Was sind die Sustainable Development Goals (SDGs)?
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) verständigte sich im Jahr 2015 in ihrer Agenda 2030 auf die Sustainable Development Goals (SDGs, auf Deutsch: nachhaltige Entwicklungsziele). Alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen, darunter auch Deutschland, haben die SDGs offiziell angenommen. Ziel ist es, bis 2030 weltweit eine nachhaltige Entwicklung zu fördern und die größten globalen Herausforderungen auf staatlicher Ebene zu bewältigen. Fünf Kernanliegen der Agenda 2030 bilden die Grundlage der 17 SDGs:
- Menschen: Armut und Hunger beenden, ein gesundes Leben und Bildung für alle fördern.
- Planet: Den Planeten schützen, insbesondere durch Maßnahmen gegen den Klimawandel.
- Wohlstand: Nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum fördern, das allen zugutekommt.
- Frieden: Friedliche und gerechte Gesellschaften fördern, den Zugang zu Justiz und Institutionen verbessern.
- Partnerschaften: Globale Partnerschaften stärken, um die Umsetzung der Ziele zu gewährleisten.
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SDGs: Die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN
Aus den fünf genannten Indikatoren lassen sich die 17 SDGs ableiten, die wesentlichen Eckpfeiler einer nachhaltigen Entwicklung der Weltgemeinschaft:
- Keine Armut
- Kein Hunger
- Gesundheit und Wohlergehen
- Hochwertige Bildung
- Geschlechtergleichstellung
- Sauberes Wasser und Sanitärversorgung
- Bezahlbare und saubere Energie
- Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
- Industrie, Innovation und Infrastruktur
- Weniger Ungleichheiten
- Nachhaltige Städte und Gemeinden
- Nachhaltiger Konsum und Produktion
- Maßnahmen zum Klimaschutz
- Leben unter Wasser
- Leben an Land (Landökosysteme)
- Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
- Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
Wie sollen die SDGs erreicht werden?
Im Rahmen der Umsetzung müssen alle Staaten der Vereinten Nationen wissen, wie sie die Nachhaltigkeitsziele realisieren können. Die SDGs sollen durch nationale Strategien, internationale Partnerschaften und globale Kooperationen erreicht werden. Länder setzen Maßnahmen wie Gesetze, Investitionen in erneuerbare Energien und Bildungsprogramme um und entwickeln eindeutige Zielvorgaben zur Erreichung der SDGs. Auch Unternehmen und die Zivilgesellschaft spielen eine wichtige Rolle.
So werden Fortschritte gemessen und überprüft
Die Zielerreichung wird anhand von 169 Unterzielen und über 230 globalen Indikatoren gemessen. Diese Indikatoren erfassen unterschiedliche Daten zu den einzelnen Zielen, etwa zu CO₂-Emissionen oder zur Armutsreduktion. Die Länder erstellen regelmäßig Berichte, die ihre Fortschritte dokumentieren. Im Rahmen des SDG-Monitorings werden diese Berichte auf globaler Ebene verglichen, um den Fortschritt der nachhaltigen Entwicklung zu überwachen und zu bewerten.
In Deutschland informiert die Bundesregierung im Zuge der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie regelmäßig darüber, wie gut Deutschland vorankommt.
Die Fortschritte bei der Erreichung der SDGs werden auf verschiedenen nationalen und internationalen Plattformen überwacht:
1. Global: Der SDG Index bieten umfassende globale Berichte und Vergleiche zwischen Ländern basierend auf den SDG-Indikatoren.
2. Europa: Die Eurostat-Website stellt Berichte zur Erreichung der SDGs in den EU-Ländern bereit.
3. Deutschland: Die Fortschritte werden über die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie regelmäßig überwacht und auf Plattformen wie Destatis veröffentlicht.
Diese Plattformen bieten Transparenz und Vergleichbarkeit der Fortschritte weltweit.
SDGs: Klare Leitlinien für nachhaltiges Wirtschaften
Die SDGs bieten somit einen praktischen Rahmen für nachhaltiges unternehmerisches Handeln. Auch wenn sie nicht verpflichtend sind, helfen sie dabei, die langfristige Zukunftsfähigkeit von Unternehmen zu sichern. Nachhaltigkeit wird zunehmend ein entscheidender Faktor für Investoren, Banken, Business-Angels, Geschäftspartner und Kunden. Unternehmen, die ihre Strategien an den SDGs ausrichten, positionieren sich als verantwortungsvolle Player im Wettbewerb – und werden so gleichzeitig ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht.
