Rendite

Du hast Geld angelegt und möchtest wissen, ob sich deine Investition gelohnt hat? Mit der sogenannten Rendite als Kennzahl lässt sich schnell berechnen, wie hoch der Wertzuwachs deiner Anlage ist. Dieser Artikel enthält alle Informationen über Rendite oder Nettorendite. Du erfährst, wie du die Rendite berechnest und wie hoch sie je nach Anlageform sein sollte.

Zuletzt aktualisiert am 18.02.2026

Zusammenfassung

Rendite im Überblick

  • Die Rendite ist der Wertzuwachs einer Kapitalanlage in Prozent.
  • Man unterscheidet zwischen Nettorendite und Bruttorendite.
  • Für Selbstständige sind die Eigenkapitalrendite und Objektrendite wichtig.
  • Kapitalerträge sind einkommensteuerpflichtig.

Definition

Was versteht man unter Rendite?

Die Rendite zählt zu den finanziellen Kennzahlen und wird als Prozentsatz ausgedrückt. Sie gibt das Verhältnis zwischen dem investierten Kapital und dem erzielten Gewinn im angegebenen Zeitraum aus. In der Regel bezieht sie sich auf einen Wertzuwachs in den letzten 12 Monaten. Sie kann als Brutto- oder Nettorendite berechnet werden.

Wie erwirtschaftest du Rendite?

Die Rendite beurteilt als wichtige Finanzkennzahl die Rentabilität von Investitionen in Finanzprodukten oder Immobilien. Sie dient außerdem dazu, verschiedene Anlageoptionen miteinander zu vergleichen. Die Rendite wird in Prozent angegeben und kann auf zwei Arten berechnet werden: netto oder brutto.

Info

Was bedeutet eine Rendite von 6,25 Prozent?

Kauft ein Anleger für 8.000 Euro Wertpapiere und sind diese nach 12 Monaten 8.500 Euro wert, dann beläuft sich der Gewinn auf 500 Euro. Also beträgt die Bruttorendite 6,25 Prozent. Nach Abzug von Steuern und Gebühren in Höhe von 100 Euro, ist die Nettorendite nur noch 5 Prozent.

Was ist der Unterschied zwischen Netto- und Bruttorendite?

Grundsätzlich gilt: Wenn du Geld anlegst, z. B. in Wertpapiere, fallen jährlich Gebühren an. Auf Kapitaleinkünfte, das heißt, auf alle regelmäßigen Einnahmen aus Zinsen, Dividenden und Kursgewinne musst du die sogenannte Abgeltungssteuer bzw. Kapitalertragsteuer zahlen. Denn Kapitalerträge unterliegen der Einkommensteuer.

  1. Bruttorendite ist der Jahresertrag ohne Abzug von Steuern, Abgaben und Gebühren, die du für deine Einnahme abführen müsstest.
  2. Nettorendite ist der Ertrag, nachdem du alle Steuern und sonstige Kosten vom Ertrag abgezogen hast. Nur sie gibt den echten Gewinn wieder.

Info

Sind Abgeltungssteuer und Kapitalertragssteuer dasselbe?

Beide gehören zu den Formen der Einkommensteuer. Der Steuersatz beträgt jeweils 25 Prozent plus ggf. Kirchensteuer und ein verbleibender Solidaritätszuschlag bei hohen Einkommen. Jedoch werden sie unterschiedlich abgeführt. In Deutschland gehen Steuern auf Kapitaleinkünfte meistens direkt an das Finanzamt. Hier spricht man von einer Abgeltungssteuer. Wird die Steuer aber nicht automatisch abgezogen, dann handelt es sich um eine Kapitalertragsteuer, die du als Anleger selbst erklären musst.

Was ist eine Umlaufrendite?

