigen Finanzierung, um Ihre Liquidität zu gewährleisten.

Finanzierungsmöglichkeiten und Bonitätssteigerung

In Deutschland haben Sie zur Unternehmensfinanzierung neben den bisher genannten noch weitere Möglichkeiten. Nachfolgend haben wir die wichtigsten für Sie zusammengefasst:

Fördermittel und -programme

Egal, ob Existenzgründer oder bereits etabliertes Unternehmen: Für Firmen, die auf der Suche nach einer Unternehmensfinanzierung sind, gibt es diverse Fördermittel auf dem Markt:

  • KfW-Förderprogramme
  • Gründerzuschuss der Agentur für Arbeit
  • Gründerstipendien für Studenten
  • Gründercoachings
  • Gründerzuschuss für Handwerker
  • Zuschuss für innovative Projekte

Neben der KfW sind vor allem Hausbanken, die Bundesländer oder die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gute Anlaufstellen, um sich über Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren.

Achtung

Voraussetzungen für Förderprogramm prüfen

Bevor Sie sich für ein Förderprogramm bewerben, sollten Sie die genauen Voraussetzungen prüfen. Manche Programme setzen bestimmte Dinge voraus. Wenn Sie diese nicht mitbringen, scheidet das Angebot für Sie aus. Eine Beratung kann Ihnen helfen, ein Förderprogramm zu finden, das sinnvoll und passend für Ihr Unternehmen ist.

Bilanzanalyse

Die Unternehmensfinanzierung findet auch im Rahmen der Bilanzanalyse Beachtung. Beispielsweise wünschen sich Banken einen Eigenkapitalanteil von 20% oder mehr. Entsprechend darf das Fremdkapital nicht über 80% liegen. Ist das der Fall, verschlechtert sich die Bonität Ihres Unternehmens und gewünschte neue Firmenkredite oder Fördergelder werden teurer oder sogar verweigert.

Nutzen Sie hingegen weitere Finanzierungsmöglichkeiten wie z.B. Factoring, stille Beteiligungen oder Leasing, hat das positive Auswirkungen auf die Liquidität und die Bonität. Auch wenn es Ihnen gelingt, den Gewinn zu erhöhen und mehr Gewinne einzubehalten, wird der Eigenkapitalanteil erhöht und die Selbstfinanzierung gestärkt. Das wirkt sich ebenfalls positiv auf Liquidität, Bonität und Finanzierung aus.

Bonität und Liquidität steigern

Banken und Sparkassen achten besonders auf folgende Finanzkennzahlen:

  • Finanzlage
  • Ertragslage
  • Vermögenslage

Besonders wichtig ist es, zu wissen, wie Sie diese Kennzahlen interpretieren müssen. Denn in allen Bereichen können Unternehmen auch zu einer besseren Beurteilung kommen und damit eine günstigere Finanzierung sicherstellen.

Kennzahlen zur Finanzlage

  • Cashflow: Der Cashflow bezeichnet in seiner einfachen Form die Summe aus Betriebsergebnis, Abschreibungen und Veränderungen der langfristigen Rückstellungen. Er misst die Fähigkeit des Unternehmens, sein kurzfristiges Fremdkapital, also etwa den Kontokorrentkredit oder Verbindlichkeiten, gegenüber Lieferanten oder dem Finanzamt aus dem Zahlungsmittelüberschuss abzudecken. Banken und Sparkassen raten ihren Firmenkunden, den Cashflow aktiv zu managen. Umsatzsteigerungen und Kostensenkungen, fristgerechte Finanzierungen oder Cash Management können den Cashflow verbessern und das Rating positiv beeinflussen.
  • Kreditorenlaufzeit: Diese Kennzahl gibt an, nach wie vielen Tagen im Durchschnitt ein Unternehmen seine Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen begleicht. Unternehmen mit einem besonders hohen Wert haben statistisch gesehen ein erhöhtes Risiko. Um diesen Wert zu minimieren, nutzen Sie Skonti, optimieren Sie die Warenwirtschaft und Lagerhaltung und verbessern Sie die Finanzierungsstruktur.

Kennzahlen zur Ertragslage

  • Kapitalrentabilität: Sie zeigt, welche Rendite nach Abzug der Fremdkapitalzinsen im Verhältnis zur Bilanzsumme übrigbleibt. Je höher der Wert, desto besser ist die Bonität – und damit das Rating. Eine Steigerung der Erträge und eine Verringerung der Kosten erhöhen die Kapitalrentabilität. Diese Ziele lassen sich nicht immer einfach erreichen. Ein pragmatischer Weg besteht darin, die Bilanzsumme zu kürzen, etwa durch den Verkauf nicht benötigter Aktiva oder von Forderungen.
  • Zinsaufwandquote: Sie gibt das Verhältnis der Zinsaufwendungen zur Gesamtleistung des Unternehmens an. Eine niedrige Quote wirkt sich positiv auf das Rating aus. Erhöhung des Eigenkapitalanteils, Verringerung der Außenstände und bessere Fremdkapitalstruktur durch fristgerechte Finanzierung tragen dazu bei.
  • Mietaufwandsquote: Sie zeigt Miet- und Leasingaufwendungen im Verhältnis zur erwirtschafteten Gesamtleistung. Reduzieren Sie nach Möglichkeit den Mietaufwand. Kann sich das Unternehmen von nicht ausgelasteten Mietimmobilien trennen oder kann es die Mietfläche verringern, ohne die Unternehmensentwicklung zu behindern?

