Gewerbeamt

Bist du Gewerbetreibender, ist das Gewerbeamt (kurz: GA) deine erste Anlaufstelle für Informationen, Anträge und Formulare rund um deine gewerbliche Tätigkeit. Das Gewerbeamt ist eine Behörde der Stadt- oder Gemeindeverwaltung und nimmt alle Daten auf, die den Gewerbebetrieb betreffen. In diesem Guide erfährst du, wie du die zuständige Gewerbebehörde findest und was du bei der Unternehmensgründung beachten solltest.

Zuletzt aktualisiert am 22.01.2026

Zusammenfassung

Gewerbeamt im Überblick

  • Das Gewerbeamt ist die wichtigste Anlaufstelle für Gewerbetreibende.
  • Das Gewerbeamt dient zur Erledigung folgender Aufgaben:
    • An-, Ab- oder Ummeldung,
    • Prüfung der beruflichen Eignung und der gesetzlichen Voraussetzungen oder
    • Beantwortung deiner Fragen rund um Gewerbe in Deutschland: Das Gewerbeamt hilft dir weiter.
  • In Deutschland wird zwischen erlaubnisfreien und erlaubnispflichtigen Gewerben unterschieden
  • Um alle Anforderungen erfüllen zu können ist es sinnvoll, einen Termin vor der Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt zu vereinbaren. Vor der Gewerbeanmeldung bei der zuständigen Behörde musst du einige Informationen und Unterlagen zusammentragen. Es hängt von der Art des Gewerbes ab, welche das sind.

Definition

Was ist ein Gewerbe?

Was genau ein Gewerbe ist, ist in der Gewerbeordnung (kurz: GewO) geregelt. Laut Definition ist ein Gewerbetreibender, wer eine auf lange Sicht angelegte, selbstständige Tätigkeit ausführt mit der Absicht, Gewinn zu erzielen. Ausgenommen hiervon sind freie Berufe (z. B. Rechtsanwälte, Notare, Tierärzte, Architekten, Apotheker etc.) sowie Tätigkeiten in der Land- und Forstwirtschaft. Sobald du eine solche Tätigkeit aufnimmst, ist eine Anmeldung beim Gewerbeamt fällig.

Wenn du ein Gewerbe anmelden willst, musst du zuerst beim Gewerbeamt – persönlich doer digital – vorstellig werden. Hier wird dein Gewerbe in das sogenannte Gewerberegister eingetragen. Du erhältst einen Gewerbeschein.

Wenn du mit dem Gedanken spielst, ein Gewerbe anzumelden, aber noch offene Fragen hast und dir deiner Entscheidung nicht sicher bist, kann dir das Gewerbeamt ebenfalls weiterhelfen. Auf Wunsch informiert es dich über alle Voraussetzungen, die du erfüllen musst, um einen Gewerbeschein zu erhalten.

Je nach Branche gibt es in Deutschland erlaubnisfreie und erlaubnispflichtige Gewerbe. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Anforderungen, die das Gewerbeamt an Antragsteller stellt. Damit du genau weißt, welche Gewerbeart für deine Tätigkeit in Frage kommt und was du tun musst, um den Gewerbeschein zu erhalten, bietet es sich also an, im Voraus einen Termin mit dem Gewerbeamt zu beantragen.

Video: Gewerbeanmeldung einfach erklärt

Wo findest du das Gewerbeamt?

In den meisten Städten findest du das Gewerbeamt im Rathaus, im Landratsamt bzw. in der Nähe des Ordnungsamtes, da sich die Tätigkeits- und Verantwortungsbereiche der beiden Behörden überschneiden. Außerdem kann sich das Gewerbeamt im Bürgerzentrum befinden. Genauere Informationen zum zuständigen Gewerbeamt, seinem Sitz und den Öffnungszeiten findest du auf der Website deiner Kommune.

Die Gewerbeämter unterstehen den Ländern. Entsprechend gibt es regionale Unterschiede, wenn es um die Anmeldung beim Gewerbeamt geht. Zwar ist der zugrundeliegende Gesetzestext derselbe, doch die Organisation der Ämter ist keinesfalls standardisiert. In manchen Bundesländern ist es möglich, einen Gewerbeschein online zu beantragen, andernorts muss man persönlich bei der Behörde vorstellig werden. Ist das der Fall, solltest du immer auch deinen Personalausweis mitführen.

In der Regel ist das Gewerbeamt für die Anmeldung eines Gewerbes zuständig. Die Ausnahmen haben wie im Folgenden aufgelistet.  

Berlin: Sämtliche Zuständigkeiten des Gewerbeamtes übernimmt das Ordnungsamt.  

Hamburg: Die Handelskammer übernimmt die Aufgaben des Gewerbeamtes, da es in Hamburg kein Gewerbeamt gibt.  

