CO2-Fußabdruck: So berechnen Unternehmen ihre CO2-Bilanz

Das Thema Klimaschutz wird auch für KMU immer relevanter. Kunden, Investoren und gesetzliche Regulierungen erhöhen den Druck, nachhaltig zu handeln. Wenn es im wirtschaftlichen Kontext um Umweltschutz geht, ist dabei häufig vom CO2-Fußabdruck von Unternehmen die Rede. Doch was hat es damit auf sich? Wie können Betriebe diesen berechnen? Und warum ist die CO2-Bilanz für Unternehmen so wichtig? Hier ein Überblick.

Zuletzt aktualisiert am 25.06.2026
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Definition

Was ist der CO2-Fußabdruck von Unternehmen?

Der CO2-Fußabdruck wird auch als Carbon Footprint oder Corporate Carbon Footprint (CCF) bezeichnet. Es handelt sich hierbei um eine Kennzahl bzw. Messgröße, die angibt, welche Menge an Treibhausgasemissionen beispielsweise ein bestimmtes Unternehmen verursacht. 

Treibhausgasemissionen sind insbesondere Kohlendioxid (also CO2), aber auch andere Gase (wie Methan), die Unternehmen in die Atmosphäre ausstoßen. Mithilfe des CO2-Fußabdrucks können Betriebe messen, welche Klimawirkung ihre geschäftlichen Aktivitäten verursachen.

Das Thema Nachhaltigkeit wird daher immer wichtiger – und der Druck auf Unternehmen, verantwortungsvoll zu handeln, steigt. Insbesondere der CO2 Ausstoß von Unternehmen in Deutschland rückt dabei immer stärker in den Fokus. 

Große Unternehmen müssen aufgrund gesetzlicher Vorschriften, wie etwa der CSRD, vermehrt zum Thema Nachhaltigkeit berichten. Zudem interessieren sich auch Kundenund Investoren dafür, inwiefern Unternehmen eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen.

Ziel ist es dabei, Treibhausgase zu reduzieren und die Produktion schrittweise klimaneutral zu gestalten. Zur CO2-Kompensation gehört beispielsweise der Einsatz erneuerbarerEnergien, die Nutzung nachhaltiger Verpackungen, die Verwendung nachwachsender Rohstoffe sowie die Zusammenarbeit mit klimaneutralen Zulieferern.

Der CO2-Fußabdruck von Unternehmen ist in diesem Zuge eine wichtige Kennzahl, die darüber Auskunft gibt, wie hoch die Schadstoffemissionen sind, die ein Betrieb direkt oder indirekt verursacht.

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Was ist nochmal der Treibhauseffekt?

Um zu verstehen, wie das Klima funktioniert, lohnt sich ein Blick auf einen grundlegenden Mechanismus zur atmosphärischen Erwärmung. Die Rede ist vom Treibhauseffekt. Es handelt sich dabei eigentlich um einen lebensnotwendigen Vorgang:

  • Die Sonne sendet Energie in Form von Lichtstrahlen auf die Erde.
  • Ein Teil dieser Energie wird von der Erdoberfläche absorbiert und in Form von Wärme (Infrarotstrahlung) wieder zurück in die Atmosphäre gestrahlt.
  • Treibhausgase (wie beispielsweise Kohlendioxid (CO₂), oder Methan) in der Atmosphäre fangen einen Teil dieser Wärme auf und strahlen sie wieder zurück zur Erdoberfläche.
  • Ohne den Treibhauseffekt wäre die Erde mit durchschnittlich etwa -18 Grad Celsius vereist und zu kalt. Der Treibhauseffekt hat also durchaus eine wichtige Funktion.

Problematisch ist jedoch, dass zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen. Das geschieht durch menschliche Aktivitäten, wie Verbrennung fossiler Brennstoffe und das Fällen von Bäumen, Je mehr CO2 in der Atmosphäre vorhanden ist, desto mehr steigt die durchschnittliche Temperatur auf der Erde. Der verstärkte Treibhauseffekt führt also zur globalen Erwärmung und verursacht Klimaveränderungen, die bedrohliche Folgen mit sich bringen. Weitere Informationen zum Treibhauseffekt gibt das Umweltbundesamt.

CO2-Fußabdruck berechnen: Wie geht das?