Wie können Unternehmen die SDGs umsetzen?
Angesichts der Breite und Vielfalt der Nachhaltigkeitsziele der UN ist es sinnvoll, strategisch vorzugehen:
- Zielauswahl: Wähle die SDGs aus, die am besten zu deinem Geschäftsmodell passen. Fokussiere dich auf wenige, konkrete Ziele, die du in deinem Unternehmen umsetzen kannst, zum Beispiel Nachhaltiger Konsum und Produktion (SDG 12) oder Maßnahmen zum Klimaschutz (SDG 13).
- Schritt-für-Schritt-Vorgehen: Fang mit einer kleinen Entwicklungsagenda an. Oft führen zum Beispiel konkrete Maßnahmen zu schnellen ersten Erfolgen, wie etwa die Reduzierung von CO₂-Emissionen oder die Verbesserung der Arbeitsbedingungen oder die nachhaltige Nutzung von Ressourcen.
- Partnerschaften aufbauen: Arbeite mit anderen Unternehmen, NGOs oder lokalen Initiativen zusammen, um gemeinsame Lösungsansätze für Nachhaltigkeit zu entwickeln. Diese Kooperationen können dir helfen, schneller Fortschritte zu erzielen – und außerdem erweiterst du damit auch gleich dein Netzwerk.
- Berichtserstattung: Berichte über deine SDGs-Fortschritte, auch wenn es dafür keine gesetzliche Verpflichtung gibt. Eine Nachhaltigkeitsberichterstattung zeigt deinen Stakeholdern, dass du proaktiv handelst und kann für weitere Statistikzwecke dienlich sein.
Wie können Unternehmen ihren Beitrag zur Erreichung der SDGs erheben?
Unternehmen können ihren eigenen Beitrag zu den SDGs messen, indem sie entsprechende interne Kennzahlen (KPIs) definieren.
- Das können zum Beispiel Zahlen bzw. Grundwerte zur CO₂-Reduktion oder zur nachhaltiger Ressourcennutzung sein. Es bietet sich an, die gesammelten Daten zu den Fortschritten in einem Nachhaltigkeitsbericht zu dokumentieren.
- Fortschrittsberichte dienen dazu, um sich nach außen, z.B. gegenüber den Stakeholdern als verantwortungsbewusstes Unternehmen zu positionieren
- Ergebnisdokumente helfen auch, um nach innen einen guten Überblick über die eigenen Bemühungen zu gewinnen und besser zu erkennen, welche Maßnahmen erfolgreich sind und wo noch optimiert werden kann.
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Kritikpunkte an den Sustainable Development Goals (SDGs)
Insbesondere die praktische Umsetzbarkeit der SDGs sorgt für Skepsis. Einige der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen seien zu allgemein oder unpräzise formuliert, bemängeln Kritiker. Zudem widersprächen sich einige Aspekte der SDGs, wie etwa die Förderung des Wirtschaftswachstums und des Umweltschutzes. Auch die ungleichenVerantwortlichkeiten werden bemängelt: Wohlhabende Länder müssten mehr tun als ärmere Länder, die unter anderem vom Klimawandel ohnehin schon stärker belastet sind. Nicht zuletzt stößt die fehlende gesetzliche Verbindlichkeit auf Kritik: Es gibt keine Sanktionsmechanismen für Länder, die ihre Ziele nicht erreichen. Kein Argument ohne Gegenargument: Folgendes lässt sich der Kritik entgegensetzen:
- Vage Ziele: Die SDGs bieten einen flexiblen Rahmen, um weltweit auf unterschiedliche Gegebenheiten eingehen zu können.
- Interessenkonflikte: Nachhaltiges Wachstum ist möglich, wenn Wirtschaft und Umwelt in Einklang gebracht werden, etwa durch grüne Technologien.
- Ungleiche Verantwortlichkeiten: Wohlhabendere Länder tragen finanziell und technologisch zur Unterstützung ärmerer Länder bei.
- Fehlende Verbindlichkeit: Obwohl sie nicht rechtlich bindend sind, schaffen die SDGs moralischen Druck und fördern freiwillige Maßnahmen.