Wie kannst du die geschäftlichen Fixkosten berechnen?

Um mit einem Geschäftsmodell langfristig erfolgreich zu sein, ist es für dich als Unternehmer hilfreich, die Grundzüge der Kostenrechnung zu verstehen – ein wichtiger Bestandteil ist dabei die Berechnung der Fixkosten. Erfahre hier mehr über den Unterschied zwischen fixen und variablen Kosten und wie du deine Fixkosten berechnest.

Zuletzt aktualisiert am 26.02.2026

Definition

Was sind Fixkosten?

Fixkosten sind regelmäßige, gleichbleibende Ausgaben eines Unternehmens, die unabhängig von Produktion oder Auftragslage anfallen – etwa Miete, Gehälter oder Versicherungen. Sie bleiben konstant, egal ob viel oder wenig produziert wird. Im Gegensatz dazu verändern sich variable Kosten mit der Auslastung.

Bedeutung und Grundlage von Fixkosten

Fixkosten fallen immer an und hängen nicht von der Beschäftigungslage ab. Sie entstehen in regelmäßigen Intervallen (z. B. monatlich oder jährlich) und haben eine gleichbleibende Höhe. Übersetzt heißt das: Fixkosten bleiben über einen bestimmten Zeitraum hinweg konstant

Die Fixkosten bilden zusammen mit den variablen Kosten die Gesamtkosten eines Unternehmens.

 Diagramm zeigt Fixkosten als konstante Linie und variable sowie Gesamtkosten, die linear ansteigen

Fixkosten und variable Kosten: Der Unterschied

Fixe und variable Kosten unterscheiden sich wesentlich in ihrer Abhängigkeit von der Produktionsmenge:

  • Fixkosten, auch fixe Kosten genannt, sind zeitabhängige und beschäftigungsunabhängige Kosten. Sie bleiben kontinuierlich konstant. Was zählt nun zu den Fixkosten? Sie umfassen Grundpositionen wie Miete, Strom, Wasser, Versicherungen und Gehälter. Sie verändern sich nicht in Abhängigkeit von Beschäftigungsgrad oder Produktionsmenge.
  • Dies ist bei variablen Kosten grundsätzlich anders: Diese steigen und sinken mit der Produktionsmenge.

Sprungfixe Kosten

Eine Besonderheit der Fixkosten sind die sprungfixen Kosten, denn nicht immer sind die Kosten durchgehend konstant. Oft steigen sie sprunghaft an. Man spricht von sprungfixen Kosten wenn man mehr produzieren kann als Kapazität zur Verfügung steht. Dann wird z.B. eine neue Maschine gekauft, um die Produktion zu erweitern und damit steigen die Kosten u.a. für Abschreibungen oder den Energieverbrauch.

Fixkosten sind immer Gemeinkosten, d. h. betriebliche Kosten, die nicht in jedem Fall eindeutig einer Kostenstelle zugewiesen werden können.

Beispiele für Fixkosten

Zu den Fixkosten zählen betriebswirtschaftlich gesehen u. a. folgende Positionen:

Zu den variablen Kosten zählen u. a. folgende Kosten

  • Material- und Rohstoffkosten
  • Fertigungs- und ggf. Akkordlohn
  • Wasser-, Strom- und Gaskosten für die Produktion, soweit sie sich ohne größeren Aufwand zurechnen lassen, z.B. mit einem Stromzähler an einer Maschine
  • Frachten und Verpackungen, soweit sie ohne größeren Aufwand z.B. einzelnen Produkten, Aufträgen oder Projekten zugerechnet werden können.

Energiekosten für Wasser, Strom und Gas können sowohl fixe als auch variable Kosten sein. Die Energiekosten in der Produktion steigen und sinken mit der Produktionsmenge, sind aber in einem gewissen Rahmen auch fixe Kosten, die jeden Monat anfallen. Dies trifft beispielsweise für die Energiekosten im Büro zu.

Auswirkungen von Fixkosten

Fixkosten stellen oftmals einen erheblichen Kostenfaktor dar. Unternehmen müssen Investitionen tätigen, Personal bezahlen und Mieten begleichen. 

