Geldwerter Vorteil: Meist attraktiver als Gehaltserhöhung

Du möchtest die Arbeit deiner Beschäftigten honorieren und denkst über eine Gehaltserhöhung nach? Ärgerlich ist, dass ein ordentlicher Teil des Mehrverdienstes gar nicht beim Angestellten ankommt, sondern beim Finanzamt. Leichter realisierbar und attraktiver sind sogenannte geldwerte Vorteile. Lies hier alles Wissenswerte zu diesem Thema.

Zuletzt aktualisiert am 13.04.2026

Definition

Geldwerter Vorteil einfach erklärt

Im Gegensatz zu einer Gehaltserhöhung ist ein geldwerter Vorteil eine effiziente Alternative, die meist einer sachlichen Leistung entspricht. Sie ist auch unter dem Namen vermögenswerter Vorteil bekannt, den du neben der monatlichen Vergütung zusätzlich an deine Mitarbeitenden weitergeben kannst. Ist der geldwerte Vorteil sozialversicherungspflichtig? Das ist nicht immer, aber sehr häufig der Fall: Du als Arbeitgeber kannst viele dieser Vergütungen lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei gewähren. In diesem Fall tauchen diese geldwerten Vorteile in der Lohnabrechnung zum Beispiel gar nicht auf. Andere wiederum werden pauschal versteuert. Doch ein finanzieller Vorteil ist in jedem Fall gegeben, was zuträglich für die Mitarbeitermotivation ist.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber profitieren von geldwerten Vorteilen

Geldwerte Vorteile stellen kein Arbeitsentgelt dar, weshalb sie für die Empfänger gerade deshalb ein Gewinn sind. Mit dem geldwerten Vorteil lässt sich die Abgabenlast für Beschäftigte spürbar verringern. Auch der Betrieb gewinnt, denn er kann die Ausgaben von der Steuer absetzen und spart sich den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, der bei einem klassischen Gehaltsplus anfallen würde.

Es kann also für Fachkräfte und Betriebsinhaber lukrativ sein, steuerfreie oder steuerbegünstigte Gehaltsextras auszuhandeln. Spendiere z. B. Zuschüsse für Fahrten zur Arbeit, zu den Kindergartenkosten, zum Mittagessen oder zur Gesundheitsvorsorge bleibt den Mitarbeitenden unterm Strich mehr als von einer Gehaltserhöhung.

Wie werden geldwerte Vorteile versteuert: die wichtigsten Regeln im Überblick

Bei den vielen Vergütungen geldwerter Vorteile gelten neben den grundlegenden Freibeträgen häufig weitere Regeln. Wenn du einen geldwerten Vorteil berechnen möchtest, musst du darauf achten, welche Leistungen wirklich komplett steuer- und sozialversicherungsfrei sind. Wir zeigen dir, wie geldwerte Vorteile versteuert werden anhand von Beispielen und den entsprechenden Vorschriften und Regelungen.

1. Altersvorsorge

Im Jahr 2026 kannst du als Arbeitgeber bis zu 8.112 Euro im Jahr lohnsteuerfrei zur betrieblichen Altersvorsorge deiner Mitarbeiter beisteuern, vorausgesetzt, du zahlst diese ein in:

Der Wert  für diesen geldwerten Vorteil entspricht 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (West).

Sozialversicherungsfrei sind im Jahr 2026 höchstens vier Prozent, also 4.056 Euro im Jahr. Die Werte ändern sich jährlich.

Werden die Beiträge im Rahmen einer Entgeltumwandlung gezahlt, musst du zusätzlich 15 Prozent des umgewandelten Entgelts als Arbeitgeberzuschuss an die Versorgungseinrichtung zahlen. Bei geringverdienenden Arbeitnehmern wird die betriebliche Altersversorgung mit steuerlichen Zuschüssen gefördert.

Info

Zählt ein geldwerter Vorteil zur Beitragsbemessungsgrenze?

