Zusammenfassung
Führungskraft im Überblick
- Eine Führungskraft ist eine verantwortliche Person für die Leitung eines Teams oder einer Organisation.
- Zu ihren Aufgaben gehören u. a. Zieldefinition, Mitarbeitermotivation und Coaching.
- Gründe für Neueinstellungen von Führungskräften können hohe Arbeitsauslastung, Bedarf an externem Fachwissen oder der Aufbau eines Teams zur Erreichung großer Pläne sein.
Definition
Was ist eine Führungskraft?
Eine Führungskraft ist eine Person, die Verantwortung für die Leitung und Steuerung eines Teams oder einer Organisation übernimmt.
Zu ihren Hauptaufgaben gehören u. a. folgende:
- Definition von Zielen und Visionen für das Team oder die Organisation.
- Inspiration und Motivation der Mitarbeiter, um die gesteckten Ziele zu erreichen.
- Coaching und Unterstützung der Mitarbeiter in ihrer beruflichen Entwicklung und Förderung von Fähigkeiten.
Inhaber als Führungskräfte
Wenn du neue Mitarbeiter eingestellt hast, hattest du dafür vermutlich einen der folgenden drei Gründe:
- Die Auslastung war so hoch, dass du die Arbeit nicht mehr alleine bewältigen konntest
- Du hast externes Fachwissen für Bereiche eingestellt, die du nicht selbst abdecken kannst
- Du hast große Pläne und willst dir ein Team zusammenstellen, das diese mit dir erreicht.
Die Motivation des neuen Team-Mitglieds kann also nur von deiner abweichen: Er braucht einen Job, will oder muss Geld verdienen und kann oder möchte dazulernen. Wahrscheinlich alles auf einmal. So weit, so normal und unproblematisch. Doch es gibt fünf typische Fehleinschätzungen frischer Führungskräfte, mit denen du erfolgreich die Luft aus der Motivation und guten Zusammenarbeit lassen kannst.
Fünf häufige, aber fehlgeleitete Annahmen einer Führungskraft
1. Fehleinschätzung: Geld regiert grundsätzlich die Welt
Viele Start-up-Founder oder kleinere Unternehmer sind enttäuscht, wenn eine Zusammenarbeit nicht so reibungslos läuft wie erhofft. Die Vermutung, dass eine Gehaltserhöhung jedes Motivationsloch und jedes Kommunikationsproblem lösen kann und wird, ist jedoch falsch. Wenn sich jemand nicht auf Augenhöhe angenommen fühlt, hilft auch eine Gehaltserhöhung nicht. Das gilt auch für mangelhafte Work-Life-Balance. Notorisch unzufriedene Nörgler und selbst definierte Vollzeitopfer sind ebenfalls nicht mit einer Gehaltserhöhung zu kurieren.
2. Fehleinschätzung: Mitarbeiter sind so motiviert wie du
Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass sich jemand mit der gleichen Motivation und Energie in den Aufbau deines Geschäftes einbringt, wie du als Führungskraft es selbst tust. Einmal, weil die Teammitglieder ein Gehalt bekommen und in der Regel keine Anteile an der Firma haben, sodass ein großer Erfolg sich nicht automatisch auf sie überträgt. Aber auch, weil sie nicht in der Verantwortung stehen, nicht die Geschäftsidee hatten und nicht die Führungskräfte sein wollen. Wenn du also erwartest, dass sich Mitarbeiter so engagiert bemühen wie du selbst, wirst du enttäuscht werden.
3. Fehleinschätzung: Führungskräfte können sich alles erlauben
Ob es an platten amerikanischen Fernsehserien liegt, in denen Business-Tyrannen ihre Teams tanzen lassen wie Marionetten am Strang? Fest steht, dass schon viele Führungskräfte lernen mussten, dass sie ihre Launen, ihren Stress und ihren Zeitdruck nicht an den Mitarbeitenden auslassen können. Jedenfalls nicht, wenn sie langfristig welche haben möchten, die zufrieden und motiviert arbeiten. Zeit für Höflichkeit und Manieren muss sein, Fairness ist Grundvoraussetzung bei einer Führungskraft.
4. Fehleinschätzung: Wer eigenständig arbeiten kann, braucht keine Führung
Wenn Menschen sich in ihrem Fachgebiet gut auskennen und mitdenken, eigenständig arbeiten und dabei gute Strukturen vorweisen können, so ist das eine wunderbare Sache. Es heißt aber nicht, dass du dich deinen Pflichten als Arbeitgeber komfortabel entziehen kannst, sondern im Gegenteil solltest du jemanden mit so viel Wachstumspotenzial besonders achtsam betreuen und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. So schaffst du als Führungskraft Raum für noch mehr Wachstum und Möglichkeiten.
5. Fehleinschätzung: Dein Team kann so arbeiten, wie du es alleine getan hättest
Wer als Selbstständiger ohne Mitarbeiter gestartet ist, musste sich oft mit Abkürzungen und Kompromissen helfen. Mal hast du ein Projekt gestartet, obwohl noch Klärungsbedarf bestand, mal eine App gemietet und dich mithilfe von Tools durchgeschummelt, wo menschliche Expertise besser gewesen wäre oder andersherum. So geht es jetzt nicht weiter. Nur weil es irgendwie geklappt hat oder du das denkst, kann ein Team noch lange nicht in so einem Modus überleben. Am besten erarbeitest du als Führungskraft gemeinsam mit deinem Team, wie du künftig arbeiten möchtest.