Für die Berechnung des CO2-Fußabrucks oder auch des CO2-Verbrauchs sollten sich Unternehmen am sog. GHG Protocol (Greenhouse Gas Protocol) ein Beispiel nehmen. Dabei handelt es sich um einen Standard, der eine einheitliche Vorgehensweise zur Messung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen schafft. Entwickelt wurde das GHG Protocol vom World Resources Institute (WRI) und dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD).

Welche Werte fließen in die Berechnung des CO2-Fußabdrucks von Unternehmen ein?

Ein wichtiger Aspekt im GHG Protocol ist das Scope-Konzept. Dieses Modell ordnet Emissionen drei Bereichen zu:

  • Scope 1: Hierunter zu erfassen sind direkte Emissionen aus Quellen, die ein Unternehmen selbst zu verantworten hat. Das können beispielsweise Emissionen durch unternehmenseigene Anlagen oder Fahrzeuge sein.
  • Scope 2: In diese Kategorie fallen indirekte Emissionen aus dem Energieverbrauch. Wenn also Unternehmen beispielsweise Strom nutzen, der extern erzeugt wird, dann sind diese indirekten Treibhausgasemissionen hier zu erfassen.
  • Scope 3: Weitere indirekte Emissionen entstehen entlang der Wertschöpfungskette, beispielsweise durch Lieferanten.

Die Berechnung des CO2-Fußabdrucks erfolgt dann vereinfacht in wenigen Schritten:

  1. Umfang der Emissionen bestimmen (Scope 1,2,3)
  2. Relevante Daten sammeln und je Quelle berechnen
  3. Alle Emissionen summieren
  4. Ergebnisse analysieren und vergleichen

Um die relevanten Daten zu identifizieren ist die Wesentlichkeitsanalyse entscheidend. Gleichzeitig stellen Unternehmen so sicher, dass sie gesetzliche Anforderungen (wie die CSRD) einhalten.

Unternehmen müssen also ggf. umfangreiche Daten zur Ermittlung heranziehen. Wichtig dabei ist die Datenqualität und -genauigkeit, sodass die Berechnung tatsächlich auf belastbaren Daten beruht. Hierfür sollten Unternehmen bewährte Standards, wie das GHG Protocol oder ISO 14064, einhalten

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CO2-Fußabdruckrechner für Unternehmen

Unternehmen können spezialisierte Softwarelösungen nutzen, die die entsprechenden Daten erfassen, auswerten und damit die Treibhausgasemissionen ermitteln. Dabei gibt es zahlreiche Tools zur Unterstützung, wie beispielsweise von Carbmee, ClimatePartner, Klimaktiv, Plan A oder auch viele weitere Softwarelösungen. Auch kostenfreie Rechner, wie Eco Cockpit (ein Tool der EffizienzAgentur NRW) können Unternehmen nutzen, um Berechnungen anzustellen. Gerade bei der erstmaligen Erstellung einer CO2-Bilanz kann es für KMU von Vorteil sein, wenn sie Beratung in Anspruch nehmen.

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Product Carbon Footprint berechnen

Auch für einzelne Produkte oder Dienstleistungen lässt sich ein sog. Product Carbon Footprint berechnen. Hierfür werden die CO2-Emissionen erfasst, die mit der Herstellung, dem Transport und der Entsorgung eines Produkts verbunden sind. Dies umfasst also alle Phasen des Lebenszyklus. Auch für den Product Carbon Footprint können Unternehmen mit professionellen Partnern kooperieren, um die Berechnung vorzunehmen.

Wie hoch ist der CO2-Fußabdruck eines Unternehmens?

Die genaue Höhe des CO2-Fußabdrucks hängt individuell vom jeweiligen Unternehmen ab. Der Unterschied liegt hauptsächlich im Ausmaß der betrieblichen Aktivitäten. Ein produzierendes Unternehmen verursacht in der Regel wesentlich mehr Treibhausgase  als ein Dienstleistungsunternehmen. Doch auch die Unternehmensgröße und die jeweiligen Nachhaltigkeitsmaßnahmen wirken sich aus. So lag beispielsweise der CO2-Ausstoß von Zalando im Jahr 2021 bei 1,3 Tonnen CO2 pro 1 Mio. Euro Umsatz. Puma verzeichnete im selben Jahr einen Ausstoß von 3,2 Tonnen, Siemens 14,7 Tonnen bei der jeweils selben Bezugsgröße.