Ja, grundsätzlich zählt ein geldwerter Vorteil zur Beitragsbemessungsgrenze. Das ist allerdings nur der Fall, wenn er steuerpflichtig ist. Es wird bei Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge also nur der Wert des geldwerten Vorteils mit einberechnet, der über die steuerlichen Freibeträge und -grenzen hinausgeht.

2. Arbeitgeberdarlehen

Eine gute Möglichkeit, Beschäftigte langfristig an den Betrieb zu binden, ist das Arbeitgeberdarlehen als geldwerter Vorteil. Wird der Kredit zum marktüblichen Zins vergeben, haben Beschäftigte keinen lohnsteuerpflichtigen Zinsvorteil. Verlangst du einen geringeren als den marktüblichen Zins, ist der Zinsvorteil als Sachbezug zu versteuern.

Info

Wann sind Zinsersparnisse abgabenfrei?

Zinsersparnisse bei Kleindarlehen bis zu 2.600 Euro sind generell abgabenfrei.

Auch wenn der Zinsvorteil zusammen mit eventuellen anderen Sachzuwendungen unter der Freigrenze von 50 Euro im Monat bleibt, ist er abgabenfrei.

Vermögensbeteiligungen sowie durch dich finanzierte Mitarbeiterkapitalbeteiligungen sind bis 2.000 Euro im Jahr lohnsteuerfrei.

Mit einem Lohnabrechnungsprogramm wie Lexware lohn+gehalt kannst du geldwerte Vorteile wie das Arbeitgeberdarlehen einfach und korrekt abrechnen.

3. Arbeitskleidung

Stellst du Berufskleidung zur Verfügung, liegt kein geldwerter Vorteil vor, wenn diese:

  • auf die jeweils ausgeübte Berufstätigkeit zugeschnitten ist (z. B. Kittel).
  • nach ihrer uniformartigen Beschaffenheit objektiv eine berufliche Funktion erfüllt, z. B. durch ein aufgesticktes Emblem.

Ob die Berufskleidung nur leihweise überlassen wird oder bei den Mitarbeitenden verbleibt, spielt keine Rolle.

Bietest du deinen Beschäftigten an, die ausgegebene typische Berufskleidung auch zu reinigen, ist auch dieser geldwerte Vorteil nicht steuerpflichtig. Die Reinigung erfolgt ausschließlich aus eigenbetrieblichen Interessen.

4. Beihilfen in besonderen Fällen

Aus besonderem Anlass kannst du eine steuerfreie Beihilfe auszahlen. Generell sind Beihilfen bis zu 600 Euro im Jahr steuerfrei.

In einem „besonderen Notfall“ kann ausnahmsweise auch ein höherer Betrag steuerfrei bleiben.

Info

Wann liegt ein besonderer Notfall vor?

Für die Beurteilung eines besonderen Notfalls werden Einkommensverhältnisse und Familienstand zugrunde gelegt.
Steuerfreiheit besteht, wenn die Unterstützung dem Anlass nach gerechtfertigt ist, wie z. B. bei:

  • Krankheit oder
  • einem Unglücksfall.

5. Betriebliche Gesundheitsförderung

Pro Arbeitnehmer kannst du bis zu 600 Euro steuer- und sozialabgabenfrei für Maßnahmen zur Gesundheitsförderung aufwenden. Das gilt für innerbetriebliche Aktionen wie:

  • Stressbewältigung am Arbeitsplatz,
  • gesundheitsgerechte Ernährung im Arbeitsalltag und
  • bewegungsförderliches Arbeiten.

Ebenso zählen extern durchgeführte Maßnahmen dazu, wie:

  • Raucherentwöhnungskurs,
  • Reduktion von Übergewicht oder
  • Entspannungsangebote.

Unterstützt dein Betrieb die Gesundheitsvorsorge mit mehr als 600 Euro im Jahr, ist nur der übersteigende Betrag steuerpflichtig. Die einzelnen unterstützten Aktionen und Maßnahmen müssen allerdings von einer Krankenkasse als förderungswürdig (nach § 20a SGB V) eingestuft sein. Der Förderkatalog (Präventionsleitfaden der Spitzenverbände der Krankenkassen) ist äußerst umfangreich. Wenn diese Maßnahmen unter 600 Euro im Jahr liegen, sind sie steuer- sowie sozialabgabenfrei.

