Projektplanung: Definition, Ablauf, Aufgaben

Ein gescheitertes Projekt kann große Probleme verursachen. Es schadet der Firmenkasse, den Kunden und dem Ruf der Beteiligten. Für ein erfolgreiches Projekt ist eine gute Vorbereitung und frühzeitige Planung entscheidend. Dazu gehört, dass du von A wie „Auftrag“ bis Z wie „Ziel“ alles im Griff hast. Wir erklären dir, was du über das Thema Projektplanung wissen musst.

Zuletzt aktualisiert am 14.01.2026
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Was ist Projektplanung und inwiefern hilft sie dir?

Eine fundierte Planung unterstützt dich dabei, anstehende Aufgaben koordiniert zu bewältigen und eine entsprechende Aufwandsschätzung durchzuführen. Gerade in stressigen Phasen kommt es häufig vor, dass relevante Schritte in der Projektplanung vergessen werden, was sich wiederum negativ auf das gesamte Projekt auswirken kann. Die Projektplanung beinhaltet zudem einen Zeitplan, welcher jede einzelne Phase berücksichtigt. Dies ermöglicht es dir, während der kompletten Laufzeit alles im Blick zu behalten. Für einen optischen Überblick kannst du außerdem auf ein Gantt Diagramm zurückgreifen, das dir und deinem Team das entsprechende Projekt in einem zeitlichen Verlauf darstellt. 

Bei der Durchführung hast du die Wahl zwischen zwei Varianten: Klassische und agile Projektplanung:

  • Das klassische Projektmanagement folgt einer klar definierten Linie. Diese beinhaltet eine Abtrennung aller einzelnen Planungsphasen in sogenannte Meilensteine. Die Abfolge wird von dir im Vorfeld festgelegt; Änderungen oder Schwierigkeiten sind daher unerwünscht.
  • Das Gegenteil ist die agile Projektplanung. Auch hier erfolgt zwar eine Einteilung der Abläufe, jedoch sind negative Aspekte bereits in die Planung inkludiert; sie werden sogar erwartet. Daher ist Teamfähigkeit und Flexibilität hier äußerst wichtig. Eine Anpassung an wechselnde Gegebenheiten ist problemlos möglich, weshalb ein agiles Vorgehen langfristig ressourcenschonender ist. Der Aufwand nimmt demnach ab.

Aufgaben der Projektplanung

Die wohl wichtigste Aufgabe ist es, dich dabei zu unterstützen, alle Aufgaben für einen Projekterfolg zu meistern. Der Projektplan beinhaltet unter anderem Informationen zu:

  • Ablauf
  • Kosten
  • Fälligkeitsdaten
  • Umfang und Arbeitsschritte
  • Ergebnisse

Um den Arbeitsplan zu erstellen und keine Ressourcen zu verschwenden, ist es daher sinnvoll, folgende Fragen im Rahmen des Arbeitsplans zu beantworten:

  • Wie ist der aktuelle Status Quo?
  • Wie sind die IST- und SOLL-Zustände?
  • Welcher Sinn steckt hinter dem Projekt?
  • Welches Ziel verfolgen wir?
  • Wer arbeitet an dem Projekt?
  • Wie erreichen wir die einzelnen Ziele sowie das Gesamtergebnis?
  • Wie ist der Zeitplan? Was müssen wir bis wann erarbeitet haben?
  • Welche Phasen bzw. Arbeitsschritte bauen aufeinander auf?
  • Welche Kosten müssen wir bewältigen?
  • Wie viele Puffer sollten wir einplanen?

Anhand der genannten Fragen kannst du deinen Projektplan erstellen und behältst dabei alle Eventualitäten fest im Blick.

