Nachhaltigkeit messen: Die wichtigsten Indikatoren für Unternehmen

Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt – oder sind gerade damit beschäftigt, Nachhaltigkeit im Führungsstil zu etablieren. Dabei stellt sich immer auch eine zentrale Frage: Mit welchen Key Performance Indicators (KPIs), also klar definierten Kennzahlen, so genannten Nachhaltigkeitsindikatoren, lassen sich Nachhaltigkeitsziele gut verfolgen und bewerten? Dieser Artikel bietet dir eine Einführung in das Thema Messwerte für Nachhaltigkeit und zeigt, wie du mit konkreten Indikatoren die Fortschritte deiner Nachhaltigkeitsaktivitäten messbar machst und so einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung deines Unternehmens leistest.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026
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KPIs: Indikatoren für den Unternehmenserfolg

„If you can't measure it, you can't manage it.“ Dieses bekannte Managementprinzip gilt auch für die Nachhaltigkeitsaktivitäten in Unternehmen. Wer messen will, braucht Kennziffern, die sogenannten Key Performance Indicators (KPIs). KPIs dienen dazu, Fortschritte transparent zu belegen, Maßnahmen vergleichbar und Ziele greifbar zu machen. Sie bilden dabei den Rahmen, um Entwicklungen strukturiert zu erfassen und zu steuern. Damit Unternehmen die Nachhaltigkeit messen können, braucht es daher ebenfalls die richtigen KPIs, sprich Nachhaltigkeitsindikatoren.

Warum sollten Unternehmen ihre Nachhaltigkeit messen?

Es gibt mindestens vier gute Gründe, wieso es für Unternehmen sinnvoll ist, ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten zu ermitteln:

  1. Wettbewerbsvorteil: Nachhaltigkeitsmaßnahmen sind ein Kaufargument für Kunden und Geschäftspartner. Nur wer sie misst, kann sie glaubhaft kommunizieren.
  2. Kostensenkung: Effizienzgewinne sparen Geld. Wo sich Potenziale verbergen, weiß ein Unternehmen nur dann, wenn vergleichbare Daten vorliegen.
  3. Regulatorische Anforderungen: Viele Unternehmen sind gemäß EU-Richtlinien, wie etwa der CSRD, dazu verpflichtet, über nachhaltige Prozesse Bericht zu erstatten. Auch immer mehr Banken legen bei der Kreditvergabe Wert auf eine valide Nachhaltigkeitsberichterstattung.
  4. Recruiting: Unternehmen, die nachweislich nachhaltig wirtschaften, haben es leichter, Mitarbeiter zu finden und einzustellen

Nachhaltigkeitsindikatoren sind zudem ein zentraler Bestandteil von Umweltberichten. Sie helfen, die Auswirkungen eines Unternehmens auf die Umwelt transparent und nachvollziehbar darzustellen. Zudem gelingt es mit Hilfe von Nachhaltigkeits-KPIs, sowohl ökologische als auch faire Entwicklungen sichtbar zu machen. Die Indikatoren zeigen, wie effektiv ein Unternehmen seine Umweltziele verfolgt und ob Maßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden.

Wie können Unternehmen Nachhaltigkeit messen?

Nachhaltige Entwicklung ist messbar, wenn Ziele klar definiert sind und geeignete Indikatoren gewählt werden. Mithilfe der richtigen Nachhaltigkeitsindikatoren machen Unternehmen ihre Beiträge sichtbar – und die KPIs legen zudem offen, an welchen Stellschrauben Unternehmen drehen müssen, um Stärken auszubauen und noch nachhaltiger zu handeln. Daher ist es für Unternehmen wichtig zu klären, wie bzw. mit welchen Kennzahlen sie Nachhaltigkeit erfassen können. Die Nachhaltigkeitsindikatoren gliedern sich in drei Bereiche:

  1. Ökologische KPIs: Diese Kriterien drehen sich um die wichtige Verbindung eines Unternehmens zur Umwelt. Hierzu zählen zum Beispiel die Energieeffizienz, die Recycling-Quote, der Wasserverbrauch oder der CO₂-Fußabdruck. All diese Angaben stehen für zentrale Kennzahlen, die sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene an Bedeutung gewinnen.
  2. Soziale KPIs: Diese Gesichtspunkte beziehen sich auf alles, was mit der Gesellschaft im Unternehmen, also den Mitarbeitern verbunden ist. Hier geht es darum, einen Beitrag zu den Themen wie Arbeitszufriedenheit, Diversity Management oder Weiterbildungsstunden pro Mitarbeiter zu leisten.
  3. Ökonomische KPIs: Bei diesen Aspekten geht es um die wirtschaftlichen Gegebenheiten im Unternehmen. Diese beziffern zum Beispiel die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen, den Einsatz recycelter Materialien, die nachhaltige Beschaffung oder Effizienzsteigerungen.