Es gibt auch Erholungsbeihilfen als geldwerte Vorteile, die nicht von der Sozialversicherung betroffen sind. Dafür müssen diese pauschal mit 25 Prozent versteuert werden, wenn sie im Jahr nicht mehr als 156 Euro betragen.

Zusätzlich darfst du für Ehepartner von Mitarbeitern 104 Euro und für jedes Kind 52 Euro an Beihilfe gewähren und diese pauschal mit 25 Prozent versteuern.

6. Dienstwohnung

Dienstwohnungen gelten als geldwerter Vorteil aus dem Dienstverhältnis und sind als Sachbezug von Mitarbeitenden als geldwerter Vorteil zu versteuern. Bei der Bewertung von Wohnraum, den du deinen Angestellten kostenlos oder verbilligt zur Verfügung stellst, sind bestimmte Quadratmeterpreise anzusetzen.

Info

Wie hoch ist der geldwerte Vorteil?

Seit 2020 gilt: Zahlst du als Arbeitgeber mindestens zwei Drittel der ortsüblichen Miete und nicht mehr als 25 Euro pro Quadratmeter, bleibt die gestellte Dienstwohnung lohnsteuerfrei.

7. Direktversicherung

Bei einer Direktversicherung entsteht ein geldwerter Vorteil, wenn der Arbeitgeber Beiträge für die Rentenversicherung des Arbeitnehmers übernimmt, die in ihrer Höhe die steuerlichen Freibeträge überschreiten. Für Direktversicherungen gelten durch das seit 2018 geltende Betriebsrentenstärkungsgesetz steuerlich dieselben Regeln wie für Pensionskassen und -fonds.

Ein geldwerter Vorteil entsteht auch bei einer betrieblichen Krankenversicherung (bKV), sobald die vom Arbeitgeber übernommenen Beiträge über die gesetzlich festgelegte Freigrenze hinausgehen.

Info

Freigrenzen für Arbeitgeberbeiträge

Deine Beiträge für die Direktversicherung deiner Mitarbeitenden sind bis zu einer Höhe von acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei. 2026 sind das 4.056 Euro jährlich.

8. Fahrtkostenzuschuss

Zusätzlich zum Arbeitslohn kannst du deinen Mitarbeitern als geldwerten Vorteil einen Zuschuss zu den Fahrtkosten von 0,38 Euro pro Kilometer für die Nutzung des eigenen Pkw gewähren – und zwar für Fahrten von der Wohnung zur Arbeitsstätte. Führst du pauschal 15 Prozent der Lohnsteuer ab, fallen für diesen geldwerten Vorteil keine Sozialabgaben an.

Jobtickets sowie Zuschüsse für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln gehören eigentlich zu den geldwerten Vorteilen, die besteuert werden müssen. Doch seit 2019 darfst du diese abgabenfrei zur Verfügung stellen oder bezuschussen.

In diesen beiden Fällen sind die Zuschüsse lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei

  1. Das Jobticket muss zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt werden.
  2. Alternativ ist eine Pauschalversteuerung des geldwerten Vorteils mit 25 Prozent möglich: Angestellte können dann ihre Entfernungspauschale unvermindert geltend machen.

Info

Stellt die Überlassung einer BahnCard einen steuerpflichtigen geldwerten Vorteil dar?

Überlassen Arbeitgeber ihren Beschäftigten eine BahnCard 25, 50 oder 100 oder einen Geldbetrag zur Anschaffung einer solchen, dann gilt dies als Sachzuwendung. Das bedeutet, die Bahncard stellt in diesem Fall steuerpflichtigen Arbeitslohn sowie beitragspflichtiges Arbeitsentgelt dar.