Die Reduzierung von Fixkosten ist in der Praxis oft schwierig. Jedes Unternehmen versucht seine Fixkosten auf Dauer so niedrig wie nur möglich zu halten. Bei einem Rückgang der Produktion könnten Unternehmen mit hohen Fixkosten sehr schnell in Zahlungsschwierigkeiten gelangen. Daher wird versucht, mit Energielieferanten und Mitarbeitern zu verhandeln, um die Fixkosten so gering wie nur möglich zu halten.

Warum ist es wichtig, die durchschnittlichen Fixkosten zu berechnen?

Es ist wichtig, dass du stets einen genauen Überblick über sämtliche Fixkosten hast und diese genau kennst. 

Zum einen, um deine Liquidität zu verbessern und zu sichern. Selbst in Zeiten, in denen dein Unternehmen nämlich vielleicht nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt, entstehen Fixkosten. Eine fortlaufende Beobachtung der Fixkostenentwicklung ermöglicht es dir, frühzeitig Strategien zu entwickeln, um finanzielle Engpässe zu umgehen. 

Zum anderen hilft dir ein genauer Überblick dabei, Möglichkeiten zur Senkung der Fixkosten zu identifizieren. Ein detailliertes Verständnis deiner Fixkosten bildet die Grundlage dafür, potenzielle Bereiche für Kosteneinsparungen zu erkennen und zu nutzen.

Tipp

Fixkosten pro Monat berechnen

Ermittle regelmäßig und sorgfältig deine monatlichen Fixkosten, um eine solide Grundlage für die Finanzplanung deines Unternehmens zu gewährleisten

Deckungsbeitrag

Der Deckungsbeitrag sagt aus, ob die anfallenden Fixkosten in einem Unternehmen durch den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen gedeckt werden können

Dies kannst du mit folgender Formel berechnen: 

Deckungsbeitrag = (Netto-Umsatz-)Erlöse – variable Kosten

Beispiel

Dein Unternehmen hat im November Erlöse in Höhe von 3.000 Euro. Die variablen Kosten liegen bei 500 Euro und die Fixkosten betragen 1.500 Euro. Den Deckungsbeitrag berechnest du wie folgt: 

3.000 € – 500 € = 2.500 € 

Die Differenz zwischen dem Deckungsbeitrag und den Fixkosten zeigt den Gewinn oder den Verlust deines Unternehmens. 

2.500 € – 1.500 € = 1.000 € 

Dein Unternehmen hat in diesem Beispiel im November einen Gewinn von 1.000 Euro verzeichnet.

Gesamte Fixkosten mit Formel berechnen

Wenn du deine monatlichen fixen Kosten aus den Gesamtkosten berechnen möchtest, kannst du diese Formel umstellen: 

Gesamtkosten = Fixkosten (Kf) + variable Kosten 

Um „Kf“ zu berechnen, sieht die Formel dann wie folgt aus: 

Fixkosten (Kf) = Gesamtkosten – variable Kosten 

Das Ergebnis zeigt dir, wie hoch deine Fixkosten im Verhältnis zu den Gesamtkosten sind. Wirklich aussagekräftig ist diese Formel aber noch nicht. Dafür solltest du nämlich noch die Fixkosten pro Stück berechnen.

Stückfixkosten mit Formel berechnen

Angenommen, du bist Hersteller von Tee: Bei der Produktion entstehen variable Kosten von 1 Euro pro Tee-Packung. Die Fixkosten betragen 1.000 Euro im Monat. In den warmen Sommertagen trinken viel weniger Personen Tee, weshalb die monatliche Produktionsmenge auf 2.000 Tee-Packungen zurückgeht. 

Deine Gesamtkosten berechnest du zunächst mit der oben genannten Formel aus fixen und variablen Kosten: 

Gesamtkosten = Fixkosten (Kf) + variable Kosten 

In unserem Beispiel bedeutet das: 

1.000 € + 2.000 Stück* 1 € = 3.000 € 

Um zu verstehen, wie sich die Gesamtkosten auf einzelne Einheiten verteilen, ist es sinnvoll, die anteiligen Kosten zu berechnen. Dafür teilst du die Gesamtkosten durch die Anzahl der produzierten Einheiten.

