Energie sparen im Betrieb: Die 5 größten Stromfresser im Unternehmen

Wer Energie spart, spart Geld. Ein geringerer Stromverbrauch im Unternehmen senkt aber nicht nur die Kosten, sondern auch Emissionen, was sich wiederum positiv auf die eigene Umweltbilanz auswirkt. Wir haben für dich recherchiert, wo sich die größten Stromfresser in Betrieben verbergen und wie du Energie in deinem Unternehmen ohne großen Aufwand und somit deinen Energieverbrauch deutlich reduzierst.

Zuletzt aktualisiert am 13.03.2026
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Warum es sich lohnt, den Energieverbrauch im Blick zu haben

Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) entfallen in deutschen Unternehmen je nach Branche bis zu 70 % des Energieverbrauchsauf Strom. Besonders betroffen sind Kleinst- und Kleinbetriebe, die oft noch ältere und damit ineffiziente Geräte nutzen. Schon vermeintlich kleine Einsparungen summieren sich übers Jahr betrachtet und sparen damit richtig Geld. 

Die 5 größten Stromfresser im Unternehmen

Stromfresser Nummer 1: Beleuchtung

Die Beleuchtung macht in kleinen Betrieben bis zu 20 % der Stromkosten aus. Besonders teuer sind alte Leuchtstoffröhren oder Halogenlampen.

Was du tun kannst, um Strom im Unternehmen zu sparen:

  • Stelle auf LED-Beleuchtung um, sie verbraucht bis zu 80 % weniger Strom.
  • Nutze Bewegungsmelder in Fluren, Lagern oder Sanitärbereichen.
  • Arbeite mit Tageslicht und platziere Schreibtische möglichst nah am Fenster.
  • Optimiere die Außen- und Sicherheitsbeleuchtung und stelle sie sie auf Zeitschaltuhren oder Dämmerungssensoren um. 
     

Stromfresser Nummer 2: IT und Bürogeräte

Computer, Drucker, Router oder Monitore laufen in vielen Unternehmen den ganzen Tag, teilweise sogar nachts. Oft bleibt Technik unnötig im Stand-by-Modus.

Was du tun kannst, um Strom im Betrieb zu sparen:

  • Schalte alle Geräte nach Feierabend komplett aus.
  • Nutze Steckdosenleisten mit Schalter.
  • Aktiviere den Energiesparmodus von PCs, Laptops und Monitoren.
  • Prüfe, ob sich eine Cloud-Lösung lohnt. Große Rechenzentren sind oft energieeffizienter als unternehmenseigene Server (wenn sie mit erneuerbaren Energien arbeiten).

Lies in unserem Artikel, wie du eine grüne ITin deinem Unternehmen implementierst und wie du damit die Umwelt und deinen Geldbeutel schonst.
 

Stromfresser Nummer 3: Kühl- und Klimageräte

In vielen Betrieben sind Kühlgeräte unverzichtbar. Auch Klimaanlagen gehören zu den größten Verbrauchern. Das Problem: Alte Kühlgeräte brauchen bis zu doppelt so viel Strom wie neue, effiziente Modelle. 
Das fängt schon beim Kühlschrank im Pausenraum an: Ein 15 Jahre altes Kühlschrankmodell ohne Gefrierfach kann schon mal mit über 350 Kilowattstunden pro Jahr zu Buche schlagen. Aktuelle Geräte verbrauchen hingegen oft nur rund 90 Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von rund 0,28 Euro pro kWh (Stand: 09/2025) kostet das ältere Modell also knapp 98 Euro jährlich, das neuere knapp 25,20 Euro. 

Was du tun kannst, um den Stromverbrauch zu reduzieren:

  • Regelmäßige Wartung & Reinigung: Lass Kühlaggregate und Klimaanlagen regelmäßig warten. Verschmutzte Filter, verstaubte Wärmetauscher oder defekte Dichtungen erhöhen den Stromverbrauch massiv.
  • Geräteplatzierung: Stell Kühlgeräte nicht direkt neben Heizkörper oder in sonnige Bereiche. Ein Standort mit guter Belüftung spart Energie.
  • Nacht- und Wochenendbetrieb anpassen: Viele Kühlgeräte laufen unnötig auch bei geschlossenen Betrieben auf voller Leistung. Prüfe, ob ein Nacht- oderWochenendmodus sinnvoll ist.
  • Bedarfsgerechte Kühlung: Prüfe, ob wirklich alle Räume klimatisiert werden müssen oder ob Zonenkühlung reicht. Oft genügt es, nur Aufenthalts- oder Server-Räume zu kühlen.
     

Stromfresser Nummer 4: Produktion und Werkstattgeräte

Maschinen, Druckluftanlagen, Kompressoren oder Pumpen zählen zu den Haupttreibern der Stromkosten in produzierenden Betrieben. So kann zum Beispiel ein Kompressor, der dauerhaft unter Druck läuft, jährlich mehrere tausend Euro Stromkosten verursachen.