Wird die BahnCard ausschließlich für berufliche Fahrten genutzt, kannst du deinen Beschäftigten die Kosten für eine BahnCard absetzen, sie also lohnsteuerfrei und sozialversicherungsfrei erstatten. Nutzen Mitarbeiter die BahnCard auch für private Fahrten, aber rechnet sich die Nutzung der BahnCard aus Sicht des Arbeitgebers, ist ebenfalls eine Befreiung von Lohnsteuer und Sozialversicherung möglich.

9. Firmenwagen

Zunehmend wird Mitarbeitern ein geldwerter Vorteil in Form eines Firmenwagens nach dem Prinzip der Gehaltsumwandlung angeboten. Dabei verzichten Angestellte auf Teile ihres Gehalts und erhalten dafür einen geleasten Dienstwagen, den sie ebenfalls privat nutzen dürfen. Du sparst so die Finanzierung des privaten Autos oder die Anschaffung einer absetzbaren BahnCard. Wenn diese den Dienstwagen im Leasing auch privat nutzen, müssen sie den privat genutzten Anteil als geldwerten Vorteil versteuern.

Zur Errechnung dieses Vorteils kann wahlweise die Pauschalierungs- oder die Nachweismethode (Fahrtenbuchmethode) herangezogen werden. Für jeden Einzelfall sollte genau durchgerechnet werden, wie sich die Gehaltsumwandlung für die Arbeitnehmer generell rechnet und welche Methode günstiger ist. Jedoch müssen die Angestellten den Firmenwagen als geldwerten Vorteil in der Steuererklärung angeben.

Wie berechnet sich der geldwerte Vorteil bei einem Firmenwagen?

Zur Errechnung dieses Vorteils kann wahlweise die Pauschalierungs- oder die Nachweismethode (Fahrtenbuchmethode) herangezogen werden. Für jeden Einzelfall sollte genau durchgerechnet werden, wie sich die Gehaltsumwandlung für die Arbeitnehmer generell rechnet und welche Methode günstiger ist. Jedoch müssen die Angestellten den Firmenwagen als geldwerten Vorteil in der Steuererklärung angeben. 

Info

Als Faustregel gilt:

Wer viel privat unterwegs ist, fährt mit der pauschalen Ein-Prozent-Regelung günstiger.

Wer den Wagen überwiegend dienstlich nutzt, erhält mehr Vorteile mit dem geführten Fahrtenbuch.

Info

Geldwerter Vorteil Beispielrechnung: Ein-Prozent-Regelung

Der Brutto-Inlandslistenpreis eines Dienstwagens beträgt 35.000,00 Euro. Der Arbeitsweg beträgt 40 Kilometer.

(1 % x 35.000,00 €) + ((0,03 % x 35.000,00 €) x 40) = 770,00 €

Damit unterliegen 770,00 Euro monatlich als zusätzlicher Bruttolohn der Versteuerung. Wenn der Dienstwagen kaum privat genutzt wird, lohnt sich das Fahrtenbuch. Welche Variante die bessere ist, solltest du vorab berechnen. 

Zudem gibt es mittlerweile für die geldwerten Vorteile Förderungen, wenn du dich für ein Elektroauto entscheidest. Je nach Fahrzeugtyp kommt entweder eine Halbierung oder die Viertel-Regelung des Listenpreises infrage.

Achtung

Bei Privatnutzung muss der Firmenwagen auch in Kurzarbeit versteuert werden

Möchten Angestellte den Firmenwagen während der Kurzarbeit privat verwenden, gelten die gleichen Regeln. Um keine zu hohen Ausgaben zu erhalten, kannst du beispielsweise für diese Zeit schriftlich festhalten, dass den Mitarbeitenden eine private Nutzunguntersagt ist. Die Einhaltung müsstest du allerdings überwachen. Eine Alternative besteht darin, den Dienstwagen als geldwerten Vorteil einzuziehen, während du Kurzarbeitergeld bezahlst.

10. Jobrad

Du darfst deinen Angestellten ein Dienstfahrrad steuer- und beitragsfrei als geldwerten Vorteil überlassen – ein E-Bike mit einer Leistung bis zu 25 km/h eingeschlossen. Voraussetzung ist, dass dies zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn erfolgt.