Info

Was ist die Stückkostenfunktion?

Die Stückkostenfunktion gibt die durchschnittlichen Fixkosten je produzierter Einheit in Abhängigkeit von der Produktionsmenge an

Die Formel lautet: 

kf = Kf / x (fixe Stückkosten = gesamte Fixkosten / produzierte Menge)

Willst du also nun die fixen Stückkosten berechnen, werden die gesamten Fixkosten durch die Anzahl der hergestellten Produkte geteilt: 

1.000 € : 2.000 Stück = 0,50 € 

Das bedeutet, dass die Herstellungskosten für eine Packung Tee bei 1,50 Euro liegen. Dafür musst du die variablen Kosten von 1 Euro pro Tee-Packung mit den fixen Stückkosten addieren, um den Verkaufspreis pro Stück zu berechnen. 

Das bedeutet, dass du eine Packung Tee für mindestens 1,50 Euro netto verkaufen musst, um einen Gewinn zu erwirtschaften.

Tipp

Fixkosten nach Vorlage berechnen

Jedes Unternehmen funktioniert anders. Für unterschiedliche Produkte benötigst du beispielsweise auch unterschiedliche Rohstoffe und Materialien. Damit du hier nicht jedes Mal neu beginnen musst, lege dir am besten eine übersichtliche Vorlage in Excel oder einem anderen Tabellenkalkulationsprogramm an.

Deckungsbeitrag pro Stück berechnen

Um den Deckungsbeitrag zu berechnen, betrachten wir wieder das obige Beispiel.

Angenommen, du verkaufst eine Packung Tee zu einem Preis von mindestens 1,50 Euro netto, um einen Gewinn zu erzielen. Wir nehmen wie vorhin an, dass die variablen Herstellungskosten für eine Packung Tee bei 1 Euro liegen.

Der Deckungsbeitrag pro Stück berechnet sich dann wie folgt:

Deckungsbeitrag pro Stück = Verkaufspreis pro Stück - Variable Kosten pro Stück

Setzen wir die Zahlen ein:

Deckungsbeitrag pro Stück = 1,50 € - 1,00 € = 0,50 €

Dieser Betrag ist der Deckungsbeitrag für jede verkaufte Packung Tee, wenn der Verkaufspreis 1,50 Euro beträgt.

Um den gesamten Deckungsbeitrag (Deckungsbeitragsvolumen, DBV) für eine bestimmte Anzahl verkaufter Einheiten zu ermitteln, verwendest du folgende Formel:

DBV = Deckungsbeitrag pro Stück * Anzahl der verkauften Einheiten<

Wenn du 2.000 Packungen verkaufst, ist das Deckungsbeitragsvolumen:

DBV = 0,50 € * 2.000 = 1.000 €

Somit wäre dein gesamter Deckungsbeitrag für den Verkauf von 2.000 Packungen Tee 1.000 Euro.

Massenproduktion senkt Fixkosten pro Stück

In unserem Beispiel steigt zu Beginn der kalten Jahreszeit die Produktion von Teebeuteln auf 6.000 Stück. Dadurch ändern sich die fixen Stückkosten und als Folge auch der Deckungsbeitrag:

Gesamte Fixkosten (1.000 €) / 6.000 Teebeutel = 0,17 € (fixe Stückkosten)

Da sich die Menge der hergestellten Produkte verdreifacht hat, sinken die fixen Stückkosten auf rund 17 Cent pro Stück.

Tipp

Fixe und variable Kosten getrennt berechnen

Um finanzielle Klarheit für dein Unternehmen zu schaffen, ist es sinnvoll, fixe und variable Kosten getrennt zu berechnen. Dies erleichtert die Budgetierung und hilft, Kosten effektiv zu managen.

Fixkosten mit Fixkostenrechner berechnen

Die Berechnung und Verwaltung von Fixkosten erfordern eine intelligente Software. Die unzähligen Einzelpositionen müssen manuell eingegeben, gelistet und in Tabellen zusammengesetzt werden.