Gute Vorbereitung mit einer detaillierten Projektplanung

Nimm dir ausreichend Zeit, um dein Projekt vorzubereiten, bestimmte Vorgänge zu planen und durchzuführen. Die Regel: 25 bis 35 % der voraussichtlichen Projektgesamtdauer solltest du für die Planung aufwenden. Denn je klarer du Ziele, Rahmenbedingungen und Anforderungen beschreibst, desto einfacher und schneller lässt sich das Projekt später umsetzen. Desto geringer ist auch das Risiko, dass Fehler oder Engpässe auftreten. Eine ausgeklügelte Projektplanung ist demnach das A und O deines Erfolgs. Folgende Schritte kannst du zum Beispiel unternehmen:

  • Bei externen Projekten/Aufträgen: Kläre mit dem Auftraggeber genau, was er sich wünscht, welche Anforderungen er an einen Auftrag hat, etwa den Bau einer großen Maschine nach individuellen Kundenwünschen.
  • Bei internen Projekten: Formuliere genau, was du erreichen möchtest, zum Beispiel ein Qualitätsmanagement-System einführen oder die Kundenbetreuung verbessern.
  • Konkretisiere das Projektziel nach und nach. Am besten eignen sich dazu ein Lasten- und ein Pflichtenheft, die immer wieder abgeglichen werden.
    • Im Lastenheft beschreibt der Auftraggeber genau das gewünschte Ergebnis.
    • Im Pflichtenheft beschreibt der Aufragnehmer, was er konkret erstellt.
      Erstelle auch für interne Projekte ein Pflichtenheft, um Missverständnisse und Fehlinterpretationen zu vermeiden. Um die Projektplanung sinnvoll zu gestalten, solltest du einen detaillierten Projektablaufplan erstellen.
  • Erstelle eine Planung mit Aussagen zu folgenden Punkten:
    • Ressourcen (Personal, Fremdleistungen, Maschinenbedarf, Sachmittel)
    • Budgets
    • Meilensteinen und Terminen
  • Unterteile das Projekt, wenn nötig, in kleinere Arbeitspakete, um einen besseren Überblick zu erhalten und eine genauere Planung und Steuerung vornehmen zu können. Am besten eignet sich hierfür ein sogenannter Meilensteinplan. Im Rahmen der Projektplanung setzt du Zwischenziele, die du terminierst. Durch diese Terminplanung behält jeder den Überblick, was bis wann fertig sein muss und welche Teile einander bedingen oder aufeinander aufbauen.
  • Prüfe, ob deine Mitarbeiter ausreichend befähigt sind. Qualifiziere sie bei Bedarf (und wenn noch ausreichend Zeit vorhanden ist) weiter. Ansonsten solltest du Leistungen von Dritten zukaufen.
  • Ernenne einen Projektleiter, wenn du nicht selbst diese Aufgabe übernimmst, und stelle ein Projektteam zusammen, das das Projekt umsetzen soll.
  • Prüfe auch vorhandene Risiken, zum Beispiel:
    • fehlende Ressourcen
    • ungenügendes Fachwissen
    • fehlende technische Möglichkeiten
    • Engpässe bei Fremdleistern
    • mögliche Auswirkungen bei Terminüberschreitungen, etwa Konventionalstrafen oder Kundenverluste

Ein ausgeklügeltes Risikomanagement hilft dir dabei, alle Faktoren zu berücksichtigen.

  • Bei starken Unsicherheiten: Versuche, einen Puffer für Unvorhergesehenes einzuplanen und die Termine in Absprache mit dem Kunden möglichst nach hinten zu schieben. Vermeide Zusagen innerhalb der Projektplanung, die du mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wirst einhalten können.
  • Führe eine Wirtschaftlichkeits- bzw. Kosten-Nutzen-Betrachtung durch. Bei externen Projekten: Ziehe von den Erlösen die Kosten ab, und prüfe, ob in deiner Kostenplanung noch ausreichend Gewinn verbleibt.
  • Prüfe, ob und in welchem Umfang das Projekt deine Liquidität zumindest zeitweise belastet. Bei den meisten Projekten fallen in der ersten Projektphase mehr Ausgaben als Erlöse an. Sorge dafür, dass ausreichende Mittel bereitstehen, indem du etwa mit der Bank über eine Ausweitung des Kontokorrents oder mit dem Auftraggeber über eine höhere Anzahlung verhandelst.
  • Erstelle einen Projektstrukturplan (PSP) (z.B. mit Excel), der die zentralen Aufgaben und Arbeitspakete mit Terminen und wenn möglich Ressourcen- und Kostenbedarf enthält. Weise die Mitarbeiter den Aufgaben und Arbeitspakten zu.
  • Lege fest, in welcher Form und in welchen Abständen du über den Stand des Projekts informiert werden möchtest, beispielsweise wöchentliche schriftliche Statusberichte, monatliche Meetings, Projektberichte und Kennzahlen. Ein ausgeklügeltes Projektmanagement hilft dir hier bei der Umsetzung.
  • Erstelle einen Projektauftrag, der alle wichtigen Punkte noch einmal festhält: Kunde, Projektbezeichnung, Ziele, Termine, Budgets, Ressourcen.
  • Lege auch fest, mit wem und wie du dich abstimmen willst.