Wenn du ein Dienstrad zum Leasing anbietest, gibt es zwei Alternativen für den geldwerten Vorteil:

  1. Du übernimmst die Kosten für den Beschäftigten zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn.
    ⇒ Das Jobrad ist für ihn kosten- sowie steuerfrei und darf auch privat genutzt werden.
  2. Der Beschäftige beteiligt sich per Gehaltsumwandlung an den Gebühren.
    ⇒ Seit 2020 greift bei der privaten Nutzung des Jobrads die 0,25 Prozent-Regel.

Beide Steuererleichterungen sind befristet bis Ende 2030.

11. Parkplätze

Grundsätzlich sind kostenfreie Stellplätze auf dem Firmengelände steuerfrei. Das gilt auch, wenn du Angestellten einen Parkplatz bzw. einen Stellplatz in einem Parkhaus in unmittelbarer Nähe des Firmengeländes verbilligt oder kostenlos anbietest, da hier ein überwiegend betriebliches Interesse vorliegt.

Info

Wann liegt ein geldwerter Vorteil vor?

Wenn die Stellplätze weiter entfernt liegen oder du den Angestellten Parkgebühren erstattest –
egal ob am Arbeitsplatz oder am Wohnort – handelt es sich um einen geldwerten Vorteil. Dieser ist steuer- und beitragspflichtig, wenn er über 50 Euro im Monat hinausgeht.

12. Gelegenheitsgeschenke

Freiwillige Sachzuwendungen bis zu 60 Euro, die du Angestellten oder deren Angehörigen aus besonderem Anlass gewährst, sind beispielsweise folgende Güter:

  • Blumen
  • Pralinen
  • Bücher

Bereits in den Lohnsteuerrichtlinien 2023 wurde klargestellt, dass solche Aufmerksamkeiten für nahe Angehörige des Arbeitnehmers nur dann steuerfrei sind, wenn die Angehörigen im Haushalt des Arbeitsnehmers leben.

Ebenfalls unter die Sachzuwendungen fallen Getränke und Genussmittel in geringem Umfang, die du deinen Mitarbeitern im Betrieb unentgeltlich oder teilentgeltlich überlässt.

Als persönliche Ereignisse gelten hier folgende Beispiele:

  • Geburtstag
  • Hochzeit
  • Beförderung
  • bestandene Prüfung

Info

Geldwerte Vorteile versteuern - Beispiel

Die Sachzuwendungen sind bis zu 60 Euro im Monat lohnsteuerfrei.
Geldgeschenke sind hingegen immer steuerpflichtig!

13. Gutscheine

Erhalten Beschäftigte neben dem Arbeitslohn von dir Gutscheine für Waren oder Dienstleistungen (z.B. Tankgutschein) zur Einlösung bei Dritten, sind diese Zuwendungen grundsätzlich lohnsteuer- und sozialabgabenpflichtig.

Info

Wann fallen keine Steuern und Beiträge an?

Diese Zuwendungen bleiben nur dann steuer- und beitragsfrei, wenn sie die Sachbezugsfreigrenze von insgesamt 50 Euro im Monat nicht übersteigen.

14. Kinderbetreuung

Wenn du zusätzlich zum Arbeitslohn Leistungen zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern erbringst, bleiben diese in unbegrenzter Höhe steuerfrei.

Das gilt für die Betreuung (Gebühren sowie Verpflegung) in:

  • Kindergärten
  • Kindertagesstätten
  • Kinderkrippen
  • Horten
  • Betreuung durch Tagesmütter
  • Kostenlose Betreuung in firmeneigenen Einrichtungen

Weder du als Arbeitgeber noch deine Arbeitnehmer müsst für diesen geldwerten Vorteil Steuern und Sozialabgaben entrichten. Dein Unternehmen kann die Ausgaben sogar Gewinn mindernd von der Steuer absetzen.

