Tantieme – das müssen Sie darüber wissen

Tantiemen können dazu beitragen, die Mitarbeiterzufriedenheit im Unternehmen zu erhöhen. Doch wie genau funktionieren Tantiemen? Welche steuerlichen Aspekte muss ich beachten? Und welche Vor- und Nachteile gibt es? Das erfahren Sie in diesem Artikel.

Zuletzt aktualisiert am 13.02.2026
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Tantiemen: Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Tantieme ist eine variable Vergütung, die Sie als Einkunft zusätzlich zum Gehalt erhalten und die prozentual an den Gewinn bzw. Jahresüberschuss oder Umsatz eines Unternehmens gekoppelt ist.
  • Unternehmen müssen bei den Tantiemen die 50-Prozent-Grenze berücksichtigen, andernfalls geht das Finanzamt von einer verdeckten Gewinnausschüttung aus.
  • Steuerlich gelten Tantiemen als Teil des Gehalts, den Sie ganz normal wie Ihren Bruttoarbeitslohn versteuern müssen.
  • Tantiemen sollen Führungskräftezu besseren Leistungen motivieren und auch dafür sorgen, sie fester an das Unternehmen zu binden.
  • Wenn Unternehmen die Tantieme falsch ausgestalten, erhöht sich das Konfliktpotenzial innerhalb des Unternehmens.

Wer bekommt die Tantieme?

Typischerweise zahlt das Unternehmen die Tantieme an Vorstände, die Geschäftsführung oder Führungskräfte aus. Sie soll die Führungspersonen dazu motivieren, noch ein paar Prozent mehr für das Unternehmen zu geben – sozusagen ein Leistungsanreiz. Manchmal erhalten jedoch auch Mitarbeiter aus anderen Positionen eine Tantieme.

Wer genau die Tantieme erhält und wer nicht, ergibt sich aus:

  • einer vertraglichen Vereinbarung
  • einer Gesamtzusage
  • einer betrieblichen Übung
  • einem Tarifvertrag
  • einer Betriebsvereinbarung

Welche Arten der Tantieme gibt es?

Zu den vier gängigsten Tantiemen gehören:

  • Gewinntantieme:
    Beteiligung am Gewinn des Unternehmens, zum Beispiel als prozentualer Anteil.
  • Umsatztantieme:
    Vergütung, die auf dem erzielten Jahresumsatz basiert.
    Die Umsatztantieme ist jedoch nur in wenigen Sonderfällen ratsam. Denn Finanzämter gehen häufig davon aus, dass die Person dadurch ihre Steuern senken möchte und eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt.
  • Garantietantieme:
    Fest zugesicherte Zahlungen, unabhängig von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens.
  • Ermessenstantieme:
    Der Arbeitgeber zahlt diese Tantieme nach eigenem Ermessen aus.

In der folgenden Tabelle vergleichen wir die unterschiedlichen Arten und ihre Berechnungsgrundlagen miteinander.

Art
Art Bemessungsgrundlage Typisch für
Gewinntantieme Gewinn/Jahresabschluss Geschäftsführer, Gesellschafter-Geschäftsführer, Vorstände, leitende Angestellte und Führungskräfte
Umsatztantieme Erzielter Jahresumsatz der begünstigten Person. Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte
Garantietantieme Fixer Betrag oder Mindestbetrag + ggf. variable Komponente Auf allen Positionen möglich
Ermessenstantieme Individuelle Kriterien des Arbeitgebers Geschäftsführer, Führungskräfte und leitende Angestellte

Achtung

Die Tantiemen sollten vertraglich geregelt sein

Grundsätzlich sollten Unternehmen und Empfänger der Tantiemen alle Details und Vereinbarungen vertraglich festhalten. Denn so kommt es nicht zu Missverständnissen, die schlimmstenfalls vor Gericht landen. Jeder weiß also, worauf er sich einlässt.

Im Vertrag sollten vor allem diese Aspekte vorhanden sein:

  • die Tantiemenhöhe bzw. der Prozentsatz
  • die Bemessungsgrundlage
  • der Auszahlungszeitpunkt

Wie hoch darf die Tantieme sein?

Die Auszahlungshöhe an alle Empfänger darf zusammengerechnet maximal bei 50 Prozent des handelsrechtlichen Gewinns liegen. Andernfalls könnte das Finanzamt von einer verdeckten Gewinnausschüttung ausgehen.