Kennzahlen zur Vermögenslage

  • Eigenkapital: Die Ausstattung mit Eigenkapital beeinflusst stark das Rating für die Unternehmensfinanzierung. Auf das Verhältnis von Eigenkapital zu Gesamtkapital richten Kreditinstitute auch bei Kleinunternehmen besonderes Augenmerk, um die Kreditwürdigkeit und die Kreditkonditionen zu bestimmen. So gestalten Sie das Verhältnis von Eigen- zu Gesamtkapital positiv: Gewinne einbehalten und Forderungsausfall reduzieren (durch gezieltes Forderungsmanagement, verbessertes Mahnwesen oder Verkauf von Forderungen).

Achtung: Bei Einzelunternehmen werden auch Bewegungen auf Privatkonten betrachtet, wenn es um die Bewertung des vorhandenen Eigenkapitals einer Firma geht.

Liquidität richtig planen

Liquidität bezeichnet die vorhandenen Zahlungsmittel, die für Investitionen, Konsum und zur Befriedigung von Zahlungsverpflichtungen zur Verfügung stehen. Beim Liquiditätsmanagement sehen viele Banken für ihre Firmenkunden noch erheblich Luft nach oben. Immer wieder drängende Themen sind der Zahlungsverzug und der Zahlungsausfall von Kunden.

Mit optimiertem Forderungsmanagement erreichen Unternehmen eine bessere Bonität und dadurch mehr Möglichkeiten für eine Finanzierung. Als Betriebsinhaber sollten Sie diesen Prozess bestmöglich gestalten und Folgendes tun:

  • Einen Verantwortlichen für das Forderungsmanagement ernennen
  • Rechnungen zeitnah und korrekt stellen
  • Zahlungseingänge regelmäßig prüfen
  • Buchungen zeitnah registrieren und Debitorenlisten aktualisieren
  • Ein Mahnwesen und feste Mahntermine einrichten

Kapitalreduzierung verringert Finanzierungsbedarf

Die Reduzierung des Vermögens etwa im Anlagenbereich oder die Reduzierung von Forderungen und Vorräten, hat zur Folge, dass ein Unternehmen weniger Finanzierungsbedarf hat. Lässt sich so z. B. der Fremdkapitalbedarf senken, steigen Bonität, Liquidität und Rentabilität, weil weniger Kosten und Zinsen entstehen.

Unternehmenskennzahlen im Blick behalten

Eine gute und ausgewogene Unternehmensfinanzierung ist wichtig, damit ein Betrieb langfristig erfolgreich am Markt agieren kann. Daher sollten Sie die Finanzierung ständig im Blick behalten. Dabei helfen Ihnen folgende Kennzahlen:

<b>Kennzahl</b>
KennzahlFormelvorschlagRichtwerte
Eigenkapitalanlage Eigenkapital * 100 / Gesamtkapital > 20 %
Fremdkapitalanlage Fremdkapital * 100 / Gesamtkapital > 80 %
Verschuldungsgrad Fremdkapital * 100 / Eigenkapital 200 bis max. 400 %
Forderungsquote Forderungen * 100 / Bilanzsumme Möglichst niedrig, das sonst hoher Kapitalbedarf und Risiken
Vorratsquote Vorräte * 100 / Bilanzsumme Möglichst niedrig, das sonst hoher Kapitalbedarf und Risiken
Kapitalkostenquote Kapitalkosten* 100 / Gesamtkosten Möglichst <5-10 %
Deckungsgrad I Eigenkapital * 100 / Anlagevermögen Möglichst > 100 %
Deckungsgrad II (Eigenkapital + langfristige Kredite) * 100 / Anlagevermögen Möglichst > 150-200 %

Hinweis: Für die Kennzahlen gibt es Formelvarianten. Bei den Richtwerten handelt es sich um in der Praxis häufig akzeptierte Ausprägungen bzw. gestellte Forderungen. Bei größeren Abweichungen müssen Sie nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen (z. B. beim Deckungsgrad). Oder Sie versuchen, den Eigenkapitalanteil zu steigern und/oder das Anlagevermögen zu senken.

Unternehmensfinanzierung im Mittelstand

Mittelständische Unternehmen setzen häufig auf einen ausgewogenen Mix verschiedener Finanzierungsquellen. Viele Investitionen decken Sie über eigenes Kapital, beispielsweise durch Gewinne oder Rücklagen, sowie Bankkredite ab. Leasing und Factoring sind daneben ebenso beliebte Instrumente der Unternehmensfinanzierung im Mittelstand, um die Liquidität zu stärken oder Finanzierungsspielräume zu erweitern.

Darüber hinaus stehen Ihnen auch zahlreiche staatliche Förderprogramme zur Verfügung, die speziell auf die Bedürfnisse mittelständischer Unternehmen zugeschnitten sind. Dazu gehören zinsgünstige Kredite, Bürgschaften und Beteiligungsprogramme.

Tipp

Nutzen Sie Angebote zur Beratung für die Unternehmensfinanzierung

Für die Unternehmensfinanzierung gibt es viele Arten und Möglichkeiten. Das macht es für jemanden, der sich nicht täglich damit beschäftigt, schwer, das richtige Angebot zu finden. Nutzen Sie daher das Know-how von Experten und lassen Sie sich beraten. In der Beratung erfahren Sie, welche Lösung zur Unternehmensfinanzierung in Ihrem Fall sinnvoll ist und am ehesten Erfolg verspricht.