15. IT-Ausstattung

Grundsätzlich bleiben Vorteile aus der privaten Nutzung von betrieblichen Computern und Telekommunikationsgeräten lohnsteuerfrei. Auch die laufenden Kosten wie eine Internet-Flatrate oder Telefonrechnungen lohnsteuerfreigehören dazu. Selbst wenn Beschäftigte das betriebliche Smartphone zu 100 Prozent privat nutzen, bleibt es bei der Steuerfreiheit dieses Vorteils.

Achtung

Nur leihen, nicht schenken

Die Ausstattung darf nur leihweise überlassen werden (nicht geschenkt), sonst entfällt die Steuerfreiheit!

16. Mittagessen

Der Essenszuschuss von dir bleibt lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, wenn Mitarbeiter einen Eigenanteil tragen – mindestens in Höhe des amtlichen Sachbezugswerts.

Info

Höhe des aktuellen Sachbezugswerts

Der amtliche Sachbezugswert für Verpflegung ändert sich jährlich. 2026 beträgt er monatlich 345 Euro bzw. täglich 4,57 Euro für ein Mittag- oder Abendessen und 2,37 Euro für ein Frühstück.

Ist der Eigenanteil der Mitarbeiter kleiner als der amtliche Sachbezugswert, muss der geldwerte Vorteil versteuert werden. Erlaubt ist eine pauschale Versteuerung des Sachwerts durch dich als Arbeitgeber in Höhe von 25 Prozent. Auch auf diese Weise fallen für deine Beschäftigten keine Abzüge an.

17. Tankgutscheine

Damit die Tankfüllung, etwa als Alternative zum Absetzen einer BahnCard, steuer- und abgabenfrei bleibt, darfst du im Monat maximal 50 Euro pro Mitarbeiter für Tankgutscheine ausgeben.
Du hast dabei zwei Möglichkeiten:

  1. Du händigst einen Gutschein mit ausgewiesenem Geldbetrag aus.
  2. Du überreichst einen Geldbetrag mit der Auflage zum Erwerb einer Sachleistung.

Alle Beträge, die über den Freibetrag von 50 Euro hinausgehen, werden zu steuer- und abgabepflichtigem Lohn.

18. Umzugskostenzuschuss

Ist der Umzug von Angestellten beruflich bedingt, kannst du als neuer Chef einen Zuschuss gewähren, der nicht als Lohn versteuert werden muss. Der Zuschuss ist in folgenden Fällen steuer- und abgabenfrei:

  • für die Reisekosten zum neuen Wohnort
  • Maklerkosten für eine Mietwohnung
  • Kosten für Möbeltransport
  • Renovierungskosten

19. Mitarbeiterrabatte

Du darfst deinen Mitarbeitenden Rabatte auf eigene angebotene Dienstleistungen oder Waren geben. Solche Mitarbeiterrabatte zählen normalerweise ebenfalls zu den steuerpflichtigen geldwerten Vorteilen.

Info

Es gibt einen Rabattfreibetrag

Bis zum Freibetrag von 1.080 Euro bleiben die Personalrabatte des geldwerten Vorteils pro Kalenderjahr steuer- und sozialversicherungsfrei.
Zusätzlich gewährt das Gesetz einen vergünstigten Bewertungsabschlag von vier Prozent auf die angebotene Dienstleistung oder Ware.

20. Bonusmeilen

Normalerweise gelten gesammelte Bonusmeilen von Geschäftsreisen als geldwerte Vorteile, die deine Mitarbeiter versteuern müssen, wenn sie diese privat nutzen. Denn die Prämien eines Vielfliegerprogramms stehen grundsätzlich dir zu.

Nach § 37a EStG gibt es einen Pauschalsteuersatz für Bonusmeilen in Höhe von 2,25 Prozent im Jahr.