Die Umlaufrendite wird jeweils für mehrere Marktsegmente berechnet und ist die durchschnittliche Rendite aller inländischen, bereits emittierten Anleihen erster Bonität - besonders Staatanleihen -, die sich im Umlauf befinden. Sie gilt als Vergleichswert (Referenzzinssatz) zu Anleihen mit geringem sowie mit höherem Risiko. Sie gibt das Zinsniveau auf dem Kapitalmarkt wider und einen Hinweis darauf, wie sich die Zinsen entwickeln könnten. Wie hoch die Umlaufrendite aktuell ist, wird täglich berechnet und ist auf der Website der Bundesbank zu finden. Wenn du eine Anlage- und Kreditentscheidung treffen möchtest, kannst du dich an ihr orientieren.

Warum sollte man die Rendite berechnen?

Es gibt mehrere Gründe, warum du die Rendite bestimmen solltest:

  • Sie ist nützlich, um verschiedene Anlageoptionen zu vergleichen.
  • Sie vereinfacht die Entscheidung für die beste Anlageform, je nachdem welche Ziele du hast und welches Risiko du eingehen möchtest.
  • Mit ihr lässt sich die tatsächliche Rentabilität deiner Kapitalanlage herausfinden.

Wo werden Renditen erzielt?

Wenn du Kapital investierst, solltest du diese Faktoren beachten:

  1. Gewinnrendite: Wie hoch ist die potenzielle Rendite?
  2. Risiken: Wie hoch ist das Risiko von Verlusten und mangelnder Liquidität?
  3. Anlagedauer: Wie lange möchtest du dein Kapital investieren?
  4. Kosten: Wie hoch sind die regelmäßigen Steuern, Gebühren für Verwaltung und Transaktionen?

Auf diese Anlageformen erhältst du Renditen:

  • Spareinlagen, wie Tagesgeldkonten, bieten eine feste Verzinsung für dein angelegtes Kapital.
  • Beim Kauf von Aktien/Wertpapieren erwirbst du Anteile an einem Unternehmen. Du hast Anspruch auf eine Gewinnbeteiligung durch Dividenden, wenn ein Unternehmen diese ausschüttet. Außerdem kannst du an möglichen Wertsteigerungen (Kursgewinnen) partizipieren.
  • Bei Investmentfonds wird in viele verschiedene Anlageklassen investiert. Die Rendite ergibt sich aus der Wertentwicklung der im Fonds enthaltenen Anlagen. Einige Fonds zahlen ebenfalls regelmäßig Dividenden. 
  • Legst du Geld in Immobilien an, erhältst du eine Rendite in Form von Mieteinnahmen und Wertsteigerungen der Objekte.
  • Edelmetalle, wie Gold, sind langfristige Anlageoptionen. Die Rendite ergibt sich durch die Wertentwicklung der Metalle sowie der Nachfrage auf dem Markt.
  • Rohstoffe: Du kannst beispielsweise dein Geld in natürliche Ressourcen (Öl oder Gas) anlegen. Die Rendite wird von Angebot und Nachfrage bestimmt. Diese Anlageform gilt als besonders riskant.

Wann wird Rendite ausgezahlt?

Deine Rendite, dein Gewinn oder Ertrag kann wie folgt ausbezahlt werden:

  1. Dividendenzahlung: Dividenden werden in der Regel ein bis vier mal pro Jahr (abhängig vom Land) z.B. nach dem Jahresabschluss ausbezahlt.
  2. Verzinsung aus Wertpapieren: Bei festverzinslichen Wertpapieren werden regelmäßig Zinsen ausgezahlt, und beim Verkauf erhältst du den Nennwert zurück.
  3. Zinsen: Zinsen für Girokonto, Tagesgeld usw. werden in regelmäßigen Intervallen ausgezahlt, wobei jede Bank ihre eigenen Intervalle festlegt.
  4. Gewinn aus dem Verkauf von Kapitalanlagen: Du erzielst eine Rendite, wenn der Verkaufspreis höher ist als der Kaufpreis.
  5. Renditen aus Investmentfonds oder ETFs (Exchange Traded Funds, börsengehandelter Indexfonds): Dein Geld ist jederzeit verfügbar, wenn du deinen Händler mit dem Verkauf beauftragst.
  6. Einkünfte aus Zertifikaten (auf Währungen oder Rohstoffe): Die Auszahlung kann einmalig zu Fälligkeitsdatum, aber auch regelmäßig (monatlich, vierteljährlich oder jährlich) erfolgen

Info

Können Unternehmer und Freiberufler einen Freistellungsauftrag stellen?