Führungskräfte in Start-ups
Die Führungsrolle in einem Start-up ist noch einmal eine ganz andere als die traditionelle:
- Es herrschen hohe Gewinnerwartungen
- Die Abläufe sind schneller und unkomplizierter
- Die Abläufe werden ggf. mit hilfe von Technologie beschleunigt
Führungskräfte in Start-ups analysieren und diskutieren nicht lange, sondern legen sofort los und probieren Dinge aus. Sie wenden Ansätze wie Design Thinking oder Lean Start-up an, sind flexibel und innovativ. So kann schnell der Eindruck entstehen, dass vor allem jüngere Führungskräfte alles nicht so ernst nehmen (müssen).
Das ist ein Trugschluss. Auch Start-up Founder sind ganz normale Führungskräfte mit Verantwortung und den gleichen Herausforderungen wie alle anderen auch.
Diese Eigenschaften zeichnen eine gute Führungskraft aus
Die Frage „Was macht einen guten Chef aus?“ kann nur schwer in einem Satz beantwortet werden. Vielmehr gibt es verschiedene Eigenschaften, die eine gute Führungskraft charakterisieren. Diese sind nicht nur leitgebend, sondern helfen auch bei der Orientierung, woran du ggf. noch arbeiten kannst.
Aufgaben und Verantwortungsbereiche sinnvoll verteilen
Es gilt: Nicht jede Aufgabe musst du selbst übernehmen. Im Gegenteil: Viele Tätigkeiten lassen sich sehr gut abgeben oder im Team verteilen. Wichtig ist dabei, dass klar ist, wer wofür verantwortlich ist und dass Kompetenzen sinnvoll zugeordnet werden. Wenn du alles selbst erledigst oder ständig kontrollierst, wirkt das weniger wie eine gute Führung und eher wie ein Mikromanagement. Dies hemmt auf Dauer nicht nur die Entwicklung deines Teams, sondern auch die Motivation und Arbeitsfreude. Das Zauberwort für eine tolle Führungskraft ist daher delegieren.
Entscheidungsfreude zeigen
In deiner Rolle als Führungskraft gehört das Treffen von Entscheidungen zum Alltag. Mal geht es dabei um kleinere Dinge (z. B. ein Kundenanliegen) und mal um größere Themen, wie die Prozessgestaltung oder das Festlegen von Prioritäten. Wenn du dabei zu lange zögerst oder unschlüssig bist, kann das schnell als Unsicherheit wahrgenommen werden. Das bedeutet nicht, dass jede Entscheidung überstürzt getroffen werden muss, aber Klarheit ist entscheidend.
Wenn eine fundierte Entscheidung noch etwas Zeit braucht, sage das offen. Das wirkt souveräner als ein unentschlossenes Hin und Her.
Als Führungskraft solltest du offen für Veränderungen sein
Gerade in dynamischen Arbeitsumfeldern wie einem Start-up begegnet man dem Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“ zum Glück selten. Dennoch stellt der ständige Wandel in der digitalen Welt eine echte Herausforderung dar. Das gilt für dich als Führungskraft ebenso wie für das gesamte Team. Zeige deinem Team, dass du flexibel bleibst und Veränderungen nicht nur akzeptierst, sondern auch aktiv annimmst. Es gehört zu guter Führung, den Fortschritt offen zu begrüßen und dabei mögliche Bedenken im Team ernst zu nehmen. Widerstände solltest du dabei nicht einfach übergehen, sondern aktiv ansprechen und gemeinsam an einer Lösung arbeiten. Indem du selbst vorlebst, was du von deinen Mitarbeitern erwartest, gewinnst du an Glaubwürdigkeit. Auch hier gehört ein gewisser Lernprozess dazu.
Fachkompetenz der Mitarbeiter anerkennen
Eine wichtige Eigenschaft einer guten Führungskraft ist, dass du nicht alles besser wissen oder jede Entscheidung alleine treffen willst. Wenn du Fachkräfte ins Team holst, dann vertraust du diesen. Wer ständig übergangen wird, verliert schnell die Motivation, sich einzubringen. Gib deinen Mitarbeitern den Raum, ihre Expertise einzusetzen. Das stärkt neben dem Vertrauen auch die Qualität im Team. Loslassen ist nämlich ein wichtiger Teil einer guten Führung.
Glaubwürdigkeit durch eigenes Verhalten
Als Führungskraft bist du ein Vorbild. Dein Verhalten, deine Kommunikation und deine Reaktionen auf Konflikte zeigen, wie ernst du deine eigenen Prinzipien nimmst. Wenn du klare Regeln für das Team aufgestellt hast, musst du dich selbst genauso daranhalten. Das beginnt bei Kleinigkeiten, wie dir selbst den Kaffee zu holen, und endet bei größeren Entscheidungen, bei denen du zu deinen Zusagen stehst. Glaubwürdigkeit entsteht, wenn du als Führungskraft selbst konsequent handelst.