Generell: In der Regel musst du dein Gewerbe in dem Ort anmelden, an dem dein Unternehmen seinen Standort hat. In größeren Städten gibt es meist ein Gewerbeamt. Sollte es kein Gewerbeamt geben, ist das lokale Ordnungsamt für Gewerbeanmeldung & Co. zuständig.  Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du zunächst online über www.gewerbeanmeldung.de oder im Rathaus herausfinden, welches Gewerbeamt für dein Unternehmen zuständig ist. Sowohl das Bezirks-, als auch das Ordnungs- und Gewerbeamt befinden sich oft im Rathaus.  

Was macht das Gewerbeamt?

Dass das Gewerbeamt, auch Gewerbemeldeamt genannt, für die Anmeldung gewerblicher Tätigkeiten zuständig ist, ist selbsterklärend. Eine solche Anmeldung bedarf allerdings mehr als nur einem Schritt. So übernimmt das Gewerbeamt viele Aufgaben, die bei einer Gewerbeanmeldung darüber hinaus anfallen, wie zum Beispiel:

  • Das Gewerbeamt informiert die Gewerbeaufsicht über neue Gewerbe in der Region
  • Es meldet neue Gewerbe beim Finanzamt an und
  • trägt sie ins Gewerberegister der Stadt ein
  • Es verarbeitet Gewerbeanmeldungen weiter
  • Es stellt die Einhaltung der Gewerbeordnung sicher
  • Es benachrichtigt das statistische Bundesamt
  • Das Gewerbeamt informiert die Gewerbetreibenden über aktuelle Vorschriften
  • Das Gewerbeamt berät zu den Verordnungen der einzelnen Gewerbe
  • Es stellt Dokumente für Gewerbeerlaubnisse und Konzessionen aus
  • Es verfolgt und ahndet Ordnungswidrigkeiten, die sich im Zusammenhang mit dem Gewerbe zutragen
  • Es gibt – ausschließlich bei begründetem Interesse - Auskunft über Daten aus dem Gewerberegister  
  • Das Gewerbeamt verlängert Gewerbescheine
  • Es bewerkstelligt die Abmeldung von Gewerben
  • Es übermittelt Daten an Behörden und Finanzämter

Ist das Gewerbeamt ein wichtiger Bestandteil der Kommunen, zählt auch die Organisation von Wochenmärkten oder Volksfesten zu seinen Aufgabenbereichen. Das ist daher sinnvoll, weil Marktstände ebenfalls Gewerbe sind.   

Das Gewerbeamt ist nicht zu verwechseln mit der Gewerbeaufsicht. Letztere arbeitet zwar eng mit dem Gewerbeamt zusammen, ist aber dafür zuständig, bereits angemeldete Gewerbe daraufhin zu überprüfen, ob sie ihre unternehmerischen Pflichten bezüglich des Arbeits-, Umwelt- und Verbraucherschutzes erfüllen. Der Gewerbeaufsicht unterliegen insbesondere Gaststätten, Bewachungsunternehmen, Makler und Bauträger, das Reisegewerbe, Spielhallen, Messen, Ausstellungen und Märkte.

Wie läuft eine Anmeldung beim Gewerbeamt ab?

Infografik eines Beitrags von Lexware zum Thema "Gewerbeamt"

Wenn die Planungsphase abgeschlossen ist und du bereit bist, eine gewerbliche Tätigkeit aufzunehmen, ist es Zeit, dich beim Gewerbeamt anzumelden. Doch wie läuft eine solche Anmeldung beim Gewerbeamt ab?

Zunächst einmal musst du herausfinden, welches Gewerbeamt zuständig ist. Darüber informiert die Kommune online.

Dann gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Wenn es in deinem Bundesland möglich ist, eine Gewerbeanmeldung online vorzunehmen, füllst du die entsprechenden Formulare aus, die dir zur Verfügung gestellt werden.
  2. Musst du jedoch persönlich vorstellig werden, solltest du einen Termin vereinbaren. Auch das funktioniert in den meisten Kommunen ganz einfach online.