Ergebnis: Nach dieser Vorarbeit liegen dir nun ein Projektauftrag und ein vollständigerProjektplan vor: mit allen wichtigen Inhalten, Arbeitspaketen, Meilensteinen und Budgets, dem Projektteam sowie der Ressourcenplanung.

Stimme deine Projektplanung mit dem Auftraggeber ab. Dann starte mit der Umsetzung.

Werkzeuge und Methoden der Projektplanung

Neben den Arbeiten für die eigentliche Projektumsetzung, etwa den Bau von Möbeln oder Maschinen, benötigst du noch verschiedene betriebswirtschaftliche Instrumente. Sie helfen dir nicht nur dabei, den Projektzeitplan zu erstellen, sondern ebenfalls dabei, den Projektverlauf zu überwachen und zu korrigieren:

  • Monatliche Plan-Ist-Vergleiche sowohl für das gesamte Projekt als auch für die wichtigen Arbeitspakete und Meilensteine. Du solltest für mindestens die folgenden Sachverhalte solche Plan-Ist-Vergleiche anstellen:
    • Umsätze
    • Kosten
    • Arbeitsstunden
    • Fremdleistungen
    • Termine
  • In regelmäßigen Teamsitzungen besprichst du den Projektfortschritt sowie mögliche Probleme und Maßnahmen.
  • Projektberichte und Kennzahlen dienen der Ergebnisdarstellung. Auch wenn du ein kleines Unternehmen führst, solltest du die erreichten Ergebnisse, Abweichungen, eingeleitete Maßnahmen und deren Auswirkungen zumindest in knapper Form schriftlich festhalten und auch mit Kennzahlen arbeiten.
  • Vor allem bei externen Projekten solltest du dich regelmäßig mit dem Auftraggeber abstimmen, je nach Projektvolumen und -länge wöchentlich oder monatlich sowie fallweise, wenn Probleme auftreten.

Schaffe Voraussetzungen für einen erfolgreichen Projektablauf

Die Projektplanung ist oft mit großen Unsicherheiten behaftet, vor allem bei der Vorausberechnung von Arbeitsstunden und Terminen. So kannst du hier mehr Sicherheit schaffen:

  • Halte dich möglichst exakt an die Vorgaben des Auftraggebers, wenn du den Meilensteinplan erstellst. Füge keine Arbeiten eigenständig hinzu, und prüfe, ob du wirklich an alles gedacht hast.
  • Versuche, bei den Ressourcen, Budgets und Terminen einen Puffer einzubauen. Bedenke aber, dass die Puffer das Projekt verteuern und du dem Auftraggeber eventuell einen höheren Preis nennen musst.
  • Greife auf Erfahrungen zurück: Nimm dir die Abschlussdokumente und Analysen bereits beendeter Projekte zur Hand, und prüfe, ob du mit deinen Planungen und Annahmen in der Vergangenheit richtig lagst. In der Praxis treten vor allem bei der Montage, bei Fehlerprüfungen, Testläufen beim Kunden oder der Einbindung von Software in die EDV-Landschaft von Kunden Probleme auf.

Projektplanung eines Software-Projektes am Praxis-Beispiel

Unternehmer U. entwickelt und verkauft Software. Sie enthält zahlreiche Standard-Module, muss jedoch immer an die Bedürfnisse seiner Kunden angepasst werden. U. plant daher für jede Software-Einführung beim Kunden ein eigenes Projekt.