Welche Kriterien sind bei der Auswahl von Nachhaltigkeitsindikatoren wichtig?

Damit KPIs in deiner Unternehmenspraxis funktionieren, sollten diese folgenden Kriterien erfüllen:

  • Relevanz: Die KPI muss zu deinem Nachhaltigkeitsziel passen.
  • Messbarkeit: Die Daten müssen zuverlässig und möglichst einfach zu erfassen sein.
  • Vergleichbarkeit: Die Kennzahl sollte es dir ermöglichen, Entwicklungen über die Zeit und im Vergleich zu Standards aus deiner Branche zu analysieren.
  • Praktikabilität: Der Aufwand für die Datenerhebung muss im Verhältnis zum Nutzen stehen.

Info

Nutze die SDGs als Orientierung bei der KPI-Auswahl

Die Vereinten Nationen definieren mit den Sustainable Development Goals (SDGs) 17 globale Nachhaltigkeitsziele mit 169 Unterzielen. Auch Unternehmen in Deutschland können sich an diesen Zielen gut orientieren, um relevante Indikatoren abzuleiten. Bereits viele weltweite Organisationen nutzen diese Ziele als Schwerpunkt für ihre eigene Nachhaltigkeitsstrategie.

So kann sich ein Unternehmen zum Beispiel an dem SDG-Indikator 12 „Nachhaltige Produktion und Konsum“ orientieren und die Recyclingquote seiner Verpackungsmaterialien messen. Die erhobenen Daten helfen dabei, die Verpackungen kontinuierlich zu verbessern, Ressourcen zu sparen und Kosten zu senken.

Praxisbeispiele für Nachhaltigkeitsindikatoren & KPIs

Die folgende Tabelle zeigt dir beispielhaft, mit welchen Angaben Unternehmen ihre Nachhaltigkeit messen können.

Bereich
Bereich Indikator Praxisbeispiel
Umwelt CO₂-Ausstoß pro produzierter Einheit Ein Hersteller reduziert durch erneuerbare Energien seinen CO₂-Fußabdruck.
Soziales Anteil weiblicher Führungskräfte Ein Unternehmen führt ein Mentoring-Programm ein, um Frauen in Führungspositionen zu fördern.
Wirtschaft Entwicklung neuer Technologien Ein Hersteller senkt langfristig Kosten durch einen effektiveren Ressourceneinsatz.

Herausforderungen bei der Messung von Nachhaltigkeit

Gerade Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) stehen bei der Implementierung und Messung von Nachhaltigkeits-KPI vor besonderen Herausforderungen: Oft erschweren veraltete oder ungenaue Daten die Analysen und Umsetzung oder es fehlt an Zeit und Budget, um komplexe Messsysteme einzuführen.

Es empfiehlt sich deshalb, mit einfachen KPIs zu starten und die Datenerhebung schrittweise zu erweitern. Deutschlandweite Förderprogramme und Beratungen können den Einstieg erleichtern. In Bezug auf die Möglichkeiten aus der Politik lohnt sich ein Blick auf Unterstützungsangebote von der KfW oder vom jeweiligen Bundesland.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zu professionellen Nachhaltigkeitsindikatoren

Mit den richtigen KPI kannst du deine Nachhaltigkeitsstrategie greifbar machen. Setze auf praxisnahe und leicht umsetzbare KPIs, die Fortschritte sichtbar machen. Ob CO₂-Fußabdruck, Recyclingquote oder Mitarbeiterbindungklare Kennzahlen helfen, deine Ziele zu erreichen, Verantwortung zu übernehmen und dich zukunftsfähig aufzustellen. Um KPIs in deinem Unternehmensalltag zu integrieren, kannst du dich an folgender Checkliste orientieren:

  1. Ziele definieren: Überlege, welche Nachhaltigkeitsziele für dein Unternehmen relevant sind. Aus diesen Überlegungen erstellst du eine Agenda. Beispiele könnten die Reduzierung des Energieverbrauchs oder die Förderung von Vielfalt am Arbeitsplatz sein.
  2. Indikatoren auswählen: Wähle KPIs aus, die diese Ziele direkt messbar machen. Starte mit drei bis fünf einfachen Kennzahlen.
  3. Daten erfassen: Nutze bestehende Systeme, wie ERP-Software, oder implementiere einfache Tools zur statistischen Datenerhebung.
  4. Ergebnisse dokumentieren: Lege die Fortschritte in einem Bericht offen.
  5. Maßnahmen anpassen: Überprüfe, ob die Maßnahmen erfolgreich sind, und passe sie bei Bedarf an.