Ein Freistellungsauftrag wird nur für Privatpersonen und bestimmte juristische Personen (wie Vereine) gewährt und bietet einen Freibetrag für private Kapitalerträge aus Geldanlagen, der nicht versteuert werden muss. Als Einzelunternehmer oder Selbstständiger kannst du bei deiner Bank lediglich einen Freistellungsauftrag für dein privates Vermögen stellen und nicht für dein betriebliches Vermögen.

Rendite berechnen

1. So berechnest du die allgemeine Rendite

Erfasse die benötigten Basisinformationen, die du in die entsprechenden Formeln einsetzen musst:

  • Den Betrag, den du einmalig angelegt hast
  • Den Gewinn, den du in den letzten 12 Monaten erzielt hast
  • Die Kosten, einschließlich möglicher steuerlicher Abzüge
<b>Renditeart</b>
RenditeartFormel
Rendite in % Gewinn / eingesetzte Kapital x 100
Nettorendite in % [(Gewinn – Kosten / eingesetztes Kapital)] x 100
Bruttorendite in % [(Gewinn / eingesetztes Kapital)] x 100

2. Rendite einer Immobilie berechnen

Die Mietrendite ist der Gewinn aus dem Wertzuwachs einer Immobilie und den Mieteinnahmen. Um die Nettomietrendite zu berechnen, musst du alle Nebenkosten berücksichtigen, wie Grunderwerbsteuer, Grundbuchkosten, Notarkosten und Maklerprovision.

3. Eigenkapitalrendite berechnen

Wenn du herausfinden möchtest, wie effizient du dein betriebliches Eigenkapital nutzt und wie gut es sich jährlich verzinst, kannst du die Eigenkapitalrendite berechnen. Sie gibt an, in welchem Verhältnis dein Unternehmensgewinn zum Eigenkapital steht.

4. Objektrendite berechnen

Die Objektrendite kann dir helfen, zu ermitteln, ob es sinnvoll ist, mehr Fremdkapital aufzunehmen und somit das Eigenkapital zu reduzieren.

<b>Renditeart</b>
RenditeartFormel
Nettomietrendite in % (Jahresnettomieteinnahmen / Kaufpreis + Nebenkosten) x 100
Eigenkapitalrendite in % (Jahresreinertrag nach Steuern / Eigenkapital) x 100
Objektrendite in % (Jahresnettokaltmiete – jährliche Kosten für Rücklagen, Verwaltung und nicht umlegbare Nebenkosten – Steuern) / Kaufpreis plus Erwerbsnebenkosten x 100

Was ist eine gute Rendite?

Eine erfolgreiche Investition zeigt sich durch eine mittlere bis hohe Rendite. Eine niedrige oder negative Rendite weist auf eine erfolglose Kapitalanlage oder auf einen Verlust hin. Wie hoch eine Rendite ausfällt, hängt auch von der Besteuerung und den zusätzlichen Kosten ab.

Einige Orientierungsgrößen als Beispiele: 

  • Die mittlere Rendite bei Aktien (weltweit) ist ca. 8 % pro Jahr.
  • Die ETF-Rendite betrug in den letzten Jahren im Schnitt 9 %.
  • Die Immobilienrendite sollte mindestens bei 3,5 % betragen, durchschnittlich werden bis zu 6 % erreicht.
  • Eine gute Nettomietrendite liegt im Schnitt zwischen 4 und 6 %.
  • Eine Eigenkapitalrentabilität mit einer Rendite ab 10 % ist gut und bis 20 % überdurchschnittlich gut.