Für den Termin brauchst du alle relevanten Unterlagen. Für eine Gewerbeanmeldung bedeutet das:

  • deinen Personalausweis
  • Das ausgefüllte Formular für eine Gewerbeanmeldung (zumeist online als Download zu finden)
  • Einen Auszug aus dem aktuellen Handelsregister
  • Bei Gründung durch eine juristische Person einen notariell beglaubigten Gesellschaftervertrag. Alternativ benötigst du – ebenfalls bei der Anmeldung einer juristischen Person wie etwa einer GmbH - eine Satzung

Im Folgenden prüft das Gewerbeamt deinen Antrag und fordert, wenn nötig, weitere Unterlagen ein. Wird dein Antrag bestätigt, erhältst du einige Tage später deinen Gewerbeschein per Post. Bei persönlicher Vorsprache wird der Gewerbeschein häufig sofort ausgehändigt, sofern du sämtliche Unterlagen dabei hast. Er gilt als offizielle Bestätigung deiner Gewerbeanmeldung und sollte in jedem Fall sicher aufbewahrt werden. Die Kosten für einen solchen Gewerbeschein sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich hoch, belaufen sich aber im Allgemeinen auf 20 bis 60 Euro. Die genauen Kosten kannst du bei Bedarf direkt beim Gewerbeamt erfragen.

Im Falle einer erfolgreichen Gewerbeanmeldung und eines Eintrags ins Gewerberegister, übermittelt das Gewerbeamt deine Informationen an folgende Ämter und Behörden:

  • Finanzamt
  • Statistische Landesamt
  • Industrie- und Handelskammer (bei Bedarf auch Handwerkskammer)
  • Gewerbeaufsicht

Anschließend werden deine Informationen von den Ämtern und Behörden entsprechend verarbeitet. Das Finanzamt verwendet die erhaltenen Informationen beispielsweise zur korrekten Besteuerung deines Unternehmens.  

Ein Gewerbe abmelden

Auch für die Abmeldung von Gewerben ist das Gewerbeamt zuständig. Die Abmeldung eines Gewerbes bedeutet nicht gleich eine Geschäftsaufgabe: Unter Umständen ändert sich einfach die Rechtsform einer Unternehmung, die eine Eintragung als Gewerbe überflüssig macht.

Die gute Nachricht ist: Eine Gewerbeabmeldung ist relativ formlos möglich und schnell gemacht. Die meisten Gewerbeämter stellen ein entsprechendes Formular online zum Download zur Verfügung. Das musst du einfach ausfüllen und ans Gewerbeamt senden. Das Amt meldet sich dann mit etwaigen Rückfragen oder der Bestätigung deiner Abmeldung bei dir.

Ein Gewerbe beim Gewerbeamt ummelden

Wenn sich deine Geschäftsadresse ändert, weil dein Betrieb oder eine Zweigstelle deines Gewerbes innerhalb des Stadtgebietes umziehen, musst du dem örtlichen Gewerbeamt die Adressänderung mitteilen. Gesetzlich ist festgelegt, dass eine solche Ummeldung zum Zeitpunkt des Umzugs zu erfolgen hat. In der Praxis hat sich aber eine ungefähre Frist von 4 Wochen eingestellt. Gleiches gilt, wenn du dein Dienstleistungs- oder Warenangebot erweiterst oder veränderst.

Info

Wo muss ich mein Gewerbe ummelden?

Eine Gewerbe-Ummeldung erfolgt immer beim zuständigen Gewerbeamt, also dort, wo du dein Gewerbe auch angemeldet hast. Auch hier gilt: In manchen Bundesländern ist eine solche Ummeldung online möglich. Prüfe daher den Internetauftritt der Stadt oder deiner Kommune bzw. des für dich zuständigen Gewerbeamtes.

Beim Gewerbeamt ein Kleingewerbe anmelden

Ein Betrieb gilt dann als Kleingewerbe, wenn es eine unternehmerische Tätigkeit mit Gewinnabsicht ausführt, ohne, dass es die Voraussetzungen erfüllt, um in das Handelsregister eingetragen zu werden. Entsprechend ist es zwar simpler, ein Kleingewerbe anzumelden, jedoch muss dies dennoch beim Gewerbeamt erfolgen. In diesem Artikel erfährst du, wie du dein Kleingewerbe an- und abmelden kannst.

Info

Ausnahmefall Selbständige

Freiberufler und Selbstständige sind keine Gewerbetreibende und müssen sich daher nicht beim Gewerbeamt anmelden.

Möchtest du ein Kleingewerbe anmelden, bieten sich dir zwei Möglichkeiten:

  1. Du kannst dein Gewerbe entweder als Einzelperson oder als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (kurz: GbR) anmelden, wenn es sich um ein Team von mehr als einer Person handelt. Der Anmeldebogen des Gewerbeamtes fragt grundsätzliche Daten zu deiner Person und deinem Unternehmen ab. Auch hier bietet es sich an, sich im Voraus über etwaige Sonderregelungen zu deinem Gewerbe zu informieren und notwendige Genehmigungen mitzubringen.
  2. Wenn dein Kleingewerbe zu einem späteren Zeitpunkt die Voraussetzungen erfüllt, um in das Handelsregister eingetragen werden zu können, musst du das Unternehmen beim örtlichen Gewerbeamt ummelden.