Zusammenfassung
Umsatzerlöse im Überblick
- Umsatzerlöse zeigen auf, wie viele Umsätze innerhalb eines Unternehmens generiert werden.
- Umsatzerlöse sind für die Gewinn- und Verlustrechnung sehr wichtig.
- Der Bruttoerlös schließt alle Kosten sowie Rabatte mit ein.
- Der Nettoerlös berücksichtigt Erlösschmälerungen (bspw. Abzug von Rabatten notwendig).
- Der Umsatzerlös (Umsatz) ist der Gesamtbetrag, den ein Unternehmen aus dem Verkauf von Waren oder Dienstleistungen erzielt. Kosten und Aufwendungen werden dabei noch nicht berücksichtigt.
- Der Gewinn ergibt sich, wenn vom Umsatzerlös alle Kosten und Aufwendungen abgezogen werden.
- Umsatzerlöse bilden besonders auf lange Sicht sowohl das Preisniveau als auch die Regelmäßigkeit von Verkäufen ab.
Definition
Was sind Umsatzerlöse?
Der Umsatzerlös ist der Gegenwert, den du für den Verkauf von Waren oder Services erhältst. Diesen Gegenwert erbringen deine Kunden normalerweise in Form von Zahlungsmitteln. Forderungen an Abnehmer zählen jedoch ebenfalls als Umsatzerlöse.
Genau definiert: Umsatzerlöse als Teil der Einnahmen
Umsatzerlöse spielen vor allem für die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) eine Rolle und sind daher für jedes Unternehmen relevant. Das Handelsgesetzbuch (HGB) definiert Umsatzerlöse im § 277 (1) wie folgt:
Als Umsatzerlöse sind die Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Produkten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen der Kapitalgesellschaft nach Abzug von Erlösschmälerungen und der Umsatzsteuer sowie sonstiger direkt mit dem Umsatz verbundener Steuern auszuweisen.
Im Rahmen des 2015 in Kraft getretenen Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) haben sich für Unternehmen viele Änderungen bei der Buchhaltung ergeben. Unter anderem weitet das BilRUG auch den Begriff der Umsatzerlöse aus: Bezog sich dieser bislang nur auf jene Produkte und Dienstleistungen, die das Hauptgeschäft des Unternehmens darstellen, umfasst er nun auch Verkäufe abseits des operativen Geschäfts. Dazu zählen beispielsweise Einnahmen aus der betriebseigenen Kantine, aus dem Verleih von Arbeitswerkzeugen oder aus der Vermietung deiner Räumlichkeiten. Auch Abfall- oder Nebenprodukte, die bei der Herstellung deines Hauptprodukts entstehen, können demnach bei Verkauf Umsatzerlöse generieren. Bedenke dabei allerdings, dass gegebenenfalls andere Steuern anfallen als bei deinem operativen Geschäft. Diese gilt es entsprechend bei deinen Umsatzerlösen zu berücksichtigen.
Eindeutige Unterschiede: Begriffe rund um Umsatzerlöse
Der Begriff Umsatzerlös stammt genau genommen aus der Rechtswissenschaft. In der Geschäftswelt mindestens genauso gängig sind die Bezeichnungen „Umsatz“ oder einfach nur „Erlös“, bei welchen es sich um exakte Synonyme handelt. Zumindest, wenn du vom wertmäßigen Umsatz sprichst: Mit dem mengenmäßigen Umsatz ist hingegen die Menge an Gütern oder Dienstleistungen gemeint, die du abgesetzt hast.
Bruttoerlös und Nettoerlös
Beim Umsatzerlös solltest du darüber hinaus auf die Unterscheidung zwischen Brutto und Netto achten:
Der Bruttoerlös schließt neben sämtlichen Kosten auch noch etwaige Erlösschmälerungen wie Rabatte mit ein. Es handelt sich somit vereinfacht gesagt um den Endpreis, den deine Kunden zahlen, abzüglich der Mehrwert- beziehungsweise Umsatzsteuer.
Der Nettoerlös dagegen berücksichtigt Erlösschmälerungen: Um ihn zu ermitteln, musst du Rabatte, Skonti und Gutschriften von der Verkaufssumme abziehen.
Info
Der Unterschied von Umsatzerlösen und Gewinnen
Damit du Waren und Leistungen verkaufen kannst, fallen verschiedene Kosten und Aufwände an. Der Umsatzerlös berücksichtigt diese nicht. Sie sind in dem jeweiligen Betrag also noch enthalten. Den Gewinn dagegen erhältst du, wenn du deine Kosten und Aufwände vom Umsatz abziehst. Im weiteren Sinne zählen außerdem auch Zinserträge und ähnliche Erträge als Gewinne.
Starke Aussagekraft: Funktion und Bedeutung von Umsatzerlösen
Umsatzerlöse spiegeln mehr als den bloßen Verkaufserfolg wider. Sie sind wichtige Kennzeichen für die Produktivität in deinem Unternehmen und wesentliche Indikatoren für Liquidität und Handlungsfähigkeit. Nicht umsonst ist das Konto „Umsatzerlöse“ das vielleicht wichtigste Ertragskonto.
Im Gesamtkontext deiner Unternehmensprozesse spielen Umsatzerlöse sogar häufig eine größere Rolle als deine reinen Gewinne. So nutzt du unter anderem Umsatzerträge dazu, deinen Cashflow zu ermitteln. Außerdem kannst du Umsatzerlöse investieren und so maßgeblich den Wert deines Unternehmens beeinflussen. Des Weiteren haben Umsatzerlöse eine stärkere Aussagekraft als Gewinne, wenn es darum geht, zu bewerten, wie konstant der Erfolg deines Unternehmens ist. Denn die Umsatzerlöse bilden besonders auf lange Sicht sowohl das Preisniveau als auch die Regelmäßigkeit von Verkäufen ab. Gewinne hingegen schwanken oft und sind von vielen zusätzlichen Faktoren abhängig.