Info

Auch hier gibt es Ausnahmen:

  1. Steuerfrei bleiben Bonusmeilen, wenn du diese als Werbegeschenke angibst, die der Kundenbindung dienen und im Jahr unter 1.080 Euro liegen.
  2. Als Sachprämien unter 60 Euro (inkl. Umsatzsteuer), die du zu einem bestimmten Anlass wie einem Geburtstag oder einer Hochzeit verschenkst, bleiben diese geldwerten Vorteile steuerfrei.
  3. Allgemein sind auch hier alle Beträge unter 50 Euro monatlich steuerfrei.

21. Werkzeuggeld

Verwenden deine Angestellten während der Arbeit ihr eigenes Werkzeug, darfst du ihnen eine steuerfreie Entschädigung dafür zahlen. Das gilt jedoch nur für Handwerkszeuge wie:

  • Hammer
  • Zange
  • Schraubenzieher
  • Scheren
  • usw.

Musikinstrumente oder Datenverarbeitungsgeräte gelten nicht als Werkzeug.

22. Fortbildung

Fort- und Weiterbildungen gelten als geldwerter Vorteil, wenn du die Kosten für deine Mitarbeitenden übernimmst.

Info

Wann sind die Kosten steuer- und abgabefrei?

Das ist nur der Fall, wenn du nachweisen kannst, dass diese dem eigenbetrieblichen Interesse gelten:

  • Die Weiterbildung erhöht die Einsatzfähigkeit des oder der jeweiligen Angestellten.
  • Die Fortbildung findet in den eigenen Räumen deiner Firma statt.
  • Die Rechnung für die Veranstaltung ist auf dein Unternehmen ausgestellt.
  • Die Dauer der Teilnahme gehört zur Arbeitszeit.

Hier nochmal die geldwerten Vorteile auf einen Blick:

Damit die Buchung geldwerter Vorteile gelingt, wird hier für dich noch einmal aufgeführt, wie du geldwerte Vorteile versteuerst, inklusive aller bereits genannten Beispiele. Diese geldwerten Vorteile sind steuerfrei oder steuerpflichtig:

Immer steuerfreiImmer steuerpflichtig
Kinderbetreuung Firmenwagen
Umzugskosten Fahrtkostenzuschuss
Werkzeuggeld Dienstwohnung

Geldwerte Vorteile mit Freibeträgen:

<b>Art</b>
ArtFreibetrag / Freigrenzen
Arbeitgeberdarlehen 2.600 Euro
Arbeitskleidung Nur steuerpflichtig bei privater Nutzung
Beihilfen in besonderen Fällen 600 Euro
Betriebliche Gesundheitsförderung 600 Euro
Direktversicherung 8.112 Euro
Jobrad Bei Gehaltsumwandlung 0,25 %
Parkplätze Nur mit betrieblichem Interesse steuerfrei
Gutscheine 50 Euro
Tankutscheine 50 Euro
Gelegenheitsgeschenke 60 Euro zu persönlichen Anlässen
Mittagessen 4,57 Euro
Mitarbeiterrabatte 1.080 Euro
Fortbildung Nur mit betrieblichem Interesse steuerfrei
Bonusmeilen 1.080 Euro als Werbegeschenke

Bei geldwertem Vorteil genau nachrechnen und im Zweifelsfall in der Steuerkanzlei nachfragen

Wie du gesehen hast, lassen sich viele geldwerte Vorteile von der Beitragsbemessungsgrundlage für Sozialversicherungsbeiträge absetzen. Von den meisten geldwerten Vorteilen haben Angestellte daher netto mehr als von einer entsprechenden Gehaltserhöhung. Auch für dich als Arbeitgeber wirken sie sich oft positiv aus. Die geldwerten Vorteile sind für beide Seiten eine gute Alternative zur üblichen Lohnerhöhung.

Da sich die Freigrenzen, Freibeträge sowie andere Steuerregelungen regelmäßig ändern, musst du diese immer im Blick haben. Frage deshalb vor der Einführung von geldwerten Vorteilen deinen Steuerberater, was aktuell und mit welchen Vorgaben möglich ist. Oder setze unsere Software Lexware lohnauskunft ein. Hier kannst du immer die aktuelle Gesetzeslage nachverfolgen.