Es kann jedoch auch sein, dass das Finanzamt die Tantieme nicht anerkennt, wenn das Verhältnis zwischen Tantieme und Festgehalt nicht stimmig ist. Um diesem Problem zu entgehen, sollte diese im Idealfall nicht mehr als 25 Prozent des Gesamtgehalts der begünstigten Person ausmachen.

Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Steckt das Unternehmen in einer wirtschaftlich angespannten Lage oder in der Gründungsphase, darf die Tantieme auch anders ausfallen.

Wie berechne ich die Tantieme?

Die Berechnung hängt von der Art der Tantieme ab. Bei einer Gewinntantieme lautet beispielsweise die Formel:

Tantieme = Gewinn * Prozentsatz

Beispiel: Ein angestellter Geschäftsführer erhält ein Jahresgehalt in Höhe von 120.000 Euro brutto. Zudem erhält er am Jahresende eine Gewinntantieme von 10 Prozent auf den Jahresgewinn. Bei einem erzielten Jahresgewinn von 500.000 Euro ergibt sich:

Tantieme = 500.000 Euro * 0,1 = 50.000 Euro

Die Gesamtvergütung des Geschäftsführers beläuft sich in diesem Jahr somit auf 170.000 Euro brutto.

Wie versteuere ich eine Tantieme?

Sie versteuern die Tantieme wie Ihr reguläres Gehalt, nur unter dem Punkt „Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit“. Sie unterliegen also ganz normal der Lohnsteuerpflicht und Sie bekommen diese nach Abzug von Einkommensteuer und Sozialabgaben ausgezahlt.

Achtung! Besondere steuerliche Regeln gelten, wenn der Geschäftsführer zugleich Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens ist. In diesen Fällen schaut das Finanzamt etwas genauer hin. Es prüft, ob die Tantieme des Gesellschafters fremdüblich ausgestaltet ist oder eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt.

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Tantiemen und die 50-Prozent-Grenze

Die Tantiemen dürfen nicht mehr als 50 Prozent des handelsrechtlichen Gewinns betragen. Alles über dieser 50-Prozent-Grenze stuft das Finanzamt als verdeckte Gewinnausschüttung ein und es droht eine doppelte Versteuerung.

Wo liegt der Unterschied zwischen einer Tantieme und einer Provision?

Während die Tantieme typischerweise an den Gesamtgewinn oder -umsatz des Unternehmens gekoppelt ist, bezieht sich die Provision meist auf individuelle Verkaufsleistungen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt Ihnen die konkreten Unterschiede zwischen einer Tantieme und einer Provision.

TantiemeProvision
Abhängig von der Geschäftsentwicklung Abhängig von individueller Leistung
Berechnet sich meist anhand des Gewinns Höhe bemisst sich prozentual am Vertragsgegenstand
Empfänger: Vorstände, Führungskräfte, Geschäftsführer Im Vertrieb gängige Praxis

Vor- und Nachteile der Tantieme

Vorteile der Tantieme

  • Motivation und Leistungsanreiz: Tantiemen sollen Mitarbeiter motivieren und den Leistungsanreiz erhöhen.
  • Unternehmensbindung: Tantiemen sollen die Mitarbeiter fester an das Unternehmen binden, da sie sie direkt am Erfolg des Unternehmens beteiligen.
  • Flexibilität: Unternehmen können Tantiemen flexibel an die wirtschaftliche Lage anpassen.
  • Möglicher Steuervorteil für Unternehmen: Tantiemen mindern den Gewinn des Unternehmens. Dadurch verringert sich die zu zahlende Steuerlast.

Nachteile der Tantieme

  • Komplexe Berechnung: Für Unternehmen ist es komplex und zeitaufwendig, Tantiemen zu berechnen und zu verwalten.
  • Unsicherheit: Tantiemen schwanken stark! Empfänger wissen bei der variablen Vergütung also nie, wie hoch sie ausfällt.

Fazit: Tantiemen funktionieren nur, wenn Unternehmen sie richtig einsetzen

Mit den Tantiemen beteiligen Unternehmen ausgewählte Mitarbeiter direkt am Unternehmenserfolg. Das soll Mitarbeiter zu besseren Leistungen motivieren und sie fester an das Unternehmen binden.

Das funktioniert jedoch nur, wenn sie klar geregelt, realistisch bemessen und steuerlich sauber ausgestaltet ist. Fehlen diese Grundlagen, entwickelt sich der Leistungsanreiz schnell zu einem Konflikt- oder sogar Steuerproblem. Denn eine falsch ausgestaltete Tantieme kann demotivierend auf die Mitarbeiter wirken und als verdeckte Gewinnausschüttung sogar finanzielle Nachteile mit sich bringen.