Tipp
Mit Umsatzerlösen Rentabilität errechnen
Mithilfe deiner Umsatzzahlen sowie deiner Gewinne kannst du unkompliziert die Umsatzrendite beziehungsweise Umsatzrentabilität (auch ROS, Return on Sales) berechnen. Teile dazu einfach den Gewinn durch den Umsatz und multipliziere das Ergebnis mit 100. Du erhältst nun eine Zahl, welche die prozentuale Rentabilität deines Unternehmens ausdrückt.
Einfache Formel: Wie du deine Umsatzerlöse berechnest
Deine Umsatzerlöse kannst du sehr einfach mithilfe einer simplen Formel berechnen:
Absatzmenge x Verkaufspreis = Umsatzerlöse
Beim Nettoerlös musst du zusätzlich noch eventuelle Erlösschmälerungen abziehen. Dazu ein Beispiel:
Angenommen, du bist Möbelverkäufer und gibst im Rahmen einer Sonderaktion 10 Prozent Rabatt. Ein Kunde kauft 10 Stühle für jeweils 27 Euro. Dein Bruttoerlös läge demnach bei 10 x 27 = 270 Euro. Für den Nettoerlös ziehst du nun noch die 10 Prozent Preisnachlass (27 Euro) sowie 19 % Umsatz- beziehungsweise Mehrwertsteuer (38,80 Euro) ab und erhältst so 204,20 Euro.
Zur Berechnung deiner Umsatzerlöse multiplizierst du demnach den Verkaufspreis mit der Absatzmenge. Dementsprechend ist es nicht möglich, negative Umsatzerlöse zu erzielen. Anders sieht es beim Gewinn aus: Hier ist ein negatives Ergebnis möglich, wenn deine Kosten die Einnahmen übersteigen.
Umsatzerlöse buchen: 3 Punkte, die es zu beachten gilt
Wie bereits erwähnt, sind Umsatzerlöse wichtig für die Buchhaltung deines Unternehmens. Die periodengerechte Abgrenzung deiner Umsatzerlöse ist dabei ebenso elementar wie der korrekte Buchungssatz. Du solltest stets im Hinterkopf haben …
1. … wie und wohin du deine Umsatzerlöse buchst:
In einem Standard-Kontenrahmen wie SKR 03 buchst du Umsatzerlöse auf das gesonderte Ertragskonto „Umsatzerlöse für eigene Erzeugnisse“. Dabei vermerkst du auch Umsatzerlöse als Soll oder Haben:
- Auf der Habenseite buchst du die Verkäufe deiner Produkte oder Services, wobei du den jeweiligen Nettowert ansetzt.
- Auf der Sollseite buchst du Umsatzschmälerungen wie Rabatte oder auch eventuelle Retouren.
2. … wo deine Umsatzerlöse von Bedeutung sind:
Besonders relevant sind Umsatzerlöse als Teil der GuV, über welche du das zugehörige Ertragskonto abschließt. Hier stehen die Umsatzerlöse ganz oben und umfassen alle Erlöse, die du innerhalb eines bestimmten Zeitabschnitts – in der Regel in einem Geschäftsjahr – erwirtschaftet hast.
Info
Verschiedene Verfahren nach Gesellschaftsform
Bei der GuV sind Kapitalgesellschaften nach § 275 Abs. 1 HGB dazu verpflichtet, sich zwischen dem Gesamtkostenverfahren und dem Umsatzkostenverfahren zu entscheiden. Für beide Verfahren nutzt du deine Nettoerlöse als Grundlage.
3. … wo deine Umsatzerlöse keine Rolle spielen:
In der Bilanz dagegen tauchen Umsatzerlöse nicht direkt auf. Da es sich bei ihnen um Ertragskonten handelt, starten sie in jeder Periode bei null und sind weder aktive noch passive Bestandskonten. Allerdings ergibt sich bei deinem GuV-Konto ein Saldo (die Differenz zwischen Soll- und Habenseite), den du für deine Jahresbilanz in das Passivkonto „Eigenkapital“ überträgst.
Unkompliziert umsetzen: Mit Software Umsatzerlöse verwalten
Was Umsatzerlöse sind, ist einfach zu verstehen: Deine Einnahmen vor Abzug der eigenen Kosten. Umsatzerlöse als Brutto oder Netto zu berechnen, fällt in der Regel ebenfalls leicht. Geht es jedoch um anspruchsvollere Aufgaben im Rechnungswesen oder der Buchhaltung, sind beim Thema Umsatzerlöse Detailarbeit und Genauigkeit gefragt. Die Beträge korrekt zu buchen, erfordert für Nicht-BWLer häufig ein wenig Übung.
Selbstverständlich kannst du dir diese Arbeit erleichtern und Fehler von vornherein ausschließen: Software ist darauf programmiert, dir die Buchhaltung auch ohne Fachwissen so einfach wie möglich zu machen. Damit verwaltest du verschiedene Kontenrahmen und erledigst du sowohl einfache als auch doppelte Buchführung inklusive GuV, Bilanzierung und Jahresabschluss. Dank der unkomplizierten Bedienung und hohen Nutzerfreundlichkeit buchst du Umsatzerlöse mit wenigen Klicks und übermittelst deine Umsatzsteuervoranmeldungen innerhalb kürzester Zeit. So kannst du dich komplett auf dein eigentliches Business konzentrieren – und den Erfolg deines Unternehmens anhand verlässlicher Zahlen wachsen sehen.