So geht er vor:

  • Zunächst führt er Gespräche, in denen er mit dem Kunden dessen grundlegende Wünsche ermittelt.
  • Dann analysiert er die beim Kunden vorhandenen Programme. Er will feststellen, welche Teile der Software mit dem System von U. verknüpft werden können.
  • Dann erstellt der Kunde ein erstes Lastenheft mit genauen Spezifikationen.
  • U. entwickelt, im Rahmen der Meilensteinplanung, aus den Vorgaben ein Pflichtenheft, das er ebenfalls noch einmal mit dem Kunden durchgeht und mit dem Lastenheft vergleicht.
  • Sind sich beide Seiten einig, entwickelt U. einen ersten Projektplan mit wichtigen Meilensteinen und überschlägt den voraussichtlichen Ressourcenbedarf (Entwicklungskapazität, Personal, Finanzmittel).
  • Gleichzeitig stellt er ein Projektteam aus 2 bis 3 Personen zusammen.
  • Da U. schon länger im Geschäft ist, gibt es bei den meisten Projekten nur geringfügige Unsicherheiten. Dennoch kann er nicht alle Arbeiten zeitlich absolut genau kalkulieren; immer wieder kommt es bei Tests und Programmzusammenführungen zu Problemen und Verzögerungen. U. setzt daher bei der Projektplanung einen Stundenpuffer von rund 10 % der realistisch geplanten Arbeitsstunden an. Dieser Wert reicht nach seiner Erfahrung fast immer, um noch etwa 12 % Gewinn vor Steuern zu erzielen. Dadurch, dass U. einen Projektzeitplan erstellt, weiß er jederzeit, ob die kalkulierte Zeit wirklich ausreicht und wo er bei Bedarf nachjustieren muss.
  • Seinen Kunden macht er ein Angebot, das auf den real kalkulierten Stunden basiert. Er behält sich aber vor, dem Kunden auch die 10 % Reserve in Rechnung zu stellen. Mehr als diese 10 % muss der Kunde aber nicht bezahlen.
  • Nimmt der Kunde das Angebot an, erstellt U. den Projektstrukturplan, der alle wichtigen Aufgaben und Arbeitspakete sowie die Termine und die Anteile der Teammitglieder enthält. Dabei berücksichtigt er alle Aspekte der Projektplanung, um auf der sicheren Seite zu sein.
  • U. vereinbart mit den Kunden wöchentliche Gespräche über den Projektfortschritt, auftretende Probleme und mögliche Änderungswünsche.
  • Während der Projektlaufzeit spricht er regelmäßig mit seinen Mitarbeitern und erstellt monatlich einen Plan-Ist-Vergleich, in dem er den Status von Arbeitspaketen, Budgets und Terminen prüft.

Projektplanung mittels App oder anderen Programmen

Um erfolgreich alle Projekte zu planen, gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Hilfsmitteln. Du kannst ganz klassisch einen Projektplaner via Excel benutzen. Dies empfiehlt sich jedoch nur, solange du ausschließlich kleine und überschaubare Projekte hast. Je größer der Aufwand und je höher die notwendigen Ressourcen sowie Kosten, umso unübersichtlicher wird dein Meilenstein in Excel. In diesem Fall empfiehlt sich ein professionelles Projektplanungstool. Der Markt selbst ist riesig, wenn du einen Blick in das World Wide Web wirfst und deine Projektplanung online umsetzt.

Zu den Klassikern zählen Asana und Trello. Hierbei hast du die Möglichkeit, jeden Meilenstein durch ein eigenes Kärtchen darzustellen, beteiligte Personen hinzuzufügen und einzelne Checklisten zu erstellen. Vorteilhaft ist zudem, dass die meisten Tools als Basisversion kostenlos zugänglich sind. Dies reicht in der Regel absolut aus. Premium-Versionen lohnen sich allerdings, wenn du detailliertere Projektplanungen vornehmen willst.

Weitere bekannte Tools sind:

  • Factro
  • MeisterTask
  • OpenProject
  • Wrike
  • Stackfield

Für welche Variante du dich entscheidest, ist immer abhängig von deinen Bedürfnissen sowie vom Umfang der einzelnen Projekte. Wenn du für die Projektplanung noch nie ein Tool benutzt hast, empfiehlt es sich, einige Programme auszuprobieren und sie auf Herz und Nieren zu prüfen.