Female Founders

Wie oft hört man den Satz „Frauen gründen anders“? Während die Anzahl von Start-ups kontinuierlich wächst, scheinen Female Founders weiterhin unterrepräsentiert zu sein. In diesem Beitrag zeigen wir auf, wie Gründerinnen in der Business-Welt vertreten sind, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert sind und was sie benötigen, um ihr Potenzial zu entfalten.

Zuletzt aktualisiert am 25.02.2026

Zusammenfassung

Female Founders im Überblick

  • Gründungen von Frauen sind deutlich seltener als von Männern.
  • Female Founders setzen ihre Geschäftsideen vor allem innerhalb des Online-Marketings als Online-Shop um.
  • Female Founders sind nicht weniger erfolgreich als männliche Gründer.
  • Gründerinnen sind mit einigen Herausforderungen konfrontiert. 

Definition

Was sind Female Founders?

Der Begriff "Female Founders" steht für Gründerinnen. 

Wie sind Frauen in der Startup-Welt vertreten?

Der Frauenanteil bei Startup-Gründungen in Deutschland liegt bei etwa 19%. Laut dem „Female Founders Monitor 2025” (Startup-Verband/Bertelsmann Stiftung) sank der Anteil im Jahr 2024 erstmals – von 20,7% im Vorjahr auf 18,8%. Grund dafür waren vor allem die Nachfragerückgänge im B2C-Bereich, in dem Gründerinnen stärker vertreten sind.

Gründerinnen setzen ihre Ideen häufig im Online-Marketing oder als Online-Shops um und dominieren Branchen wie:

  • Medizin- und Gesundheitswesen
  • Konsumgüter
  • Textil
  • Ernährung & Nahrungsmittel
  • Bildung
  • Human Resources 

Info

Unterschiedliche Prioritäten und Ziele

Frauen gründen ihre Startups oft aufgrund unterschiedlich gesetzter Prioritäten und unternehmerischer Ziele. Während die weibliche und männliche Verteilung im Bereich der Green Economy ausgewogen ist, sind Female Founders deutlich stärker im Social Entrepreneurship aktiv

Herausforderungen für Gründerinnen

Die Tatsache, dass es weniger Female Founders gibt, bedeutet jedoch nicht, dass sie ihre Startups weniger erfolgreich sind. Trotzdem sind besonders Gründerinnen mit Zahlreichen Herausforderungen konfrontiert:

  • Finanzierungsschwierigkeiten: Female Founders gelangen schwieriger an Fremdkapital sowie Fördermittel und sind daher eher auf eigene Ersparnisse und die Unterstützung von Freunden und Familie bei der Gründung ihrer Startups angewiesen. Der Female Founders Monitor 2025 zeigt: Seit 2017 vervierfachte sich das VC-Volumen für Teams mit Gründerinnen (9%), allerdings erhalten Männerteams den Großteil (91%).
  • Vorurteile: Bei Pitches stoßen Gründerinnen häufiger auf Vorurteile bezüglich ihrer technischen Expertise und Erfahrung. Außerdem werden Female Founders meist mit kritischeren Rückfragen konfrontiert. Statt wie Männer nach möglichen Gewinnen gefragt zu werden, stehen mögliche Verluste im Fokus.
  • Auftreten: Gründerinnen formulieren realistischere Wachstumsprognosen und fordern weniger Kapital. Männliche Gründer tendieren dazu, gewagtere Prognosen zu formulieren. Obwohl Female Founder realistischere Einschätzungen abgeben, sehen Investoren häufig männliche Startups als besseres Investment.
  • Fehlendes Verständnis: In der männerdominierten VC-Branche fehlt oft Verständnis für frauenorientierte B2C-Geschäftsideen. Oft liegt es aber auch daran, dass E-Commerce-Geschäftsmodelle weniger skalierbar sind als Tech-Unternehmen und demnach weniger Risikokapital erhalten.
  • Familienplanung: Knapp 50 % der Gründer sind zwischen 30 und 40 Jahre alt, wenn sie ihr erstes Startup gründen. Das fällt in einen Zeitraum, in dem Familienplanung und Familienmanagement für viele Gründerinnen ein wichtiges Thema ist. Trotz sich verändernder Geschlechterrollen und dem häufiger in Anspruch genommenen Vaterschaftsurlaub ist die Kinderbetreuung nach wie vor meist Frauensache. Diese Herausforderung gepaart mit finanzieller Unsicherheit hält viele Frauen davon ab, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.  
  • Netzwerk: Schließlich verfügen Female Founders meist über ein weniger stabiles und breites Netzwerk, auf das sie für Investments, Allianzen sowie Fragen und Tipps rund um das Unternehmertum zurückgreifen können. Nicht zuletzt nehmen sie ihre verfügbaren Kontakte weniger in Anspruch als männliche Gründer. 

Wie können Female Founders in Deutschland gestärkt werden?