Der CO2-Fußabdruck ist keinesfalls nur für große Unternehmen relevant. Gerade KMU, die sich bereits frühzeitig für eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie entscheiden, können sich durch positive Ergebnisse von Wettbewerbern abgrenzen und mehr Wachstum generieren. 

Darum sollten KMU ihren CCF/CO2-Fußabdruck berechnen

Den CO2-Fußabdruck zu berechnen, ist häufig mit hohem Aufwand verbunden. Das gilt sowohl für kleine und mittelständische Unternehmen als auch für jede Person, die zur Reduzierung der Emissionen beitragen möchte. Es gibt jedoch gleich mehrere Gründe, wieso sich Anstrengungen zur CO2-Kompensation im Unternehmen lohnen:

  • Verständnis entwickeln: Mithilfe des CO2-Fußabdrucks können Unternehmen einen Überblick gewinnen, welche Auswirkungen ihr Geschäft für die Umwelt mitbringen. Wird die CO2-Bilanz regelmäßig erstellt, können Unternehmen bestimmten Fragen nachgehen: Haben sich die Werte verbessert? Greifen die Nachhaltigkeitsstrategien? Welche Werte veröffentlichen Wettbewerber – und wie schneidet hier im Vergleich die eigene Firma ab?
  • Gesetzliche Vorschriften einhalten: Durch verschiedene gesetzliche Regulierungen erhöht auch der Gesetzgeber den Druck auf Unternehmen, Nachhaltigkeit beispielweise in Form einer CO2-Bilanz voranzutreiben. Mithilfe des CCF können Unternehmen entsprechende Daten berichten.
  • Maßnahmen zum Klimaschutz messbar machen: Der CO2-Fußabdruck ist wichtig, damit Unternehmen ihre Maßnahmen zum Klimaschutz überhaupt zahlenmäßig darstellen können.
  • Kommunikation: Der CO2-Fußabdruck ist außerdem eine nützliche Kennzahl zur Kommunikation. Es ist bekannt, dass beispielsweise auch Kreditinstitute vermehrt Nachhaltigkeit in ihre Entscheidung von Kreditanträgen miteinfließen lassen. Der CO2-Fußabdruck liefert hier für Kreditverhandlungen wichtige Daten. Unternehmen, die hier also bereits vorbereitet sind und entsprechende Informationen liefern können, gehen gut vorbereitet in ein Bankgespräch. Doch auch Kunden und Investoren interessieren sich vermehrt für den ökologischen Fußabdruck eines Unternehmens. Deshalb sollten auch dienstleistungsorienterte Unternehmen ohne Produktion die Bedeutung dieser Kennzahl nicht unterschätzen.

Unternehmen sollten den CO2-Fußabdruck als Werkzeug nutzen, um nicht nur ihre Bilanzierung zur Klimaneutralität zu verbessern, sondern auch langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Tipp

Maßnahmen zur Reduzierung und Kompensation von CO2 für Unternehmen

Unternehmen haben zahlreiche Möglichkeiten, wie sie CO2 einsparen, einen Ausgleich schaffen und entsprechend den CCF optimieren und kompensieren können. Hier einige Beispiele, um eine positive Klimabilanz der Firma zu erreichen:

  • Steigerung der Energieeffizienz (z. B. Gebäudeisolierung, Energiesparlampen)
  • Erneuerbare Energien nutzen (z. B. Investition in Photovoltaikanlagen)
  • Nachhaltige Produktion (Produktionsabläufe verbessern, Materialverbrauch verringern, Recycling)
  • Klimafreundliches Material/Produkte einsetzen
  • Investitionen in (zertifizierte) Klimaschutzprojekte (z. B. CO2-Kompensation durch Aufforstung oder Investitionen in nachhaltige Projekte)
  • Mitarbeiter sensibilisieren für Nachhaltigkeitsthemen
  • Emissionen vermeiden durch optimierte Prozesse, kurze Lieferwege und einen bewussten Ressourceneinsatz
    Nachhaltigen Lebensstil im Unternehmen fördern, etwa durch umweltbewusstes Verhalten der Mitarbeiter und entsprechende interne Maßnahmen