Offshoring

Offshoring bezeichnet die Zusammenarbeit mit einem Partner im Ausland. Ein Unternehmen lagert beim Offshoring Aufgaben ins Ausland aus, da diese dort effizienter, günstiger oder hochwertiger erledigt werden können. Das Offshoring innerhalb Europas wird als Nearshoring, die Zusammenarbeit mit einem Partner auf einem anderen Kontinent als Farshoring bezeichnet.

Zuletzt aktualisiert am 06.03.2025

Zusammenfassung

Überblick über Offshoring

  • Offshoring ist die Verlagerung von Aufgaben oder ganzen Geschäftsbereichen ins Ausland, um verschiedene Vorteile zu nutzen.
  • Es wird zwischen Nearshoring (innerhalb Europas) und Farshoring (außerhalb Europas) unterschieden.
  • Ziele des Offshorings sind Kostensenkung, Effizienzsteigerung und Qualitätssicherung.
  • Offshoring wird oft in Ländern mit niedrigen Löhnen und qualifiziertem Personal durchgeführt.
  • IT-Dienstleistungen werden häufig nach Asien, insbesondere nach Indien, ausgelagert.
  • Offshoring kann die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sichern.

Definition

Was ist Offshoring?

Offshoring ist die Verlagerung betrieblicher Aktivitäten ins Ausland. Diese Aufgaben müssen nicht komplett ausgelagert werden, es können auch nur Teile der Tätigkeiten betroffen sein. Hauptziele sind die Kostensenkung und die Effizienzsteigerung. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass die Qualität der Arbeit durch qualifiziertes Personal erhalten bleibt. Diese Praxis sichert die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und kann unterschiedliche Geschäftsbereiche betreffen, von der Produktion bis hin zu IT-Dienstleistungen.

Ziele und Vorteile von Offshoring

Der Fokus beim Offshoring liegt auf Ländern, in denen die Lohnkosten deutlich niedriger sind als in Deutschland, was Einsparungen ermöglicht. Dabei ist es wichtig, dass die Arbeit von qualifiziertem Personal durchgeführt wird, um Qualitätseinbußen zu vermeiden.

Weitere Ziele von Offshoring sind:

  • Entlastung der eigenen Mitarbeiter: Durch das Auslagern bestimmter Aufgaben werden die Mitarbeiter im Heimatland entlastet und können sich auf andere, strategisch wichtige Aufgaben konzentrieren.
  • Flexibilität: Unternehmen können Aufgaben aus verschiedenen Bereichen wie der Produktion oder dem Backoffice auslagern, je nach ihren Bedürfnissen.

Bekannte Beispiele für erfolgreiches Offshoring sind IT-Dienstleistungen, die häufig nach Indien verlagert werden, da dort Fachkräfte günstig und gut qualifiziert sind. Gleichzeitig können unternehmensinterne Aufgaben, wie Buchhaltung, weiterhin im eigenen Land erledigt werden. 

Gründe für Offshoring

Die Entscheidung für Offshoring kann auf mehreren Gründen basieren:

  • Betriebswirtschaftliche Gründe: Neue Absatz- und Beschaffungsmärkte können durch Offshoring erschlossen werden, besonders in Märkten, in denen das Wachstumspotenzial im eigenen Land beschränkt ist.
  • Politische und rechtliche Gründe: Unternehmen nutzen Offshoring, um Handelsbarrieren, hohe Exportkosten oder auch von niedrigeren Umweltstandards und Arbeitsrechten im Ausland zu profitieren.
  • Logistische Vorteile: Kürzere Transportwege und geringere Transportkosten können durch die geografische Nähe zu den Zielmärkten realisiert werden.
  • Steuerliche Vorteile: Viele Länder bieten steuerliche Anreize, wie niedrigere Umsatzsteuersätze oder Subventionen, die für Unternehmen von Vorteil sind.

Offshoring kann also auf eine Vielzahl von Zielen und Vorteilen abzielen, je nach Land und Branche. 

Offshoring vs. Outsourcing: Was ist der Unterschied?

Auf den ersten Blick erscheinen Offshoring und Outsourcing ähnlich, da in beiden Fällen Aufgaben an externe Parteien übergeben werden. Es gibt jedoch wesentliche Unterschiede. Outsourcing bedeutet, dass betriebliche Abläufe an externe Dienstleister ausgelagert werden, häufig innerhalb des eigenen Landes. Dabei handelt es sich um Aufgaben, die ein Unternehmen zwar selbst erledigen könnte, für die es aber nicht das notwendige Wissen oder die Ressourcen hat. Ein typisches Beispiel ist die Buchhaltung oder Steuerberatung. Im Gegensatz dazu bezieht sich Offshoring auf die Verlagerung von Aufgaben ins Ausland. Beim Offshoring spielen neben den Kosten oft auch Faktoren wie die geografische Lage oder rechtliche Rahmenbedingungen eine Rolle. Outsourcing ist in der Regel nicht länderübergreifend, während Offshoring explizit auf internationale Partner abzielt.

Unterschied von Offshoring vs. Outsourcing

In welche Länder wird Offshoring betrieben?

Offshoring kann grundsätzlich in jedes Land außerhalb des eigenen Landes erfolgen. Oft wird Offshoring in Niedriglohnländer verlagert, um Kostenvorteile zu nutzen. Man unterscheidet zwischen Nearshoring und Farshoring:

  • Nearshoring bezieht sich auf die Verlagerung in geografisch nahe Länder, oft innerhalb Europas.
  • Farshoring hingegen findet auf weiter entfernten Kontinenten, wie Asien oder Nordamerika, statt.

Besonders in Schwellenländern und in der IT-Branche hat sich Asien als beliebter Standort für Offshoring etabliert. In Ländern wie Indien gibt es eine große Anzahl qualifizierter Fachkräfte, die zu deutlich niedrigeren Kosten arbeiten als in westlichen Ländern. 

IT-Aufgaben nach Asien auslagern

Ein Beispiel für erfolgreiches Offshoring ist die Verlagerung von IT-Dienstleistungen nach Asien, insbesondere nach Indien. Die Entwicklung von Software hat den Vorteil, dass sie keine hohen Exportkosten verursacht, da Software digital über das Internet verschickt wird. Städte wie Bengaluru in Indien haben sich als Zentren der IT-Dienstleistung etabliert, wo Unternehmen wie Infosys oder Tata Consultancy Services ansässig sind.

Verteilung des Offshorings durch eigene Niederlassungen und Dienstleister

Viele IT-Dienstleister haben mittlerweile Niederlassungen in den Ländern errichtet, aus denen ihre Aufträge kommen, um näher am Kunden zu sein. So können Unternehmen wie Infosys oder Wipro in Deutschland Standorte eröffnen, um die Kundenakquise zu erleichtern, während die eigentliche Arbeit weiterhin kostengünstig im Ausland erledigt wird.

Daneben gibt es auch spezialisierte Dienstleister in Deutschland, die das Offshoring für Unternehmen organisieren. Diese Dienstleister vermitteln geeignete Partner im Ausland, um den Kontakt und die Zusammenarbeit zu erleichtern. Besonders für produzierende Unternehmen, die nicht über die nötigen Netzwerke verfügen, ist dies eine sinnvolle Option.

Vorteile und Nachteile von Offshoring

Offshoring bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile, wie etwa Kostenersparnis und den Zugang zu hochqualifiziertem Personal im Ausland. Es kann aber auch Herausforderungen mit sich bringen, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden müssen:

Vorteile:

  • Reduzierte Lohnkosten
  • Zugang zu neuen Märkten und qualifizierten Arbeitskräften
  • Flexibilität bei der Auslagerung von Aufgaben

Nachteile:

  • Qualitätsverlust durch den Verlust der direkten Kontrolle über die Arbeit
  • Gefahr des Arbeitsplatzabbaus im eigenen Land
  • Höhere Kommunikationsaufwände und mögliche Rechtsunsicherheiten
  • Risiko der Abhängigkeit von ausländischen Partnern

Insgesamt kann Offshoring eine sinnvolle Strategie sein, muss jedoch sorgfältig geplant und überwacht werden, um die Vorteile voll auszuschöpfen und die Risiken zu minimieren.