Hinsichtlich dieser Herausforderungen stellt sich die Frage, was getan werden kann, um mehr erfolgreiche Gründerinnen in Deutschland hervorzubringen und Ihre Unternehmen zu unterstützen. Chancen und Optimierungsmöglichkeiten lassen sich in diesen Bereichen finden:  

  • Mehr Frauen in Wagniskapital-Firmen: In Wagniskapital-Firmen (VCs) sind Frauen ebenfalls unterrepräsentiert und wenig in Führungspositionen vertreten. In den letzten Jahren steigt im Bereich des Venture Capital, wenn auch nur langsam, der Frauenanteil in Führungspositionen stetig an. Wären mehr Frauen bei diesen Kapitalgeberfirmen tätig, könnten weitere Female Founders von besserem Verständnis, weniger Vorurteilen und leichterem Zugang zu Kapital profitieren.
  • Bessere Netzwerke: Female Founders brauchen außerdem ausgeprägtere Netzwerke, wie es beispielsweise das Female Founders Network ist. Das ist wichtig, um hilfreiche Tipps, Verbindungen zu Kapitalgebern und Reichweite zu bekommen.
  • Hilfsangebote: Besonders in der frühen Gründungsphase hilft es ungemein, wenn Female Founder Hilfsangebote für ihr Unternehmen in der Umgebung wahrnehmen. Fast jede größere Stadt hat dafür spezielle Anlaufstellen wie die Startercenter z. B. in NRW. Bei solchen Anlaufstellen erhalten Gründerinnen sowie Gründer eine erste Beratung zu ihrem Gründungsvorhaben und werden mit den passenden Coaches, Unternehmen und Kapitalfirmen vernetzt.  
  • Politische Unterstützung: Insbesondere in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedarf es politischer Unterstützung zur Förderung erfolgreicher Gründerinnen. Beispielsweise durch flexible, verfügbare und bezahlbare Kinderbetreuungsangebote.
  • Förderung an Hochschulen: Zur Vorbeugung von Ungleichheiten zwischen Gründerinnen und Gründern können bereits Hochschulen beitragen, indem sie ihren Studenten das Thema Entrepreneurship mit spannenden Workshops, Seminaren oder Beratungsstunden näherbringen. In diesem Zuge hätten sie die Chance, sich früh ein gutes Netzwerk aufzubauen und Expertise zu erlangen. Dazu gehört auch, dass man vermeintlich männerdominierte Studienfächer wie Informatik oder Wirtschaft für Frauen attraktiver und zugänglicher gestaltet. 

Tipp

Existenzgründerseminare und Fachwissen von Vorteil

Die Teilnahme an Existenzgründerseminaren bringt Female Founders ebenfalls viele Vorteile und sind eine gute Anlaufstelle. Auf diese Weise erwerben sie Wissen, und können sich gleichzeitig mit Experten austauschen und all das für ihr Unternehmen nutzen. So erhalten sie fachspezifisches Know-how zum Start in die Selbständigkeit und informieren sich beispielsweise über betriebswirtschaftliche Fragestellungen, zum Beispiel zum Thema Businessplan. Auch juristische und steuerliche Themen können sie ansprechen. 

Beispiele für erfolgreiche Female Founders

Da es Frauen schließlich zu sehr an weiblichen Vorbildern fehlt, um mit einem eigenen Startup durchzustarten, möchten wir Inspiration liefern. Wir haben vier Beispiele von Female Founders, die sich zahlreichen Herausforderungen stellten, um ihren Traum wahrwerden zu lassen und nun ein eigenes Unternehmen haben.

  • Nicole von Wild Baboon: In ihrem Auslandssemester in Mexiko lernte Nicole alles über die Wirkungskraft der Pflanze Aloe Vera und entschied sich nach ihrer Rückkehr nach Deutschland dazu, einen Bio-Aloe Vera-Direktsaft sowie Bio Aloe-Vera-Gel herzustellen – mit ihrer eigenen Marke Wild Baboon. Nachhaltigkeit, hohe Qualität und eine Bio-Zertifizierung zeichnen ihr Business und die Produkte aus, die sie inzwischen unter anderem in zahlreichen Kosmetikstudios, Wellnesshotels und Bio-Läden sowie in ihrem eigenen Online-Shop vertreibt. Aber lies selbst von Nicis Geschichte.
  • Madeleine von Raketenstart: Madeleine hat es sich zur Aufgabe gemacht mit ihrem Business, anderen Gründern bei ihren rechtlichen Herausforderungen zu helfen. Auf Raketenstart bekommen sie digitalen Zugang zu Inhalten, Tools und Anwälten, die sie vor und während der Gründung unterstützen.
  • Michelle von botfriends: Michelle hat unter anderem ihre eigene Chatbot-Technologie veröffentlicht und ein Investment in Höhe von 20 Millionen Euro erhalten. Mithilfe von botfriends können Unternehmen eigene Chatbots und Sprachassistenten bauen und optimieren. Das nutzen unter anderem Firmen wie Telekom und Porsche.
  • Rebecca von nomoo: Vegan, natürlich und bio – damit wirbt das vegane Eis-Start-up nomoo. Mit über zehn Sorten hat es Rebecca zusammen mit ihrem Team geschafft, sich mit ihrem Business deutschlandweit im Einzelhandel und bei diversen digitalen Anbietern zu positionieren. Ihr Eis setzt sich dadurch von den Mitbewerbern ab, da es keine Kuhmilch (= no moo), Zucker und künstliche Zusatzstoffe beinhaltet und dabei nicht an Geschmack und Aromen einspart.