Was du tun kannst um Strom zu sparen:

  • Kompressoren nur bei Bedarf einschalten.
  • Regelmäßig auf Leckagen prüfen.
  • Alle Maschinen regelmäßig warten
  • Bei Neuanschaffungen auf Energieeffizienz und Lebenszykluskosten achten
     

Stromfresser Nummer 5: Heizungs- und Warmwasseranlagen

Oft übersehen: Auch die Heizung verbraucht Strom – nicht nur für die Wärmeerzeugung selbst, sondern auch für Pumpen, Steuerungen und elektrische Zusatzgeräte. Besonders auffällig sind alte Heizungspumpen, die dauerhaft laufen, oder elektrische Durchlauferhitzer, die in vielen Büros, Küchen oder Sanitäranlagen installiert sind.
Laut der Verbraucherzentrale entfallen auf eine alte ungeregelte Heizungspumpe bis zu 500 kWh Strom pro Jahr. Das sind umgerechnet rund 140 Euro Stromkosten nur für eine einzige Pumpe. Moderne Hocheffizienzpumpen brauchen im Vergleich oft weniger als 100 kWh pro Jahr und senken so den Stromverbrauch um bis zu 80 %.

Was du tun kannst, um Strom im Unternehmen zu sparen:

  • Alte Pumpen austauschen: Hocheffizienzpumpen amortisieren sich oft schon nach 2 bis 3 Jahren durch die Stromkostenersparnis.
  • Zeitschaltuhren und Thermostate nutzen: Stelle Warmwasser- und Heizkreisläufe so ein, dass sie nur während der Betriebszeiten laufen.
  • Hydraulischer Abgleich: Auch in kleinen Betrieben lohnt sich ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage, denn er stellt Pumpen und Ventile optimal ein.
  • Dezentrale Warmwasserspeicher prüfen: Kleine Speicher direkt an der Entnahmestelle können effizienter sein, wenn Warmwasser nur punktuell gebraucht wird.
  • Durchlauferhitzer hinterfragen: Wenn Warmwasser regelmäßig benötigt wird – wie etwa in Teeküchen –, kann ein kleiner Speicherboiler mit guter Isolierung günstiger sein als ein leistungsstarker Durchlauferhitzer.
  • Isolierung der Leitungen: Warmwasserleitungen und Speicher gut isolieren, das senkt nicht nur den Wärmeverlust, sondern auch den Strombedarf der Pumpen.
     

Übersicht: Die größten Stromfresser im Vergleich

StromfresserAnteil am Verbrauch*Sparpotenziale durch Maßnahmen
Beleuchtungbis zu 20 %50 bis 80 % durch LED, Sensoren
IT & Bürogerätebis zu 15 %20 bis 50 % durch Ausschalten
Kühl- und Klimagerätebis zu 25 %30 bis 60 % durch Effizienzklasse
Produktion / Werkstattbis zu 30 %10 bis 40 % durch Wartung / Modernisierung
Heizung & Warmwasserbis zu 10 %40 bis 80 % durch Pumpentausch

*Die angegebenen Werte sind Orientierungsgrößen. Je nach Branche und Betriebsgröße können einzelne Stromfresser deutlich höhere Anteile erreichen.

Info

Wie du deine größten Stromfresser identifizierst

du erkennst Verbrauchsspitzen ganz einfach, wenn du Zählerstände regelmäßig prüfst. Energie-Messgeräte helfen dabei, einzelne Stromfresser zu erkennen: Sie sind schon ab 20 Euro erhältlich und werden einfach zwischen Steckdose und Gerät gesteckt.

Binde Mitarbeitende ein

Energiesparen in Unternehmen gelingt nur, wenn alle mitziehen. Mach Stromsparen zum Teil der Unternehmenskultur und gib die Energiespartipps weiter.

  • Sensibilisiere dein Team für konkrete Verhaltensweisen, wie etwa das Licht und Geräte ausschalten.
  • Führe einen monatlichen Energie-Check ein.
  • Belohne Einsparideen deiner Mitarbeitenden, zum Beispiel durch einen kleinen Bonus oder ein gemeinsames Frühstück.

Tipp

Kleine Hinweise, große Wirkung

Hänge kleine Erinnerungszettel an Lichtschalter oder Kaffeemaschinen. So wird Energiesparen sichtbar und greifbar. Mehr über die Wirksamkeit von kleinen Hilfsmitteln und Veränderungen erfährst du in unserem Beitrag zum Green Nudging.

Checkliste: Der Strom-Check für dein Unternehmen

  • Sind alle Lichter ausgeschaltet, wenn Räume leer sind?
  • Werden Steckdosenleisten mit Schalter genutzt?
  • Läuft kein Gerät unnötig im Stand-by?
  • Sind Kühlschrank und Gefriertruhe abgetaut?
  • Arbeiten Maschinen nur, wenn sie gebraucht werden?
  • Ist die Heizungspumpe modern und effizient?
  • Werden Mitarbeitende regelmäßig erinnert, Energie zu sparen?

Energie sparen im Betrieb ist kein Hexenwerk. Schon mit einfachen Maßnahmen können Unternehmen ihre Stromkosten spürbar senken. Die größten Stromfresser sind schnell gefunden und noch schneller reduziert. So sparst du nicht nur Geld, sondern leistest auch einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit.