Zusammenfassung
Gründer im Überblick
- Als Gründer machen Sie sich mit einer Geschäftsidee selbstständig, indem Sie ein Unternehmen gründen oder ein Projekt ins Leben rufen.
- Vor der Gründung gilt es, Markt, Zielgruppe, und Finanzierung zu klären und alles in einem Businessplan festzuhalten.
- Das Fundament für ein dauerhaft stabiles Unternehmen sind sorgfältige Planung und strukturierte Organisation, ein starkes Netzwerk sowie die Bereitschaft zur fortlaufenden Optimierung.
Definition
Wer ist ein Gründer?
Ein Gründer oder Existenzgründer startet ein Business und bringt eine eigene Geschäftsidee in die Selbstständigkeit. Er plant die Existenzgründung aktiv, schafft Strukturen im Betrieb und denkt über die Finanzierung und den Businessplan nach. Infrage kommen dabei verschiedeneRechtsformen: Ein Gründer kann eine GmbH gründen, aber auch als Freiberufler oder Einzelunternehmen tätig werden.
Was Sie als Gründer brauchen
Im Zentrum jeder Gründung steht eine tragfähige Businessidee. Eine passende Geschäftsidee finden Sie, indem Sie beobachten, was Menschen im Alltag wirklich benötigen und wo noch keine überzeugenden Lösungen existieren. Gleichzeitig sollten Sie Ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten kennen und überlegen, wie Sie diese gewinnbringend einsetzen können. Erfolgreiche Gründer setzen auf Neugier und behalten Freude daran, ihre Geschäftsidee weiterzuentwickeln. Sie reagieren mit Flexibilität auf unvorhergesehene Entwicklungen, treffen Entscheidungen mutig und behalten trotzdem die Realität im Blick. Eine wichtige Eigenschaft ist deshalb auch Ausdauer. Denn im Betrieb läuft nicht immer alles rund, und gerade zu Beginn einer Existenzgründung gehören neue Herausforderungen zum Alltag.
Gerade deshalb brauchen Sie als Gründer ein solides Finanzpolster: Einerseits müssen Sie laufende Kosten decken, wenn die großen Umsätze noch ausbleiben. Andererseits benötigen Sie beispielsweise für die Gründung einer GmbH mindestens 12.500 Euro (die Hälfte des Stammkapitals von 25.000 Euro), zu denen noch Kosten für Notar, Eintragung und gegebenenfalls Rechts- und Steuerberatung hinzukommen.
Finanzierungsmöglichkeiten für Ihre Gründung
Als Gründer ist es daher essenziell, früh über Finanzierung nachzudenken. Ein Businessplan, in dem Sie Kosten realistisch planen und kalkulieren, sollte am Anfang Ihrer Überlegung stehen. Anschließend können Sie ein Modell zur Finanzierung entwickeln. Viele Gründer kombinieren häufig mehrere Quellen, um ihre Geschäftsidee und ihr Unternehmen solide zu tragen.
Wünschen Sie sich maximale Freiheit, ist Eigenkapital die beste Lösung. Niemand redet bei Ihren Entscheidungen mit und Sie signalisieren, dass Sie an Ihre Geschäftsidee glauben und Verantwortung übernehmen. Das stärkt auch Ihre Position im Gespräch mit Banken.
Bankkredit
Nicht jeder Gründer verfügt über ausreichend Eigenkapital. Mit einem Kredit können Sie Ihre Gründungspläne trotzdem umsetzen. Um einen solchen zu erhalten, müssen Sie Banken mit einem Businessplan überzeugen und oft zusätzlich Sicherheiten hinterlegen. Der Kredit verlangt konsequente Planung für eine reibungslose Rückzahlung, vergrößert aber auch Ihren finanziellen Spielraum.
Private Partner
Natürlich können Sie auch auf private Partner und Investoren setzen. Im besten Fall bringen diese neben Kapital auch Branchenwissen oder Kontakte mit. Gemeinsam strukturieren Sie Aufgaben und entwickeln Ihr Unternehmen strategisch weiter. Ein klarer Vertrag schützt beide Seiten und hält Erwartungen transparent.
Crowdfunding eignet sich besonders, wenn Ihre Idee Menschen fasziniert und viel Aufmerksamkeit erzeugt. Sie präsentieren Ihr Konzept online und sammeln Geld von vielen Unterstützern. Dadurch testen Sie gleichzeitig den Markt und prüfen, ob genug Interesse besteht. Außerdem baut diese Finanzierungsform früh ein starkes Netzwerk auf.
Gründerzuschuss
Wenn Sie aus der Arbeitslosigkeit starten, kommt gegebenenfalls ein Existenzgründerzuschuss für Sie infrage, sprich eine Förderung der Bundesagentur für Arbeit. Dazu müssen Sie ein tragfähiges Konzept vorlegen, das Ihre Geschäftsidee verständlich macht. Der Gründerzuschuss hilft, die frühe Phase entspannter anzugehen. Gleichzeitig behalten Sie stets das Ziel im Blick, aus Ihrer Idee ein stabiles Unternehmen zu formen.
Förderprogramme
In Deutschland gibt es neben dem Gründerzuschuss auch viele regionale und bundesweite Programme, die sich sowohl in ihren Voraussetzungen als auch in Form und Umfang der Unterstützung stark unterscheiden. Viele Gründer greifen darauf zurück, um Kosten besser zu stemmen und sich trotzdem eine gewisse Unabhängigkeit zu bewahren.
Tipp
So finden Sie Zuschüsse und Förderprogramme
Einen guten Überblick über zahlreiche Programme liefert die Förderdatenbank der Bundesregierung, in der Sie gezielt nach passenden Förderungen für Ihre Existenzgründung suchen können. Je nachdem, in welchem Bereich Sie sich selbstständig machen möchten, lohnt sich auch eine direkte Nachfrage bei der Industrie- und Handelskammer (IHK).
Gründer werden in acht Schritten
Die Finanzierung ist eine der wichtigsten Fragen, die es vor der Gründung zu klären gilt – aber bei weitem nicht die einzige. Für volle Strukturiertheit und Klarheit beim Gründen und damit Sie nichts vergessen, gehen Sie wie folgt vor.
- Schritt 1: Geschäftsidee schärfen
Formulieren Sie in einem Satz, welches Problem Ihr Dienst oder Produkt löst. Beschreiben Sie den Nutzen für Kunden so konkret wie möglich und skizzieren Sie den groben Ablauf im Betrieb von der Anfrage bis zur Lieferung.
- Schritt 2: Markt testen
Sprechen Sie mit potenziellen Kunden und hören Sie aktiv zu. Fragen Sie nach Budget, Entscheidungswegen und aktuellen Alternativen. Sie können auch kleine Tests durchführen und Reaktionen sammeln. Gerade für Gründer ist dieser frühe Austausch wichtig, um Fehlentwicklungen zu vermeiden.
- Schritt 3: Businessplan schreiben
In Ihrem Businessplan beschreiben Sie Angebot, Zielgruppe und Wettbewerb, planen Umsatz, Kosten, Liquidität und legen Annahmen offen. Tipp: Holen Sie sich anschließend Feedback von erfahrenen Existenzgründern, Stellen wie der IHK oder einer professionellen Beratung.
- Schritt 4: Finanzierung sichern
Ermitteln Sie den Kapitalbedarffür Anlauf, Betriebsmittel und Reserven und prüfen Sie die oben genannten Finanzierungsquellen. Planen Sie dabei unbedingt ein Liquiditätspolster für drei bis sechs Monate ein.
- Schritt 5: Rechtsform wählen
Ob Sie sich für die Arbeit als Freiberufler, für eine GmbH oder für ein Einzelunternehmen entscheiden, beeinflusst Ihre Gründung maßgeblich. Vergleichen Sie daher die Vor- sowie Nachteile (Stichwörter: Haftung, Steuern und Verwaltungspflichten) und entscheiden Sie sich für eine Rechtsform, die zu Ihnen als Gründer passt.
- Schritt 6: Formalitäten erledigen
Als Gründer müssen Sie Ihr Unternehmen anmelden und Themen wie Steuernummer, Rechnungsangaben und Versicherungen klären. Legen Sie Buchhaltung, Banking und Belegablage professionell an und definieren Sie Prozesse für Angebot, Auftragsbestätigung, Lieferung und After-Sales. Digitale Werkzeuge können Ihnen dabei viele Aufgaben erleichtern und Prozesse effizienter machen.
- Schritt 7: Vertrieb und Marketing starten
Nun geht es darum, Ihr Business bekannt zu machen. Formulieren Sie eine klare Positionierung und eine kurze Nutzenstory. Wählen Sie wenige Kanäle, die zu Zielgruppe, Budget und Marketingzwecken passen, und starten Sie fokussiert mit der Bewerbung Ihres Angebots.
- Schritt 8: Netzwerk aufbauen
Als Gründer brauchen Sie nicht nur eine gute Idee, sondern auch die richtigen Menschen um sich herum. Ein starkes Netzwerk ist entscheidend dafür, dass IhrUnternehmenwachsen kann. Nehmen Sie an IHK-Formaten, Meetups und Ihrer regionalen Gründerplattform teil, um Sichtbarkeit und Kontakte zu steigern. Lokale Events, Gründerstammtische oder kleine Messen sind ebenfalls einen Besuch wert. Natürlich können Sie auch digitale Kanäle wie LinkedIn nutzen. Suchen Sie aktiv nach Partnern, die Ihr Angebot ergänzen und Ihrem Betrieb Reichweite geben, und pflegen Sie Ihr Netzwerk kontinuierlich.
Vermeiden Sie als Gründer diese Fehler
Nicht selten starten Gründer voller Energie, nur um dann immer wieder über ähnliche Hürden zu stolpern. Das kostet Zeit, Geld und manchmal die Freude an der eigenen Geschäftsidee. Mit ein wenig Aufmerksamkeit vermeiden Sie typische Fehler wie zum Beispiel ...
… UnklarePositionierung: Manche Gründer sprechen alle an und niemand fühlt sich wirklich gemeint. Die Geschäftsidee wirkt austauschbar und keine Zielgruppe erkennt den Nutzen. Formulieren Sie deshalb präzise, welches Problem Sie für wen lösen und was Sie von Alternativen unterscheidet.
… Schwacher Businessplan: Verlassen Sie sich nicht nur auf Ihr Bauchgefühl, sondern planen Sie sorgfältig. Falsche Annahmen zu Umsatz, Kosten und Finanzierung können Ihr Business gefährden. Schreiben Sie einen Businessplan, der Zahlen, Zielgruppe und Marketingzwecke konkret beschreibt, und passen Sie die Inhalte regelmäßig an.
… Zu viele Baustellen: Viele Gründer kümmern sich parallel um Produkt, Marketing, Finanzen und Netzwerk. Vermeiden Sie halbgare Ergebnisse, indem Sie Aufgaben priorisieren und klare Ziele setzen. Entsprechende Tools können Ihnen helfen, immer den Überblick zu behalten. Auf diese Weise bleibt Ihre Energie gebündelt und Fortschritte kommen stabil voran.
… Vernachlässigte Organisation: Wenn Sie Formalitäten vor sich herschieben, entstehen Risiken bei Haftung, Buchhaltung oder Steuern. Klären Sie steuerliche und rechtliche Fragen mit Fachleuten und geben Sie entsprechende Aufgaben lieber ab.